moderne Phänomene - Wenn ein Sportler regelmäßig künstliche Mineral-Stoffe zu sich nimmt: ???
Hi!
Ich habe mich in letzter Zeit damit beschäftigt, inwieweit die künstlichen Mineralstoffe wirklich vom Körper aufgenommen werden können und bin zum Resultat gekommen, das er es kann, und habe dann geschlussfolgert, ein Sportler, der einzelne Mineralstoffe bloß durch Nahrungsergänzungsmittel bezieht, mit der Zeit künstliches Knochen-Gewebe aufbauen müsste. Das stimmt doch so ?
Die Mineralien sind - ob künstlich oder natürlich - von gleicher Gewichtigkeit bezüglich ihrer inneratomaren Struktur - ihrer Festigkeit und Form -, sodas es dem Körper ja eigentlich zu keinem Nachteil kommen dürfte.
Entstehen durch künstliche Mineralstoffe Defizite, die dem Körper schaden, oder ist Mineral gleich Mineral ?
Vitamine werden vom Körper jaanders verarbeitet und gebraucht. Würde das selbe aber dennoch auch für Vitamine gelten ?
Durch den Sport kann der Körper ja die Mineralstoffe so verarbeiten, das, bei normaler Dosierung, keine Nebenwirkungen mit ernsten Folgen auftreten.
Ich freue mich auf Antworten!
MfG ct
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- "künstliche Mineralstoffe"
Nahrungsergänzungsmittel werden nicht in jedem Fall genauso gut verwertet wie "natürliche" Mineralien in Lebensmitteln. Das hat ganz viel mit Chemie zu tun: in Lebensmitteln haben Mineralstoffe manchmal andere Oxidationsstufen oder andere Liganden. Es ist aber auch ein Fehler anzunehmen, dass das für alle Lebensmittel und Mineralien gleichermaßen gilt; tatsächlich werden bestimmten Spurenelemente aus Pflanzen teilweise sehr schlecht aufgenommen im Vergleich zu künstlichen Nahrungsergänzungsmitteln.
- Verwertung zusätzlicher Mineralstoffe
zusätzliches Knochengewebe wird man durch eine Zufuhr von bestimmten Mineralien (insbesondere Calcium und Phosphor) nur dann aufbauen, wenn es vorher einen Mangel gegeben hat. Und selbst das nur bis zu einem bestimmten Grad. Allgemein ist eine Zufuhr nur dann sinnvoll, wenn es einen Mangel gibt. Nahrungsergänzungsmittel können sogar schädlich sind (auch wenn wasserlösliche Mineralien oft einfach mit dem Urin wieder ausgeschieden werden, solange der Wasserhaushalt stimmt).
- Schädigung durch künstliche Mineralstoffe
Defizite entstehen nicht durch künstliche Mineralstoff-Gabe. Allerdings kann es durchaus zu Vergiftungen kommen, wenn Spurenelemente (wie Eisen oder Magnesium) in der falschen Menge und Art zugeführt werden. Ein Zuviel ist oft schädlicher als etwas zu wenig. Glücklicherweise sind die meistens Zusätze gut verdaulich und werden ausgeschieden, teilweise eben mit einem sehr flüssigen Stuhl (z.B. bei zuviel Magnesium).
- Vitamine
Der Grundsatz trifft auch auf Vitamine zu. Bestimmte Vitamine kann man leicht überdosieren, so dass sie schädlich werden. Wasserlösliche Vitamine (wie Vitamin C) kann man fast nicht überdosieren (aber die Säure tut deinem Magen nicht so gut). Es wurden lange hohe Vitamingaben vorgeschlagen, die vor Krankheiten schützen sollen; das hat sich aber als Trugschluss herausgestellt. Bei ernsthaftem Mangel (insbes. Vitamin D) kann eine Vitamingabe sinnvoll sein. Im allgemeinen nimmt man durch normale Ernährung auch ohne Zusätze ausreichend Vitamine zu sich.
[Das ist alles in einem Rutsch ins Unreine geschrieben; Doppeldeutigkeiten, Unstimmigkeiten, Fehler - im Zweifel alles Absicht, damit hier keine Langeweile aufkommt.]
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Theoretisch schon, aber es ist nicht so einfach...
Der Körper "lebt" und arbeitet mit allen Substanzen, die er bekommt ! Im Innernen laufen zahreiche komplizierte chemische Reaktionen ab...
So bedeutet ein Zinküberschuss automatisch einen Kupfermangel (und umgekehrt), weil die Moleküle ungefähr gleich aussehen, und daher an gleicher Stelle in den Zellen andocken. Wenn alle Stellen vorwiegend von einem der Kandidaten besetzt sind, entsteht ein Mangel vom anderen.
Vitamin C (Ascorbinsäure) z.B. "Killt" Kupfermoleküle, verändert sie im Körper zumindest derart, dass sie als unnütze Fremdmoleküle nicht erkannt, und nicht mehr aufgenommen werden können.
Wenn man Z.B. mehr Magnesium als Calcium zu sich nimmt, behindert man damit, daß Calcium in benötigter Menge in die Knochen eingebaut werden kann, da an den "Baustellen" bereits Magnesium-Teilchen sitzen. :( (Umgkehrt ist es genauso möglich) Die ungenutzten Moleküle werden unverändert ausgeschieden, Mangel entsteht. Außerdem kann Calcium nur in Anwesenheit von vitamin D (gebildet durch Sonne-UVLicht), und während/durch Bewegung der umgebenden Muskeln an richtiger Stelle aufgenommen werden.
Den "Mineralstoff " Aluminium braucht dagegen eigentlich kein Mensch im Körper. Kommen aber Aluminiumionen, - geringfügig verändert durch + Verbunden mit - aller Arten von Säure (Zitronensäure, Essigsäure, Wein, Glutaminsäure=Geschmacksverstärker, Phosphorsäure=Konservierungsmittel) in den Körper, können sie die Blut-Hirn Schranke problemlos passieren, sich im Gehirn anreichern und ab einer bestimmten Menge Alzheimer verursachen. Aluminium kann nicht abgebaut werden.
Alles, was im Körper irgendwie etwas bewirkt, wirkt auch immer "daneben" :(. Daher sollte man ganz genau wissen, was man mit welchem Mittel und bei wem bezweckt, und wie die "Nutzen-Kosten" Bilanz am Ende aussieht. Das "Gleichgewicht" an Vitaminen und Mineralstoffen im Körper ist sehr empfindlich, es gibt zahlreiche andere Stoffe dort, die die Aufnahme stören können. (Ph-Wert, Temperatur, Sättigung der Lösug ändern sich in Anwesenheit oder nicht Anwesenheit von irgendwas...:( ) Würden wir von vornherein ausrechnen können, was jedem Menschen gut tut, und wieviel davon, müsste die Pharma Industrie keine klinische Tests mehr durchführen ;), und es gäbe keine Beipackzettel...
"Normale Dosierung" sieht bei jedem Menschen verschieden aus, weil keine 2 Organe gleich groß sind, oder gleiche Struktur haben, und keine 2 Menschen gleich "funktionieren". ( Kinder bis 12 Jahren nehmen z.B. von Fremdstoffen weniger als Erwachsene auf, weil ihr Stoffwechsel schneller und die Fläche ihrer Organe insgesamt kleiner ist ;) :O)
Es gibt Verhalten, oder genetische Dispositionen, die bei zusätzlicher Einnahme von irgendwelchen Vitaminen mehr schaden als nutzen. Raucher z.B. werden davor gewarnt Vitamin A zu sich zu nehmen. Ihr Körper macht unter Nikotineinfluss aus dem Retinol eine Verbindung, die die Enstehung und Verbreitung von Lungenkrebs beschleunigt anstatt sie zu bremsen.
Wie Du merkst, es ist total kompliziert, in welchen Fällen, was und wieviel jemandem nützt oder schadet. Es müssen vielerlei Faktoren erkannt und berücksichtigt werden um mit Substanzen wirklich eine gute Wirkung zu erzielen...
Gruß + die Frage war echt gut! ;)
Isa`
Kommentar von chintaochintao 24.07.2012Du hast recht, andere Mitglieder haben es auch geschrieben, wenn auch kürzer: Die Menge der künstlich zugeführten Stoffe ist entscheident darüber, inwiefern es zu einer Schädigung des Körpers kommt. -Die künstliche Zufuhr verleitet leicht zu einer Überdosierung - wobei sicherlich auch das Unwissen über die möglichen Folgen im Hintergrund steht.
Cadmium - in Reis und Zigaretten-Rauch enthalten - wird vom Körper ebenso mit Zink verwechselt und aufgenommen und zu große Mengen Vitamin C führen zur vermehrten Bildung von Oxalsäure und dadurch, glaube ich, zum "killen" von Kupfer und Zink - die in vermehrtem Maße ausgeschieden werden.
"Ähnliches löst sich in Ähnlichem" trifft zwar auch zu, aber nicht in zu großem Maßstab, so das es sich anwenden lassen würde. -Das der Körper dann einfach Zink-Moleküle abbaut und verweigert, ist schon merkwürdig, ich meine, seine Rolle in der Natur als überlebensfähiges Wesen beweisend.
Was mir ein wenig zu schaffen macht, ist das Verständnis darüber, inwieweit sich die mögliche künstlich zugeführte Menge an Mineral-Stoffen und Spuren-Elementen von der Norm unterscheidet, wenn sie während dem Sport zugeführt werden. Es führt dann zur Einschränkung auf ein paar wenige während dem Sport, wie Magnesium, Calcium, Natrium usw.
Danke für deine Antwort, ich habe mich gefreut, das du ins Detail gegangen bist.
Lg ct
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Es gibt keinen Unterschied zwischen künstlichen und natürlichen Mineralstoffen. Es gibt nur anorganische Stoffe und organische Stoffe. Erstere sind z.B. Mineralien. Letzteres sind Stoffe, die Kohlenstoff enthalten (Außer CO2, CO und mineralische Karbonate ...).
Wer sich ausgewogen ernährt hat keinen Mangel.
Nahrungsergänzungsmittel sind in den meisten Fällen unnötig, helfen aber dem Hersteller oder dem Apotheker.
Alles andere sind Meinungen, aber nicht belegbar.
Kommentar von chintaochintao 26.07.2012Hallo! Ich würde dir definitiv zustimmen, wenn es um anorganische und organische Materialien geht, aber nicht beim Gebrauch von künstlichen - erstmal nicht synthetischen - Stoffen, weil es sich unter gewissen Bedingungen als unbedingt notwendig erweist, dass man Stoffe extern zuführt. Vor allem ist es bei Menschen so, die selbst viel Sport treiben, da ihr Körperbedarf höher, unter Umständen viel höher ist, und es sich für den normalen Geldbeutel nicht als wirklich leicht erweist, hier dann auch noch zeitweise bis zu einem 5000kcal-Bedarf hoch zu gehen.
Wenn man die Bedarfsgegenstände im Supermarkt betrachtet, stellt man zwar fest, dass viele Gegenstände der Ernährung tatsächlich die benötigten Mengen enthalten, aber der Umstand, dass viele der "preiswerten" Produkte beispielsweise Pestizide enthalten, lässt es unmöglich werden, in erschwinglichem Rahmen zu bleiben. Ich gebe dir Recht, was die Möglichkeit belangt, das bloße Können betrifft, aber nicht, wenn es darum geht, tatsächlich an die notwendigen Stoffe heranzukommen. Ich finde, das muss man bedenken!
Natürlich verzichtet man auf Nahrungsergänzungsmittel, die beispielsweise im Supermarkt angeboten werden, allerdings sind Vitalprodukte aus dem Reformhaus oder der Apotheke schon wieder viel weniger bedekenswürdig. Sollte man nicht vergessen! Es kommt also darauf an... Und einem etwaigen Muskelkrampf mit Magnesium-Tabletten entgegenzuwirken hat schon oft funktioniert, was bedeutet, es wirkt prinzipiell schon.
Lg ct
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dein grösster denkfehler ist zu glauben, dass die natur sich kopieren lässt...nein, weder nem noch künstliche vitamine haben dieselbe auswirkung im körper, wir die natürlichen stoffe und das ist sehr gut so...
Kommentar von PaguangarePaguangare 24.07.2012Es gibt keine "künstlichen" Mineralstoffe. Die chemischen Elemente gibt es seit Jahrmillionen auf der Erde und sie können von keinem Chemiker erschaffen oder vernichtet werden. Es gibt auch kein "gutes" oder "böses" Calcium oder Magnesium, je nachdem ob es aus Milch, Blumenkohl oder einer Tablette stammt. Analytisch und von der atomaren Struktur unterscheiden sich Mineralstoffe nicht gemäß ihrer Herkunft.
Es gibt höchstens bei einigen Elementen mehrere Isotope, d.h. Atomarten mit gleich vielen Protonen und Elektronen, aber unterschiedlich vielen Neutronen und daher unterschiedlicher molarer Masse.
Kommentar von willi55willi55 25.07.2012Wer glaubt weiß es nicht besser.
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Es gibt keine künstlichen Mineralstoffe, aber hergestellte Vitamine, Enzyme, ...
Es entsteht kein Defizit, aber evtl. eine Schädigung (meist Niere) durch zu viel.
Kommentar von chintaochintao 23.07.2012Echt ?!? Da war ich wohl meiner Zeit voraus gewesen. Aus was werden die dann isoliert ???
Ich freue mich auf Antwort!
Lg ct
Kommentar von OrionGuardian 27.07.2012Ich verstehe diese Frage nicht. Es gibt keine künstlichen Mineralstofe weil diese in der Form wie sie sind schon immer existierten. Niemand "stellt" magnesium her, niemand "erzeugt künstlich" Zink.
[Kleiner Exkurs: selbsverständlich wird KEINER dieser Stoffe elementar aufgenommen. Es sind alles Ionen in entsprechenden Verbindungen]
Natürlich kann man aus elementarem Zink Zinkionen herstellen und mit den entsprechenden Liganden in ein Nahrungsergänzungsmittel verwandeln. ABER das heisst noch lange nicht, dass es "künstliches Zink" ist. Ob man einen mineralstoff nun in der Nahrung zu sich nimmt oder über Tabletten ist für das Mineral selber vollkommen egal!
Aber ein großer Vorteil an gesunder ernährung ist eben nicht der Mineralstoff an sich, sondern alles darum herum. Die Aufnahme der wichtigen Mineralien ist in Gemüse und Obst besser reguliert, die Myriaden an Wechselwirkungen zwischen allen Inhaltsstoffen z.B. eines Apfels oder einer Karotte machen diese Form der Aufnahme überlegen. Aber das hat überhaupt nichts damit zu tun auf welche Art und weise ein Mineralstoff hergestellt wurde. Chemisch identisch bedeutet genau das, er wird vom Körper vollkommen gleich behandelt.
Exkurs 2:D as ist genauso wie die Panikmache über "DIE CHEMIE!!!" Man sollte einmal nachdenken, dass alles was an stofflichem auf dieser Welt existiert chemisch ist. Jeder mensch besteht aus millionen verschiedenster Moleküle, die alles chemische Verbindungen sind.....
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Antwort von BorBor 24.07.2012
Der Körper nimmt natürliche Stoffe aus Pflanzen, Tieren oder natürlichen Nahrungergänzungsmitteln wesentlich besser auf, da er im Laufe der Evolution nur solche kenngelernt hat. Ich selber nehme zum Beispiel Calcium aus Meereskorallen ein. Ich wollte auch ein küntliches Präparat umsteigen, weil es deutlich günstiger erschien. Von diesem künstlichen Präparat kann der Körper aber nur 3-5% resorbieren( von 500mg Calcium also nur 20-30 mg : ( ). Und um die selbe Menge Calcium wie vom anderen Präparat zu bekommen, müsste ich viel davon schlucken. -> Geldverschwendung also, ABER: Es gibt auch künstliche Mineralien die sehr gut resorbierbar sind. Zinkpicolinat zum Beipiel. Oder Natriumselenit. Man muss oftmals viel Stunden recherchieren, bevor man das richtige Präparat findet.
Eine sehr gute Antwort! danke
Im Fall der Vitamin C-Gabe ist es nocht wesentlich, das man bedenkt, die zu große Zufuhr kann den Körper die Ascorbinsäure in Oxalsäure verwandeln/umbauen lassen - bei einer Gabe von über einem Gramm, kann es zur Säurebildung, und dadurch, zur Schädigung des Körpers kommen, zum Beispiel durch starke Verflüssigung des Blutes und damit einhergehenden Organschäden.
An sich finde ich, was du geschrieben hast, echt gut, das heißt, es hat mir auch neue Informationen gebracht - über die ich mich jetzt freuen kann.
Ich finde es erstaunlich, das der Mensch es geschaft hat, z.B. Vitamin C zu synthetisieren, eine Molekül-Struktur aus der Natur nachzubauen.
Lg
ct
Vitamin C ist kein so besonders kompliziertes Molekül: http://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure
Die erste Synthese (aus Glukose) ist bereits 1934 durchgeführt worden (Haworth, Tadeus Reichstein). Ebenfalls um 1934 datiert die erste industrielle herstellung (Roche, Schweiz). Tatsächlich ist die Basis der industriellen Vitamin-C Produktion auch heute noch die Reichstein-Synthese. Es gibt auch noch Verfahren, die genetisch modifizierte Bakterien zur Herstellung einsetzen.
Verwendet wird Vitamin-C hautpsächlich als Antioxidanz in der Lebensmittelindustrie (einige E-Nummern für verschiedene Salze), also als Konservierungsmittel.
Wenn du ein kompliziertes Vitamin zur Synthese suchst, versuch es mal mit Vitamin B-12... Davon gibt es, soweit ich weiss, wenige Synthesen. Und keine davon wird technisch angewandt.