Frage von Zahnkranz, 47

Modem, Router oder Splitter?

Hallo, entschuldigt meine Frage, aber ich bin schon ein etwas älteres Semester und mit der Technik nicht mehr so vertraut. Also an meinem Telefonanschluss ist ein Modem? Easybox 803 angeschlossen. An dieser Easy-Box wiederum mein Festnetztelefon und meine LAN- Verbindung zum PC. Nun haben mich Aussagen einiger Bekannter komplett verwirrt. Einer sagte: Das ist ein Modem, mein Bruder sagt es wäre ein Router, mein Neffe redete von einem Splitter. Nun, was stimmt und wo genau liegen da die Unterschiede?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von johdl, 46

Also um es kurz zu sagen: Alle haben Recht, aber liegen zugleich auch falsch.

Die Geräte, die man derzeit von seinem Internet-Provider erhält, sind Kombi-Geräte. Sie vereinen alle Geräte, die man früher in Gebrauch waren zu einem. Die Easybox ist ein DSL-Router mit integrierter VoIP-Anlage, also ein Gerät, dass ein DSL-Modem, einen Router und eine kleine Telefon-Anlage in einem vereint. (VoIP ist eine Technologie, bei der die Telefon-Daten über das Internet übertragen werden.)

Nur dein Neffe liegt nicht ganz so richtig, bzw. redet von einem Gerät, dass es in dieser Zeit so nicht mehr gibt. Früher, als VoIP noch nicht eingesetzt wurde, wurden DSL-Daten und Telefon-Daten auf der selben Leitung auf unterschiedlichen Frequenzen übertragen. Da man aber am Ende ja zwei Geräte anschließen wollte (das Telefon und das DSL-Modem), musste man diese beiden Frequenzen auf zwei unterschiedliche Kabel bringen. Dafür gab es früher die DSL-Splitter. Dies waren einfach nur Frequenzweichen. Inzwischen werden die Telefon-Daten jedoch über die Internet-Verbindung übertragen, was dieses Gerät überflüssig macht, teilweise stört es sogar, da die jetzt freien Frequenzen teilweise auch für die Internet-Verbindung genutzt werden.

Kommentar von Zahnkranz ,

Ich kann mich erinnern, lang ists her, da hatte ich eine Fritzbox und zwischen Fritzbox und Telefonanschluss ein Kästchen das mir als Splitter in Erinnerung ist. Dieses Kästchen liegt nun im Keller, da die Easybox ohne dieses Kästchen läuft. So langsam kapiere ich die Sache, vielen Dank!

Kommentar von Zahnkranz ,

Da muss ich doch gleich eine Frage nachschiessen. Hab gelesen, dass der Routerzwang wegfallen soll.
Gehe ich recht in der Annahme, es ist gut für Leute die schon einen Router haben. Hat man keinen, dürfte man wahrscheinlich bei Neuabschluss- Vertrag, das oft kostenlos angebotene Gerät die günstigere Wahl sein?

Kommentar von johdl ,

Auch das ist wieder ein zweischneidiges Schwert. Für den normalen Anwender ist dein Gedankengang völlig richtig, wobei sich ein eigener Router auch für ganz normale Leute lohnen kann, da die Geräte der Provider leider oft Modelle sind, die wenig Features bieten und oft minderwertige Hardware einsetzen. Da kann es sich durchaus lohnen, einen eigenen Router zu kaufen, da dieser dann auch oft noch zum nächsten Anbieter mitgenommen werden kann und selbst nach einigen Jahren noch ohne Probleme einsetzbar ist.

Für wen der Wegfall des Router-Zwangs aber wirklich eine Erlösung ist, sind v.a. Personen, die andere Anforderungen an ihren Router in Sachen Ausfallsicherheit, Qualität, Leistung oder einfach Features haben. Oft sind die bereitgestellten Router nicht für kleine Unternehmen geeignet, da diese einfach andere Anforderungen haben. (Kleines Beispiel: Für ein Unternehmen im IT-Bereich ist die Geschwindigkeit oft zweitrangig, hier sind Zuverlässigkeit und Sicherheit gefragt).

Expertenantwort
von LemyDanger57, Community-Experte für Computer, 47

Also Dein Bruder hat recht, die Easybox ist ein sogenannter Router.

Der Splitter ist wieder etwas anderes, der wird bei einem DSL-Anschluss benötigt, um  (grob gesagt) Sprache und die Daten zu trennen bzw. zusammenzuführen, da diese unterschiedliche Frequenzen nutzen. 

Eine, wie ich finde, recht gute Erklärung zu Modem und Router sowie der Gemeinsamkeiten/Unterschiede ist hier beschrieben: http://www.dsl-ratgeber.net/unterschied-zwischen-dsl-modem-und-dsl-router-wlan-r...

Kommentar von Zahnkranz ,

Hallo,

habe mir die Seite angeschaut. Da bei mir das Telefon an der Easybox angeschlossen ist, müsste die Easybox dann also einen Splitter eingebaut haben und ein Modem und Router zugleich sein? Ich kann mehrere PC's an die Easybox anschliessen.

Kommentar von LemyDanger57 ,

Es könnte sein, dass Du "Voice over IP"  hast, da fällt der Splitter weg. War bei der Umstellung unseres Telekom-Anschlusses genauso. Ich habe jetzt 4 oder 5 Splitter nutzlos herumliegen.

Was VoIP oder auch IP-Telefonie ist, wird hier erklärt:  https://de.wikipedia.org/wiki/IP-Telefonie

Expertenantwort
von FaronWeissAlles, Community-Experte für Computer, 38

Die EasyBox

  • ist ein Router
  • besitzt ein DSL-Modem (ohne das kann man DSL, also die Internetverbindung über Telefonleitungen, nicht nutzen)
  • hat eine integrierte ISDN-Anlage (ist also auch eine Telefonanlage)
  • hat einen integrierten Access-Point (ist also WLAN-fähig)
  • hat einen integrierten L2 Ethernet Switch (man kann mehrere PCs anschließen). 

Also, Router ist schon richtig. Modem streng genommen auch, obwohl man sie normalerweise nicht so bezeichnet (das Modem ist nur eine Zusatz-Funktion, die die EasyBox hat). Splitter ist falsch.

Ein Splitter, hier wird wahrscheinlich der DSL-Splitter gemeint sein, ist eine kleine Telefondose, die das Telefon-Signal und das Internet-Signal voneinander trennt bzw. zusammenführt. Früher war die Telefonanlage (ISDN) separat vom Router daher der Splitter. Da die EasyBox aber beides kann führen vom Splitter nun 2 Kabel zu ihr. Moderne Anschlüsse ("All-IP") machen die Unterscheidung nicht mehr und das Telefon läuft über Internet ("VoIP"). Daher haben neue Anschlüsse auch keinen Splitter mehr (auch der NTBA fällt weg der noch nach dem Splitter kam).


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