Frage von JulietMartin, 111

Mobbing am Arbeitsplatz - was tun wenn selbst der Vorgesetzte mobbt?

Guten Tag meine Lieben.

Also ich bin Auszubildende im 2. Lehrjahr in einer Anwaltskanzlei und werde dort ziemlich schikaniert. Aber nicht nur von meinen Kolleginnen, sondern auch von der Bürovorsteherin und dem Personalchef zum Teil ebenfalls. Letztes Jahr bekam ich schon im Sommer keinen Urlaub, wurde dann stark krank, so dass ich mehrere Wochen krank geschrieben wurde (es lag an der Psyche, weil ich den Terror einfach nicht mehr aushalten konnte). Und dann haben alle über mich geredet, gesagt, ich hätte ja nur krank gemacht, weil ich keinen Urlaub bekam etc. Ich habe versucht das aufzuklären, doch natürlich interessierte es niemanden. In meinem Urlaub, den ich dann im Herbst hatte, wurde auch schlecht über mich geredet. Solche Sachen wie „dieses Jahr hat sie kaum gearbeitet und bekommt trotzdem das Ganze Gehalt“ …

Jetzt ist die Urlaubsliste für dieses Jahr auch schon am herum gehen und mir wurde gesagt, ich solle mich so eintragen, wie ich gerne möchte. Habe ich auch getan. Doch nun werde ich meinen kompletten Urlaub nicht bekommen, da sich die anderen beiden Auszubildenden bei der Bürovorsteherin beschwert haben, ich würde mich ja nie absprechen usw., was aber nicht der Fall ist. Ich habe die beiden wegen meinem anderen Urlaub jedes Mal gefragt, doch die meinen nun, dass ich es ja nie tun würde. Deswegen meinte die Bürovorsteherin, ich würde nicht weiter bevorzugt werden (was ohnehin noch nie der Fall war) und würde meinen Urlaub nicht bekommen. Meinen nächsten Urlaub habe ich zwar schon eingetragen bekommen (das wäre die Woche nach Ostern), welchen ich aber auch schon vor Ewigkeiten eingereicht hatte und erst kurz vor Weihnachten genehmigt bekam, weil sich kein anderer Azubi gemeldet hatte.

Und so geht das nun schon 2 Jahre. Noch ein Jahr liegt vor mir, doch ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalten werde.

Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben außer den Betrieb wechseln? Ich meine, mit der ein oder anderen Person komme ich ja auch klar, doch die meisten können mich einfach nicht leiden, wer weiß warum. Ich fühle mich einfach alles andere als wohl..

Freue mich über jede Antwort.

Liebe Grüße, eure Juliet

Antwort
von Jaysefin, 63

Wie schon angemerkt solltest du wirklich mit dem höchsten Chef über deine Probleme sprechen. Wiederum kannst du auch versuchen mit einer neutralen Person und den Kollegen die dir am meisten Probleme bereiten mal ein Privatgespräch zu führen außerhalb eures typischen Terrains.

Im allgemeinen sollten Kollegen immer miteinander arbeiten und nicht gegeneinander, versuche vielleicht mal die ganze Situation aufzulockern und bring vielleicht Kekse mit und setz dich in Ruhe mit Ihnen in der Mittagspause hin und erzähle mit Ihnen wie mit Bekannten oder Freunden. Vielleicht haben Sie eigene Probleme oder Nöte welche sie bedrücken und ihnen nicht erlauben über ihren eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und sie gestresst machen.

Wenn alles nichts hilft bleib stur und arbeite einfach fleißig sodass du dir selbst nichts schuldest und geh einfach arbeiten und sag dir selbst dass du deine Aufgaben erfüllt hast und du dir nichts weiter erzählen lassen musst.

Viel Glück wünsche ich dir, du schaffst das.

Antwort
von Schnoofy, 39

Ich weiß, ich lehne mich etwas weit aus dem Fenster.

Aber in Deinem text erkenne ich vieles wieder, was ich persönliche nicht als Mobbing sondern schlicht und einfach als völlig normalen Arbeitsalltag bezeichnen würde.

Es ist leider nun einmal so, dass in Bereichen, in denen mehrere Menschen zusammen arbeiten müssen Kompromisse gemacht werden müssen und insbesondere Arbeitgeber im Hinblick auf Betriebsinteressen verlangen, dass persönliche Dinge zurückgestellt werden.

Das so etwas von den Betroffenen natürlich ganz anders interpretiert wird ist natürlich, besonders dann wenn in einem kurzen Zeitpunkt mehrere solche Vorfälle zusammentreffen.

Trotzdem bin ich der Ansicht, dass bei einer objektiven Betrachtung kein Anlass besteht das als persönlichen Angriff zu verstehen.

Antwort
von blackhawk2014, 49

Beschwer dich bei entsprechender Stelle. Wo man in dem Beruf hin muss weiß ich nicht, bei mir wärs die IHK gewesen.

Sowas muss man sich nicht bieten lassen. Wenn man sich aber auch nicht richtig wehrt hört es nicht auf.

Darf man fragen, wo du ganz grob her kommst? Vielleicht kann man da dann die entsprechende Adresse direkt aussuchen.

Kommentar von JulietMartin ,

Welche Stelle es bei mir wäre, weiß ich. Die Rechtsanwaltskammer in Kassel. Aber ich habe auch Angst, dass ich dadurch meine Ausbildungsstelle verlieren könnte oder es nur noch schlimmer wird.

Aber danke!

Kommentar von blackhawk2014 ,

Naja, wenn du dich aber nicht wehrst kann es aber auch nicht aufhören.

Entweder du machst was dagegen oder musst eben damit leben das es so bleibt wie jetzt oder noch schlimmer wird.

Antwort
von GuenniReloaded, 52

Also es gibt eigentlich nur zwei Wege:

- Augen zu und durch ... es ist nur noch ein Jahr

- dir einen anderen Betrieb suchen, wo du deine Ausbildung fertig machen kannst

Deiner Beschreibung nach hört es sich für mich eher nach zweiter Möglichkeit an. Leider.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 43

Zweckmäßigerweise führst du ein Tagebuch, in dem du alle Vorfälle,die deiner Meinung nach unter Mobbing einzuordnen sind,aufschreibst.

Nach einer geraumen Zeit setzt du dich mit dem Ausbildungsberater der für deine Ausbildung zuständigen Kammer zusammen und trägst ihm die verschiedenen Vorfälle vor.

Frag aber ausdrücklich nach dem Ausbildungdberater, denn das ist der einzige, der sich dort um die Probleme der Azubis kümmert.Er sollte dir mit Rat und Tat zur Seite stehen und dich entsprechend beraten.


Antwort
von noname68, 47

vllt. solltest du mal mit dem chef dieser anwaltskanzlei reden. anwälte sind von haus aus pragmatisch und arbeiten lösungsorientiert.

auch solltest du kritik nach fehlern oder pannen nicht als mobbing bezeichnen. mobbing passiert selten grundlos, schaukelt sich hoch und wird auch gerne als ausrede für eigenen fehlverhalten genommen. also sei auch etwas selbstkritisch

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