Frage von Tipps810, 115

Mobbing - wie schlimm kann das wirklich sein?

Hi Community,

wie oben schon geschrieben, geht es um das Thema Mobbing. In einer anderen Frage hier auf gutefrage.net, geht die Meinung bei dem Thema mit dem Fragenden auseinander.

Und zwar ist die Frage, kann Mobbing zu Suizid führen?

Ich bin absolut der Meinung, dass Mobbing zu Selbstmord führen kann. Wie teilweise die Mobbingopfer von den Tätern in den Abgrund gestoßen werden ist nicht schön. Sie werden geschlagen, gestoßen, geschubst und gehen voller Angst nicht mehr in die Schule/Arbeit (usw.). Meine Meinung sollte man den Mobbingopfern helfen, bevor sie zu Maßnahmen greifen, die für jeden Beteiligten schaden zufügen kann und natürlich auch der Familie des Mobbingopfers.

Ich zertiere was er schrieb: "Würde niemals durch Mobbing zu seinem Suizid beitragen, genauso wenig würde ich ihn davon abhalten. Da ich mich aus Respekt vor der natürlichen Ordnung nicht einmische."

Als ich darauf nochmals auf das Thema eingehend schrieb kam ich auf das Thema, dass die Lehrer meiner Schule eine Schulaktion gegründet haben, wo sie Mobbingopfern helfen und sie gucken sich das Schulklima zwischen den Schülern genau an, ob zufällig irgendjemand gemobbt wird. Diese Schulaktion hat den Namen "Die Mobbing-Crasher".

Darauf kam wiederum die Antwort: "Mir geht es auch nicht darum bei anderen Menschen zu punkten. Vertrete nur einen neutralen Standpunkt. Deine Lehrer haben offensichtlich keine Ahnung was das Leben in seinem Kern bedeutet."

Ich finde das ehrlich gesagt eine Frechheit. Die machen dass doch nur, dass sich die Schüler bei uns auf der Schule sich wohlfühlen und dass sie nicht ständig davor Angst haben müssen, dass sie geschlagen werden usw.

Wie seht ihr das? Könntet ihr mir da noch einmal gaunere Informationen sagen/schreiben bei Punkten, die ich übersehen habe und könnt ihr mir sagen/schreiben, wer von uns zweien recht hat.

wäre sehr dankbar

LG Tipps810

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von zahlenguide, 54

Es ist ganz simpel: Es gibt körperliche Gewalt und psychische Gewalt. Mobbing ist psychische Gewalt und weil die Schüler oft noch gar nicht wissen, was sie da tun sondern es nur ahnen, wäre es die Aufgabe der Lehrer die Schüler in Ihren Pausen genau zu beobachten und nicht sich zu unterhalten oder im Lehrerzimmer sich einzusperren, während sich Schulkinder auf dem Schulhof gegenseitig verprügeln.

Es gibt bereits Privatschulen, an denen einmal die Woche sich alle Schüler treffen und Ihre Konflikte lernen mit Lehrern, die NUR für den Einsatz gegen Mobbing zuständig sind, zu lösen und sich zu entschuldigen. Diese Schulen gelten als sehr friedlich.

Die wichtigste Aufgabe der Schulen ist nicht der Bildungsauftrag. Sondern der Schutz der Kinder. Das bedeutet aber auch, dass die Lerninhalte im Unterricht kindgerecht sind. So habe ich im Alter von 7 Jahren bereits den Holocaust in der Schule gehabt, was zur Depression und zum Mangelnden Vertrauen gegenüber anderen Menschen geführt hat (weil ja damals sich sogar Eltern gegen Ihre Kinder gewendet haben und Freunde sich verraten haben).

Wenn Eltern Ihre Kinder in Schulen abgeben müssen, dann hat die Schule auch die Pflicht die Kinder zu beschützen. Zur Not müssen sie halt, wenn die Lehrer Angst haben die Polizei rufen. Vor der Polizei haben sogar noch mutige Draufgänger Respekt (zumindestens in dem Alter noch).

Kommentar von mxxnlxght ,

besser hätte ich es auch nicht schreiben können:)

Kommentar von zahlenguide ,

ich schreibe ja auch sehr viel =D mach dir einen schönen tag

Kommentar von Tipps810 ,

Natürlich wird das Thema bei uns im Unterricht mit dem Sozialpädagogen genau gesprochen, dennoch haben die Lehrer Angst davor, dass die Schüler dieses Thema nicht ernst nehmen. Deshalb gibt es ja auch bei uns die Schulaktion "Die Mobbing-Crasher"

Kommentar von zahlenguide ,

es scheitert meistens an der umsetzung. man braucht klare verantwortlichkeiten und man muss leute einsetzen, die gut mit kindern umgehen können. aufmerksamkeit und zeit ist das wichtigste, was man kindern geben kann.

Kommentar von Tipps810 ,

Ich rede natürlich aus Erfahrung, ich wurde selbst gemobbt (im alter von 12-13-14 Jahren), zwar nicht Gewalttätig sondern Psychisch. Ich stand am Scheideweg und dachte darüber nach Selbstmord zu begehen, doch als ich merkte, dass ich in der Vergangenheit und der Gegenwart lebte und ich daran harte, wusste ich, dass ich daran was ändern sollte. 

Seit dem an denke ich immer über die Zukunft, denn schlechte Erfahrungen, die man in der Vergangenheit hatte und im Momentanen Leben hat, über die soll man nicht genau hin denken.

Deshalb denke ich immer: "In der Zukunft wird mein Leben schön sein: Ich werde mein eigenes Haus haben, ich werde eine Frau haben vielleicht Haustiere und Kinder und natürlich werde ich daran Spaß haben."

Das ist meine eigene Chance, über diese Thema hinaus zu kommen

Aber natürlich auch danke für deine Antwort, .zahlenguide .War mir eine große Hilfe ;)

und du hat natürlich recht, mit dem was du geschrieben hast ;)

Kommentar von zahlenguide ,

Du kannst Dir aber auch noch auf einem anderen Weg helfen. Die meisten Menschen haben das Problem, dass sie entweder sich Ihren Gefühlen gar nicht stellen oder gleich den ganzen Tag Weinen oder Wütend sind. Deshalb rate ich dazu, dass Du jeden morgen, wenn Du aufstehst kurz in dich hinein horchst und feststellst wie es dir tendenziell geht. Wenn Du feststellst heute bin ich ein bisschen traurig, gehst Du zum Zähneputzen und machst dabei sehr traurige Musik an oder eine Filmszene die Dich zum Weinen bringt. Nach 5 bis 10 Minuten brichst Du die Übung ab. Wenn Du an einem anderen Tag aufstehst und tendenziell wütend bist, gehst Du wieder in Bad zum Zähneputzen und hörst dieses mal schnelle dynamische Musik, die Dich zum Wütend hin und her laufen bringt oder einfach zum Bewegen, so wirst Du schnell Energie los. Auch diese Übung brichst Du nach 5 bis 10 Minuten ab.

Dein Gehirn lernt so nach etwa 3 bis 5 Wochen bereits, dass Trauerphasen auch bei schweren Lebenskrisen nicht den ganzen Tag dauern müssen und man den Rest des Tages auch schöne und nützliche Dinge tun kann. - Ich mache die Übung seit Jahren und geschadet hat sie mir nie.

Antwort
von violatedsoul, 45

"Würde niemals durch Mobbing zu seinem Suizid beitragen, genauso wenig würde ich ihn davon abhalten. Da ich mich aus Respekt vor der natürlichen Ordnung nicht einmische."

Der letzte Satz ist Blödsinn in Reinkultur. Was bitte soll "Respekt vor der natürlichen Ordnung" heißen? Der Stärkere setzt sich durch? Wie er das macht, ist seine Sache?

Was deine Schule da macht, ist sowohl dringend angebracht und sollte an allen Schulen der Fall sein, als auch die Erkenntnis, dass es das Thema Mobbing gibt und keiner wegschauen, sondern eingreifen sollte, wenn er es bemerkt.

Wer sich hinstellt und was von "natürlicher Ordnung" faselt, ist nur zu feige, klar Stellung zu beziehen.

Antwort
von LiNxDaxD, 36

Mobbing kann aufjeden Fall zu psychischen Störungen und Suizidalität führen. Es ist ja nicht nur so, dass man nur in der Schule gemobbt wird, oft ja auch nicht nur physisch, sondern es geht auch oft nach der Schule weiter. Die Opfer fangen an sich zu Fragen, was sie falsch machen, beginnen an sich selbst zu zweifeln. Sie finden immer mehr "Fehler" an sich selbst. Sie bekommen Angst vor den Mitschülern. Denken niemand kann sie leiden und holen sich deshalb keine Hilfe, weil es ihnen ja niemanden glauben würde und sie niemanden nerven wollen. Sie hören auf in die Schule zu gehen, ziehen sich zurück. Sie fangen an sich selbst zu hassen, evt sich sogar selbst zu verletzen bis sie nicht mehr können und sich umbringen. 

Ab einen bestimmten Punkt können keine Lehrer mehr helfen, denn wenn die Lehrer darauf achten geht es halt eben nach der Schule weiter, evt auch im Internet. Haben die Kinder ein Opfer gefunden, bleibt es das auch. Selbst wenn sie aufhören würden das Opfer richtig zu können, dann wäre diese Person trotzdem ein Außenseiter und auch das kann zu depressionen u.ä. führen. 

Kommentar von zahlenguide ,

die anonymität ist ein sehr großes problem, wenn der lehrer/ die lehrerin kaum zeit und aufmerksamkeit dem einzelnen kind schenkt, merkt er/ sie auch nicht, dass etwas nicht stimmt und das problem wird erst gesehen, wenn es schon zu spät ist.

Kommentar von LiNxDaxD ,

Das stimmt. Aber die Kinder haben unter Umständen auch Angst sich jemanden anzuvertrauen, weil es dann noch schlimmer werden könnte. Weil es dann heißt, dass gepetzt worden ist. Dann wird das anderen erzählt und dann machen da noch mehr Leute mit. und die Lehrer können es höchstens auch nur ahnen, solange es nicht in physische Gewalt über geht. 

Kommentar von zahlenguide ,

wenn ein fröhliches kind sich radikal verändert, stimmt etwas nicht. das sollte selbst einem lehrer/ einer lehrerin auffallen, die nichts mit kindern anfangen können. selbst sheldon merkt gelegentlich, wenn etwas in seiner umgebung nicht stimmt. =D aber vielleicht sollte man auch mal lehrer einstellen, die nicht die besten noten haben, sondern die einfach menschenfreundlich sind und es gewohnt sind konflikte wirklich zu lösen und sie nicht einfach zu verbieten.

Kommentar von LiNxDaxD ,

Das stimmt schon, aber es kann auch sein, dass es dann z.B. im Umkreis der Familie ist etc. und um depressiv zu werden muss nicht unbedingt gemobbt werden. Aber es gibt ja auch stillere Menschen, die gegenüber Lehrern nicht viel reden, dann merkt man das auch nicht so schnell.

Kommentar von zahlenguide ,

aber hier kann man auch an den leistungen erkennen, ob etwas nicht stimmt. denn selbst kinder, die von sich aus still sind, verändern Ihr Verhalten. Wie gesagt, es geht darum Leute einzustellen, die sich mit Depressionen und Mobbing, Schlägereien usw. auskennen. Die Sicherheit der Kinder steht auf Platz 1 nicht das Lernziel.

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