Frage von Fragerin6, 110

Mitschüler mobben mich, was soll ich tun?

Hey,

meine Mitschüler mobben mich. Neulich haben sie mir Wasser in die Tasche geschüttet, aber niemand will etwas "gesehen" haben :(

Bücher sind alle nass und naja nicht schön halt.

Habe Angst zum Lehrer zu gehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von aringa12345, 43

Hi

Mir ging es ähnlich.

Du darfst nicht zeigen, dass es dir was ausmacht. Ich weiß wie extrem schwer das ist aber manchmal hat es bei mir geholfen.

Dann musst du auf jeden Fall zu jmd gehen. Und wenn es nur zur Verarbeitung ist. Habe keine Angst. Die haben alle Schweigepflicht. Und ich weiß das kostet überwindung aber du musst dich nicht schämen. Die Mobber sollten sich schämen.

Ehrlich gesagt wurde das bei mir nur dadurch besser als unsere Klassen wegen der Größe geteilt wegen der Größe. Hast du überlegt in die Para zu wechseln? Das sollte allerdings die letzte Option sein.

Wenn es dir hilft mit jmd zu reden kannst du mir hier gerne hier ne Nachricht schreiben.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hoffe natürlich dass das alles aufhört.

Antwort
von Chinchilla86, 43

Sind es einzelne Klassenkameraden oder Mitschüler aus anderen Klassen die dich mobben? Gab es einen Auslöser für das mobben oder haben sie einfach irgendwann angefangen?

Es ist wichtig dass du wenigstens mit einer Vertrauenslehrerin bzw. einem Vertrauenslehrer sprichst. Du solltest auch deine Eltern mit einbeziehen aber auf keinen Fall schweigen und einstecken.

Antwort
von 0000000001, 34

Die wollen doch das du Angst kriegt und nicht zum Lehrer gehst. Glaub mir es ist besser als nichts zu tun. Du denkst bestimmt ,das es schlimmer werden könnte doch mit etwas Hilfe vom Lehrer und deinen Eltern wir alles wieder gut. Im Notfall musst du die Schule wechseln. Aber halte dich nicht zurück HOL DIR HILFE

Antwort
von palala, 32

Du brauchst keine Angst haben zum Lehrer zu gehen. Gehe zu deinem Klassenlehrer oder deiner Klassenlehrerin wenn sie oder er nicht hilft dann gehe zur Stufenleitung, Hausleitung oder zur Schulleitung. Einer von denen wird dir helfen da bin ich mir ziemlich sicher. 

Du solltest hin gehen und dich wehren, denen zeigen das sie nicht alles mit dir machen können. Sogenannte "Mobber" suchen sich leichte Opfer, die sich nicht wehren und sich alles gefallen lassen. Das solltest du auf keinen Fall machen.

Bei unserer Schule gibt es Schulsozialarbeiter die gibt es bestimmt auch bei euch denke ich mal, die helfen auch. Die helfen in der Regel gut und gehen auch auf das ein was du möchtest. 

Einfach zeigen das sie nicht alles mit dir machen können ;)

Viel Glück, Du packst das. 

Antwort
von mona41, 30

Am besten das was hier schon genannt worden ist falls das nicht hilft würde ich andere rechtliche schritte gehen

Antwort
von Aphrodihte, 39

Tu mir ein Gefallen und geh bitte direkt zu deinem Direktor. Er wird es ernster nehmen als dein Lehrer. Erzähl es deinen Eltern.

Glaub mir mach das, bevor es noch schlimmer wird!

Liebe Grüße

Kommentar von Bethmannchen ,

Don Quichot hört von einem Turnier - Da muss er hin! Wie es geht hat er hundert Mal gelesen, und nun will er den Siegespreis erringen. Dann kommt er auf seinem Klepper auf den Platz getrottet, mit dem Blechpott auf den Kopf, die Rüstung hört man schon von weitem quietschen. - "Hee, guckt mal das Opfer da! - Na Opa, hast dich verlaufen?" Sein Schlachtruf "für Dulcine-a?" wird ihm im Halse stecken bleiben und die krumme Latte in den Staub klappern...
Also ist "Die Show vorweg" nun für das Publikum da? Soll der Kontrahent eingeschüchtert werden? Soll das Publikum in Stimmung kommen? Ist das bloße Angeberei der Ritter? Auf wen wirkt es, und wie?
Die antretenden Ritter wissen dass sie mindestens eine 50%-ige Chance haben, und das Publikum bestärkt sie darin noch. Don Quichot hat nur gemeint, er könnte ja mal versuchen, ob er auch hau ruck...
Bist du nicht der Typ strahlender Ritter, dann lies erst einmal meine weiteren Tipps gründlich durch.

Was hemmt dich eigentlich so sehr:
Wahrscheinlich musst du dein Selbstwertgefühl steigern oder mehr Selbstsicherheit erlangen. Tja, das kann man üben und Schüchternheit kommt von innen:

Ich denke, man geht nicht so leicht auf andere Menschen zu, weil man annimmt, von ihnen abgewiesen zu werden. Warum ist man aber nicht so offen?

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass schüchterne Menschen sehr feinfühlig, tiefsinnig, rücksichtsvoll... sind. Selbst berechtigte Kritik würden sie niemals laut heraus tönen, sondern erst die richtige Situation abwarten und einfühlende Worte wählen. Sie haben sehr viele wertvolle Charaktereigenschaften und sind die besten Freunde, die man haben kann.

Was du gegen Schüchternheit tun kannst ist zunächst einmal deine Sicht auf dich und andere Menschen zu verschieben. Diesen Satz sagte meine Oma einmal zu mir, und das hat mir unglaublich gut geholfen:

Die Menschen sind nicht so verletzlich, wie du glaubst.

Mehr hatte sie nicht gesagt. Dazu muss man sich erst einmal ein paar Gedanken machen. Nimm einmal diesen Satz in deinen Kopf und beobachte die Menschen um dich herum. Finde heraus, dass es stimmt.

Du wirst dabei einige Erkenntnisse bekommen wie z.B. Auch die ganz coolen Typen haben ihre Zweifel, Unsicherheiten, Sorgen, Nöte; sie lassen es nur nicht jeden sehen.

Man kann den Menschen um sich herum schon einiges zumuten, denn sie sind nicht so verletzlich, wie man meistens glaubt. Man muss aber auch nicht jeden mögen, und auch nicht um jeden Preis von allen gemocht werden. 

Man kann ja über Rüben verschiedener Meinung sein, aber über Kartoffeln trotzdem noch vernünftig miteinander reden. Das ist reifes Verhalten. 

Und so wie man sich körperlich hält, wirkt man auch auf sein Umfeld. Wer sich als Opfer empfindet, nimmt oft schon gewohnheitsmäßig eine krumme, zusammengezogene Körperhaltung ein. Das wirkt als Signal auf Mobber so, dass sie daraus ihre Berechtigung zur Demütigung und Entwürdigung herleiten. Es wird sie also anstacheln.

Die Napoleon-Körperhaltung hat die Natur tatsächlich für uns so vorgesehen. Jan Klapperbeen im Biologiebuch hält sich auch so. Ich habe das so in der Grundschule gelernt, als wir den Knicks üben mussten - Ja-ha. 

Kopf aus den Schultern ziehen, Kinn hoch, Blick an den Horizont. Hände so halten, dass die Daumen nach außen zeigen, Becken nach vorn kippen. Das klappt am besten, wenn du dich erst einmal mit den Fersen dicht an einen Pfosten oder Türrahmen stellst. So kann man das am besten erst einmal üben. 

Diese Haltung ist optimal, weil die Schultern die richtige Stellung haben und die Wirbelsäule in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung in sich ruhen kann. Das sieht nicht nur selbstbewusster aus, wirkt sich auch so aus. Der Blick ist frei, die Lunge hat Platz, die Organe werden nicht eingequetscht. 

Immer wieder daran denken und diese Haltung einnehmen, irgendwann geht sie dir in Fleisch und Blut über. Das ändert nicht nur deine Ausstrahlung positiv, sondern auch den Eindruck, den andere schon beim Hinsehen von dir gewinnen, noch bevor sie dich überhaupt kennengelernt haben. 

Bei einem krummen Fragezeichen denkt man "Na ja"; bei einem Ausrufezeichen doch eher "Oho!"

Das hat auch noch ein Gutes, weil man einen viel besseren Blick in die weite Runde hat. Ach, da hinten kommt die olle Zicke, dann geh' ich schon mal auf die andere Straßenseite. So läuft man nicht mehr unvorbereitet in andere hinein, kann sich auf eine Begegnung schon gut geistig vorbereiten, sich den besten coolen Spruch überlegen... Gefahr erkannt - Gefahr gebannt. 

Kommentar von Bethmannchen ,

Für das Sitzen ist diese Haltung auch optimal: Darauf achten, dass man auf „dem ganzen Hintern“ zu sitzen kommt. Beim Hinsetzen also nicht erst den Rücken an die Lehne werfen, sondern den Allerwertesten ganz weit nach hinten auf die Sitzfläche strecken. Das Becken kippt beim Hinsetzen dann von ganz alleine in den richtigen Winkel. Nun geht es wieder von oben los: Kopf aus den Schultern, Daumen nach außen...

Wenn die Sitzfläche niedrig ist, dann nicht die Knie nach beiden Seiten fallen lassen, das sieht unfein und prollig aus, sondern geschlossen halten und leicht nach einer Seite drehen. So sitzen übrigens auch King und Queen auf ihrem Thron. 

So kann man stundenlang ermüdungsfrei sitzen, auch ohne sich anzulehnen. Auch hier haben die Schultern die richtige Stellung und die Wirbelsäule kann in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung ich sich ruhen und die inneren Organe haben Platz. 

Diese Haltung mag zunächst anstrengend erscheinen, aber Muskeln, Sehnen und Bänder werden sich daran gewöhnen. Zunächst mag es dauern, bis das in Fleisch und Blut übergegangen ist, aber das kommt mit der Zeit. Also nicht locker lassen. Und allein damit wirst du dann schon ein ganz anderer Typ. 

Hier noch Abwehrsprüche gegen Runtermacher:

Solche Sprüche müssen immer als Aussagesatz kommen. Die Betonung geht am Ende nach unten, und Punkt. Das ist wichtig, um Widerworte im Keim zu ersticken. (Eltern und Lehrer machen das so, wenn sie ein Machtwort sprechen, achte mal darauf) Der Spruch selbst ist eigentlich nicht so wichtig. Gestik, Mimik, Betonung und geistreiche Ironie, geheucheltes Mitleid, also ein gutes Theaterspielen sind das A und O.

Und nicht lange an deinem Spruch hängen bleiben. Am besten nach so einem Spruch gleich die Aufmerksamkeit auf jemand anderes oder ein anderes Thema. Stell eine ganz andere Frage in die Runde, fang an zu lachen. Dann steht eine „Dumme Pute“ oder ein „Blöder Ochse“ jedes Mal alleine da. Der Nerver bekommt so keine Unterstützung von den anderen, weil sich keiner um ihn kümmert.

Ein gutes Theaterstück ist ja nichts, ohne ein Publikum. Die Wirkung muss ja irgendwo gespiegelt werden. Immer schön deutlich, damit alle es mitbekommen. Das fordert von den Umstehenden Zustimmung zu dem von dir gesagten ein. Es muss schon so sein, dass man deinen nächsten coolen Spruch erwartet.

Beteiligte Personen:

A=du selbst, B=Verbündeter, C=Umstehende D=der Nerver

Du als Einzelne handelnde Person mit (B), C und D

A= Ich wusste doch, dass du wieder was geistvolles von dir gibst. (lass das vor Ironie triefen und strahl alle B und C an.)

A= Oh, du wirst immer besser, alle Achtung, drei Minuten Klappe halten, schon ganz gut. (Lässt sich super variieren) fünf! mal hintereinander dadada...

A= Ach, lass stecken, für dich mach ich so Kleinigkeiten auch umsonst. (Schulterkllopfen?)

A= Und wer will das wissen? (ganz gelangweilt und sofort links liegen lassen)

A= Ach, du schon wieder. (ganz gelangweilt und sofort links liegen lassen)

A= Ja, so bin ich, am ganzen Körper! Alle B, und C anstrahlen für Beifall.

A= Wenn was ganz doofes kommt (oder dir mal gar nichts einfällt): Überrascht dumm anglotzen - Schultern zucken, Schweigend wegdrehen. Einfach nicht drum kümmern.

A= Macht 1,80 - darf's auch etwas mehr sein?

A= Hier - Stark dumm und wasserdicht? Dabei einen Vogel zeigen und mit der anderen Hand auf deinen Oberarmmuskel deuten. (kommt gut wenn D auf seine Kraft anspielt.

Bei dummen Fragen: Sollst du etwa fragen?

Bei Ja: Dann sag man, du hast keine Antwort bekommen.

Bei Nein: Ja - und nun?
(Nach beiden Antworten mittleidig angrinsen und links liegen lassen.)

Für Fortgeschrittene:

Zurücknerven mit Ws. Es gibt auch diese Lösung, wenn jemand sagt: Man bist du doof! (Oder auch so etwas in der Art)

Dann fängst du an zu fragen: Warum das? (du bekommst bestimmt dumme Antworten und Ausflüchte. Jede Antwort nimmst du als Anlass für deine nächste Frage, die sich darauf bezieht. Sorg dabei für Publikum , also dass B und C das mitbekommen)

Warum sagst du, dass ich doof bin?

Das musst du doch erklären können.

Wie, einfach so?

Wie hast du es dann gemeint?

Du musst doch wissen, wie du das gemeint hast.

Wie, nur so, du musst doch einen Grund haben.

Du musst doch erklären können, warum ich doof sein soll.

Egal wie die Antwort ausfällt, du fragst entsprechend weiter, zeigst vielleicht noch Mitleid für die Dummheit von D. Lass dir was einfallen, lass sich D winden, und sag zuletzt etwas wie:

„Ach, das war nur blöd dahin gesagt!“ Oder als Stoßsäufszer: "Herr, lass Hirn regnen" Oder einfach nur demonstratives Kopf schütteln und stehen lassen. (Wer ist wohl jetzt der doofe)

Kommentar von Bethmannchen ,

Mit einem Verbündeten also Freund/Freundin, der/die zu dir hält:

Wenn
ihr euch die Bälle gut zuspielt, dann ist das ein sehr erfolgreiches
Mittel. Das verunsichert einen Nerver dermaßen, dass er seinen Mut bald
verliert. A und B können sich auch abwechseln. (Früher schüttete man von
den Zinnen der Burg Pech und Schwefel auf die Angreifer, womit wir
wieder bei den Rittern wären)

A= "Wette gewonnen!", Freund(in) zuzwinkern, geheimnisvoll grinsen, D doof stehen lassen.
„Wette verloren!“ geht ganz genau so gut.
(ihr
wettet doch schon die ganze Zeit und mal verliert die eine, mal gewinnt
der andere, und weiß der Geier um was es dabei geht, aber was N von
sich gibt spielt dabei irgend wie eine obskure Rolle. ;-)

A= Was meinst du, Intelligenztest verloren, oder?
B= Überlegt zum Schein hin und her: „Ja, doch, meine ich schon.“
Oder „Ja, meinst du?“ Oder "Recht hast du! ganz schlechte Performance"

A= "Na, was habe ich gesagt…?" - "Was hattest du denn? … ach sooo, ja klar"!

A= Also gut, du hattest doch recht…

Da
fällt dir nun sicher selbst etwas gutes ein. Das was ist auch nicht so
entscheidend, im Wesentlichen macht hier der Ton die Musik und dir ist
ein zufriedenes Publikum das wichtigste.

Ich glaube nicht, dass dich bald noch irgend einer zu mobben wagt.

Good Luck und viel Spaß dabei ;-)

Kommentar von Bethmannchen ,

Sorry, meine Kommentare waren gar nicht zu deiner Antwort gedacht - es geht halt auf Mitternacht 〔⸄⁔⸅〕

Antwort
von Bethmannchen, 19

Mobbing ist eine Sache. Hier haben wier es aber mit einer vorsätzlichen Sachbeschädigung zu tun. Das ist nicht nur "nicht schön", sondern eine strafbare Handlung.

Das solltest du schon deinem Lehrer sagen. Vielleicht hattest du diesmal Glück, aber was, wenn dabei dein Diktatheft oder was anders wichtiges versaut worden wäre? Das war schon kein harmloser Spaß mehr.

Klar ist das nicht angenehme und wer will schon petzen gehen. Hier geht es aber darum, dass du dich selbst vor den Folgen dieses Anschlages schützen sollst.

Kommentar von Bethmannchen ,

Was tun gegen Mobbing. Auch wenn Mobbing scheinbar ganz
individuell aussehen mag, hat es doch eine stets gleiche Struktur. Wer
gegen wen und was im einzelnen geschieht mag ganz unterschiedlich sein,
aber der Ablauf ist immer nach dem selben Muster.
So fängt Mobbing grundsätzlich an:
Jemand
legt einen Fallstrick aus, sucht sich irgend etwas, das einen verletzen
wird. Und er wird auch immer weiter machen. Das Opfer soll darauf
reagieren, und zwar am besten genervt, gestresst, beleidigt, verletzt...
damit stolpert derjenige dann direkt und genau nach Plan in diese
"Trickfalle".
Ein Mobber will damit beim Opfer einen "Knopf
installieren". Er wird den dann auch immer wieder drücken, und das Opfer
wird auf Knopfdruck jedes Mal wie erwartet reagieren. Damit hat sich
das Opfer dem Mobbing von ihm, seinen Anhängern, Mitläufern, zuletzt der
ganzen Gruppe (Klasse) voll und ganz selbst ausgeliefert.
Man lasse
sich bloß nicht von irgend jemand zum "Hampelmann der Gruppe (Klasse)"
machen! Den Sieg darf man niemand gönnen. Die Mobber und ihre Mitläufer
haben vom Opfer meistens vor langer Zeit schon die "offizielle
Einwilligung" bekommen, es erst z.B. mit seinem Namen zu mobben, dann
auch noch mit diesem, dann noch mit jenem, und ihnen wird immer mehr
einfallen. Das wird nie aufhören.
Wie kommt man aber aus der
Situation wieder heraus. Wie legt man die selbst angenommene Opferrolle
wieder ab. Und je länger das Spiel schon anhält, desto schwerer wird es.
Der Grund liegt im Opfer selbst, dass sich zuletzt nicht mehr zur Wehr
zu setzen wagt. Das liegt daran, dass es schon zu eingeschüchtert ist.
Er ist zum willkommenen Opfer für jeden geworden.
Es hat sich aus der
Gemeinschaft schon so weit zurückgezogen, dass es seine Angreifer
überhaupt nicht mehr erkennen und zu unterscheiden kann. Dadurch erfasst
das Opfer die dahinter stehende Struktur gar nicht richtig und hat den
Eindruck, sich gegen eine große, nicht einzuschätzende Masse wehren zu
müssen. Das führt zu Resignation.
Sicher kannst du deine Klasse nicht
genau genug einschätzen, erkennst nicht, wie sie "tickt". Deshalb ist
die richtige Taktik schwierig von außen durch jemand anderes
festzulegen. Die Klasse ist auch nicht nur eine einzige Gruppe, sondern
besteht aus mehreren Gruppen von zwei bis etwa sieben Schülern und
Einzelgänger gibt es auch.
Die Gruppen sitzen auch nicht immer auf
einem Haufen oder hängen immer alle zusammen. Solche Gruppen lösen sich
hin und wieder auf, formieren sich neu. Einzelne oder mehrere schließen
sich an, dafür gehen andere wieder weg. Das wandelt sich ständig. Es
gibt auch "zwei dicke Freunde", zu denen sich auch mal der eine oder
andere gesellt, aber selten für lange.
Die Gruppen stehen nicht
gegeneinander, ticken nur verschieden, haben andere
Interessenschwerpunkte, Ansichten, Meinungen, Wertvorstellungen,
Vorlieben, Abneigungen usw. Gleich und gleich gesellt sich eben gern.
Jede
Gruppe hat ein oder zwei Meinungsführer. Die Obermobber der Klasse
werden auch zu einer Gruppe gehören. Da werden sie Meinungsführer oder
Vice sein. Um in seiner Gruppe "der Coole" zu sein, "für Spaß zu
sorgen", baucht es immer wieder ein Opfer, einen Hampelmann, wo alle
immer mal wieder am Band ziehen dürfen. Einen hat man in die Opferrolle
gedrängt, und mit dem treibt man es dann immer wieder.
Die eine und
einzige Reaktion auf so ein Piesacken muss absolut souverän rüberkommen.
Sie muss jeden Mobber sofort und für immer vor der ganzen Klasse als
blamierten Dummen dastehen lassen. Das muss gleich beim ersten Mal wie
ein "Todesstoß" plötzlich kommen, genau gezielt und richtig dosiert
sein, mit der perfekten Publikumswirkung.
_________________________
Bevor
so ein Ritter ins Turnier ging, hat er seinen Kontrahenten ganz genau
ausgekundschaftet, weiß welche Stärken und Schwächen der hat, wie stark
und fit dessen Pferd ist, wie dessen Rüstung gebaut ist, wie stabil
dessen Waffen sind... Sein eigenes Pferd wurde in Top-Form gebracht,
seine Rüstung und Waffen sind auf Vordermann, nirgends ein Rostfleck,
alles frisch geölt, jeder Gurt, jeder Riemen wird noch und noch mal
gecheckt...
So gründlich musst du dich auch vorbereiten. Such in der
Klasse Kontakt zu Einzelgängern und kleinen Grüppchen. Du musst deinen
Gegner kennen, brauchst Mitstreiter, eine Rüstung, scharfe Waffen, und
eine Taktik...
Erst wenn alles perfekt ist sitzt der Ritter auf,
greift sein Banner, treibt sein Pferd hoch erhobenen Hauptes auf den
Platz und präsentiert sich von allen Seiten... Warum diese Showeinlage?
Er soll den andern doch bloß hau ruck aus dem Sattel heben. Hat er doch
trainiert, kann ja nicht so schwer sein - Tjaa.

Kommentar von Bethmannchen ,

Don Quichot hört von einem Turnier - Da muss er hin! Wie es geht hat er hundert Mal gelesen, und nun will er den Siegespreis erringen. Dann kommt er auf seinem Klepper auf den Platz getrottet, mit dem Blechpott auf den Kopf, die Rüstung hört man schon von weitem quietschen. - "Hee, guckt mal das Opfer da! - Na Opa, hast dich verlaufen?" Sein Schlachtruf "für Dulcine-a?" wird ihm im Halse stecken bleiben und die krumme Latte in den Staub klappern...
Also ist "Die Show vorweg" nun für das Publikum da? Soll der Kontrahent eingeschüchtert werden? Soll das Publikum in Stimmung kommen? Ist das bloße Angeberei der Ritter? Auf wen wirkt es, und wie?
Die antretenden Ritter wissen dass sie mindestens eine 50%-ige Chance haben, und das Publikum bestärkt sie darin noch. Don Quichot hat nur gemeint, er könnte ja mal versuchen, ob er auch hau ruck...
Bist du nicht der Typ strahlender Ritter, dann lies erst einmal meine weiteren Tipps gründlich durch.

Was hemmt dich eigentlich so sehr:
Wahrscheinlich musst du dein Selbstwertgefühl steigern oder mehr Selbstsicherheit erlangen. Tja, das kann man üben und Schüchternheit kommt von innen:

Ich denke, man geht nicht so leicht auf andere Menschen zu, weil man annimmt, von ihnen abgewiesen zu werden. Warum ist man aber nicht so offen?

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass schüchterne Menschen sehr feinfühlig, tiefsinnig, rücksichtsvoll... sind. Selbst berechtigte Kritik würden sie niemals laut heraus tönen, sondern erst die richtige Situation abwarten und einfühlende Worte wählen. Sie haben sehr viele wertvolle Charaktereigenschaften und sind die besten Freunde, die man haben kann.

Was du gegen Schüchternheit tun kannst ist zunächst einmal deine Sicht auf dich und andere Menschen zu verschieben. Diesen Satz sagte meine Oma einmal zu mir, und das hat mir unglaublich gut geholfen:

Die Menschen sind nicht so verletzlich, wie du glaubst.

Mehr hatte sie nicht gesagt. Dazu muss man sich erst einmal ein paar Gedanken machen. Nimm einmal diesen Satz in deinen Kopf und beobachte die Menschen um dich herum. Finde heraus, dass es stimmt.

Du wirst dabei einige Erkenntnisse bekommen wie z.B. Auch die ganz coolen Typen haben ihre Zweifel, Unsicherheiten, Sorgen, Nöte; sie lassen es nur nicht jeden sehen.

Man kann den Menschen um sich herum schon einiges zumuten, denn sie sind nicht so verletzlich, wie man meistens glaubt. Man muss aber auch nicht jeden mögen, und auch nicht um jeden Preis von allen gemocht werden. 

Man kann ja über Rüben verschiedener Meinung sein, aber über Kartoffeln trotzdem noch vernünftig miteinander reden. Das ist reifes Verhalten. 

Und so wie man sich körperlich hält, wirkt man auch auf sein Umfeld. Wer sich als Opfer empfindet, nimmt oft schon gewohnheitsmäßig eine krumme, zusammengezogene Körperhaltung ein. Das wirkt als Signal auf Mobber so, dass sie daraus ihre Berechtigung zur Demütigung und Entwürdigung herleiten. Es wird sie also anstacheln.

Die Napoleon-Körperhaltung hat die Natur tatsächlich für uns so vorgesehen. Jan Klapperbeen im Biologiebuch hält sich auch so. Ich habe das so in der Grundschule gelernt, als wir den Knicks üben mussten - Ja-ha. 

Kopf aus den Schultern ziehen, Kinn hoch, Blick an den Horizont. Hände so halten, dass die Daumen nach außen zeigen, Becken nach vorn kippen. Das klappt am besten, wenn du dich erst einmal mit den Fersen dicht an einen Pfosten oder Türrahmen stellst. So kann man das am besten erst einmal üben. 

Diese Haltung ist optimal, weil die Schultern die richtige Stellung haben und die Wirbelsäule in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung in sich ruhen kann. Das sieht nicht nur selbstbewusster aus, wirkt sich auch so aus. Der Blick ist frei, die Lunge hat Platz, die Organe werden nicht eingequetscht. 

Immer wieder daran denken und diese Haltung einnehmen, irgendwann geht sie dir in Fleisch und Blut über. Das ändert nicht nur deine Ausstrahlung positiv, sondern auch den Eindruck, den andere schon beim Hinsehen von dir gewinnen, noch bevor sie dich überhaupt kennengelernt haben. 

Bei einem krummen Fragezeichen denkt man "Na ja"; bei einem Ausrufezeichen doch eher "Oho!"

Das hat auch noch ein Gutes, weil man einen viel besseren Blick in die weite Runde hat. Ach, da hinten kommt die olle Zicke, dann geh' ich schon mal auf die andere Straßenseite. So läuft man nicht mehr unvorbereitet in andere hinein, kann sich auf eine Begegnung schon gut geistig vorbereiten, sich den besten coolen Spruch überlegen... Gefahr erkannt - Gefahr gebannt. 

Kommentar von Bethmannchen ,

Für das Sitzen ist diese Haltung auch optimal: Darauf achten, dass man auf „dem ganzen Hintern“ zu sitzen kommt. Beim Hinsetzen also nicht erst den Rücken an die Lehne werfen, sondern den Allerwertesten ganz weit nach hinten auf die Sitzfläche strecken. Das Becken kippt beim Hinsetzen dann von ganz alleine in den richtigen Winkel. Nun geht es wieder von oben los: Kopf aus den Schultern, Daumen nach außen...

Wenn die Sitzfläche niedrig ist, dann nicht die Knie nach beiden Seiten fallen lassen, das sieht unfein und prollig aus, sondern geschlossen halten und leicht nach einer Seite drehen. So sitzen übrigens auch King und Queen auf ihrem Thron. 

So kann man stundenlang ermüdungsfrei sitzen, auch ohne sich anzulehnen. Auch hier haben die Schultern die richtige Stellung und die Wirbelsäule kann in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung ich sich ruhen und die inneren Organe haben Platz. 

Diese Haltung mag zunächst anstrengend erscheinen, aber Muskeln, Sehnen und Bänder werden sich daran gewöhnen. Zunächst mag es dauern, bis das in Fleisch und Blut übergegangen ist, aber das kommt mit der Zeit. Also nicht locker lassen. Und allein damit wirst du dann schon ein ganz anderer Typ. 

Hier noch Abwehrsprüche gegen Runtermacher:

Solche Sprüche müssen immer als Aussagesatz kommen. Die Betonung geht am Ende nach unten, und Punkt. Das ist wichtig, um Widerworte im Keim zu ersticken. (Eltern und Lehrer machen das so, wenn sie ein Machtwort sprechen, achte mal darauf) Der Spruch selbst ist eigentlich nicht so wichtig. Gestik, Mimik, Betonung und geistreiche Ironie, geheucheltes Mitleid, also ein gutes Theaterspielen sind das A und O.

Und nicht lange an deinem Spruch hängen bleiben. Am besten nach so einem Spruch gleich die Aufmerksamkeit auf jemand anderes oder ein anderes Thema. Stell eine ganz andere Frage in die Runde, fang an zu lachen. Dann steht eine „Dumme Pute“ oder ein „Blöder Ochse“ jedes Mal alleine da. Der Nerver bekommt so keine Unterstützung von den anderen, weil sich keiner um ihn kümmert.

Ein gutes Theaterstück ist ja nichts, ohne ein Publikum. Die Wirkung muss ja irgendwo gespiegelt werden. Immer schön deutlich, damit alle es mitbekommen. Das fordert von den Umstehenden Zustimmung zu dem von dir gesagten ein. Es muss schon so sein, dass man deinen nächsten coolen Spruch erwartet.

Beteiligte Personen:

A=du selbst, B=Verbündeter, C=Umstehende D=der Nerver

Du als Einzelne handelnde Person mit (B), C und D

A= Ich wusste doch, dass du wieder was geistvolles von dir gibst. (lass das vor Ironie triefen und strahl alle B und C an.)

A= Oh, du wirst immer besser, alle Achtung, drei Minuten Klappe halten, schon ganz gut. (Lässt sich super variieren) fünf! mal hintereinander dadada...

A= Ach, lass stecken, für dich mach ich so Kleinigkeiten auch umsonst. (Schulterkllopfen?)

A= Und wer will das wissen? (ganz gelangweilt und sofort links liegen lassen)

A= Ach, du schon wieder. (ganz gelangweilt und sofort links liegen lassen)

A= Ja, so bin ich, am ganzen Körper! Alle B, und C anstrahlen für Beifall.

A= Wenn was ganz doofes kommt (oder dir mal gar nichts einfällt): Überrascht dumm anglotzen - Schultern zucken, Schweigend wegdrehen. Einfach nicht drum kümmern.

A= Macht 1,80 - darf's auch etwas mehr sein?

A= Hier - Stark dumm und wasserdicht? Dabei einen Vogel zeigen und mit der anderen Hand auf deinen Oberarmmuskel deuten. (kommt gut wenn D auf seine Kraft anspielt.

Bei dummen Fragen: Sollst du etwa fragen?

Bei Ja: Dann sag man, du hast keine Antwort bekommen.

Bei Nein: Ja - und nun?
(Nach beiden Antworten mittleidig angrinsen und links liegen lassen.)

Kommentar von Bethmannchen ,

Für Fortgeschrittene:

Zurücknerven mit Ws. Es gibt auch diese Lösung, wenn jemand sagt: Man bist du doof! (Oder auch so etwas in der Art)

Dann fängst du an zu fragen: Warum das? (du bekommst bestimmt dumme Antworten und Ausflüchte. Jede Antwort nimmst du als Anlass für deine nächste Frage, die sich darauf bezieht. Sorg dabei für Publikum , also dass B und C das mitbekommen)

Warum sagst du, dass ich doof bin?

Das musst du doch erklären können.

Wie, einfach so?

Wie hast du es dann gemeint?

Du musst doch wissen, wie du das gemeint hast.

Wie, nur so, du musst doch einen Grund haben.

Du musst doch erklären können, warum ich doof sein soll.

Egal wie die Antwort ausfällt, du fragst entsprechend weiter, zeigst vielleicht noch Mitleid für die Dummheit von D. Lass dir was einfallen, lass sich D winden, und sag zuletzt etwas wie:

„Ach, das war nur blöd dahin gesagt!“ Oder als Stoßsäufszer: "Herr, lass Hirn regnen" Oder einfach nur demonstratives Kopf schütteln und stehen lassen. (Wer ist wohl jetzt der doofe)

Mit einem Verbündeten also Freund/Freundin, der/die zu dir hält:

Wenn ihr euch die Bälle gut zuspielt, dann ist das ein sehr erfolgreiches Mittel. Das verunsichert einen Nerver dermaßen, dass er seinen Mut bald verliert. A und B können sich auch abwechseln. (Früher schüttete man von den Zinnen der Burg Pech und Schwefel auf die Angreifer, womit wir wieder bei den Rittern wären)

A= "Wette gewonnen!", Freund(in) zuzwinkern, geheimnisvoll grinsen, D doof stehen lassen.
„Wette verloren!“ geht ganz genau so gut.
(ihr wettet doch schon die ganze Zeit und mal verliert die eine, mal gewinnt der andere, und weiß der Geier um was es dabei geht, aber was N von sich gibt spielt dabei irgend wie eine obskure Rolle. ;-)

A= Was meinst du, Intelligenztest verloren, oder?
B= Überlegt zum Schein hin und her: „Ja, doch, meine ich schon.“
Oder „Ja, meinst du?“ Oder "Recht hast du! ganz schlechte Performance"

A= "Na, was habe ich gesagt…?" - "Was hattest du denn? … ach sooo, ja klar"!

A= Also gut, du hattest doch recht…

Da fällt dir nun sicher selbst etwas gutes ein. Das was ist auch nicht so entscheidend, im Wesentlichen macht hier der Ton die Musik und dir ist ein zufriedenes Publikum das wichtigste.

Ich glaube nicht, dass dich bald noch irgend einer zu mobben wagt.

Good Luck und viel Spaß dabei ;-)

Antwort
von 1111Anonym1111, 41

Bei mir hat das Mobbing in der 5/6 Klasse aufgehört, nachdem ich mich mit meinen Eltern, Direktor und Klassenlehrerin zusammengesetzt habe.

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