Frage von joschi1989, 97

Mitrecht,Mietvertrag , Wohnrecht?

Ich trenne mich gerade und wohne zur Zeit noch in unserem gemeinsamen Haus, was allerdings offiziell nur meinem Mann gehört.
Nun verstehen wir uns momentan noch relativ gut, bzw ist er damit einverstanden, dass ich hier bleibe, bis ich etwas Neues gefunden habe.
Ich will mich aber ehrlich gesagt nicht darauf verlassen und habe ein bisschen bedenken, dass er nächste Woche sagt, ich soll abhauen und dann quasi mit meinen beiden Kindern auf der Straße sitze.
Nun würde ich gerne irgendeine Art Vertrag aufsetzen, was in daran hindert mich vor Ablauf einer gewissen Frist vor die Tür zu setzen.
Allerdings ohne eine Miete die ich bezahlen muss.
Nun habe ich mich schon mal ein wenig schlau gelesen und im Internet steht, dass so etwas als Steuerbetrug gesehen werden kann und wenn das Finanzamt dahinter kommen würde , würde ihm die Mindestmiete berechnet und er müsste dann dafür steuern abgeben.
Stimmt das so?
Und was für einen Vertrag könnten wir aufsetzten, damit auch alles ganz legal ist und ich eben zur Not etwas handfestes vorzuweisen habe?
Ich will ihm nicht irgendwie schaden, deshalb sollte es schon fair für beide sein.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 14

Seit ihr verheiratet? Dann darfst du die eheliche Wohnung nutzen, solange der Ehepartner keinen Beschluss des FamG auf Zuweisung der Ehewohnung erwirkt. Der Antrag ginge allerdings durch.

Seit ihr es nicht, kann er dich jederzeit mit angemessener Fristsetzung von einer Woche aus seiner Wohnung verweisen.

Steuerlich kommt da garnichts auf ihn zu - ob er sein Eigentum vermietet, selbst nutzt, gar leerstehen liesse, kümmert den Fiskus nicht.

Warum sollte er sich auf einen anderslautenden Vertrag einlassen? Zumal wenn er eine neue Partnerin fände, die diese Arrangement sehr argwöhnisch machen dürfte?

Suche dir schnellstens eine eigene Wohnung. Die Kinder können auch bei ihm wohnen, sofern deine künftige Wohnsituation dies sogar hergäbe, etwa weil du dir keine ausreichend große mit Kinderzimmer(n) leisten kannst. Gemeinsames Sorge- und Besuchsrecht besteht ja unverändert.

G imager761

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 37

Ihr könnt ohne Probleme einen Mietvertrag abschließen. Sobald Du auch nur einen Euro für die Überlassung von Wohnraum zahlst, zählt das offiziell als Miete, sodass Du als Mieterin entsprechend geschützt bist.

Steuerlich gilt folgendes:

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung müssen versteuert werden. Dein Ex muss diese Einkünfte daher in der Steuererklärung abgeben. Die von Dir angesprochene ortsübliche Vergleichsmiete wirkt sich an dieser Stelle noch nicht aus. Er kann also auch z.B. 12€ im Jahr (1€ im Monat) versteuern.

Der von Dir angesprochene Teil mit der ortsüblichen Vergleichsmiete wirkt sich erst dann aus, wenn Dein Ehemann selbst Sachen von der Steuer absetzen möchte, z.B. Reparaturen am Haus.

Alternativ könnt Ihr natürlich auch einen Leihvertrag abschließen, wo Du dann gar nichts zahlen würdest. Hier kann auch eine Laufzeit des Vertrags vereinbart werden. Er dürfte Dich dann nicht rauswerfen, bevor diese Laufzeit abgeschlossen ist.

Kommentar von joschi1989 ,

Was genau ist so ein leihvertrag?

Kommentar von Hugito ,

Leihe= unentgeltliches Überlassen einer Sache (wie Miete, nur ohne Gegenleistung)

Kommentar von uni1234 ,

Genau. Im Endeffekt würde das bei Euch aufs Gleiche hinauslaufen. Deinem Ex dürfte ja egal sein ob er eine symbolische Miete oder gar keine bekommt.

Antwort
von BerlinEastside, 41

Ich bin da kein Experte. Möchte aber trotzdem meinen "Senf" dazu geben.

Auch wenn es sein Haus ist, ist es doch die eheliche Wohnung. Da kann er dich nicht, von heut auf morgen "rauswerfen". Schon gar nicht mit den Kindern.

Ich würde dir aber dringend raten, juristischen Rat, bei einem Anwalt zu suchen. Wenn du dich scheiden lässt, hast du doch bestimmt einen, bzw. brauchst du einen.

Der kann dir in diesem Fall rechtssichere Auskünfte geben, so das dir kein Nachteil entsteht.

:)

Antwort
von Hugito, 44

Wenn alles offen gelegt wird, wie es tatsächlich ist, dann ist es keine Steuerhinterziehung.

Wenn es sich bei den Kindern um gemeinsame Kinder handelt, oder ihr seither verheiratet seid, dann muss man das (unentgeltliche) Überlassen des Haues als Teil der Unterhaltspflicht angsehen. In diesem Falle ist es unwahrscheinlich, dass das Finanzamt eine Versteuerung des unentgeltlichen Überlassens verlangen kann.

Schriftliche Vereinbarung: Wenn er dazu bereit ist, könnt Ihr etwas schriftliches vereinbaren. Z.B. Dass Du zwei Jahre darin wohnen kannst, oder dass er eine Kündigung rechtzeitig, sagen wir 1 Jahr vorher ankündigen muss. Denkst Du, dass er dazu bereit ist?



Kommentar von joschi1989 ,

Das denke ich schon ja. Ich habe eben bloß bedenken, dass dann das Finanzamt da steht und etwas von ihm verlangt.
Wir sind nicht verheiratet im Übrigen und auch nur eines der Kinder ist sein leibliches.

Kommentar von Hugito ,

Ein gemeinsames Kind reicht vermutlich als Begründung, dafür dass er die Wohnung steuerfrei überlässt. Notfalls kann diese spezielle Frage bei einem Steuerberater geklärt werden.

Antwort
von tiniwuzz, 25

Bei meiner Trennung damals war mein Mann zunächst auch kulant und hat mich noch bei sich wohnen lassen. Bis er merkte, dass ich mich mit anderen Männern traf. Egal, was passiert ist, er dachte nur an das eine und hat mir eine Frist gesetzt, eine Wohnung zu finden, damit ich dann doch so schnell wie möglich weg bin.
Kommt ein bisschen drauf an, wer sich warum getrennt hat und wie der andere damit klar kommt...

Kommentar von joschi1989 ,

Ja das befürchte ich auch. Ich denke er wird nicht sonderlich gut damit klar kommen, ich habe aber nun leider nicht die Möglichkeit einfach von heute auf morgen zu verschwinden und brauche denke ich auch eine gewisse Zeit, den Kindern alles schonend zu erklären.
Ich möchte dann eben nicht einfach von heute auf morgen rausgeschmissen werden können...

Kommentar von tiniwuzz ,

Die Gefahr besteht aber. Und wenn du ihm einen Vertrag vorlegst, wird er den Braten riechen... Ich kenne deinen Ex nicht. Aber ich glaube, dass nur sehr sehr wenig Männer sowas unterschreiben würden...

Kommentar von Hugito ,

Das denke ich auch.

Aber er kann Dich nicht einfach "herausschmeißen". Er hätte rechtlich zunächst lediglich die Möglichkeit, für die Überlassung eine angemessene Miete zu bekommen. D.H. er müßte Dir einen echten Mietvertrag anbieten. Unabhängig davon müßte er für das gemeinsame Kind, und ggf. die Mutter, so lange das Kind noch kleiner ist, Unterhalt bezahlen.

Kommentar von tiniwuzz ,

So mir nix dir nix rausschmeißen geht natürlich nicht. Aber er kann schon verlangen, dass konkret nach einer Wohnung gesucht wird.
Miete gegen Unterhalt. Hm. Was da wohl mehr wäre? Ich würde es im Moment so lassen. Und mit der Suche anfangen. Heißt ja nicht, bei der Mietsituation heutzutage, dass du gleich was findest.

Kommentar von joschi1989 ,

Welchen Braten riechen? Ich habe mich ja schon von ihm getrennt. Ganz frisch. Er weiß also wie die Situation ist. Ich denke aber schon, dass er es zum jetzigen Zeitpunkt unterschreibt. Ich befürchte eben nur, dass er irgendwann in nächster Zeit, wenn ihm bewusst wird, was das alles bedeutet seine Meinung ändert und mich eventuell nicht mehr um sich herum haben will ( was ich sogar verstehen kann) , nur will ich wie gesagt eben dann auf der sicheren Seite stehen.
Will mich ja auch nirgends mietfrei einnisten oder so, aber wie schon erwähnt die Mietsituation ist echt bescheiden und von heute auf morgen werde ich nunmal leider keine Wohnung finden.
Zumal ich auch andere Dinge zu regeln habe, da zB meine Babysitter wegfallen werden usw. Und Kindergartenplätze sind auch nicht leicht zu finden und meinen Job möchte ich auch ungerne aufgeben...

Kommentar von tiniwuzz ,

Den Braten riechen: dass du dich mit einem solchen Vertrag absichern willst für den Fall, dass er plötzlich Gründe findet, dass du ausziehen solltest.
Ich finde, statt eines Vertrages solltet ihr darüber reden, wie es weitergeht, was du alles erledigen bzw. bedenken musst und eine Zeitschiene festlegen. Mündlich halte ich das für unbedenklich und wesentlich besser, als mit einem Vertrag.

Kommentar von joschi1989 ,

Aber ist es denn nicht selbstverständlich, dass ich mich absichern will und auch irgendwie muss, denn ich bin schließlich auch noch für meine beiden Kinder verantwortlich und kann eben nicht riskieren auf der Straße zu sitzen.

Kommentar von tiniwuzz ,

Es ist verständlich, dass du gewisse Ängste hast. Aber auf die Straße wird er dich schon nicht setzen. Ich behaupte aber mal, dass sich euer jetzt noch gutes Verhältnis ins Gegenteil umkehren kann. Und Vertrag hin oder her, dann wirst du auch nicht mehr bleiben wollen...
Ich sag mal: auf Immoscout und Immowelt nen Suchfilter einrichten schadet sicher nicht.

Antwort
von soissesPDF, 5

Ganz so romantisch geht es nicht zu.
Du musst nach der Trennung Deine Existenz neu errichten, ergo eigene Wohnung.

Eine andere Frage ist ob ihr nach Art und Dauer der Beziehung als eheähnliche Gemeinschaft angesehen werdet.

Was ihr sonstig "vertraglich" vereinbart ist eure Kiste, da seid ihr an nichts gehindert.
Nun aber an Verstand und männliche Ritterlichkeit zu appelieren ist typisch weiblich.
Wenn da schon Verstand ins Spiel gebracht wird,dann rede mit ihm, wie ihr das Problem gemeinsam lösen könnt.

Antwort
von Tronje2, 26

Er kann dich nicht von jetzt auf gleich rausschmeissen.

Er hat für die Kinder zu sorgen. Wenn die nicht unbedingt bei ihm bleiben wollen, dann gibt es für euch keine Probleme.

Dein Mann muss dir doch Unterhalt zahlen.

Davon einen kleinen Teil als Miete einbehalten und du bist auf der absoluten sicheren Seite.

Einen Vertrag brauchst du nicht, denn es gilt das Mietrecht. Darin ist eine dreimonatige Kündigungsfrist verankert.

Wenn ihr keinen Ehevertrag geschlossen habt, dann gilt ausserdem die Zugewinngemeinschaft. D. h. du bekommst von allem, was ihr in der Ehe angeschafft habt die Hälfte. Ich kann mir nur vorstellen, dass er das Haus geerbt hat. Wenn ihr daran Umbauten vorgenommen habt, dann ist ein Wertzuwachs entstanden. Davon gehören, bei einer Scheidung auch 50%.

Mach dir also keinen Kopf wegen der Wohnung sondern denke viel mehr an den Zugewinnausgleich vor der anstehenden Scheidung.

Mache mal Kassensturz. Denke nicht nur an das Giro-Konto sondern auch Aktien, Lebenversicherungen Rente Riester-Rente u. s. w. MfG

Kommentar von joschi1989 ,

Eventuell ist es ein wenig falsch rüber gekommen sorry.
Wir sind nicht verheiratet, bin es nur so gewohnt mein Mann zu sagen...
Wir sind also nicht verheiratet und auch nur eines der Kinder ist sein leibliches.

Kommentar von Tronje2 ,

Dann kannst du einiges streichen.

Der Unterhalt für das Kind hat aber Bestand.

Das Mietrecht bleibt auch.

Egal ob er sagt, dass du ausziehen sollst, das geht nicht. Wenn er sich das einbildet, dann sitzt er im falschen Film.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 8

Du kannst schon einen Vertrag aufsetzen, aber ich glaube nicht, dass Dein Noch-Mann einen solchen unterschreiben wird. Weshalb sollte er?

Oder hast Du irgendwas anzubieten, was ihn dazu verleiten könnte?

Kommentar von joschi1989 ,

Die Vernunft! Sowas finde ich selbstverständlich, wenn man versucht sich im Guten zu trennen. Alleine schon der Kinder wegen und weil es einfach fair ist, dass ich bis ich etwas Neues habe in dem Haus, dass wir zusammen gekauft und die letzten Jahre bezahlt haben ( leider eben nur auf seinen Namen, weil ich zu dem Zeitpunkt armer Student war) wohnen bleiben kann, bis ich etwas Neues habe.
Und eben vor allem das ich dafür auch eine Sicherheit habe.

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Vernunft? Wenn er vernünftig ist, wird er Dich im Haus wohnen lassen, ohne dass er Dir dafür einen Vertrag unterschreibt. Er könnte zum Beispiel meinen, dass Du Dich so lange vernünftig und fair verhalten wirst, solange Du auf die Bleibe in dem Haus angewiesen bist. So bald Du aus der Rolle fällst, kann er Dich ggf. vor die Tür setzen. Das ist dann seine Sicherheit. Auch nicht zu verachten, oder?

Kommentar von joschi1989 ,

Sehe ich ein wenig anders, denn er ist nicht derjenige der wenn es hart auf hart kommt zwei Kinder mitziehen muss, sondern ich. Und alleine der Kinder wegen wäre es vernünftig.

Kommentar von bwhoch2 ,

Das kannst Du natürlich sehen, wie Du willst. Ich kenne weder Dich noch Deinen Mann.

Aber ohne Euch und Eure Verhaltensweisen zu kennen - so ganz neutral:

Warum sollte er einen Stift in die Hand nehmen, etwas unterschreiben, was ihn Dir gegenüber verpflichtet, ohne das zu müssen. Er denkt doch in dem Moment nicht an Deine Vorteile, sondern nur darüber, was ihm das bringt, wenn er das unterschreibt. Zwingen kannst du ihn nicht, außer Du  hast dazu Mittel und Wege, die mir unbekannt sind und die nur zwischen Euch gelten.

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