Frage von MartinSoest, 94

Mitarbeiter kündigt fristlos?

Eine unsere Mitarbeiter kündigt heute fristlos. "Kündigung" geht ein per Mail. Als Grund wird einen Lohnrückstand angegeben. Diese wird nicht bestritten von AG, ein schwierige Auftragslage hat dazu geführt das der Lohn welche am 01.03.2016 fällig war erst 60% gezahlt wurde. Der Rest sollte (verzögert) ende diese Woche erfolgen. Der MA kündigt jetzt fristlos und fordert der AG auf der offene Lohnforderung umgehend zu zahlen. Das möchte der AG natürlich auch aber der ist der Meinung das der MA sich hiermit Schadensersatzpflichtig gemacht hat und droht an dies gerichtlich geltend zu machen. Wie sollte der AG hiermit umgehen? Soll er die Kündigung widersprechen?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 30

Ob der AG der Kündigung widersprechen soll oder nicht, will ich nicht beurteilen.

 Die "Kündigung" des AN ist auf alle Fälle nicht erfolgt da Kündigungen nach § 623 BGB zwingend die Schriftform vorschreiben und elektronische Formen ausgeschlossen sind.

Der AG kann, wenn er möchte, durch eine Feststellungsklage darüber dass die Kündigung des AN unwirksam ist das Arbeitsgericht entscheiden lassen (§ 626 BGB).

Der Lohnrückstand ist zwar ein Grund zur außerordentlichen Kündigung, der AN muss aber den AG vorher zuerst abmahnen. Dies ist ja offensichtlich auch nicht passiert.

Antwort
von skychecker, 27

Eine Kündigung muss zwingend schriftlich erfolgen.
Somit ist auch bei euch formell keine Kündigung eingegangen.

Maximal fehlt der Mitarbeiter jetzt unentschuldigt.

Daraus kann sich unter Umständen eine Schadensersatzpflicht ergeben.
Diese muss aber konkret beziffert werden. Und daran scheitern meist in solchen Fällen die anhängigen Klagen. Besonders, da auch der Arbeitnehmer krank werden kann und dann auch kein Schadensersatz eingefordert werden kann. Und wer so knapp aufgestellt ist, kann das ursächlich erst einmal nicht dem Arbeitnehmer anlasten, sondern eher seinem Geschäftsmodell. 

Für eine fristlose Kündigung ist der Grund gegeben, wenn ein erheblicher Verzug eingetreten ist. Das spricht man regelmäßig von 2 vollen Monatsgehältern. Dieses scheint hier aus der Fragestellung heraus nicht vorliegen.

Sicherlich hat sich der Arbeitnehmer nicht korrekt verhalten.
Der Arbeitgeber allerdings auch nicht.

Beide haben hier gegen die Hauptpflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen.

Und durch die späte Zahlung kommt auch ein Arbeitnehmer in Probleme.

Vielleicht sollte man hier eher ein Gespräch suchen und nicht die Fronten verhärten lassen.

Antwort
von Maximilian112, 15

Ich würde dem AG empfehlen, die nicht formgerechte Kündigung anzunehmen und sicherheitshalber selbst eine Kündigung auszusprechen.

Auf welcher Grundlage will der AG Schadensersatz fordern? Ich zahle zwar nicht aber Du kommst gefälligst arbeiten?!

Der AN wird kein ALG erhalten in den nächsten Wochen weil seine Kündigung auch nicht gerade Normgerecht war. Er hätte andere Mittel ausschöpfen müssen.

Aber nicht jeder AN kann auf zwei Gehälter verzichten um dann das Handtuch zu werfen.

Die offene Forderung ist selbstverständlich zu zahlen. Dafür ist Arbeitsleistung erbracht worden.

Antwort
von Fitje, 31

Normalerweise wird das im BGB beim Kündigungsrecht geregelt.

bgb.kommentar.de/Buch-2/Abschnitt-8/Titel-8/Untertitel-1/Fristlose-Kuendigung-aus-wichtigem-Grund/Allgemeines

Zu einem wichtigen Grund gehören auch Lohnfortzahlungen

Antwort
von Kuestenflieger, 28

auszahlen und trennen von dem klotz,

bleibt arbeit für den rest des team , bei der angespannten auftragslage .---  wenn er nicht wo anders unterkommt hat er erst mal 12 schonfrist beim ALG 1 .

forderungen verursachen nur kosten .


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