Frage von ChristelMett, 125

Mit wem hat Jakob bis zum Morgengrauen gekämpft...und wieso wollte er, von seinem Angreifer gesegnet werden?

Schließlich hat er ihm sein Hüftgelenk zerschmettert...

" Da trat ihm ein Mann entgegen und kämpfte mit ihm bis zum Morgengrauen. Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, so dass es sich ausrenkte. Dann sagte er zu ihm: Lass mich los, es wird schon Tag! Aber Jakob erwiderte: Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet hast.

Nun meine Frage: Gegen wen hat Jakob da gekämpft?

Antwort
von Sturmwolke, 37

Jakob wusste geistige Werte zu schätzen

UNFRIEDEN und Unglück — das ist
geradezu typisch für das Leben Jakobs. Weil ihn sein Zwillingsbruder vor
lauter Zorn umbringen will, muss Jakob um sein Leben fliehen. Statt das
Mädchen zu bekommen, das er liebt, wird er durch einen Trick erst mit
einer anderen verheiratet. Am Ende hat er vier Frauen und eine Menge
Probleme deswegen (1. Mose 30:1-13).
Zwanzig Jahre lang arbeitet er für einen Mann, der ihn ausnutzt. Er
ringt mit einem Engel und ist von da an behindert.
Seine Tochter wird
vergewaltigt, seine Söhne richten ein Blutbad an. Der tragische Verlust
seines Lieblingssohnes und seiner Lieblingsfrau macht ihm schwer zu
schaffen. Im Alter muss er noch einmal auswandern, um einer Hungersnot
zu entgehen, und stellt ernüchtert fest, dass die Tage seiner
Lebensjahre „wenig und bedrängnisvoll“ waren (1. Mose 47:9).
Doch trotz alledem ist Jakob ein geistig gesinnter Mann, der auf Gott
vertraut. Wurde sein Vertrauen enttäuscht? Was kann man lernen, wenn man
auch nur einige seiner Erfahrungen genauer betrachtet?

So ganz anders als sein Bruder

Der eigentliche Grund für Jakobs
Konflikt mit seinem Bruder lag darin, dass ihm geistige Werte sehr
wichtig waren, wogegen Esau sie verachtete. Weil Jakob viel an dem
Versprechen lag, das Gott Abraham gegeben hatte, kümmerte er sich
hingebungsvoll um die Familie, die Gott für dieses Erbe ausgesucht
hatte. Deshalb liebte ihn Jehova. Jakob galt als „Mann ohne Tadel“, was
auf moralisch einwandfreies Verhalten schließen lässt. Esau dagegen
hatte für sein geistiges Erbe so wenig übrig, dass er es seinem Bruder
praktisch für ein Butterbrot verkaufte. Als Jakob mit Gottes Billigung
sein Recht geltend machte und den Segen erwarb, der ursprünglich für
seinen Bruder bestimmt war, packte Esau rasende Wut. Jakob musste sich
von allem trennen, was ihm lieb und teuer war. Aber schon bald hatte er
Grund, neue Hoffnung zu schöpfen (Maleachi 1:2, 3; 1. Mose 25:27-34; 27:1-45).

Gott zeigte Jakob in einem Traum,
wie Engel auf einer Leiter oder ‘aufsteigenden Reihe von Steinen’
zwischen Himmel und Erde auf- und abstiegen, und sagte zu Jakob, er
werde ihn und seine Nachkommen beschützen. „Durch dich und durch deinen
Samen werden sich bestimmt alle Familien des Erdbodens segnen. Und
siehe, ich bin mit dir, und ich will dich auf dem ganzen Weg, den du
gehst, behüten, und ich will dich auf diesen Boden zurückbringen, denn
ich werde dich nicht verlassen, bis ich wirklich getan habe, was ich zu
dir geredet habe“ (1. Mose 28:10-15, Fußnote).

Wie beruhigend! Jehova bestätigte
Jakob, dass seine Familie aufgrund dessen, was er Abraham und Isaak
versprochen hatte, geistig reich belohnt würde. Jakob wurde bewusst
gemacht, dass Engel Menschen, die Gott anerkennt, dienen können, und ihm
wurde versichert, dass Gott ihn beschützen würde. Von Herzen dankbar
versprach Jakob feierlich, Jehova treu zu bleiben (1. Mose 28:16-22).

Jakob kann nicht vorgeworfen
werden, er habe sich Esaus Erbe erschlichen. Schon bevor die beiden
geboren wurden, sagte Jehova, der Ältere werde dem Jüngeren dienen (1. Mose 25:23).
Jemand könnte einwenden, die Probleme hätten sich vermeiden lassen,
wenn Gott dafür gesorgt hätte, dass Jakob zuerst geboren wurde. Aber die
Entwicklung der Ereignisse verdeutlichte wichtige Wahrheiten. Statt
Segnungen für Personen zu reservieren, die sich ein Anrecht darauf
einbilden, erweist Gott denen unverdiente Güte, die er auswählt. Deshalb
ging das Erstgeburtsrecht an Jakob und nicht an seinen älteren Bruder,
der es gar nicht schätzte. Genauso wurden die gebürtigen Juden, weil sie
als Nation gesehen die gleiche Einstellung zeigten wie Esau, durch das
geistige Israel ersetzt (Römer 9:6-16, 24).
Ein gutes Verhältnis zu Jehova wird einem nicht in die Wiege gelegt —
selbst wenn man in eine gottesfürchtige Familie oder ein entsprechendes
Umfeld hineingeboren wird. Jeder, der von Gott gesegnet werden möchte,
muss sich Mühe geben, Gott zu gefallen, und geistige Werte wirklich
schätzen.

Empfang bei Laban

Bei seinen Verwandten in
Paddan-Aram hoffte Jakob eine Frau zu finden. Dort angekommen, traf er
an einem Brunnen seine Cousine Rahel, die Tochter Labans. Um die Herde
zu tränken, die sie hütete, wälzte er die schwere Steinabdeckung von der
Brunnenöffnung.*
Rahel rannte nach Hause, um Jakob anzukündigen, worauf Laban ihm eilig
entgegenlief. Falls sich Laban erinnerte, welche Reichtümer seine
Familie einst von Abrahams Diener erhalten hatte, muss er enttäuscht
gewesen sein, denn Jakob war mit leeren Händen gekommen. Trotzdem
witterte Laban offenbar eine Möglichkeit, Jakob auszunutzen — dieser war
nämlich ein fleißiger Arbeiter (1. Mose 28:1-5; 29:1-14).

Jakob erzählte seine Geschichte.
Ob er die List erwähnte, mit der er das Erstgeburtsrecht erhalten
hatte, ist nicht sicher, aber nachdem Laban „alle diese Dinge“ gehört
hatte, sagte er: „In der Tat, du bist mein Bein und mein Fleisch.“ Ein
Bibelgelehrter erklärte, die Aussage könnte eine herzliche Einladung an
Jakob gewesen sein, zu bleiben, oder Laban könnte damit anerkannt haben,
dass er verpflichtet war, den Blutsverwandten zu beschützen. Wie dem
auch sei, Laban überlegte sich schon bald, wie er seinen Neffen wohl
ausnutzen könne.

Was Laban dann vorschlug, sollte
für die nächsten zwanzig Jahre zum Zankapfel werden. Er fragte Jakob:
„Bist du mein Bruder und sollst mir umsonst dienen? Teil mir mit: Was
soll dein Lohn sein?“ Laban spielte zwar den großzügigen Onkel. In
Wirklichkeit aber setzte er dadurch seine Blutsverwandtschaft mit Jakob
auf das Niveau eines bloßen Arbeitsverhältnisses herab. Jakob hatte sich
allerdings in Rahel verliebt, sodass er antwortete: „Ich bin willens,
dir um Rahel, deine jüngere Tochter, sieben Jahre zu dienen“ (1. Mose 29:15-20).

Um sich verloben zu können,
hatte ein Mann einen Brautpreis an die Familie der Braut zu zahlen.
Unter dem mosaischen Gesetz mussten später für eine Jungfrau, die
verführt worden war, 50 Silberschekel bezahlt werden. Der Gelehrte
Gordon Wenham schreibt, das sei der höchstmögliche Brautpreis gewesen,
gewöhnlich aber habe ein Mann wesentlich weniger bezahlen müssen (5. Mose 22:28, 29).
Jakob hatte nichts, womit er bezahlen konnte. Er bot Laban an, sieben
Jahre für ihn zu arbeiten. Wenham schreibt weiter, dass
Gelegenheitsarbeiter zur Zeit des alten Babylon einen halben bis einen
Schekel pro Monat verdienten (zwischen 42 und 84 Schekel in sieben
ganzen Jahren) und Jakob dem Laban somit „einen geradezu fürstlichen
Brautpreis für die Hand Rahels“ anbot. Dieses Angebot ließ sich Laban
nicht entgehen (1. Mose 29:19).

Sieben Jahre kamen Jakob „wie einige wenige Tage“ vor, so sehr liebte er seine Rahel. Schließlich
führte er seine verschleierte Braut heim, nicht ahnend, was Laban im
Schilde führte. Man stelle sich vor, wie schockiert er am nächsten
Morgen war, als er entdeckte, dass er nicht mit Rahel geschlafen hatte,
sondern mit ihrer Schwester Lea! Jakob stellte Laban zur Rede: „Was hast
du mir da angetan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum also hast
du mich hintergangen?“ Laban erwiderte: „Es ist nicht üblich an unserem
Ort, auf diese Weise zu tun, die Jüngere vor der Erstgeborenen zu
geben. Feiere die Woche dieser Frau vollends. Danach wird dir auch diese
andere Frau für den Dienst gegeben werden, den du mir sieben weitere
Jahre leisten kannst“ (1. Mose 29:20-27). Jakob war in der Zwickmühle. Was blieb ihm anderes übrig, als auf die Bedingungen einzugehen, wenn er Rahel haben wollte?

Im Gegensatz zu den ersten
sieben Jahren waren die folgenden bitter. Wie hätte Jakob darüber
hinwegsehen können, dass Laban ihn so gemein hintergangen hatte? Und Lea
hatte dieses böse Spiel auch noch mitgemacht! Laban kümmerte es
freilich nicht im Geringsten, dass er seinen Töchtern eine glückliche
Zukunft verbaute. Ihm ging es nur um seine eigenen Interessen. Lea
brachte kurz hintereinander vier Söhne zur Welt, Rahel dagegen blieb
unfruchtbar. So kam zu dem Groll auch noch Eifersucht hinzu. Weil Rahel
verzweifelt Kinder haben wollte, bot sie irgendwann ihre Magd als
Ersatzmutter an. Lea tat daraufhin aus Neid das Gleiche. Schließlich
hatte Jakob vier Frauen und zwölf Kinder und eine Familie, die alles
andere als glücklich war. Doch Jehova war dabei, Jakob zu einer großen
Nation zu machen (1. Mose 29:28 bis 30:24).

Von Jehova reich gemacht

Trotz aller Probleme konnte
Jakob sehen, dass Gott wie versprochen mit ihm war. Laban konnte das
auch sehen, denn aus den wenigen Tieren, die er vor Jakobs Eintreffen
gehabt hatte, waren unter der Fürsorge seines Neffen große Herden
geworden. Weil er Jakob nicht gehen lassen wollte, bot er ihm an, seinen
Lohn für weitere Dienste selbst festzulegen. Jakob sagte daraufhin, er
wolle alle ungewöhnlich gefärbten Tiere haben, die in Labans Herde
geboren würden. Wie es heißt, waren die Schafe in jener Gegend meist
weiß und die Ziegen waren schwarz oder dunkelbraun; nur vereinzelt kamen
mehrfarbige Tiere vor. Laban hielt das also für einen guten Handel,
schlug gleich ein und trieb sofort alle Tiere mit ungewöhnlicher
Zeichnung weit weg, damit sie nicht mit den von Jakob gehüteten Herden
zusammenkamen. Offensichtlich glaubte er, diese Abmachung werde Jakob
nicht viel einbringen — schon gar nicht die 20 Prozent aller
neugeborenen Kitze und Lämmer, die Hirten im Altertum normalerweise als
Lohn erhielten. Aber Laban täuschte sich, denn Jehova war mit Jakob (1. Mose 30:25-36).

Von Gott angeleitet züchtete Jakob kräftige Tiere mit der gewünschten Färbung (1. Mose 30:37-42).
Seine Vorstellungen von der Viehzucht trafen zwar nicht zu. Doch wie
der Gelehrte Nahum Sarna erklärt, kamen die gewünschten Ergebnisse,
wissenschaftlich betrachtet, dadurch zustande, dass einfarbige Tiere
miteinander gekreuzt wurden, die rezessive Erbfaktoren für Fleckmuster
in sich trugen. Solche Tiere sind an der für Mischlinge typischen
Vitalität zu erkennen.

Laban sah die Ergebnisse und
versuchte die Vereinbarung abzuändern, welche Tiere seinem Neffen
gehören sollten: mal die Gestreiften, dann wieder die Gefleckten, die
Scheckigen oder die Gesprenkelten. Laban handelte stets aus Eigennutz,
aber ganz gleich, wie er den Vertrag abänderte, sorgte Jehova dafür,
dass Jakob immer wohlhabender wurde — das musste Laban zähneknirschend
hinnehmen. Jakob häufte bald großen Reichtum auf — Herden, Diener,
Kamele und Esel —, und zwar nicht, weil er selbst so clever gewesen
wäre, sondern dank der Unterstützung Jehovas. Später erklärte Jakob
seinen Frauen Rahel und Lea: „Euer Vater hat mit mir sein Spiel
getrieben, und er hat meinen Lohn zehnmal geändert, aber Gott hat ihm
nicht gestattet, mir Schaden zuzufügen. . . . So nahm Gott die Viehherde
eures Vaters fortwährend weg und gab sie mir.“ Jehova versicherte Jakob
auch, dass er alles gesehen habe, was Laban ihm antue, aber er sollte
sich keine Sorgen machen. Gott sagte: „Kehr in dein Land und zu deinen
Verwandten zurück, und ich will gut an dir handeln“ (1. Mose 31:1-13; 32:9).

Schließlich schaffte es Jakob,
von dem hinterlistigen Laban loszukommen, und er machte sich auf den
Heimweg. Obwohl zwanzig Jahre vergangen waren, hatte er immer noch Angst
vor Esau, und das umso mehr, als er erfuhr, dass Esau ihm mit 400
Männern entgegenkam. Was konnte Jakob tun? Als durch und durch geistig
gesinnter Mann vertraute er auf Gott und bewies Glauben. Er betete zu
Jehova und gestand ein, dass er dessen Großzügigkeit nicht verdient
hatte. Dann flehte er zu Gott, ihn und seine Familie — gestützt auf das,
was er ihm versprochen hatte — aus der Hand Esaus zu befreien (1. Mose 32:2-12).

Daraufhin geschah etwas ganz Unerwartetes.

Ein Fremder — wie sich herausstellte ein Engel — fing bei Nacht an, mit Jakob zu ringen, und renkte mit einer Berührung Jakobs Hüftgelenkpfanne aus. Jakob weigerte sich, den Engel loszulassen, bevor dieser ihn nicht segnen würde.

Der Prophet Hosea schrieb später, dass Jakob „weinte, damit er sich Gunst erflehe“ (Hosea 12:2-4; 1. Mose 32:24-29).

Jakob wusste, dass Engel früher oft dann erschienen waren, wenn es
darum ging, wie sich Gottes Bund mit Abraham durch seine Nachkommen
erfüllen würde. Deshalb setzte er seine ganze Kraft ein, mit dem Engel
zu ringen, und erhielt einen Segen. Bei dieser Begebenheit änderte Gott
Jakobs Namen in „Israel“, was „Streiter (Beharrender) mit Gott“ oder
„Gott streitet“ bedeutet.

Der Ringkampf mit dem Engel und das Wiedersehen mit Esau waren nicht die einzigen Krisen, die Jakob bewältigen musste. Aber die hier geschilderten Ereignisse lassen erkennen, was für ein Mann er war. Esau war nicht einmal bereit gewesen, für sein Erstgeburtsrecht ein wenig Hunger auszuhalten, Jakob hingegen kämpfte sein Leben lang darum, gesegnet zu werden, und trug dafür sogar einen Ringkampf mit einem Engel aus. Wie Gott versprochen hatte, wurde Jakob von ihm angeleitet und beschützt, er machte ihn zum Stammvater einer großen Nation und sogar zum Vorvater des Messias (Matthäus 1:2, 16).

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Quelle:

http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2003765#h=1:0-27:55

Kommentar von Zicke52 ,

@Sturmwolke: Hier sieht man wieder, dass die Bibel als moralischer Leitfaden nichts taugt. Es gibt keine Werte, die man nicht auf den Kopf stellen könnte, wenn es Gott gefällt. In deinen Augen ist also der eindeutige Betrug Jakobs eine moralisch richtige Handlung. Nicht der Betrüger ist kritikabel, sondern der Betrogene, weil er sich in einer Notsituation erpressen liess. Und auch dass Jakob seinen halbblinden Vater hintergangen hat, ist in Ordnung, schliesslich geschah es mit Gottes Billigung.

Komisch nur, dass Gläubige immer behaupten, menschliche Werte wären zu beliebig, weshalb die 'absoluten' Werte Gottes vorzuziehen wären. Aber beliebiger als im Beispiel Jakobs können Werte gar nicht sein.

Kommentar von kdd1945 ,

Esau war in der "Notsituation", denn er hatte ein paar Stunden nicht gegessen, als Jakob ihn mit einer Schüssel Suppe "erpresste".

Danach hatte Jakob als Sohn mit dem Erstgeburtsrecht auch das Recht auf den ersten Segen. Er vertrat dabei seinen Bruder Esau.

Antwort
von Netie, 11

Vers 28 und Vers 30

"Denn du hast mit Gott und mit Menschen gerungen."

"Denn ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen."

Antwort
von kindgottes92, 52

Mit Gott, darum bekam er auch den namen Israel, was so viel heißt wie 'mit Gott gerungen'. Wie die Geschichte zu deuten ist ist aber ein anderes Kapitel.

Kommentar von ChristelMett ,

Vielleich als Strafe dafür, dass er seinen Vater "Isaak" belogen hat?

Antwort
von andreasolar, 61

"Jakob kämpft am Fluss Jabbok allein gegen einen mächtigen Unbekannten, dem er nur mit äußerster Mühe und Kraftanstrengung standhält – eine dunkle und geheimnisvolle Geschichte. Sie ist sehr alt und erzählt ursprünglich wohl von einem Flussgeist oder Dämon, der in der Dunkelheit der Nacht enorme Kräfte besitzt, bei Tagesanbruch aber seine Macht verliert. Solche Geschichten gibt es in vielen Kulturen: sie erzählen von dämonischen Wesen, die an Flussübergängen oder an Wegkreuzungen Menschen überfallen und töten. 

Das Volk Israel hat diese Geschichte in seine Erzählwelt aufgenommen. Es hat sie mit Jakob verbunden – mit jenem Jakob, der auf der Rückkehr zu seinem Bruder Esau sich nicht ohne weiteres traut, den Grenzfluss Jabbok zu überschreiten."

http://www.deutschlandradiokultur.de/ich-lasse-dich-nicht-los.1124.de.html?dram:...

Antwort
von kdd1945, 20

Hallo ChristelMett,

der Bericht  (siehe unten) steht in 1Mo 32,24-30.

Die für Deine Frage entscheidenden Passagen habe ich hervorgehoben.

Es heißt in Vers 28 "du hast mit Gott ...gestritten ", und in Vers 30 lesen wir "Ich habe Gott ...gesehen".

Nach dem Zitat lies, bittte, unten weiter!

24 Schließlich blieb Jakob allein zurück. Da begann ein Mann mit ihm zu ringen, bis die Morgenröte heraufkam.+ 25 Als er schließlich sah, daß er nicht die Oberhand über ihn gewonnen hatte,+ da berührte er seine Hüftgelenkpfanne*, und die Hüftgelenkpfanne Jakobs wurde ausgerenkt, während er mit ihm rang.+ 26 Danach sprach er: „Laß mich gehen,* denn die Morgenröte ist heraufgekommen.“ Daraufhin sagte er: „Ich lasse dich nicht gehen, es sei denn, du segnest mich zuvor.“+ 27 Da sprach er zu ihm: „Wie ist dein Name?“, worauf er sagte: „Jakob.“ 28 Dann sprach er: „Dein Name wird nicht länger Jakob genannt werden, sondern Israel,*+ denn du hast mit Gott und mit Menschen gestritten*+, so daß du zuletzt die Oberhand gewonnen hast.“ 29 Jakob seinerseits erkundigte sich und sprach: „Teil mir bitte deinen Namen mit.“ Er sagte jedoch: „Warum erkundigst du dich nach meinem Namen?“+ Hierauf segnete er ihn dort. 30 Daher gab Jakob dem Ort den Namen Pẹniël*+, denn — um ihn anzuführen — : „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und doch ist meine Seele befreit worden.“+

Im Licht der Worte aus Joh 1,18 war es jedoch nicht Gott selbst, der hier einen Ringkampf mit Jakob austrug, sondern der Engel Gottes, der seinen Herrn vertrat.

Joh 1,18 (ELB) Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene8 Sohn9, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht.

Joh 1,18 (HFA) Kein Mensch hat jemals Gott gesehen. Doch sein einziger Sohn1, der in enger Gemeinschaft mit dem Vater lebt, hat uns gezeigt, wer Gott ist.

2Mo 3,1 (NEÜ) Mose war Hirt für das Kleinvieh seines Schwiegervaters Jitro1, des Priesters von Midian. Als er die Herde hinter die Steppe führte, kam er an den Gottesberg, den Horeb2. 2 Dort erschien ihm der Engel Jahwes3 in einer lodernden Flamme, die aus einem Dornbusch herausschlug. Mose sah, dass der Busch brannte, aber nicht von den Flammen verzehrt wurde. 3 "Warum verbrennt der Dornbusch nicht?", dachte Mose. "Das muss ich mir aus der Nähe ansehen!" 4 Als Jahwe sah, dass Mose näher kam, rief Gott ihm aus dem Dornbusch heraus zu: "Mose! Mose!" – "Hier bin ich", erwiderte dieser. 5 "Komm nicht näher!", sagte Gott. "Zieh deine Sandalen aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land."

Lk 20,37 Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose deutlich werden lassen, als er in der Geschichte vom Dornbusch den Herrn als den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs bezeichnet.

Apg 7,30 So vergingen 40 Jahre. Eines Tages erschien ihm in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in der Flamme eines brennenden Dornbuschs.

Vergleich mal die Texte!

Grüße, kdd

Kommentar von kdd1945 ,

Jakob strebte beständig danach, den Segen zu erhalten, vor allem den Segen Gottes; aber auch um von seinem Vater Isaak gesegnet zu werden, kämpfte er.

Wahrscheinlich bemerkte Jakob irgendwann, dass er mit einem En gel  rang und nutzte die Gelegenheit, den Boten Gottes um seinen Segen zu bitten.

Antwort
von KaeteK, 23

Nun meine Frage: Gegen wen hat Jakob da gekämpft?

Er rang mit Gott...mit dem Engel des Herrn.

Hosea 12 4 Im Mutterleib hielt er seines Bruders Ferse, und in seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott: 5 er kämpfte mit dem Engel und überwand, er weinte und flehte zu ihm; zu Bethel fand er ihn, und dort redete er mit uns

"Engel" in diesem Fall der Engel es Herrn gleich der Sohn Gottes der "ich bin"

lg

Antwort
von Willy1729, 69

Hallo,

nach dem Kampf bekam Jakob den Namen 'Israel', Gottesstreiter, was einen Hinweis darauf geben könnte, mit wem er sich da angelegt hat. 

Es gibt Auslegungen, die hier eine alte Sage über einen Flußdämon vermuten, die sich sozusagen in die Jakobserzählung eingeschmuggelt hat. 

Aber warum soll er nicht mit Gott selbst gekämpft haben dort am Jabbok? Was wissen wir schon von den uralten Zeiten?

Es ist mit Sicherheit ein sehr archaisches Stück Bibel, das uns hier begegnet.

Herzliche Grüße,

Willy

Antwort
von chrisbyrd, 11

Als Erklärung zu dieser Begebenheit gefällt mir der Kommentar der MacArthur-Studienbibel recht gut: "Der Ortsname Pniel oder »Angesicht Gottes«, den Jakob ihm verliehen hatte (V.31) und der Kommentar dazu von Hosea (Hos 12,5) identifiziert diesen Mann, mit dem Jakob rang, als Engel des Herrn, der auch als Gott identifiziert wird. Er war eine Erscheinung des Herrn Jesus Christus vor seiner Fleischwerdung."

In Hosea 12,4b-5 steht: "In seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott; er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und flehte zu ihm; in Bethel hat er ihn gefunden, und dort hat Er mit uns geredet."

Antwort
von Accountowner08, 68

da gibt es verschiedene Interpretationen, aber eine besagt; er hat virtuell mit seinem Bruder Esau bzw. dessen schutzengel gekämpft, und ihn besiegt...

Kommentar von ChristelMett ,

hm....

Kommentar von KaeteK ,

Gottes Wort kennt aber nur eine Interpretation..lg

Kommentar von Accountowner08 ,

wo nimmst du diese Interpretation her? 70 Panim la torah: die Torah hat 70 Gesichter, d.h. 70 (=unendlich viele) Interpretationsmöglichkeiten...

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