Frage von Ninemaus1106, 135

Mit welcher Strafe kann er rechnen?

Hallo,

ich frage für einen guten Freund.

Vor ca. drei Wochen war die Polizei bei ihm. Es hat ihn jemand angezeigt, weil aus seiner Wohnung Marihuana Geruch kam. So einmal im Monat hat er am Wochenende einen kleinen Joint geraucht.

Die Polizei hat ca. zwei Gramm gefunden und mitgenommen. Er ist nicht vorbestraft und hat alles gleich zugegeben und rausgegeben. Nun ist am Donnerstag seine Vorladung.

Mit was für einer Strafe kann er rechnen? Er kommt aus Mecklenburg-Vorpommern.

Antwort
von WarriorGeek, 31

Wie schon mehrmals erwähnt, ist die Chance sehr hoch, dass das Verfahren mit ziemlicher Sicherheit eingestellt werden. Dies wird schon alleine deswegen gemacht, um die Gerichte nicht mit Kleinstvergehen gegen das BTMG zu überschwemmen.

Aber: Du sagst, dein Kumpel hat "alles zugegeben". Das ist meist ein übler Fehler, in solchen Fällen niemals (!) Aussagen machen. Man kann sich damit nicht entlasten, im Gegenteil, meistens belastest du dich selber. 

´Teilweise ist es mittlerweile leider üblich, die Menschen auf Grund dieser Aussagen zu verurteilen oder irgendwelche komischen Hochrechnungen zu machen. 

Trotzdem bin ich mir bei dieser Geschichte eigentlich sicher: Wird zu 99 % eingestellt.

Das andere: Dein Kumpel hat den Konsum zugegeben, der ist zwar nicht verboten, aber ein Problem beim Autofahren. Gelegentlicher Konsum schließt zwar das "Trennungvermögen von Kiffen und Straßenverkehr" nicht grundsätzlich aus, aber dein Kumpel hat dann hier die Beweispflicht. Wenn dein Kumpel einen Führerschein hat, rate ich, den Konsum bis auf weiteres einzustellen. Post von denen kommt leider oft auch erst, nachdem die Anzeige schon lange Fallen gelassen wurde (kenne Fälle bis zu 6 Monate).

Kommentar von Ninemaus1106 ,

Vielen lieben dank für Deine Antwort!

Wenn er einen Test macht, ohne Aufforderung und der negativ ausfällt, dann kann mit dem Führerschein nichts passieren?!

Kommentar von WarriorGeek ,

Leider nein- der Konsum wurde ja sowieso schon zugegeben.  Jetzt heißt es warten. Es wird dann unter Umständen eine Einladung zu einer Untersuchung/ Arztgespräch kommen. Hier geht es dann darum, ob der Konsum vom Autofahren getrennt werden kann. Da wird dann mit Sicherheit ein Drogentest gemacht, bei dem man auch erkennen kann, wie häufig konsumiert wird (wird anhand der Abbaustoffe hochgerechnet). 

Die sicherste Variante wäre denke ich den Konsum einstellen und warten bis die sich melden. Dann das ganze möglichst als Probierkonsum rüberbringen, evtl. auch gelegentlich: aber Achtung, je nach Auslegung ist einmal im Monat schon regelmäßig.

Am wenigsten gezeter gibt es auf jeden Fall, wenn man denen vermittelt, dass man nur mal probiert hat und das jetzt nicht mehr macht (negativer Drogentest). 

Wenn das ganze schief geht, wird man in der Regel zu ner MPU gezwungen und muss 6- 12 Monate Drogentests unangekündigte abgeben. Den ganzen Spaß muss man leider auch noch aus eigener Tasche bezahlen.

Antwort
von Panazee, 37

Das Verfahren wird ganz sicher eingestellt.

1994 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das Cannabisverbot nicht gegen die Verfassung verstößt, solange bei geringen Mengen keine Strafverfolgung stattfinde.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Grenze für eine geringe Menge bei 5 Gramm.

https://de.wikipedia.org/wiki/Menge_%28Bet%C3%A4ubungsmittelrecht%29#Geringe_Men...

Antwort
von Kamatoro, 31

Er bekommt vielleicht ein kleinen Eintrag in seine Akte, aber mehr auch nicht....

Es kommt auch immer drauf an, in was für einem Bundesland du wohnst.

In Berlin ist es zum Beispiel viel entspannter als in Bayern.

Antwort
von Kandahar, 42

In Mecklenburg-Vorpommern darf man bis zu 5 Gramm besitzen. Da der Konsum nicht strafbar ist, wird ihm also gar nichts passieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass die von ihm wissen wollen, wo er das her hat.


Antwort
von Dave0000, 48

Persönliche Erfahrung aus Nrw:

Anonymer Anrufer hat hat Adresse genannt
Scheint schon für Durchsuchungsbefehl gereicht zu haben
Gefunden wurden nur leere Tütchen
Schriftlich genannte Menge waren 0,1g
Die Sache wurde fallen gelassen.

Das eine Nachbarstaaten für eine Durchsuchung reicht finde ich schon recht dreist

Kommentar von Coboldt ,

Was soll daran dreist sein? Wenn eine Straftat angezeigt wird, muss ermittelt werden. Immerhin gibt es ja auch den Straftatbestand der wissentlich falschen Beschuldigung, insofern sollte an einer Anzeige i.d.R was dran sein.

Kommentar von Dave0000 ,

Ja sollte
Wenn ich jetzt aber weiß wo du wohnst und heißt und nur was gegen dich habe reicht ein von mir geäußerter "sogar anonymer" Verdacht aus???
Deine privaten Räume deine Wäsche und alles wird durchsucht
Und das auch wenn es zu unrecht war
Und was kann man dann machen?
Man müsste sich die Blöße geben...
Klar kann man sagen zum Schutz der Allgemeinheit
Aber ein Geruch den ein Nachbar sagt wahr zu nehmen sollte meiner Meinung nach nicht reichen

Antwort
von silazio, 59

2 Gramm sind doch noch Eigenbedarf oder nicht?

Kommentar von tommy40629 ,

Habe gestern mit der Polizei gesprochen, es gibt keinen Eigenbedarf. Man darf es rauchen, aber NICHT besitzen!

Kommentar von silazio ,

Na dann willkommen in Deutschland. Das macht ja 0 Sinn. Lt. BtMG §29 FHS bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe.

Kommentar von WarriorGeek ,

Mit dem Eigenbedarf ist die Menge gemeint, bei der du nicht als Dealer zählst. Um was es hier geht, ist eine "Geringe Menge". Das sind Mengen, bei denen die Stattsanwalschaft die Anzeiges vorzeitig einstellen kann (nicht muss!), um den Verwaltungsapparat nicht zu überlasten. Da fallen 2 Gramm sicher drunter (niedrigstes in Deutschland sind z.z. 4 Gramm).

Kommentar von JuraErstie ,

so ein Blödsinn. Natürlich gibt ds den "Eigenbedarf ". Man wird für 2 Gramm nicht eingebuchtet, nicht mal in Bayern. Verfahren wird wegen Geringfügigkeit eingestellt und dann ist Feierabend.

Antwort
von Realisti, 59

Vorladung von wem wohin?

Kommentar von Ninemaus1106 ,

Vorladung von der Polizei in ein Polizeipräsidium.

Antwort
von GoekhanGK, 11

,,Für nen Guten Freund" ja ja 😉😉
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