Frage von Neutralis, 9

Mit welcher Art von Intelligenz hängt philosophisches Denken zusammen?

Würde man Kant,Nietzche und Platon einen IQ Test unterziehen, in welchen Teilbereich hätten sie wohl einen äußerst hohen IQ ?

Antwort
von PaInTeNaNcE, 2

Zur Philosophie scheint zuerst wohl gerade die "emotionale Intelligenz" tauglich, wobei auch diese nicht ohne sachliches, logisches Denken zur der Weisheit letzten Schlüssen gereicht.

Kant, würde ich auf Grund seiner Argumentationsstrukturen sagen, war durchaus ein sehr sachlicher Denker. Ich habe mich zuletzt mit seiner "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" auseinander setzen dürfen, in der gerade das Prinzip des kategorischen Imperativs immer wieder zum Tragen kommt. Seine Thesen sind im Kontext aufgeschlüsselt ähnlich lesbar wie mathematische Gleichungen (wenn man es wirklich hart darauf anlegt die Struktur zu analysieren). Trotzdem deuten seine Überlegungen zu Sitte, Moral und Ethik auf eine emotionale Grundlage zu diesen Überlegungen hin, sonst hätte er sich vermutlich andere Themen gesucht.

Nietzsche war mit Sicherheit emotional, und recht vergrämt zeitweise durch die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen und seiner selbst. Nichtsdestotrotz war wohl auch er keine kognitive Null.

Ich finde es immer schwierig, das Phänomen der Intelligenz zu definieren. Dass es möglich ist, zwischen der sachlichen und der emotionalen Intelligenz zu unterscheiden, mag plausibel klingen. Vor Allem wenn man sich, sagen wir, einen Wissenschaftler von hohem Wissen und der Fähigkeit, dieses Wissen miteinander zu kombinieren und somit in der Forschung neue Erkenntnisse erzielen zu können vorstellt, der aber, obwohl er der Meinung ist, die Forschung bringe die Menschheit voran, überhaupt keine Empathie für einzelne Menschen aufbringen kann und dies für unsinnig hält, dann dürfte die Gewichtung klar sein. Allgemeinhin ist wohl aber sowohl das eine, als auch das andere jeweils Teil der selben Eigenschaft, nämlich des menschlichen assoziativen Denkens.

Wenn die Philosophie der Sachlichkeit entbehrt, dann ist es ohnehin nicht weit zu esoterisch anmutendem inhaltslosem Geschwafel. Leider verwechseln ohnehin zu viele Menschen Esoterik und Philosophie. Ein guter Freund von mir sagte einst, er möge keine Philosophie. Dieser Satz an sich klingt so furchtbar falsch. Unabhängig von jeder subjektiven Geschmacksfrage war es doch so, dass jedes der vielen guten Gespräche, die ich schon mit ihm geführt habe, nie frei vom Philosophieren war. Selbst jegliche Spekulation über gehobene Physik, die wir auf Grund seines Studiums geführt haben, hatte philosophische Aspekte, und das obwohl wir in den Diskussionen kaum über bisher empirisch belegte Forschung hinaus gingen. Wenn man zurückdenkt: Selbst Epikur hatte sich ein Atommodell überlegt. Ich meine: Ein Wissenschaftler erhält durch empirische Forschung ein Ergebnis. Eine Antwort, die nachweislich so allein richtig ist. Welche Verantwortung er nun aber durch dieses Wissen hat, ist eine philosophische Frage. Die Frage wiederum, wie er mit dieser Verantwortung umgeht, ist eine psychologische.

Jetzt bin ich auch ins Schwafeln gekommen. Ich will sagen, Intelligenz ist, ebenso wie das Leben selbst, kein uneingeschränkt teilbares Phänomen. Einen Philosophen auf Grund seiner Neigung zum Philosophieren einer bestimmten Kategorie zuzuordnen, halte ich für nicht einfach durchführbar.

Ich war gerade kurz am Überlegen, ob ich das Alles hier wieder löschen sollte. Natürlich könnte man versuchen, an Hand der Werke eines Philosophen dessen persönliche Charakteristika herauszuarbeiten. Aber das würde wohl den Rahmen einer GF-Antwort sprengen.

Antwort
von DarkSepia, 2

Dazu sollte man zuerst klären, was gute und was schlechte Philosophie ist und welche Intelligenz die gute Philosophie unterstützt.

Philosophie, die "Liebe zur Weisheit", soll die Menschheit weiser machen. Und zumindest in der analytischen Philosophie, zu welcher Kant gehört, ist Logik eine essenzielle Methode. Nietzsche war kontinental und eher poetisch. Plato war ein sehr früher Philosoph und ich vermute, er ging auch in Richtung analytisch. Ich denke, schlechte Philosophie verwirrt oder führt in die Irre.

Ein guter Philosoph ist demnach wahrscheinlich sprachlich und logisch begabt und hat ein gutes Faktengedächtnis. Diese Fähigkeiten helfen, die besten Begriffe für eine Formulierung auszuwählen, die Schlüssigkeit von Argumenten und Widersprüche zwischen verschiedenen Thesen zu finden. Ein gutes Faktengedächtnis hilft, aus der philosophischen Literatur zu lernen, bespielsweise, um sich gut an Gedankenexperimente zu erinnern.

Ein guter Philosoph sollte aber auch unvoreingenommen sein. Hohe Intelligenz, gepaart mit Voreingenommenheit mag zu komplizierten und gebildet wirkenden Argumenten führen, jedoch auch zu Doppelstandards. Intelligent Design Kreationisten, wie William Dembski, sind wohl ein gutes Beispiel dafür, dass hohe analytische Fähigkeiten alleine nicht ausreichen. Denn ihnen fehlt die "Liebe zur Weisheit", die Motivation, ihre Fähigkeiten in die richtige Richtung zu lenken.

Antwort
von Prinzessle, 4

was für eine Rolle spielt der IQ ? ist es nicht so, dass manchmal die besten Antworten aus der Einfachheit des beobachten können`s resultieren ?

Antwort
von nowka20, 2

ausschließlich die kopfintelligenz

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