Frage von Hydrokultur86, 139

Mit welchem Einstiegsgehalt kann man in einem mittelgroßen Unternehmen rechnen bei einem abgeschlossenem Studium (Bachelor) im Bereich Marketing?

Nach Recherchen im Internet lese ich immer wieder zahlen von 36.000 - 45.000 € als Einstiegsgehalt in dem Bereich und das angeblich ohne Berufserfahrung. Ich befinde mich selber seit einigen Monaten im Bewerbungsprozess und habe auch schon einige Vorstellungsgespräche hinter mir. Das absolute Maximum eines Einstiegsgehalts lag hier bei knapp 28.000 € brutto pro Jahr, obwohl ich schon einige Berufserfahrung besitze. Es gab kein einziges Unternehmen, welches für einen Absolventen 36.000 € oder mehr gezahlt hätte. Nach meiner Erfahrung weichen die Zahlen, die mir von den Unternehmen genannt wurden, weit ab von den Statistiken. Liegt das an den Ausreißern, die weitaus mehr verdienen?

Antwort
von ShinyShadow, 83

Also ich hab nach meinem BWL-Studium auch nie Ansazweise so viel geboten bekommen, wie jetzt auf den Internetseiten steht... Und die wenigsten meiner Kommilitonen haben von Anfang an nen hohen Lohn bekommen...

Gerade Marketing ist ja so überlaufen, da finden sie auch für weniger Geld gute Leute, weil einfach so viele zur Auswahl stehen... Gerade mit nem Bachelor gibts Leute wie Sand am Meer....

Also mir gings ähnlich wie dir...

Andererseits kenn ich eine einzige Ausnahme....
 Der arbeitet seit Ende seines Studiums in einem sehr sehr großen Unternehmen in Frankfurt, und der schwimmt im Geld...

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Okay, also ist es so, wie ich mir gedacht habe, dass man hier eher durch Berufserfahrung dann das Gehalt steigert. 

Kommentar von ShinyShadow ,

Davon gehe ich auch aus... oder wir sind bisher nur an die falschen Unternehmen geraten ;) Wie schon von jemandem gesagt wurde, die Top-Arbeitgeber zahlen auch mehr, um die besten der besten anzulocken.

Antwort
von fluffiknuffi2, 14

Meine Erfahrung (Bachelor, aber nicht im Marketing, sondern IT):

Internet erzählt viel wenn... öh der Blog gefüllt werden muss, oder so. :'D

Jedenfalls bei meiner Suche im Internet danach, wie viel Gehalt ich wohl erwarten / verlangen kann wurde recht schnell deutlich: Das Internet weiß es nicht. Echt nicht. Du findest tausend Infos zu "Softwareentwickler/in" aber bei den Spezialisierungen wird es schwierig bzw. die Werte schwanken so stark zwischen Studie X und Umfrage Y, dass man denen einfach nicht trauen kann. 

Jedenfalls wenn es allgemein nach Softwareentwicklung ginge dann könnte ich deutlich mehr verlangen. Nur  was interessiert den Arbeitgeber das allgemeine Durchschnittsgehalt der Softwareentwickler, er will natürlich ein möglichst genau auf die Stelle zugeschnittenes Gehalt und das liegt in meinem Fall halt unter dem allgemeineren Durchschnitt. Viellicht ist das bei deinen Zahlen auch so.

Abgesehen davon sind solche Angaben ja meist auch in noch anderer Hinsicht allgemein, z. B. ohne regionale Unterschiede (vllt. noch gerade Bundesland... das ist ja schon was) und es ist ja klar, Mitten in München verdienst du typischerweise mehr als am Rand des Dorfes im Nirgendwo irgendwo in Ostdeutschland.

Ich bin letzten Endes freiwillig auch unter dem, von dem ich glaube, dass es ein einigermaßen realistisches durchschnittliches Einstiegsgehalt für meinen Job ist, geblieben. Werde echt nicht besonders gut bezahlt für einen Bachelor in der Softwareentwicklung. Aber wollte halt einen Job in einem angenehmen Umfeld direkt im Anschluss an das Studium und das ohne einen gigantischen Bewerbungsmarathon. Dafür zahle ich nun den Preis, hoffe aber, sobald ich in ein paar Jahren den Junior-Status los bin, spürbar beim Gehalt zuzulegen.

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Ich denke, wenn man sich in dem Unternehmen gut macht, dann hat man eigentlich immer gute Karten und Argumente für eine Gehaltserhöhung.  Das Problem ist nur, dass der Sprung zum Wunschgehalt dann umso größer ist, wenn man "klein" einsteigt.

Kommentar von fluffiknuffi2 ,

Genau das.

Antwort
von Desox, 79

Eher nicht. Also 28000 ist schon echt wenig. Das verdienst du als Junggeselle wenn du eine Handwerkausbildung fertig hast. Das Problem ist nur das es in deinem Bereich so viele Absolventen gibt. Bedeutet die picken sich die besten Raus und denen zahlen Sie auch ordentlich. Die weniger guten werden nur eingestellt wenn Sie deren Angebot akzeptieren. Nach dem Motto: Du kannst doch froh sein das du für uns Arbeiten darfst :D

Antwort
von pedde, 19

In einem KMU ist es meist so, dass man einen "Bachelor-Anfänger" auf 2200-2500€ brutto im Monat einstuft, weil man schlicht nicht mehr bezahlen kann (und ein Bachelorstudent heute meist sehr jung und unerfahren ist). Bachelor-Marketing ist heute eben nichts mehr besonderes, sondern schon mehr ein "Muss", um überhaupt noch einen Posten im Bereich Marketing zu bekommen. Das wollte die Politik so, dass man "Roboter" züchtet, die auswendig lernen und sich dem Betrieb anpassen - nur der Plan schlug gehörig fehl.

Erschwerend kommt hinzu, dass du meist noch Excel, Photoshop, Gimp, Magix, Premiere, Illustrator, Indesign können solltest und am besten noch Webseiten verwalten in Sachen: Texte, SEO, AdWords, Sistrix, Analytics, E-Trakker usw..
Zudem solltest du dann noch Messen organisieren können, Werbespots planen und Filmen/Fotografieren können - sprich der Bimbo für alles und was hast du da bitte im Studium gelernt?
Richtig - Bitte nennen Sie dem Prof 5 Beispiele für Direktmarketing, den Marketingmix oder definieren sie Banner- und Onlinewerbung. Also faktisch für einen Betrieb bringst du ihm nicht viel.

Dann kommen noch 50% im Betrieb, die die neuen sozialen überhaupt nicht kapieren, aber dennoch dir vorgesetzt sind. Diese "Handlanger" verdienen dann auch nicht die Welt, weil sie oft keine ausreichende Qualifikation besitzen - deshalb verdienst du auch nicht mehr als sie.

Aber im Süddeutschen Raum solltest du unter 36.000-48.000€ brutto (inklusive 13. Gehalt und erweiterte Rentenkasse) keinen Job im Marketing annehmen, weil die Lebenshaltungskosten eben einiges höher sind als in Berlin. In Berlin würde oder den neuen Bundesländern sollte man auch nicht unter 30.000€ / Jahr anfangen.

Dennoch viel Glück weiterhin ;).

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Danke für deine Antwort. Den 2. Abschnitt deiner Antwort fand ich besonders treffend und amüsierend. Der Alleskönner sollte dann am besten noch Anfang 20 sein :). 

Antwort
von Chrisgang, 27

Mit Bachelor wirst du über 30 000€ froh sein müssen! Mehr würde ich nicht für einen Marketing-Bachelor-Angestellten bezahlen, denn für das Geld bekomme ich sicher einen, der ganz nett ist... und für mehr Geld sollte er schon nen Master mitbringen!

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Okay, aber zählen nicht die 2 Jahre Berufserfahrung, die man in der Zeit macht, mehr für einen Arbeitgeber als 2 Jahre Masterstudium?

Kommentar von Chrisgang ,

nein, gerade in größeren Unternehmen wird oft rein nach Abschluss eingestuft! - Da kommst du in deine Tarifgruppe und die hängt ausschließlich vom Abschluss und anschließend von erbrachten Leistungen ab.

Kommentar von Chrisgang ,

die Berufserfahrung erhöht aber deine Chance einen Platz zu bekommen durchaus. (wird oft ja auch speziell erwünscht)

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Okay, danke für die Info. Okay, also erhöht die Erfahrung die Chance überhaupt erst den Job zu kriegen. Der Master wirkt sich dann aber positiv aufs Gehalt aus, wenn man die Stelle dann bekommt. 

Kommentar von Chrisgang ,

zumindest bei großen Unternehmen, die nach festen Tarifgruppen bezahlen! -> bei kleinen Unternehmen ist das oft sehr individuell und viel Verhandlungssache.

Antwort
von Liberty66, 10

Nach über 30 Jahren Berufserfahrung in Vertrieb und Marketing kann ich Ihnen nur anraten, sich entweder zu spezialisieren oder eine Zusatzausbildung zu machen, die dem eines Masters entspricht. Gerade im Bereich Marketing gibt es einfach zu viele Absolventen und die Firmen drücken die Preise frech nach unten.

Ohne einen höheren Abschluss und ohne einschlägige Berufserfahrung sind Gehaltsverhandlungen bei der Einstellung enorm schwierig. Sicherlich kommt es auch auf die Gegend an. In von Industrie und Handel geprägten Städten mit hohen Lebenshaltungskosten wie Frankfurt, München und Hamburg, oder im Raum Karlsruhe und Stuttgart, etc. findet man sicher bessere Angebote als in ländlich geprägten Gegenden und Gebieten mit höherer Arbeitslosenquote.

Gerade als Berufsanfänger muss man nehmen, was sich bietet. Wichtig und vorrangig ist hier die Firma, die Branche und das Gebiet, in dem ich eingesetzt werde und meine ersten Erfahrungen machen kann. Dies ist die Grundlage, auf die ich später aufbauen kann und die ich in Verhandlungen einbringen kann. Der Abschluss ist heutzutage aber meist das höhere Kriterium für die Einstellung und Gehaltsverhandlung als die vorhandene Berufserfahrung.

Alles Gute und viel Erfolg!

Antwort
von Barolo88, 85

bei großen Firmen sind die Einstiegsgehälter durchaus in dem angegeben Rahmen, es ist allerdings ziemlich schwer dort reinzukommen.  Bachelor ist heute nicht mehr sehr viel wert.

Kommentar von fluffiknuffi2 ,

Jein. Nicht im Sinne von "sehr viel überdurchschnittlich wert", das nicht. Aber ich denke, z. B. in der Softwareentwicklung reicht ein Bachelor meist. Da entscheiden eher andere Merkmale (kannst du das, was gesucht wird, wie viel Berufserfahrung durch Nebenjobs, etc.) wie viel man als Einsteiger bekommt. Der Master ist vielleicht der Schlüssel zu den wenigen Top-Positionen aber als Normalo bekommt man die wohl eher sowohl mit als auch ohne Master nicht, von daher reicht auch der Bachelor und mit dem kann man ganz nett einsteigen wenn denn die Umstände passen.

Antwort
von onyva, 38

woher bist du denn? kommt doch auch auf die region und die branche drauf an. 

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Hallo, aus Berlin. Marketingbranche.

Kommentar von onyva ,

hm ok ich bin aus Ö. generell sollte man in D mehr verdienen als hier. aber ich denke, dass man im osten nicht so gut verdient wie etwa in hamburg. hier kriegt man für nen BWL Master für gewöhnlich  2500 brutto im monat und für bachelor soweit ich weiß um die 2100

Antwort
von alinabert, 61

hängt auch stark von der Region ab. Ob Großstadt oder Randbezirk, ob West oder Ost.

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Stimmt, hatte ich vergessen zu erwähnen. Ist in Berlin.

Kommentar von Muadeep ,

Gerade da gibt es junge Absolventen , wie Kies in der Grube.

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Da haste Recht.

Kommentar von Muadeep ,

Dazu kommt noch, dass in Städten wie Berlin, Hamburg & München die Halbwertzeit eines Angestellten extrem kurz ist. Die jungen Leute werden für wenig Geld eingestellt, dann 2 Jahre "ausgelutscht" bis kurz vor Burnout und dann ersetzt, weil die die Leistung nicht mehr bringen. Dann geht das alles von vorne los. Egal, ob kleine oder große Firma, und vor allem in den Neue-Medien-Berufen. Traurig, aber leider wahr.

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Ja, in unserer schnelllebigen Ellenbogengesellschaft geht der Trend leider immer mehr in die Richtung. Wenig bezahlen, viel Leistung in wenig Zeit, dazu unbezahlte Überstunden, und trotzdem perfekt sein. Dazu noch am besten Anfang 20.

Antwort
von grubenschmalz, 21

Mit Bachelor und Marketing ... Eher nicht 36k

Antwort
von steinpilzchen, 43

Ja ich glaub den meisten geht das so im Internet wird sowieso viel müll geschrieben musste ich feststellen

Antwort
von Nemo75, 57

Also ich weiß zwar nicht was ein Bachelor verdient aber warum sollte er so lange auf die Schule gehen um dann so wenig zu verdienen?
30-40.000€/ Brutto im Jahr bekommt ein normaler "Fabrikler"

Kommentar von ShinyShadow ,

Das Problem ist aber:

Die Unternehmen denken sich: Wieso sollte ich einem jetzt 40.000 € bezahlen, wenn die sich um die Jobs prügeln und ich auch einen für 28.000 haben kann?!

Angebot und Nachfrage... Und das Angebot an Jobs im Marketing ist eben kleiner als die Nachfrage, das drückt die Gehälter...

Inzwischen ists bald schwerer, nen "normalen Fabrikler" zu bekommen als nen Bachelor im Bereich Marketing...

Gruß, ein Bachelor (Bereich Marketing unter anderem ;))

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Gutes Argument. Das kann ich nachvollziehen. Als Bachelor im Marketing, weißt du ja dann wie man sich fühlt :). Also heißt es: Die ersten Jahre ackern und dann hoffen, dass die Berufserfahrung das Gehalt ansteigen lässt ...

Kommentar von Nemo75 ,

Da stimme ich Dir zu.
Keiner will mehr "arbeiten"!
Lieber bis 30 zur Schule und dann nur bisschen Zeit absitzen und viel Geld verdienen.

Alleine im Bekanntenkreis wird Techniker/Meister oder irgendwas studiert.
Wir haben ja auch Fachkräftemangel!
Nur bei später nur noch "Häuptlingen" wird keiner mehr was produzieren können😉
Praktisch!
Theoretisch schon 😂

Kommentar von Hydrokultur86 ,

Das Produzieren übernehmen dann vielleicht komplett die Maschinen :). Aber das werde ich wohl in meinem Leben nicht mehr miterleben ...

Kommentar von Muadeep ,

Den Fachkräftemangel gibt's aber nur im Handwerk. Wer will sich schon die Hände schmutzig machen? Wenn ich jetzt noch mal anfangen könnte, würde ich ein Handwerk lernen.

Kommentar von Nemo75 ,

Genau das!
Wer will sich schon die Hände schmutzig machen!

Genau deshalb gehen so viele weiter zur Schule und wollen nicht arbeiten (mit Körper und Händen)

Kommentar von ShinyShadow ,

Ich sehe das Problem darin, dass die Schüler das eingetrichtert bekommen... "Mach was gescheites!" Die kriegen teilweise schon von den Eltern rein gehämmert, dass sie Abi machen müssen und dann studieren und was "Richtiges" machen.... Was "angesehenes"... Weil mit dem Hauptschulabschluss kriegt man ja nur so nen Mist...

Ein Bekannter von mir ist Ausbildungsleiter in nem großen Handwerksbetrieb...Die haben eig. jedes dritte Jahr 1 Bürokaufmann/-frau Azubi und 3 Anlagenmechaniker/in-Azubis...

"Früher", bis vor 10 oder 15 Jahren sogar noch, hatten sie in beiden Bereichen eine Auswahl an Leuten... Das wurde immer weniger.... Dieses Jahr hatten sie über 100 (!!) Bewerbungen für die Bürostelle und keine einzige (!!) als Anlagenmechaniker... Das ist traurig...

Kommentar von Nemo75 ,

Obwohl sich auch ein Vorteil daraus entwickelt.
Frauen haben jetzt eher Chance was "handwerkliches" zu machen.
Früher hieß es immer oh je ne Frau in einem "Männerberuf"
Heute sind Firmen über Leute froh egal ob W oder M

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