Frage von Leinad35, 59

Mit schwierigen Mitarbeitern umgehen?

Hallo zusammen, bin seit kurzem gelernter Meister in Hannover und würde gern die Meinung von anderen wissen wie man am besten vorgehen kann gegen schwierige Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter in der Produktion der fachlich gut ist und 100% sein Aufgabengebiet beherrscht , erpresst sozusagen die Firma in dem mehr Lohn verlangt..Da es nicht geschehen ist, schreibt er sich krank wenn andere im Urlaub sind damit die Betriebsabläufe nicht vorran gehen oder verweigert das anlernen von anderen Mitarbeitern und begründet es das sie nicht fähig sind die Arbeit auszuführen..Ein Mitarbeiter der halt Schwierigkeiten macht und sich nichts sagen lässt in vielen Sachen und Probleme bereitet wenn man ihn zur Rede stellt. Ein anderer Mitarbeiter hingegen beherrscht zu 80% den selben Aufgabenbereich und macht keine Probleme,er führt seine Arbeit normal aus aber hat halt 80% des Fachwissens. Beide Mitarbeiter sind am selben Arbeitsplatz. Ist es ratsam den schwierigen Kollegen irgendwie loszuwerden oder zu versetzen und ein neuen Mitarbeiter zu suchen wenns den machbar ist und der schwierige Mitarbeiter nicht noch mehr Probleme hinzufügt.

Antwort
von DanBam, 12

Du hast mit dem Chef des Unternehmens die Möglichkeit sukzessive die betrieblichen Daumenschrauben anzuziehen. Ein Unternehmen hat genügend Maßnahmen und Wege die ineffizientes, unkollegiales oder nachweislich intolerantes Verhalten gegenüber Kollegen(innen) korrigieren können.

Das geht über eine verbale Richtigstellung der unternehmerischen Abläufe unter 6 Augen (2 Chefs u. der betroffene Angestellte) über eine mündliche Verwarnung (Androhung der schriftlichen Abmahnung mit Folgen für das Arbeitszeugnis) bis hin bei mehrfacher Abmahnung zu Lohnkürzung, Versetzung. Am Ende sollte immer die Kündigung stehen, die bedarf aber der Einhaltung der Steigerung der Maßnahmen und einen gewissen Beobachtungszeitraum.

Ihr hättet das mal schön steigern müssen, d.h. erst verbal ausdiskutieren, dann Richtigstellen, dann mehrfach Abmahnen, ggf. Lohnkürzung/Versetzung und am Ende dann die berühmte Kündigung.

Noch ist Zeit das zu tun, aber ihr müsst auch dem Angestellten in einem 6 Augen-Gespräch die Chance lassen, sich freiweg alles von der geplagten Seele zu reden - vielleicht sieht der Mitarbeiter auch Dinge, die weder Du noch der Chef wahrnehmen wollen (bleibt fair, ich als Chef bin auch manchmal betriebsblind), d.h. bringt mal ausreichend Nerven und entsprechende Sorgfalt auf und lasst den Mitarbeiter mal relativ "frei" alles was ihn drückt von der Seele reden. Dann nehmt Euch beide (Du und der Chef) Zeit, um über das gesagte nachzudenken und entscheidet dann sorgfältig wie die nächsten Tage aussehen sollen.

Antwort
von DODOsBACK, 7

Ist es denn nicht möglich, den "80%ler" weiter zu qualifizieren? Oder neue Leute anzulernen? Unabhängig von den aktuellen Machtspielchen kann wirklich JEDER Mitarbeiter ausfallen - und das "über Nacht".

Wer ersetzbar ist, kann dich nicht mehr "erpressen". Und neigt auch nicht zur Selbstüberschätzung...

Überleg dir in dem Zusammenhang aber bitte auch, ob DU immer fair mit dem Mitarbeiter umgegangen bist - Leute, die mehr können als andere, werden gerne auch mal ausgenutzt...

Und ein schnell dahergesagtes "Lob" ersetzt weder faire Bezahlung noch echte Anerkennung!

Bei begründeten Zweifeln an einer Arbeitsunfähigkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten:

https://www.impulse.de/recht-steuern/was-chefs-bei-verdacht-auf-krankfeiern-tun-...

Und selstverständlich darfst du Abmahnungen/ Kündigungen wegen Arbeitsverweigerung aussprechen, wenn jemand den Anweisungen ("Lerne XY ein!") nicht nachkommt.

Machtspielchen sind immer für beide Seiten gefährlich - stelle also sicher, dass du nicht zum "Tyrannen" abgestempelt wirst. Eine Möglichkeit wäre, ein Gespräch mit "Zeugen" (der gesamten Abteilung/ Schichtführer/ Betriebsrat) anzubieten, in dem ihr eure Meinungsverschiedenheiten offenlegt.

Nicht jeder mag übrigens "Kollegen", die sich für was Besseres halten, und der "böse Vorgesetzte" kann durchaus auf Verständnis hoffen, wenn er mit offenen Karten spielt...

Letztlich geht es aber auch darum, dass du endlich Stellung beziehst und dich durchsetzt - egal, wie deine "Lösung" aussieht. Sonst nimmt dich keiner mehr ernst, und solche Spielchen werden schnell zum Volkssport...

Antwort
von Nashota, 8

Fachlich gut sein ist das eine, sich kollegial und loyal verhalten das andere.

Natürlich sollte ein Facharbeiter entsprechend seiner Qualifikation auch bezahlt werden. Wer gute Arbeit will, dem sollte gute Arbeit auch was wert sein.

Aber das bedeutet nicht, sich als Vorgesetzter erpressen lassen zu müssen, wenn ein Betrieb zum Beispiel erst anlaufen muss oder aus gewissen Gründen Personalmangel besteht.

In dem Fall würde ich mich von dem "100%-Mann" trennen und den "80%-Mann" fördern, dass er seine Leistung weiter steigert.

Antwort
von Apfel2016, 30

Verdient er das gleiche wie der Arbeitnehmer der nur 80% beherrscht? Dann könnte ich ihn gut verstehen, auch wenn es natürlich nicht die richtige Art ist.

Sollte er seine Arbeit verweigern (anlernen eines neuen Mitarbeiters) würde ich einfach mal eine schriftliche Abmahnung verteilen. Versuch doch auch einen neuen Mitarbeiter zu finden und gib ihm dann nicht mehr die besonderen Aufgaben (falls das in eurem Bereich möglich ist), sondern nur das was alle eh können.

Es geht ja nicht, dass einer so aus der Reihe tanzt und den Betriebsablauf stört.

Antwort
von NathanDerWeisEs, 13

Hallo Leinad35,

Genie und Wahnsinn sind halt oft nicht weit entfernt.

Wenn er Anweisungen nicht erfüllt kannst du ihn sicher entlassen.

Ob das gut für die Firma ist und du auf ihn verzichten kannst (Ersatz?) musst du selbst entscheiden.

Scheinbar gibt es ja auch keine andere Firma die ihm mehr zahlt!?

Als Meister oder Chef sollte man nicht nur fachliche Fähigkeiten haben, sondern sich auch mit der Mitarbeiterführung beschäftigen.

Meist ist Unzufriedenheit (nicht nur finanzielle!) Grund für bestimmte Haltungen.

Nathan

Antwort
von miezepussi, 21

Hier sollte ein Anwalt hinzugezogen werden, zwecks Beratung was man tun kann. 

Arbeitsverweigerung ist nicht in Ordnung. Hier muss eine Abmahnung  geschrieben (!) werden. So lange es keine schriftliche Abmahnung gibt, ist der Arbeitnehmer "auf der sicheren Seite".

Antwort
von Jewiberg, 3

Wenn er klaren Arbeitsanweisungen nicht folge leistet, ist das eine Arbeitsverweigerung, die abgemahnt werden kann. Wenn der Betrieb der Ansicht ist, das er sich grundlos krankschreiben läßt, kann die Firma eine Amtsärztliche Prüfung der Krankschreibung verlangen. Grundsätzlich ist auch auf seine Äußerungen ggü. Kollegen und Vorgesetzten zu achten. Evtl. ergibt sich daraus schon die Störung des Betriebsfriedens, oder kranksein nach Ansage. In beiden Fällen ist eine fristlose, ersatzweise eine fristgerechte Kündigung gerechtfertigt.

Antwort
von shanks06, 25

Hi,

das kommt drauf an wie lange der "Problememacher" schon im Betrieb ist und wieviel ihr bereit seit zu Zahlen. Es gibt immer eine Lösung, aber ist er denn verzichtbar?

Wenn ich einen sehr guten und kompotenten Mitarbeiter hätte, würde ich bereit sein zu verhandeln! 

Antwort
von Biberchen, 15

führe mit ihm ein Gespräch unter vier Augen und mach ihm klar das jeder Mensch zu ersetzen ist, auch er. Vielleicht begreift er dann das er auch nur ein Angestellter ist.

Antwort
von spielfreak, 7

als arbeitgeber sollten sie den arbeitnehmer 3 mal verwarnen beim 3 ten mal können sie vom gesezt aus § 20 absatzt 4 angestellten gesetz den arbeitnehmer fristlos kündigen

Antwort
von Wonnepoppen, 10

Du bist jetzt also der "Boss" in der Firma?, oder "nur" Meister?

Antwort
von Niggo96, 20

Bei erpressen fristlos kündigen, bei grundlosen Krankschrebungen eine abnahnung erteilen.

generell ist es auch bei seinem verhalten möglich firstlos zu kündigen, da sein verhalten für die firma nicht tragbar ist, wenn selbt abläufe dadurch gestört werden

Kommentar von Niggo96 ,

bin jetzt kein experte. am besten mal bei einem anwalt für arbeitsrecht nachfragen

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