Frage von Gritt, 105

Mit Schulden aus einer Erbengemeinschaft?

Vor Jahren hat mein Mann mit seinem Vater einen Kredit auf das Haus des Vaters aufgenommen. Beide sind Kreditnehmer. Nun ist der Vater verstorben und eine Erbengemeinschaft entstanden. Was passiert bei einem Verkauf der Immobilie? Würde mein Mann mit Schulden daraus gehen?

Als erstes bekäme ja die Bank ihr Geld.Könnten die Miterben,ihr entgangenes Erbe von meinem Mann einfordern?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 45

Das kommt nun stark drauf an, als was ihr Mann unterschrieben hat und es kommt drauf an, ob ihr Mann im Grundbuch als Eigentümer steht. Denkbar sind grundsätzlich zwei Varianten:

A) Bürgschaft

B) Gesamtschuldnerschaft

Grundsätzlich wird beim Verkaufserlös zuerst die Bank ausbezahlt. Alles danach stellt den Gewinn dar.

Im Falle einer Bürgschaft und sollte er nicht im Grundbuch stehen, wird ihr Mann nur dann herangezogen, wenn die Schulden höher sind als der Verkaufserlös des Hauses. Nehmen wir der Einfachheit an, dass der Mann einen Bruder hat. Bleibt Geld nach Ausbezahlen der Bank übrig, wird es 50:50 zwischen dem Bruder und ihrem Mann aufgeteilt.

Wenn das Geld zur Schuldentilgung nicht ausreicht, erben der Bruder und ihr Mann jeweils die Hälfte der Schulden. Die Bank wird dann vermutlich der Einfachheit halber von ihrem Mann das restliche Geld verlangen und der kann sich zumindest die Hälfte davon von seinem Bruder zurückholen.

Bei einer Gesamtschuldnerschaft ist es etwas anders. Da kommt stark drauf an, wem das Haus nun eigentlich gehört, was also im Grundbuch steht. Sollte der Vater das Haus auf ihren Mann ganz oder teilweise überschrieben haben, das aber weniger als zehn Jahre zurück liegen, steht dem Bruder ggf. pro Jahr ein Zehntel des Erbes zu.

Im ersten Schritt schaut man sich also an, was dem Bruder eigentlich als Erbteil zusteht. Ist es die Hälfte des Hauses? Ist es weniger? Sobald man das weiß, wird wieder geschaut, wie hoch die Schulden sind und wie viel davon ein Verkauft tilgt. Der Rest wird dann gemäß dem ermittelten Anteil auf die Erben aufgeteilt.

Aus Sicht der Bank ist es in jedem Fall einfach: Sie kann wahlweise gegenüber den Erben oder gegenüber dem Mann als Kreditnehmer die Hand aufhalten.

Und um es nun rund zu machen: Die Schulden des Mannes und des Miterben, die getilgt wurden, könnte man als Schenkung ansehen. Auch hier wieder die Formel, dass pro Jahr ein Zehntel davon in die Erbmasse fließt. Wenn die Schenkung länger als zehn Jahre zurück liegt, steht den übrigen Erben nichts mehr aus der Schenkung zu.

Kommentar von Gritt ,

Keine Bürgschaft.Er ist Mitkreditnehmer.Im Grundbuch steht jetzt mein Mann und seine beiden Brüder.Allen drei gehört jetzt die Immobilie.Erbengemeinschaft.

Kommentar von mepeisen ,

Und wer hat den Kredit bisher abbezahlt?

Kommentar von Gritt ,

Bis vor drei Jahren alleine der Schwiegervater.Danach mein Mann.Bis heute!

Kommentar von mepeisen ,

Wie ich schrieb: Die Zahlungen des Schwiegervaters bis vor drei Jahren könnte man als Schenkung ansehen.

Die Verrechnung kann ggf. etwas kompliziert werden. Schenkungen von vor 3 Jahren müssen zu sieben zehntel ins Erbe zurückfließen. Schulden von vor 4 Jahren zu sechs zehntel usw.

Man kann es auch andersherum machen: Wenn das Haus verkauft wird, bekommt dein Mann deutlich weniger als die anderen Erben aus dem Verkaufserlös. Denn er muss die Schulden ausgleichen.

Ist etwas Mathematik, sollte aber ein Notar hinbekommen. Ich würde der Erbengemeinschaft empfehlen, einen zu bestimmen, der das Haus für mindestens XXX € zu verkaufen versucht. Sobald der Verkauf möglich ist, müssen alle Erben zum Notar, da kann man dann das mit dem Kredit ansprechen, die Auszüge vorlegen, also was der Vater seinerzeit bezahlte und was der Mann und der Notar muss das dann entsprechend verrechnen.

Kommentar von Gritt ,

Das Haus mit Grundstück wurde von der Bank auf die Verbindlichkeiten,die auf dem Haus liegen geschätzt.Ein weiteres Gutachten gibt es nicht.Also,sollte das Haus verkauft werden,bliebe am Ende nichts bis sehr wenig übrig.Jetzt befürchtet mein Mann,das seine Brüder ihr entgangenes Erbe einklagen könnten...

Kommentar von mepeisen ,

Ja, das können sie auch bis zu einem gewissen Punkt, wie ich bereits geschrieben habe.

Kommentar von Gritt ,

Bis jetzt zahlt keiner der Miterben an dem Kredit mit ab! Die Zahlungen tätigt immer noch mein Mann alleine.

Kommentar von mepeisen ,

Wenn andere auch davon profitiert haben, hat der Mann ggf. einen Ausgleichsanspruch gegenüber den anderen Erben. Sollte man im Erbfall geltend machen. Das muss dann am Ende verrechnet werden. Diejenigen, die von den Schulden profitiert haben, müssen das den anderen dann ausgleichen.

Antwort
von wfwbinder, 50

Was für ein entgangenes Erbe?

Die anderen haben doch Anteile an der Immobilie des Vaters mit der Belastu,öng geerbt.

Also wird aus dem Kaufpreis der Kredit getilgt und der Restbetrag im Verhältnis der Anteile an der Erbengemeinschaft geteilt.

Kommentar von Gritt ,

Mit engangen meinte ich,das beim Verkauf ja die Schulden meines Mannes aus dem Kredit getilgt werden.Somit bekommen die Miterben wenig bis gar nichts aus dem Verkauf.

Kommentar von wfwbinder ,

Ja aber war das denn ein Kredit Deines Mannes für private Dinge? Oder war es ein Kredit mit seinem Vater zusammen?

Wenn der Vater Schulden hatte, ist das doch vom Vermögen abzuziehen. Es kann nicht sein, das ein Erbe die Schulden bekommt und die anderen Erben das Vermögen.

Kommentar von Gritt ,

Der Kredit war mit seinem Vater zusammen.Das Haus wurde damals belastet um Schulden meines Mannes und eines heutigen Miterben zu tilgen.Natürlich kann man die Mitverschuldung des Miterben heute nicht mehr nachweisen.Im Vertrag stehen nur mein Mann und sein Vater.

Kommentar von wfwbinder ,

Wie wäre es mit fairness? Der Betreffende wird sich ja wohl noch erinnern.

Kommentar von Gritt ,

Fairness gibt es in diesem Erbfall leider nicht.

Antwort
von soissesPDF, 18

Grundsätzlich ja.
Daas Haus hat einen Wert, nur der ist von Interesse, nicht ob das Haus verkauft wird oder nicht.

Wie hoch der Anspruch der Miterben ist steht im Erbschein (Anteile), diesen jeweiligen Anteil können die Miterben in vorm von Münzen und Scheinen fordern, oder hilfweise Teilungsversteigerung des Hauses beantragen.

Aber bitte, diese Miterben haben in eben diesen Anteilen auch die Schulden die auf dem Haus lasten mitgeerbt.

Antwort
von Ronox, 46

Bei einem Verkauf der Immobilie endet die Erbengemeinschaft nicht. Schließlich sind noch Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorhanden. Die Erbengemeinschaft endet, wenn sie sich vollständig auseinandergesetzt hat. Da die Erben ebenso in den Darlehensvertrag eintreten (nach dem Vater), muss dieser auch von ihnen bedient werden. Das wird vermutlich aus der Kaufpreissumme geschehen, wenn der Kredit mit einer Grundschuld gesichert ist. Unterschiedliche Leistungen auf die Darlehenssumme können dann bei der Erbauseinandersetzung berücksichtigt werden, z.B. indem dein Mann weniger erhält.

Kommentar von Gritt ,

Aber den Vertrag hat mein Mann mit seinem Vater unterschrieben.Wie können da die anderen Erben in den Darlehnsvertrag eintreten?Für die Schulden des Vaters ja,aber auch für den Anteil meines Mannes am Darlehn?

Kommentar von Ronox ,

Dein Mann und dessen Vater sind mit höchster Wahrscheinlichkeit Gesamtschuldner, das ist so üblich. D.h. sie haften beide für die volle Darlehenssumme. Im Innenverhältnis kann dann gut und gerne jeweils 50% gelten, aber diese Vereinbarung wirkt nicht gegenüber der Bank, sondern nur zwischen den Darlehensnehmern. Daher sind nun nach dem Erbfall Darlehensnehmer die Erben des Vaters und dein Mann.

Kommentar von Gritt ,

Angeblich  der Kreditanteil meines Mannes und nochmal ein drittel vom Anteil des Vaters am Kredit,das sollen die Schulden meines Mannes dann sein,wenn das Haus verkauft würde.Kann das so stimmen?

Kommentar von Ronox ,

Klingt plausibel, aber sicher kann ich das von hier aus nicht sagen.

Kommentar von Gritt ,

Ok.Dennoch Danke für das Bemühen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community