Frage von truckerexpress, 95

Mit Kollegen Montage Aufträge privat angenommen, jetzt sollen wir haften?

Ich habe mit Kollegen einige Montageaufträge angenommen. Die Rechnung wurde korrekt von uns privat erstellt!

Wir haben bei einem Kunden unseres Arbeitgebers abends noch gelieferte Geräte montiert. Jetzt ist aber an einem Leitungsteil von der Küche ein Schaden entstanden, wo der Hersteller sagt das die Montage dran schuld war.

Ich als Experte sage aber das dies Quatsch ist. Ich bin Experte weil ich diese Küchenmontage schon ott gemacht habe. Der Küchenplaner hat nur die Berechnung falsch gemacht. Die Leitung war 10 cm zu kurz, der Schlauch steht unter Zug, das Teil wurd halt eingebaut so. Erst mal rein damit und fertig. Na gut. Wir hatten da am Abend keine Zeit. Jetzt gehts mir aber ums Prinzip wer Recht hat, nicht ums Geld.

Der Kunde meinte weil wir mit dem Fahrzeug vom Arbeitgeber gekommen sind, dass dieser Arbeitgeber also das Möbelhaus ihm alles montiert hatte.

Privatrechnung

Wir haben ihm aber deutlich eine Rechnung erstellt wo die von uns ist und nicht vom Möbelhaus. Wir haben zwar eine neue leere Rechnung vom Möbelhaus genommen aber unsere Adresse draufgeschrieben. Sonst hatten wir am Abend ja auch kein Papier. Der Kunde sagte, wo wir damals mit dem Fahrzeug vom Möbelhaus gekommen sind, hat das Möbelhaus ihm die Küche fertig montiert versprochen.

Was gemacht wurde wie im Lieferungsvertrag:

Was wir nur gemacht haben: Die gelieferte Küche ihm montiert so wie es bei ihm auf seiner Bestellung abgemacht war.

Es wurde spät Abends. Wir wollen nach Hause und fertig werden. So bauen wir ihm ein Rohrteil mit Schlauchverlängerung, das wir extra von uns aus dem LKW geholt haben. das war ein privates Ersatzteil, für das wir ihm diese Privatrechnung ausgestellt haben.

Insgesamt ging das alles für den Kunden so schneller, wir kommen nach Hause und der Kunde kann seine Küche schon früher benutzen. Sonst müssten wir auf ein Ersatzteil warten und es am nächten Termin einbauen.

Das ist doch alles im Interesse vom Kunden.

Unsere Zusatzdienstleistung war privat!

Jetzt sagt der Kunde, ich soll ihm en neues Kniestück und Schlauch geben, was eine Spezialanfertigung ist und es ihm von einem anderen Handwerker einbauen lassen. Kosten locker 350 euros.

Der Kunde sagt, da er alles bei Möbelhaus bestellt hat, alles vom Möbelhaus LKW geliefert wurde und montiert wurde, war auch unsere Zusatzdienstleitung vom Möbelhaus. Die war aber korrekt privat und wir haben dies ihm auch gesagt. Ich bin im Recht und das ist gut so hab ich ihm gesagt.

Was kann ich dem Kunden so per direkter Ansage sagen und tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von emib5, 43

Privat könnt Ihr keine Rechnungen ausstellen. Wenn Du das mit Deinem Kollegen auf eigene Rechnung gemacht habt, dann habt Ihr damit faktisch eine GbR gegründet.

Wenn Du gewerblich für einen Kunden arbeitest (und das hast Du), dann schuldest Du ihm eine mangelfreie Leistung. Wenn Du ein Teil einbaust, was zu kurz ist, und das nicht explizit genau so vom Kunden bestellt wurde, bist Du in der Haftung.

Die eigene Rechnung auf fremden Firmenpapier zu schreiben ist rechtlich auch sehr heikel.

Alles in allem, sehr dubiose Sache.

Antwort
von Schwoaze, 45

Ok, Du bist also mit dem Auto Deines Arbeitgebers an einen Ort gefahren, um privat etwas dazuzuverdienen. So weit, so gut. Ich weiß nicht, was mit Deinem Arbeitgeber diesbezüglich vereinbart ist.

Du hast wissentlich ein Teil montiert, von dem Du als Experte weißt, dass das mit dem Zug, der  auf dem Schlauch lastet auf Dauer nicht funktionieren kann. Trotzdem hast Du - weil Du keine Zeit hattest - diesen "Pfusch" eingebaut.

Weißt Du nicht, dass alles schiefgeht, was schiefgehen kann? Man muss IMMER auf Nummer sicher gehen. Jetzt ist also passiert, was Du eigentlich insgeheim gewusst hast.

Wenn es irgendwie geht, bring Du selber in Ordnung, was nicht passt, das ist wahrscheinlich billiger als wenn es ein anderer Handwerker macht. Die Frage ist nur, ob Du es noch darfst.

Wenn Du schon einen Nebenjob machst, dann mach ihn ordentlich. Schlampen und dann heulen, wenns rauskommt, ist billig. Kann schon passieren, dass es spät wird. Ist halt so! Ich würde versuchen, zu retten was noch zu retten ist!

Antwort
von TimmyEF, 41

Wenn der Kunde eine Küche mit Montage beim Möbelhaus bestellt und bezahlt, hat er Anrecht auf korrekte Erbringung der Leistung.
Wenn Ihr Ihm ein falsches Teil montiert und danach etwas an der Küche kaputt geht haftet für den Kunden erst mal der Verkäufer also das Möbelhaus. Oder hat Euch der Kunde beauftragt die Küche privat zu montieren?

Kommentar von truckerexpress ,

Also die Küche hat das Möbelhaus geliefert, den Montageauftrag hat das Möbelhaus abgewickelt und die einzelne Zusatzarbeit habe ich gemacht.

Kommentar von rudelmoinmoin ,

dann bist du für den Gesamten Montagablauf auch selbst Haftbar, die Firma ist außen vor , du darfst keine Rechnung schreiben/ausstellen (Schwarzarbeit)

Antwort
von schwarzwaldkarl, 40

Die entscheidende Frage ist jetzt, von wem habt Ihr den Auftrag zur Montage bekommen, von der Möbelfirma oder aber vom Endverbraucher?  Habt Ihr für Eure Montagearbeiten eigentlich eine eigene Firma angemeldet und warum habt Ihr keine eigenen Rechnungsformulare?

Wenn der Kunde beim Möbelhaus die Küche einschließlich Aufbau bestellt hat, geht er doch eher davon aus, dass das Möbelhaus und keine Subunternehmer für die Montage zuständig sind. Wenn doch, dann ist für den Kunden trotzdem das Möbelhaus der Ansprechpartner, der ja von ihm den Auftrag verhalten hat.

Habe ich hier jetzt einen Denkfehler?

Kommentar von TimmyEF ,

sehe ich auch so

Antwort
von GoimgarDE, 30

Was heißt hier: wer recht hat. Der Kunde haftet auf jedenfall NICHT. Die Frage ist nur ob das Möbelhaus oder du und dein Kumpel haften. (da ihr aber direkt die Rechnung geschrieben habt dürftet ihr selbst haften. Und zwar im Zweifelsfall auch beide vollständig falls einer von euch ausfällt.) Wie du selbst sagtest: du bist Fachmann. Du haftet für die Arbeit die du ablieferst. Du hast ja selbst scheinbar sogar gesehen dass das Ding zu kurz ist und dich trotzdem dazu entschieden es ohne etwas zu sagen ein zu bauen. Ein abschieben der Haftung auf den Küchen Hersteller fällt damit auch schon mal weg...

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