Frage von Elilein, 68

Mit Depressionen zum Hausarzt - wie läuft das ab?

Ich leide seit über 10 Jahren an Depressionen und teils extremen Selbstmordgedanken, selbstverletzendem Verhalten, viel zu häufigen krankhaften Selbstgesprächen und weiteren Problemen, die mich teilweise in meinem Leben sehr stark einschränken. Ich bin im Moment 19, die Selbstmordgedanken begannen allerdings schon als ich ungefähr 6-7 Jahre alt war. Da ich Angst habe, dass ich deswegen mein baldiges Studium nicht schaffe (schwänzen aus Angst davor und kein Wille mehr etwas für eine scheinbar sinnlose Zukunft zu tun) oder ich mich vielleicht sogar bald umbringen werde (es ist sehr extrem in letzter Zeit) möchte ich das Problem jetzt angehen.

Das Problem ist, dass ich in diesen 10 Jahren kein einziges Mal bei einem Arzt deswegen war und da ich auch sonst nie zum Arzt gehe habe ich leider gar keine Ahnung wie das alles abläuft.

Muss ich einen Termin vor Ort oder am Telefon machen (Ich bekomme Panik wenn ich Telefonieren soll, deswegen ist das quasi unmöglich für mich)? Was soll ich dann der Person am Telefon/der Rezeption sagen? Die denken doch ich spinne wenn ich sage ich möchte mit wem über Depressionen reden, die haben da schließlich immer so viele Patienten und gar keine Zeit...Außerdem hören dann doch die anderen Leute um mich rum das alles mit, wenn sie darauf warten dran zu sein...(an der Rezeption).

Was muss ich dem Arzt dann sagen/erzählen, oder fragt er mich eher Sachen? Der Grund für die Depressionen liegt in extrem vielen tiefen Problemen (Misshandlungen und psychologische Gewalt als kleines Kind, jahrelanges Mobbing mit Bedrohungen, Mordversuche in der Familie etc.), dass kann ich dem doch nicht alles in so kurzer Zeit erzählen, oder??

Wird er mich dann irgendwohin überweisen oder bekomme ich dann nur Medikamente?

Ich habe als Kind schonmal versucht jemanden aus meiner Familie umzubringen (kam knapp nicht zum Mord und ich bin auch nicht angezeigt worden damit ich später noch Chancen im Leben habe sollte), kann er mich dafür in die Geschlossene stecken lassen? Es ist immerhin schon einige Jahre her...

Sollte ich erwähnen, dass meine Mutter auch Depressionen hat und mit Medikamenten behandelt wird? Sie geht auch zu dem gleichen Hausarzt zu dem ich gehen will und er kennt sie daher sicher, ich spreche allerdings nicht mit ihr darüber und er hat seine Schweigepflicht, sollte ich das Thema also lieber nicht ansprechen?

Mir wird schon schlecht wenn ich nur an das Thema Arzt denke, ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen helfen indem ihr mir ein paar meiner Fragen beantwortet...

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Antwort
von andie61, 40

Du solltest einen Termin bei einem Arzt für Allgemeinmedizin machen,da musst Du am Telefon ersteinmal nichts genaues angeben,der Arzt wird Dich dann befragen zu Deiner medizinischen Vorgeschichte,das ist nötig damit sich der Arzt ein umfassendes Bild von Dir machen kann,dann wird er entscheiden ob er Dich zu einem Arzt für Psychiatrie überweist oder an eine andere Fachrichtung,bei dem was Du schilderst wird eine Psychoterapie unausweichlich sein denke ich,nur das kann nur ein Arzt entscheiden.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 2

Dein Hausarzt wird vermutlich mehrere Tests mit dir durchführen. Als erstes wird er dir Blut abnehmen lassen um deine Schilddrüsenfunktion und dein Vitamin D Spiegel zu kontrollieren.

Anschliessend wird er dich nach den ICD-10 (internationales Diagnoseverzeichnis) Kriterien befragen. Mehr dazu hier: http://deprimed.de/depressionen/

Wenn er zu einer Diagnose Depression kommen sollte, wird er dich vermutlich an deinen Facharzt für Psychiatrie (Psychiater) oder Psychologen verweisen.

Antwort
von MarkHu, 17

Kennst du dich mit Klarträumen aus? Damit kann man sich theoretisch besser heilen als jeder Psychologe der Welt. Medikamente? Lass es. Meditiere und werde naturverbundener (Zeit in der freien Natur verbringen), das heilt auch (fast) jede Depression. Was ich persönlich gut finde: lebe Minimalistisch, kaum etwas macht einen fröhlicher, als von Materiellem unabhängig zu sein. (Dazu ist es noch gut für die Umwelt)
Falls du das machen willst, empfehle ich mit aufm Boden zu schlafen oder barfußlaufen (bei der Jahreszeit eher Ersteres) anzufangen, die Haare wachsen lassen, Stichwort Rewild.
Grüße Mark :')

Kommentar von Elilein ,

Danke für die Tipps, ich habe aber fast alles davon schon gemacht und es hat mir leider nicht geholfen... Ich meditiere seit zwei Jahren regelmäßig und Klarträumen habe ich mir auch extra deswegen beigebracht, beides hat leider keine Besserung gebracht. Ich geh immer mal im Wald spazieren und bin immer draußen im Garten alleine mit meinen Kaninchen, manchmal stundenlang am Tag, hilft alles nichts. Minimalistisch leben ist schwer für mich, ich war jahrelang, besonders als Kind ganz schlimm, ein Messi (hab es geschafft das zu überwinden) nur habe ich deswegen eine sehr starke Bindung zu persönlichen Gegenständen und Minimalismus ist deshalb nicht gerade mein Fall.

Trotzdem danke für die Tipps, vielleicht helfen sie jemandem der auch solche Probleme hat und das hier liest.

Kommentar von MarkHu ,

Hast du dich schon einmal mit Survival beschäftigt? Vor allem mit primitiven (wie in der Steinzeit) Mitteln, ich finde das ist ein seehr geiles Hobby, alles was man braucht selber herstellen zu können. Sichwort back to our roots/rewild

Kommentar von Elilein ,

Hab mal ein paar Videos auf Youtube dazu gesehen sonst kenn ich mich darüber kaum aus. Ich glaube aber auch ehrlich gesagt nicht, dass mir so ein Hobby groß gegen Depressionen helfen würde, ich habe ja selber auch Hobbys und die helfen auch nur bedingt.

Antwort
von Wonnepoppen, 38

Wenn du noch nie beim Arzt warst, woher weißt du, daß du Depressionen hast?

Der Hausarzt ist nicht der richtige Ansprechpartner!

Kommentar von Elilein ,

Ich bin als Kind schonmal mit Depressionen vom Hausarzt diagnostiziert worden, danach hat sich nur niemand mehr dafür interessiert aus meiner Familie und ich habe Jahrelang vor mich hingesiecht. Seitdem war ich dann nie mehr beim Arzt, ich kann mich an damals nur überhaupt nicht mehr errinnern, da ich da noch ziemlich klein war. Seitdem ist es Tag für Tag schlimmer geworden, ich hab mich mehrmals mit Medikamenten und giftigen Pflanzen versucht zu töten und hab Jahrelang weiterhin wie als Kind mit meinem depressiven Verhalten vor mich hingelebt und bin soagr zum Messi geworden. In der Schule hat mir eine Vertrauenslehrerin die aus einer Psychologenfamilie kommt "gedroht" sie müsse vielleicht bald jemanden verständigen, da sie merkt dass ich von meinem Verhalten her depressiv auffällig wäre und sie Angst hat ich könnte gefährlich werden. Womit sie auch Recht hatte, da ich wirklich einen Amoklauf geplant hatte. Wenn du mir erzählen willst, dass ich nicht weiß was Depressionen sind nach 10 Jahren in einer dunkelgrauen Gedankenwolke, dann kann ich dir auch nicht helfen.

Zu wem soll ich denn sonst gehen, wenn nicht zum Hausarzt? Überall im internet steht man muss zum Hausarzt gehen und hättest du meine Frage auch nur ansatzweise gelesen, dann wüsstest du, dass meine Mutter auch beim Hausarzt wegen Depressionen behandelt wird.

Kommentar von Elilein ,

Aber gut warum erwarte ich überhaupt eine ordentliche Antwort zu so einem Thema, sich abzuknallen ist halt doch die bessere Option, erspar ich mir den Aufwand wenigstens.

Kommentar von Wonnepoppen ,

nun mal langsam!

Warum liest du, was im Internet steht, das ist falsch, daß sie der Hausarzt behandelt, jedenfalls nicht, bevor man bei einem Arzt für Psychotherapie war, dann kann er mit Medikamenten weiter behandeln!

Ich habe nicht gesagt, daß du nicht weißt, was Depressionen sind, sondern wer die Diagnose gestellt hat?

"Ich war noch nie bei einem Arzt"!!!!!

mit diesen Gedanken, wie du sie im letzten Satz erwähnt hast, gehörst du in die Psychiatrie, oder warst du da auch schon?

Ich habe deine Frage gelesen!

ein Arzt, der keine Ausbildung dafür hat, darf nicht behandeln, nur weiter behandeln!

das weiß ich aus eigener Erfahrung, auch ich weiß was diese Krankheit ist!

Kommentar von Elilein ,

Da ich seit Jahren nicht mehr mit meiner Mutter spreche (Ich wohne aber noch zu Hause) habe ich mich auf die Briefe/Bescheinigungen verlassen die ich zu Hause bei uns immer mal wieder gefunden habe. Die sind immer vom Hausarzt und darin steht immer welche Antidepressiva sie wieder verschrieben bekommen hat und all sowas, vielleicht hab ich das auch falsch interpretiert und sie wird noch wo anders behandelt, da weiß ich aber nichts von.

Ich war noch in keiner Psychatrie, mein Schuldirektor bei dem ich auch Unterricht hatte hat mir aber mal gesagt, dass er es vielelicht veranlassen könnte, dass ich bald in eine Psychatrie zwangseingewiesen werden solle weil ich viel geschwänzt habe und alle Lehrer und Schüler wussten, dass ich nicht wegen Erkältungen, Grippe oder sonstigen Ausreden zu Hause geblieben bin. Zum Glück haben sie es geduldet und meine Entschuldigungen trotzdem angenommen. Aber naja ist ja auch egal.

Also soll ich jetzt als erstes zu einem Psychotherapeuten gehen? Bei denen gibt es doch jahrelange Wartezeiten wenn ich mich nicht irre, da komm ich doch ohne eine Überweisung niemals hin...

Kommentar von Wonnepoppen ,

"Jahre lange Wartezeiten" ist übertrieben, die Praxen von denen sind überfüllt, da es immer mehr psychisch kranke Menschen gibt!

Dein Hausarzt kann dir eine Überweisung geben u. auch dafür sorgen, daß du einen früheren Termin bekommst, indem er Verbindung zu einem Therapeuten auf nimmt.

Geh zu ihm, bevor die Schule etwas macht!

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