Frage von SaraliVI, 24

Mit den Eltern auf einem Bauernhof wohnen aber Kommunikationsprobleme?

Hallo, ihr Lieben, ich habe mich jetzt schon durch ein paar Portale zur Hofübergabe geklickt, wie schwierig es ist mit dem Generationswechsel und dass jeder Aufgaben behalten soll und sich nicht unnütz oder übergangen fühlen soll. Das ist mir klar, aber meine Eltern, vor allem meine Mutter besitzen einfach keine gesunde Kommunikationsstruktur. Kritik gibt es nicht, dann ist sie beleidigt, es sind eh immer alle anderen Schuld und böse Menschen, nur sie nicht, sie ist das Opfer. Auch zu meinem Vater ist das Verhältnis nicht besser, sie sind definitiv kein Vorbild für spätere Enkel. Die Ehe ist weder harmonisch noch gut. Sie bleiben aus wirtschaftlichen Interessen beieinander, denke ich, und meckern nur übereinander. Ich habe keine Erinnerung daran, dass sie sich mal in den Arm genommen haben.

Zu unserer Situation: unser Hof ist recht klein, es wäre ohnehin nur Nebenerwerb. Wir haben Geflügel und ein paar Kühe zum eigenbedarf. Meine Mutter hat noch eine Ferienwohnung. Es wäre nur sehr schade, wenn der Hof verkauft wird. Meine Geschwister können ihn nicht nehmen und ich und mein Freund hätten echtes Interesse, genug Geld und auch genug Zeit neben den Jobs. Ich habe nur große Angst, wenn es darum geht, die Ställe zu modernisieren, dass meine Mutter sagt, das machen wir nicht, wir haben das schon immer so gemacht, warum soll es anders laufen? Wenn wir d Hof kaufen, können wir das zwar rechtl. machen, aber der Konflikt bleibt ja, sie wäre dann böse, würde sich übergangen fühlen und das wäre ja kein gutes Leben. Ich bin echt verzweifelt, weil ich den Familienhof nicht verlieren will, aber ich habe auch keine Lust auf jeden Tag Stress mit meiner Mutter, nur weil ich den Hof sanieren will. Eigentlich braucht sie mit meinem Vater ne Paartherapie bzw. mit uns eine Familientherapie. Sie ist misstrauisch, denkt, ich will ihr was böses, wenn ich die Ideen von meinem Freund äußere, die alle gut sind, weil sie das Leben auf dem Hof erleichtern. Sie soll die Tiere ja auch im hohen Alter noch versorgen können. Das ist jetzt nicht möglich. In 10 Jahren ist sie zu alt. Sie sieht das nur nicht. Es scheint mir manchmal, sie hat kein Interesse daran, was nach ihr kommt, sondern nur, dass sie so lange wie möglich, die Macht behält. Es wird so kommen, dass sie in 10Jahren es nicht mehr machen kann, wir die Tiere verkaufen müssen, und wenn sie nicht mehr sind, wir den Hof verkaufen müssen, weil es dann zu spät ist, noch mal umzuziehen. Die Lebendplanung (wir sind 30) muss demnächst geklärt werden. Nur meine Mutter fühlt sich noch nicht alt genug, um zu begreifen, dass die nächste Generation am Drücker ist. Wenn sie es mir unmöglich macht, dort zu wohnen, führt das sicher auch zu einem tiefen Riss in unserer Beziehung, weil ich das von ihr als sehr egoistisch empfinde. Sie könnte ihre eigenen Enkel auf dem Hof haben, aber all das sieht sie nicht, weil sie denkt, wir machen es nicht richtig oder sie ist abhängig. Sie hat sehr viel Stolz und sagt eigentlich nie bitte.

Antwort
von diroda, 13

Vorher, am besten schriftlich, klären wer nach der Übernahme/gabe was zu sagen hat. Wer sich um welchen Bereich kümmert. Wer was investiert und kassiert. Wenn die Mutter nicht übergeben will, es nicht einsieht, ist alles vergeblich/zwecklos. Dann solltet ihr euch da raus halten. Bis alles der Bank gehört.

Kommentar von SaraliVI ,

Danke, ja ich denke, eine schriftliche Festsetzung, über die man auch vorher ausführlich gesprochen hat und jeder erst mal zufrieden ist, ist sicher hilftreich. Ich habe nur Angst davor, dass wir zwar die Hardware hinbekommen, mit dem rechtlichen, sie nur hinterher an Dingen rummeckert, weil sie sie entweder in ihrer Tragweite nicht begriffen hat, bzw. gedacht hat, sie kann Spielchen Spielen. Es gibt ja immer Interepretationslücken. Wenn sie meint, da nen hässlichen Entenstall hinsetzen zu müssen, oder nen geflickten Zaun, dem ich keinen Feriengast zumuten würde, dann macht sie das. Und wir haben vermehrt Arbeit bzw, machen ihn weg/anders und sie meckert rum.  Eigentlich müssten wir so was wie einen Redekreis initiieren, wo geklärt ist, wie Dinge geklärt werden - eben unsere Kommunikation kanalisieren. Bisher läuft das das so: Ich: ich habe eine Idee .... Meine Mutter: Nein, machen wir nicht, du spinnst wohl... ohne Begründung oder so. Weil sie nämlich keine sinnhaften Argumente hat, nur ihre verbohrte Einstellung. Wir sind beide sehr temperamentvoll. Das kommt noch hinzu.

Aber danke. Es hilft, mal noch Außenperspektiven zu hören.

Kommentar von diroda ,

Bleibe erst mal da weg. Lass sie allein weiter wurschteln bis nichts mehr geht. Entweder die Bank sie bittet den Hof zu räumen, um es freundlich zu sagen, oder bei ihr die Einsicht kommt das es mit ihr und ihrer Einstellung bzw. Gesundheit nicht mehr so weiter geht. Dann kannst du immer noch überlegen ob du dir den Betrieb wieder neu aufbaust. Zur Zeit ist konventionelle Landwirdschaft sowieso keine gute Investion. Man muß seine Lücke suchen und finden. Ständige Kämpfe sind verschwendete Nerven und Kraft.

Kommentar von SaraliVI ,

Danke, das problem ist, bis sie gesundheitlich an ihre Grenzen kommt, sind wir vermutlich auch zu alt um noch was zu reißen. Es geht ohnehin nicht um konventionelle Landwirtschaft, es ist Nebenerwerb für sie und später mal für uns gedacht. Offenheit und Vertrauen in die Kinder, kann man offenbar nicht erzwingen. Was Hänschen nicht lernt...

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