Frage von Littlest, 75

Mit dem Fahrrad auf den Jakobsweg?

Hallo erstmal. Ich habe vor mich im Juli auf den Camino de Santiago zu begeben und habe dazu noch so viele Fragen. Also erstmal zu mir: Ich bin Schülerin, 19 Jahre alt und ich fahre leidenschaftlich gerne mit dem Fahrrad. Ich liebe es meine Freiheit zu genießen, mir meine Zeit frei einzuteilen und daher möchte ich auch gerne allein los. Bisher habe ich einige Fahrradtouren mit bis zu 500km hinter mir gebracht. Ab Juli habe ich jetzt vor den Jakobsweg ab Köln bis nach Santiago de Compostella zu fahren, allerdings verteilt auf etwa 3 oder vielleicht sogar 4 Etappen. Ich habe vor mein Zelt mitzunehmen und da hätte ich auch schon meine erste Frage:

  1. Mit dem Zelt auf dem Jakobsweg? Aber wo denn? Wildes Zelten ist ja verboten aber ist es bei jeder Pilgerherberge möglich vor der Herberge zu Zelten? Wäre spannend für mich zu wissen. Vielleicht hat ja der eine oder andere Erfahrung damit gemacht.

  2. Meine nächste Frage betrifft den Transport des Fahrrades, denn mit dem Fahrrad nach Köln zu kommen ist für mich kein großes Problem, aber wenn ich es bis nach Le Puy geschafft habe, wie bekomme ich mein Fahrrad am besten wieder zurück? Wie viele Zuge gibt es, die wieder nach Deutschland fahren und dabei ein Fahrrad mitnehmen? Wie teuer könnte das werden? Ich bin ja Schülerin und auch nicht grade reich :).

  3. Meine nächste Frage betrifft die Jahreszeit. Ich hoffe sehr, dass es diesen Juli noch nicht zu heiß ist. Ich nehme an, dass von Köln nach Le Puy auch zur Sommerzeit deutlich weniger Pilger unterwegs sein werden als km später. Zumindest hoffe ich, dass ich gut durchkomme. Die nächsten Etappen würde ich dann wohl im Herbst machen oder wann ginge es am Besten? Es ist nicht so, das ich nicht auf andere Pilger treffen will aber ich weiß nicht wie man sich das vorstellen soll, wie voll die Straßen wirklich sind.

  4. Und gibt es Tipps, wie man sich vor der Hitze schützen kann?

  5. Ich bin auch dankbar für weitere Tipps, z.B.zum Gepäck oder zu Sehenswürdigkeiten. Auch Erfahrungen von anderen Pilgern sind sehr hilfreich! Vielen Dank fürs Lesen. :)

Antwort
von RudolfFischer, 14

Eine Menge grundsätzlicher Fragen. Ich kenne mich nur in Spanien aus.

Zelten? Ganz schlecht, nur in Ausnahmefällen an den Herbergen. Und Campingplätze sind dünn gesät. Nein, um die Herbergen (oder andere Quartiere) wirst du zumindest auf dem Camino Francés nicht herumkommen. Eine Alternative wäre die Küstenroute, auf der ich selbst schon einmal mit einem Zelt unterwegs war. Habe ich sofort gelassen, als ich in die erste Gegend kam, in der es Herbergen gab.

Es gibt Pilger, die wild zelten. Die Polizei drückt bei 1 Nacht ein Auge zu, aber unbedingt vorher den Besitzer des Grundes um Erlaubnis fragen. Kein Wasser, keine Toilette, sind dann auch Probleme. Ich hab's nicht gemacht.
Wäre mir als Frau auch zu gefährlich.

Fahrrad generell: Nicht alle Pilgerwege sind für Fahrradfahrer geeignet. Lege dir auf jeden Fall ein Handbuch (ich empfehle die von Raimund Joos im Outdoor-Verlag) zu, das auch ausführlich auf Radfahrer eingeht. Bei den Pässen wirst du schieben müssen, es sei denn, du hast ein Zig-Gänge-Sportrad. Die Landstraßen sind für Fahrradfahrer gefährlich, wenn es keinen Seitenstreifen gibt. Selbst als Fußgänger musste ich manchmal in den Graben springen, weil ein entgegegenkommender Holztransporter nicht ausweichen konnte. Ist aber eher die Ausnahme.

In Nordspanien muss man jederzeit auch mit kaltem Wetter rechnen, Sprühregen morgens bis 11 Uhr, ab 14 Uhr verflucht man wieder die Sonne ;-)) Wir mussten jeden Morgen ein klatschnasses Zelt einpacken (außen Tau, innen Schweiß) und es später auf Büschen trocknen lassen.

 


Antwort
von elon1, 27

Also zu den fragen 1,3,4 kann ich leider nichts sagen, was Punkt 2 betrifft allerdings schon.

Auch in Frankreich gibt es viele "regionalzüge" in welchen man sein Fahrrad gegen eine kleine Gebühr mitnehmen kann. Du Kannst ja mal auf der website von SNCF (Société Nationale des Chemins de fer Français) nach schauen, wo und wie die fahren. Die seite ist mittlerweile sogar in ein anständiges Deutsch übersetzt.

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