Frage von Janaaanad, 58

Mit Bandagenunterlage bandagieren oder ohne?

Hey mit dieser Frage eröffne ich eine neue "Diskussionsrunde". Und zwar zum Thema Bandagen : Findet ihr man sollte mit einer Bandagenunterlage bandagieren , und wenn ja warum !? Oder meint ihr man kann auch ohne Unterlage bandagieren und wenn ja warum ?
Dieses Thema interessiert mich schon lange , deshalb wollte ich mal von beiden Seiten die Begründungen hören . Ja ich weiß , viele reiten ganz einfach ohne ! Meistens sind Bandagen zum Dressurreiten eh nur zum aussehen da ;)
Lg Yana

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von esthi123, 18

Wenn, dann mit. Bevorzuge aber eigentlich Gamaschen.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 55

Es kommt drauf an, WARUM Du bandagierst, entsprechend dem Zweck, den die Bandage erfüllen soll, wird die Unterlage ausgewählt.

Für Verletzungen eine Wundauflage, für Kühlkompressen eine Auflage, falls die Kompresse direkt an der Haut zu kalt wäre. Für mal kurz 10 min Showauftritt je nach Bandagenmaterial mit oder ohne Unterleger.

Generell muss man wissen, dass unter dem "Beinschutz" (wobei echt zu hinterfragen ist, was da genau Schutz sein soll) die Wärme nicht weg kann wie wenn die Umgebungsluft sie abtransportiert. Bereits wenige Minuten nach Anlegen der Bandagen werden da schon 40°C überschritten. Durch Wärme verklebt das Gewebe der Sehnen und diese werden um ein Wesentliches verletzungsanfälliger dadurch. Ob man das unbedingt provozieren muss? Wofür?

Viele argumentieren, weil sich das Pferd generell streift. WARUM? Da stelle ich doch das Unphysiologische ab, bevor ich überhaupt über Reiten nachdenke, denn auf einer Fehlbelastung reiten produziert arthrotische Veränderungen, also bleibende Schäden.

Oder weil sich das Pferd nur unter dem Reiter streift? Dann sollte der Reiter an sich selbst arbeiten - notfalls erst mal mit einem erfahreneren Pferd, dass er das Pferd nicht so extrem aus der Balance bringt. Wir machen mit diesem Pferd dann erst mal Schrittarbeit, bis der Reiter sich im Schritt im Griff hat, seinem Pferd die Balance nicht zu nehmen, dann versuchen wir das Tritt für Tritt in den Trab und Sprung für Sprung in den Galopp mitzunehmen.

Weil das Pferd an einem Hindernis hängen bleiben könnte? Hm, ja, das kann passieren. Aber zum einen können Pferde erstaunlich viel überwinden ohne hängen zu bleiben, zum anderen muss man im Einzelfall abwägen, ob man nun die Erwärmung der Sehnen oder den Streifschuss lieber in Kauf nimmt. Ein verantwortungsbewusster Vielseitigkeitsreiter legt erst kurz vor dem Start Gamaschen an, die so gekühlt sind, dass sie in der Zeit des Rittes die Beine noch kühl halten können, reißt sie im Ziel runter und geht kühlen. Viele Jagdreiter reiten ohne, weil so lang kein Beinschutz kühl bleiben kann. Dagegen meinen viele Freizeitreiter, mit ihren "erheblich größeren Anforderungen" stundenlang irgendwas am Bein haben zu müssen.

Kommentar von ponyfliege ,

das verkleben der sehnen ist übrigens irreversibel. das geschädigte gewebe wird verstoffwechselt und ist unwiederbringlich verloren.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 45

diskussionsrunde?

bandagen sind allermeistens überflüssig bis schädlich.

und sie sehen auch nicht schön aus. man muss pferde nicht verkleiden wie püppchen.

bandagieren, das macht man nur, wenn ein pferd eine verletzung hat. dann kommt verbandwatte drunter. oder auf schauen oder reitpferdeprüfungen, wo die bandagen als kontrast zur besseren urteilsfindung beitragen sollen. dann natürlich ohne unterlage, erst kurz vor der prüfung drauf und nachher sofort wieder runter. es gibt tatsächlich prüfungen, wo falsches bandagieren zum ausschluss führt.

Antwort
von hupsipu, 36

Die Risiken wurden ja schon ausführlich beschrieben, da klemm ich mich hinten an ;-)

Ich bandagiere aber tatsächlich in Einzelfällen zum Reiten, nämlich wenn ich mit einem Pferd anfange Seitengänge zu erarbeiten. Dann kommt das Streifen bei manchen Kandidaten einfach mal vor, und wenn selbige dann zu Gallen neigen oder Eisen haben ist mir ne halbe Stunde bandagiert sein (während der Arbeitsphase) lieber. So viel zum "Wann". Das "Wie" ist dann ziemlich klar geregelt: am liebsten Wollbandagen, und die immer ohne Unterlagen, weil sie nicht einschneiden wenn man nicht saudämlich bandagiert. Wenn Elastik oder Fleece (letztere nur wenn es nix anderes gibt) dann immer mit Unterlagen (gern Neopren, notfalls normale gefütterte), weil Elastik gerne an den Rändern straffer wird und Fleece sowieso mistig zu bandagieren ist.

Kommentar von Janaaanad ,

Danke , sollte nicht heißen dass ich mit Bandagen reite ! Hauptsächlich nur mit Gamasxhen ;) Bandagen nur bei leichter Dressurarbeit ;)
Beste Antworr

Antwort
von Michel2015, 23

Ich bin bei solchen Sachen extrem faul und dann auch noch Unterlagen… Hm.

Nun erstmal, Stretchbandagen sind echter Müll, wenn schon, dann die Normalen. Die Kompression addiert sich bei jeder Wicklung auf mehrere Kilogramm Druck. Das tut aber auch gar nicht gut. Alleine das Anlegen/Auflegen beim Wickeln genügt, dann drückt sie auch nicht und man kann auf die Unterlagen verzichten. Du musst das am eigenen Arm mal ausprobieren, das ist echt übel wie das drückt wenn man die so angespannt wickelt. Lässt Du dass dann am eigenen Arm dann über Nacht, kannst gleich am nächsten Tag zum Notarzt. Also, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Wozu sie da sind steht im Büchlein "Basispass".

Antwort
von RainbowHorse, 58

Also mein RL nimmt, wenn sie mal bandagiert (kaum bis garnicht) eine bandagierunterlage

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