Frage von Crissaa, 102

Mit 20 aus familiären Problemen ausziehen?

Hallo.

Ich muss aus familiären Problemen von zu Hause ausziehen. Mein Vater ist alkoholabhängig und macht mir und meiner Mutter das Leben zur Hölle. Meine Mutter findet jedoch nicht den Absprung. Ich bin 20 und befinde mich momentan im 2. Lehrjahr einer Ausbildung. Mein Einkommen reicht vorne und hinten nicht, um mir eine Wohnung alleine zu finanzieren. BAB werde ich beantragen. Was ist aber, wenn es mir nicht gewährt wird oder ich nur so wenig bekommen würde, das es nicht für eine Wohnung bzw. zum Leben reicht? Kann ich mich dann ans Jugendamt bezüglich Wohngeld wenden oder sind die nicht mehr für mich zuständig, da ich eben schon über 18 bin? Ich weiß nicht, was ich tun soll und wer mir helfen kann. Zu Hause halte ich es nicht mehr aus. Bitte um Tipps.

Vielen Dank.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung, 32

BAB - könntest du erst beantragen bzw.erhalten wenn du schon auf eine eigene Meldeadresse gemeldet bist,also in einer eigenen Wohnung / WG - wohnen würdest !

Was dir da evtl.zustehen würde,kannst du dir im Internet von einem kostenlosen BAB - Rechner berechnen lassen.

Vorrangig würden aber deine Eltern in der Erstausbildung zum Unterhalt verpflichtet sein,könnten sie keinen Unterhalt zahlen,dann stünde dir bei deinem Einkommen auf jeden Fall BAB - zu,aber erst wenn du schon eine Wohnung hast und da gemeldet bist.

Dann stünde dir dein Kindergeld von 190 € zu,wenn es keinen Unterhalt gibt.

Du kannst jetzt nur eines versuchen,dass du beim Jobcenter einen Antrag auf ALG - 2 und die Kostenübernahme von angemessenen Wohnraum stellst,wenn deine Eltern nicht leistungsfähig sind.

Allerdings musst du dem Jobcenter nachweisen das es dir nicht mehr möglich ist zuhause wohnen zu bleiben,nicht nur weil du noch unter 25 bist,sondern auch,weil du dich schon in Ausbildung befindest.

Ich würde versuchen beim Jugendamt eine Notwendigkeitsbescheinigung für deinen Auszug zu bekommen,erzähle da was bei euch abgeht,ggf.machen sie dann mal eine Wohnungsbesichtigung,dass würde dir aber sicher weiter helfen.

Aber das Jobcenter wird dann zunächst die Leistungsfähigkeit deiner Eltern prüfen,weil diese ja vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind.

Antwort
von TreudoofeTomate, 20

Das Jugendamt ist für dich nicht mehr zuständig.

Ergänzend zu isomatte's Antwort noch der Tipp, geh nebenbei jobben. Dann schaffst du es vielleicht, dir ein WG-Zimmer und den Lebensunterhalt zu finanzieren. Und vielleicht solltest du dir mal einen Überblick darüber verschaffen, ob deine Ansprüche deinem Einkommen entsprechen. Sparsamkeit hat schon manchen finanziellen Engpass erträglicher gemacht.

Antwort
von webya, 61

Da werden deine Eltern aufgefordert dir Unterhalt zu zahlen. Denn in erster Linie kommt die Allgemeinheit dafür nicht auf. 

Antwort
von Rheinflip, 17

Wenn deine Eltern arm sind,  gibt's BAB und Kindergeld,  damit kann man gut leben.  Sonst musst du Unterhalt von den Eltern  bekommen.  

Antwort
von ErsterSchnee, 59

Zieh doch in eine WG.

Kommentar von Crissaa ,

Auch eine WG muss finanziert werden.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ist aber wesentlich günstiger als eine eigene Wohnung und auch mit einem Azubi-Gehalt zu stemmen.

Kommentar von KaeteK ,

Wie hoch ist dein Lohn im zweiten Lehrjahr? Kindergeld bekommst du ja dann auch noch...

Kommentar von Crissaa ,

Ich erhalte 319 Euro netto ausbezahlt. Plus Kindergeld wären das dann 508 Euro, wenn ich mich nicht irre. Im Monat kommen ungefähr 120 Euro Spritkosten auf mich zu. Wären wir bei 388 Euro. Mehr muss ich glaub ich nicht dazu sagen.

Kommentar von KaeteK ,

Hast du keine Großeltern, bei denen du unterkommen kannst? lg

Kommentar von Crissaa ,

Nein, die sind alle tot.

Antwort
von Maxipiwi, 37

Am besten wäre es ja, du würdest mit deiner Mutter zusammen ausziehen. Sollte es häusliche Gewalt gegeben haben, die irgendwie belegbar ist, könnt ihr eine Meldesperre beim Einwohner Meldeamt beantragen. 

Niemand sollte das aushalten müssen! 

Kommentar von Crissaa ,

Das Ding ist, meine Mutter wird nicht mit mir ausziehen. Ich weiß sicher, dass sie bei meinem Vater bleiben wird. Ich muss das alleine hinkriegen. Häusliche Gewalt gibt es nicht, aber es ist auch so schon schlimm genug, das kannst du mir glauben.

Kommentar von Maxipiwi ,

Ja, ich kann es mir vorstellen. Dann drücke ich dir die Daumen, dass du da raus kommst. 

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