Frage von Sissi0010, 78

mit 18 jahren raus aus dem nest?

hay zusammen ich werde in ca 8 Monaten 18 jahre alt. und wie es so üblich ist haben Jugendliche in der Zeit viele Meinungsunterschiede mit den Eltern. Wenn es bei dem bleiben würde, wäre dies ja kein Problem. ABER nicht wenn man täglich streitet. Deshalb will ich solbald ich 18 bin raus von zu Hause. Momentan verdiene ich 1200 Franken Netto. Ich würde nun gerne wissen auf was man alles in der Schweiz Anspruch hat, bzw was an Kosten (nebst der Miete für die Wohnung, Essen, Klamotten, Steuern, etc) auf einen zu kommen.

Und bitte kommt mir nicht mit den Sprüchen "überlegs dir mal" oder "geh doch zu deinen verwandten". Möchte mich mal wirklich darüber informieren und alles gut durchgehen von den Kosten her.

Antwort
von cymbeline, 33

Anspruch hast Du auf Prämienverbilligung bei der Krankenkasse (ist je nach Kanton ein anderer Betrag). Das ist aber auch schon alles, mehr gibt es nicht.

Sofern Du noch in einer Erstausbildung bist, müssen dich deine Eltern finanziell unterstützen. Falls nicht und dein Lohn nicht zum Leben ausreicht, kann allenfalls Sozialhilfe beantragt werden. Bei Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren erwartet das Sozialamt jedoch, dass bei den Eltern gewohnt wird. Daher wird nur in Ausnahmefällen Hilfe gewährt (siehe SKOS Richtlinien).

Antwort
von xo0ox, 14

Kosten:

  • Krankenkasse
  • Hausratversicherung
  • Handy
  • Essen/Trinken
  • Miete
  • Wasser
  • Strom
  • Steuern
  • Kleider
  • Fernsehkosten
  • Internet
  • Unvorhersehbares
  • usw.

Achtung hier kommt was du nicht hören willst!

Kenne niemanden der das wirklich Geschäft hat vor allem mit diesem kleinen Lohn. Alle meine Bekannten sind frühestens nach Beendigung ihrer Ausbildung ausgezogen.

Das es täglich Auseinandersetzungen gibt ist vollkommen normal. Bei manchen nicht ganz so heftig wie bei anderen, denke das liegt meist daran, dass Eltern in dieser Phase nicht realisieren wollen das ihr Baby Erwachsen wird.

Ich würde mir das sehr gut überlegen.

Antwort
von Nairi1997, 30

Was die Anderen beschrieben haben ist schon ziemlich gut, aber ich ergänze noch ein paar Sachen:

- Falls du kein Einzelkind bist: Deine Eltern haben eine schwierige Phase, weil du in der Pubertät bist und deine Geschwister entweder schon draussen sind oder jünger als du sind und das alles auf einmal. Das ist nicht einfach. Ich habe selbst jüngere Geschwister und habe gemerkt, dass sie mit ihnen schon genug Stress haben. Vielleicht musst du deine Ansprüche ein wenig runterschrauben, und deinen Eltern auch mal ein wenig Ruhe gönnen. Keine Familie ist perfekt, jeder hat mal Streit mit seinen Lebensgenossen.

- Mit 1200 Franken kannst du nicht Krankenkasse, Miete, Essen / Trinken, Kleider, Handy usw. bezahlen. Das ist eindeutig zu wenig. Da du deinem Lohn nach noch in der Lehre steckst, ist es eher unpraktisch, mit 18 schon auszuziehen. Und dann kommt noch die Autoprüfung. Du willst bestimmt deinen Lehrfahrausweis machen, die Stunden, wie auch das Auto fressen sehr viel Geld.

- Sprich mit deinen Eltern über deine Zukunftspläne und darüber, wie es für sie damals war, das erste Mal in einer eigenen Wohnung mit eigener Verantwortung zu leben. Sie können dir dann ihre Erfahrungen mitteilen. Wenn es dir mit deinen Eltern nicht passt, sprich mit Nachbarn oder Arbeitskollegen darüber und frage sie nach ihren Erfahrungen. Oft gibt es ganz nützliche Tipps zu diesem Thema.

- Mache eine Pro- und Kontra-Liste zum Thema Ausziehen und zum Thema Zu Hause bleiben. Und lass deine persönlichen Gefühle einen Moment lang aussenvor und denke nur im Sinne der Thematik. Du wirst sehen ist ganz einfach.

Auch wenn du das wahrscheinlich nicht hören willst, überleg dir ganz gut, ob es wert ist, wegen Streitereien gleich das Haus zu verlassen. Glaub mir, ich bin seit bald 7 Monaten 18 und habe viiiiiiiiel weniger Regeln und Grenzen, muss aber schon einen gewissen Beitrag leisten, um zu Hause bleiben zu können, wie Ämtli oder Einkaufen, wenn meine Eltern gerade keine Zeit haben. Ich verdiene momentan gerade mal 940 Franken im Monat, von welchen 80 Franken AHV und 250 Franken Sparkonto-Geld abgezogen werden. Und es reicht mir manchmal nicht über den ganzen Monat.

Nochmals: Hab ein wenig Geduld mit deinen Eltern, "schlimmer" als jetzt kann es nicht werden. Sie haben schliesslich auch Geduld mit dir. ;) Oder etwa nicht?

Ich hoffe ich konnte dir damit helfen.

Gruess Nairi1997

Kommentar von Sissi0010 ,

also nur mal so: 1. ich bin ein einzelkind 2. ich werde verhätschelt und behandelt wie ein kleines kind (was zu streitereien führt) 3. autoprüfung müsste somit bis 19 warten und ein eigenes auto ist so wieso fragwürdig da ich sehr viel mit dem ÖV fahre 4. ich habe gesagt BITTE keine sprüche wie "überleg es dir nochmal" denn genau das tu ich ja mit dem beitrag, ich will meine kösten unter kontrolle haben 5. ich muss meinen eltern jetzt schon was abdrücken

Kommentar von Nairi1997 ,

Okay als Einzelkind ist es aber völlig normal verhätschelt zu werden, da sie sich nicht um Geschwister kümmern müssen. Als Kind behandelt zu werden ist auch normal da du noch nicht 18 bist und das tun musst, was deine Eltern dir sagen ob du das hören willst oder nicht ist völlig egal. Und solche "Sprüche" musst du dir einfach anhören, weil es keine Sprüche, sondern Ratschläge sind. Und dass du bei einem so hohen Lehrlingslohn zu Hause was abgeben musst ist auch ganz verständlich. Ich entlöhne mein zu Hause wohnen wie ich gesagt habe nicht mit Geld, dafür aber mit Ämtli, die ich jeden Tag machen muss. Du solltest dir meinen Text gründlicher durchlesen. Es stehen viele wichtige Dinge drin!

Antwort
von Dackodil, 24

Egal ob das Verhältnis zu den Eltern gut oder schlecht ist, mit 18 sollte man flügge werden und lernen, selbständig zu leben und für sich selbst einzustehen.

Was mich etwas irritiert, ist die Frage nach den "Ansprüche" die du hast.
1.200 Fränkli netto sollten für ein selbständiges Leben reichlich genug sein.

So und nun flieg Sissi.

Kommentar von swissss ,

netto sollten für ein selbständiges Leben reichlich genug sein hä?

Ein Auszubildender in der Schweiz bekommt keine soziale Hilfe.

Kosten in der Schweiz

Wohnung ( WG ) minimum 600 Franken

Essen und trinken 300 Franken

Toilletenartikel, ( mit WC Papier und Tampons uns Schampo und und und ) 100 Franken

Internet Handy 50 Fraken

Hausratversicherung 30 Franken

Haftpflichtvesicherung 20 Franken

ÖV Minimum 50 Franken

Kleider

Schuhe

Ausgang

Kino

und

und

Minimum 1700 Franken Totalkosten

Kommentar von Dackodil ,

Also ich habe mein selbständiges Leben ohne Versicherung, Netz und doppelten Boden begonnen.

Und nur mal rausgegriffen, 100 Franken für Toilettenartikel? bitte was?

Ja wenn man solche Ansprüche hat und sich nicht nach der Decke strecken kann oder will, dann muß man eben weiter die Beine unter Vaters Tisch strecken und kann sich nicht über Bevormundung echauffieren.

Für viele ist der bekannte Mief und der Service im Hotel Mamma eben attraktiver als die frische Luft der Freiheit.

Freiheit, auch nur ein kleines Stück davon ist nun mal nicht zum Nulltarif zu haben.

Kommentar von swissss ,

ohne Versicherung, Netz und doppelten Boden heisst.

wenn etwas passiert ist das Sozialamt zuständig.

Eroistisches Denken

auch wenn ich mit Toillettenartikel

auf 40 Franken runter gehen sind es immer noch 

1600 + Franken minimum.

( nach Sozialstandart ist das Existenzminimum 2100 Franken)

ich habe also mit 1600 Franken ganz sicher nicht

"Solche Ansprüche*

Kommentar von Dackodil ,

Hausratversicherung und Haftpflichtversicherung verhindern also, daß man im Fall des Falles dem Sozialamt auf der Tasche liegt?

Wozu brauche ich eine Hausratversicherung, wenn ich in Apfelsinenkisten oder Palettenmöbeln lebe?

Seltsames Völkchen, diese Schweizer.

Antwort
von raphael998, 23

Also ich habe als ich 18 wurde ähnliche gedanken gehabt. Doch glaub mir es ist um einiges schwieriger als du es dir nur vorstellst.

Damals habe ich 3 Monate in Frankreich gearbeitet, damit ich mich etwas distanzieren kann. Das hat mir gezeigt, dass es nur noch viel anstrengender ist, als reiberein mit den Eltern zu haben.

Meine Empfehlung wäre vielleicht mal ein Gepräch mit deinen Eltern, wo vielleicht eine Vertrauensperson aus deiner Familie, Freundeskreis dabei ist und versucht die Situation etwas zu überblicken und dann mal unvoreingenommen dir sagt, was er an deiner Stelle machen würde.

Antwort
von Kev19b, 23

wie du schon geschrieben hast

-Miete Wohnung + Nebenkosten

-Kaution für die Wohnung ( entweder alles aufeinmal selbst aufbringen, oder du schliesst eine Versicherung ab die das für dich übernimmt, kostet dich dann sehr viel weniger )

-Bilag

-Telefon/Internet/Handy

-Krankenkasse

-Essen

-Klamotten

-Hygieneartikel

bei Bedarf noch Hausratsversicherung zb. Mobiliar oder so

ist aber nicht zwingend..

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