Frage von Sonne1998, 128

Mit 18 ausziehen. Welche Regelungen und Ansprüche (noch in der Schulzeit)?

Hallo!

Ich würde zu meinem 18. Geburtstag (in 2 Monaten), wegen massiver Probleme im Elternhaus, gern ausziehen.

Schlichtungen/Klärungsversuche schlugen bisher, auch mit neutralen Personen als Beiwohner beim Gespräch, fehl. Auf näheres möchte ich auch gar nicht großartig öffentlich eingehen - Sagen wir, es fängt mit massiven Eingriffen in die Privatsphäre, verbalen Fehlgriffen ect schon an und ich bin nachweislich glücklicher bzw. bewekstellige meinen Alltag deutlich besser, ohne Kontakt zu meinen Eltern.

In der Vergangenheit bin ich in der Schule negativ aufgefallen, mit deutlich zu häufigem Fernbleiben ect, da mir der geregelte Alltag wirklich schier unmöglich schien und ich psychisch am Ende war - Wer wäre das auch nicht, wenn man in den heimeligen vier Wänden nur Streit und Unmut hat. Ich denke, es wäre so für uns alle am Besten.

Zur Zeit bin ich in der 11. Klasse, also noch bis 2018, bis zum Abitur, in der Schule und jobbe auf 450 Euro Basis nebenher.

Nun meine Frage: Wie kann ich die anfallenden Kosten bewerkstelligen? Steht mir etwas zu oder muss ich letztendlich alles allein tragen und zahlen, auch wenn so kein bis kaum Geld für Lebenserhaltungskosten übrig wären? evtl das Betreuugsgeld/Kindergeld, das meine Eltern erhalten?

Habe einen "Leidensgenossen" gefunden, der ähnliche Probleme mit dem Elternhaus hat und ebenso möglichst bald ausziehen will. Gemeinsam ist die Miete in unserer Gegend deutlich besser zu finanzieren als allein, da 1ZKB hier preislich zu Mehrzimmerwohnungen keinen Unterschied machen.

Danke im Vorraus!

EDIT:  Ich wurde des übrigen von meinen Eltern zum 18. schon des Hauses verwiesen.
Zu einem Anderen Familienteil möchte ich nur ungern, da ich, wenn auch nur stocked, möglichst selbstständig mein neues Dasein aufrechterhalten möchte ohne mich gegen Geld in ein von meiner Familie gemachtes Nest zu setzen

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Wohnung, 57

Nun meine Frage: Wie kann ich die anfallenden Kosten bewerkstelligen? Steht mir etwas zu oder muss ich letztendlich alles allein tragen und zahlen, auch wenn so kein bis kaum Geld für Lebenserhaltungskosten übrig wären? evtl das Betreuugsgeld/Kindergeld, das meine Eltern erhalten?

Dann musst Du Dich an das Jugendamt und das Jobcenter wenden und die Situation beschreiben.

Es wird dann geprüft und dann wenn alles gut geht die entsprechenden Schritte eingeleitet bzw. Sachen bewilligt werden.

Bei schwerwiegenden sozialen Gründen ist so etwas möglich.

Antwort
von toomuchtrouble, 55

https://www.haufe.de/recht/familien-erbrecht/eltern-bieten-kost-und-logis-an-kin...

http://www.finanztip.de/unterhalt-volljaehrige-kinder/

Oder ganz kurz: Wenn Deine Eltern nicht mitspielen, sieht es nicht gut aus. Du müsstest eine für die Erwachsenenwelt nachvollziehbare unzumutbare häusliche Situation nachweisen. Spätpubertäre Interessenkonflikte kann ich als Vater eines 18-jährigen zwar nachvollziehen, aber für eine Unterhaltsklage reicht es vermutlich nicht aus.

Kommentar von Sonne1998 ,

Vielen Dank für die Links, ich werde mich gleich ans Lesen machen. Vorher ist es mir aber wichtig, noch loszuwerden, dass ich meine Eltern um Gottes Willen nicht auf Unterhalt verklagen will - Dafür wurde mir in der Vergangenheit deutlich zu viel Gutes ermöglicht. Eine Klage könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Eher noch, auf andere Möglichkeiten wie das unten genannte Schülerbafög zurückzugreifen, sofern ich dafür die nötigen Vorraussetzungen erfüllen würde.

Kommentar von toomuchtrouble ,

http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/schueler-bafoeg.php

Schüler-Bafög ist auch nur unter ganz engen Voraussetzungen möglich.

Da ich selbst mit 17 zuhause abgehauen bin, kann ich Deinem Gedankengang folgen, auch wenn ich als Vater eine vermutlich realistischere Perspektive einnehmen muss. Danach ist Dein Verzicht auf Elternunterhalt natürlich ehrenwert aber nicht zielführend. Deine Eltern sind bei entsprechendem Einkommen (s. Düsseldorfer Tabelle) voll unterhaltspflichtig und müssen ca. € 735,-- abdrücken. Alle Ämter werden Dich darauf verweisen.

http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-2016/index...

Antwort
von archibaldesel, 62

Deine Eltern sind für deinen Unterhalt verantwortlich. Ansprüche gegen den Steuerzahler hast du nicht.

Antwort
von Sonnenstern811, 60

Mal ganz ehrlich: Hätte ich Nachwuchs, der Cannabis konsumiert, würde ich ihn auch vor die Wahl stellen, entweder umgehend damit aufzuhören, oder spätestens am 18. auszuziehen. Dann fragst du auch noch nach Zuschüssen auf Kosten der Steuerzahler.

Nun dürfen sich alle Befürworter hier wieder ereifern und den Vergleich mit Spirituosen anführen. Für deren übermäßigen Konsum gälten bei mir die selben Bedingungen.

Tipp zur Abiprüfung: Lass ein "r" weg, falls das betreffende Wort da auch vorkommt.

Kommentar von Sonne1998 ,

Ich bin sicherlich weder ein Dauerkonsument noch alleiniger Inhaber dieses Kontos, damit dürfte sich jenes erübrigt haben, oder?
Zum Abi: Vielen lieben Dank für deinen Rat, allerdings ist mein Fehlerquozient gut genug (unter 0,5), sodass einige Flüchtigkeitsfehler mit der PC-Tastertur gut zu verkraften sind. Dennoch nehme ich mir die Beanstandung selbstverständlich zu Herzen - Trotz der auffällig engstirnigen Art und Weise mich beurteilen zu wollen, die zu dieser gewagten, trotzigen Antwort meinerseits geführt hat und wünsche einen geruhsamen Restabend

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Leider ist es meist nicht möglich, auf einem Konto verschiedene Nutzer auseinander zu halten. Es sei denn, Fragen sind total gegensätzlicher Art. Dann ließe es sich  sicher vermuten.

An deiner Antwort hier fand ich weder etwas gewagt noch trotzig. Ebenso wenig kann ich bei meinem Beitrag irgend eine Art von Engstrinigkeit erkennen. Anzumerken wäre vielleicht, dass, als ich in deinem Alter war, kein Mensch auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen wäre, während der Lehrzeit, geschweige während der Schulzeit, von zu Hause weg zu ziehen. Er wäre garantiert als völlig knülle beurteilt worden.

Aber gut, es sind nun andere Zeiten, und in meinerJugend wollten wir ja auch nichts von der Kaiserzeit hören, geschweige denn irgendwelche Vergleiche haben. Dennoch finde ich es nicht so verkehrt, wenn man auch mal daran zurück denkt, dass es nicht immer so toll und so frei war wie heute manche Dinge. Beileibe nicht alle.

Den kleinen Hinweis mit dem r konnte ich mir nicht verkneifen, weil das hier unglaublich oft passiert. Ich meine sogar, in der Mehrzahl der Fälle. Und gar nicht selten von jungen Menschen, die sich auf ihr Abi freuen. War übrigens nur gut gemeint und an einen Tippfehler zu glauben, fällt mir hier nicht ganz leicht.

Andererseits passiert es nur bei Menschen, die noch höflich sind und sich im Voraus bedanken. Sollte vielleicht an den Schulen mal eine extra Stunde Unterricht wert sein.

Bei dem Text "ich und mein/e" hab ich inzwischen jede Hoffnung aufgegeben, dass es heutigen Lehrern möglich sein könnte, die Geschichte mit dem Esel, der nicht voran gehen sollte, den Schülern zu vermitteln. Keine Ahnung, wie du das damit hältst.

Übrigens habe ich 3 Jahrzehnte in Berlin im Gebiet zwischen Bahnhof Zoo und Bülowbogen gearbeitet und dabei Dutzende oder vermutlich hunderte  von menschlichen Wracks gesehen, die vielleicht auch mal scheinbar ganz harmlos mit solchem Zeug anfingen. Darum bin ich in der Hinsicht verdammt empfindlich. Es tut mir nämlich um jeden jungen Menschen leid, der sein Leben derart wegschmeißt und die Dealer beglückt. Ich weiß zudem, welch gewaltige Summen die oftmals in ihre Heimat geschickt haben.

Hoffe, du bist nicht gefährdet,  und ich wünsche dir alles Gute fürs weitere Leben. Abende  vergehen so verdammt schnell. Das Leben geht weiter. Im Guten wie im Bösen. Machs also gut.



Kommentar von Sonne1998 ,

Danke, wirklich. Was Alkohol- und Drogenexzesse angeht, bin ich mit meinen, doch noch jungen Jahren, wirklich "geheilt", seit ein sehr guter Freund beinahe ums Leben gekommen ist.
Sicher waren die Zeiten und Umstände früher anders, allein meine Großeltern und Eltern erzählen so vieles - allerdings auch, dass deren Kinder, sprich, meine Eltern, schon mit 16 und 18 das Weite gesucht haben.
Ich mag nicht das vernünftigste Leben leben, aber : Wer ins Wasser geworfen wird/spingt, lernt, wie man schwimmt.
So lass uns hoffen, dass wir uns nicht in absehbarer Zeit auf jener Plattform wieder einmal begegnen, wenn es heißt "Kann meine Wohnung nicht zahlen, was nun?" .
Auf dass die Zukunft für uns alle zum Besten bestellt ist.
Machs gut.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Hoffe ich ehrlich auch für dich. Aber glaub bitte nicht, dass diese "Frühauszieher" von früher nun eine eigene Wohnung hatten, außer ein paar aus der obersten Schicht vielleicht.

Mein Schwiegervater erzählte mitr, dass er in recht jungen Jahren von zu Hause weg ist. Rate mal warum. Das Geld reichte nicht, Alle zu ernähren. Trotz zusätzlicher Hauswartsstelle und Kindern, die vor der Schule Zeitungen austrugen usw. Obwohl sein Vater Münzpräger war. Heute sicher kein so schlecht bezahlter Beruf.

Sie nanten es "auf die Walz gehen". Mal hier und dort beim Bauern helfen, oder was gerade so anfiel.

Wünsche ich heute aber auch keinem mehr. In manch anderen Ländern sicher immer noch weitgehend Standard.

Antwort
von Midgarden, 57

Materiell sieht es nicht günstig aus - das Kindergeld kann (nach Deinem Auszug) von der Familienkasse an Dich gezahlt werden, evtl. wäre auch noch Wohngeld (minimaler Zuschuß) oder ggf. auch Schüler-BAföG drin.

Von den Eltern kannst Du rein rechtlich nichts erwarten, wenn Du auf eigenen Wunsch ausziehst

Kommentar von Sonne1998 ,

Auf eigenen Wunsch- teils teils. Wurde wörtlich des Hauses verwiesen auf den Tag meines 18. Geburtstages, mit der freundlichen Bemerkung, dass man mir auch gern Koffer packt oder mich aufs Jugendamt schickt

Kommentar von Midgarden ,

Das Jugendamt ist nur dann noch mit im Boot, wenn es Dich bereits vor dem 18. Geburtstag betreut

Kommentar von Sonne1998 ,

Das Einzige was ich mit dem Jugedamt bisher zutun hatte, waren die Formalia zur Adoption kurz nach der Geburt, mehr nicht

Kommentar von johnnymcmuff ,

Das Jugendamt ist nur dann noch mit im Boot, wenn es Dich bereits vor dem 18. Geburtstag betreut

Wie kommst Du darauf?

So weit ich aus sicheren Quellen weiß, ist das Jugendamt bis 21 Jahren zuständig.

Kommentar von Midgarden ,

Das Jugendamt ist nur dann bis 21 mit im Boot, wenn es schon vor dem 18. Geburtstag im Boot war und der Betreute noch in Ausbildung ist

Kommentar von Sonne1998 ,

Bezüglich Jugendamt ist mir lediglich meine Adoption ein Dorn im Auge. Trotz meiner (baldigen) Volljährigkeit - Gibt es andere "Bedingungen" für Adoptivkinder? Oder sind diese Bedenken grundlos, da mit vollzogener Adoption im Säuglingsalter nach geltendem Recht alle Verwandschaftsverhältnisse zur biologischen Familie erlischen und nichtig sind?

Kommentar von Midgarden ,

Nein, da gibt es keine Sonderregelungen - aber Du kannst ja mal versuchen, dem JA Deine prekäre Situation zu schildern und um Unterstützung zu bitten (vor dem 18.)

Antwort
von dresanne, 16

Wie hast Du Dir denn das gedacht? Denkst Du, der Steuerzahler finanziert Dir eine Wohnung, wenn Du Zoff mit Deinen Eltern hast? Das kannst Du voll vergessen. Entweder Du bleibst zu Hause oder Deine Eltern finanzieren Dir die Wohnung, aber nur, wenn sie einverstanden sind.

Kommentar von Sonne1998 ,

Mich als angehenden Sozialschmarotzer hinstellen zu wollen zählt zur feinen englischen Art, oder wie ist das zu verstehen? Alle Studenten, die Bafög beziehen, müssten sich quasi in Grund und Boden schämen, weil es nicht zu bewerkstelligen ist, die immensen Mietpreise 100% zahlen zu können uber einen längeren Zeitraum!
Weder bin ich Arbeitslos, noch perspektivlos und ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber weder habe ich Hintergrundinformationen zu meiner aktuellen Lage gegeben noch darum gebeten, dass sich auf derart unhöfliche Art und Weise ein Urteil gebildet wird!

Antwort
von Fortuna1234, 65

Hi,

du bekommst dann definitiv das Kindergeld. Ansonsten kannst du versuchen Unterhalt einzuklagen (Ausgang je nach finanzieller Situation der Eltern unterschiedlich). Wenn du nicht einklagen willst, kannst du ja einen 450€-Job nebenher machen. Das sind 634€ und damit kann man gut klarkommen.

Wenn du gerade schreibst, dass du selbstständig sein willst, dann bleibt dir ja nur die eigene Finanzierung.

Kommentar von Sonne1998 ,

Jobbe bereits auf 450er Basis nebenher und möchte dort in den Ferien aussetzten, um für diese Zeit einen besser bezahlten Kurzzeitjob zu machen (Studentenjobs in großen Fabriken eben)
Dennoch wissen wir glaube ich alle, dass man mit 450 Euro allein nicht leben kann wenn die günstigste Wohnung hier schon 250 kalt kostet plus 225 Euro NK. Weiter weg kann ich wegen der Schule leider nicht

Kommentar von Fortuna1234 ,

Du hast ja nicht nur 450€, sondern noch 184€ oben drauf. Und wenn du dir die Wohnung dann teilst, ist ja nur die Hälfte der Miete. Ansonsten musst du halt in ein Zimmer irgendwo, das kostet auch nicht so viel. Bis zu 250€ kannst du schon für Miete rechnen und kannst damit leben.

Ich hatte als Student weniger Geld (600€) und habe 260€ Miete (inkl. aller Nebenkosten) gezahlt, das ging ja auch.

Du kannst eben keine knapp 500€ für Miete ausgeben. Das gebe nicht mal ich aus und ich verdiene jetzt sehr sehr gut.

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