Frage von ShooterStar, 94

Mit 17, fast 18 von zuhause ausziehen. Unterhalt?

Hallo, als Erstes möchte ich anmerken, dass ich weiß, wie viele Fragen und Antworten es zu diesem Thema gibt, aber ich hätte gerne eine Antwort, die auf meine persönliche Situation zugeschnitten ist.

Seit 2 Jahren habe ich regelmäßig Streit mit meinen Eltern. In letzter Zeit hat sich die Situation jedoch immer weiter zugespitzt. Mein Vater schenkt mir keinerlei Aufmerksamkeit, für ihn existiere ich halt und wenn ihm langweilig ist sucht er sich Gründe, um mich anzubrüllen und psychisch fertigzumachen. Außerdem gibt er mir ständig die Schuld an seinen Streitigkeiten mit meiner Mutter. Man kann mit ihm auch nicht vernünftig diskutieren, da er, egal wie viele Argumente man erbringt, niemals von seiner Meinung loszueisen ist. Hinzu kommt, dass er relativ viel verdient, jedoch nicht einen Cent für mich ausgibt. Ich will ja nicht sein komplettes Vermögen haben, aber wenn ich mit ihm unterwegs bin muss ich sogar mein Essen selbst zahlen, Klamotten und andere Gegenstände lässt er vollständig von meiner Mutter bezahlen, obwohl diese höchstens ein Drittel seines Einkommens zur Verfügung hat. Zudem gibt mir keiner der beiden auch nur im entferntesten das Gefühl, gemocht zu werden, und da ich im nächsten Schuljahr die 11. Klassenstufe freiwillig wiederholen möchte, wollen sie mir verbieten, öfter als einmal pro Monat meine Freundin oder meine Freunde zu sehen. Wenn das neue Schuljahr beginnt, bin ich bereits 18.

Nun zu meiner Mutter: Seit Anfang des Jahres provoziert sie mich immer häufiger. Vor Kurzem ist es sogar vorgefallen, dass sie mich nach einem harten Tag (was ich ihr auch gesagt habe) angebrüllt hat wie nutzlos ich bin, woraufhin ich auch etwas lauter wurde. Dann schrie sie weiter und sagte, sie würde nur noch darauf warten, dass ich sie schlage (Ich habe noch nie einem Menschen ein Haar gekrümmt, gedroht habe ich auch noch niemandem und ich strahle sicherlich keine Gewalt aus.) Da war für mich der Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe, dass ich hier weg muss. Welche Mutter kommt denn auf die Idee, einen Streit vom Zaun zu brechen, um einfach nur provozieren zu können? Ich denke, dass die beiden mich auch nicht mehr im Haus haben wollen, aber keine Lust haben (vor allem mein Vater), hohe Unterhaltssätze an mich zahlen zu müssen.

Nicht zuletzt möchte ich zumindest aus meinem Zimmer ausziehen, da es ab 25 Grad Außentemperatur, die durchschnittlich wohl in 4-5 Monaten des Jahres erreicht werden kann, einfach unmöglich ist, nachts zu schlafen. Ich wohne direkt unter dem Dach und die Sonne scheint von Sonnenaufgang bis etwa 16.30 Uhr auf mein Zimmer, sodass es sich ständig mindestens bis zum Erreichen der Außentemperatur aufheizt. Ich kann nachts nicht schlafen, weil mir zu warm ist und das beeinträchtigt meine Konzentrationsfähigkeit in der Schule erheblich, dennoch erklären sie sich nicht zu irgendeiner Form eines Lösungsansatzes bereit.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Wie sieht die Rechtslage aus? Bekäme ich im Falle des Auszugs Unterhalt?

Antwort
von wilees, 19

Grundsätzlich sind Dir Deine Eltern bis zum Abschluß der ersten Ausbildung gegenüber unterhaltspflichtig.

Dies bedeutet aber zumindest bis zum Schulabschluß, dass dieser Unterhalt ein Naturalunterhalt sein darf. Aus den gleichen Gründen kann auch kein Bafög beantragt werden. ( Schule gut erreichbar vom elterlichen Haushalt ) Nun kannst Du aber nicht einfach die Schule / Schulstandort bei gleichem Lernziel wechseln, um evtl Bafög zu beantragen.

Anders sieht es aus, wenn Du studieren möchtest. Dann müssen Eltern üblicherweise Barunterhalt gewähren.

Einen Ansatzpunkt um Barunterhalt der Eltern zu erlangen sehe ich darin, dass Du Dir einen Job besorgst, der Dir die Kosten der Unterkunft sichert. Denn Lebensunterhaltskosten müssen sie auch tragen, wenn Du zuhause lebst. Aber lasse gedanklich nicht außer Acht, dass die wirtschaftliche Belastung daraus wahrscheinlich Deine Mutter tragen muß.

Kommentar von wilees ,

Wenn ich so Deine Kommentare zu Antworten Anderer lese, denke ich es macht Sinn wenn Du um Beratung des Jugendamt bittest. Denn Du hättest ja die Möglichkeit im Hause der Großmutter unterzukommen.

Antwort
von DieKatzeMitHut, 49

Die Frage ist - mangeld es dir ernsthaft an irgendetwas? Erfährst du Gewalt?

Es klingt nicht danach - eher nach relativ normalen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und ihren Eltern. Und ja, natürlich sind es immer die Eltern, die provozieren und im Unrecht sind, das ist mir klar.


Du bist fast 18 Jahre alt, also praktisch erwachsen. Wenn du Geld brauchst, warum gehst du dann nicht arbeiten? Das steht dir frei.

Wobei natürlich die Frage ist, ob du dafür denn überhaupt Zeit hast, wenn du solche Probleme mit deinen schulischen Leistungen hast. Und ja, dann ist es auch fraglich, ob du nicht lieber lernen solltest, statt dich ständig mit Freunden zu treffen.


Dass Dachgeschosszimmer im Sommer sehr warm sind, ist nunmal so - damit musst du leben. Du önntest dich mal damit auseinander setzen wie man strategisch lüftet etc. und dir beispielsweise einen Ventialtor anschaffen.


Wenn du 18 bist, kannst du natürlich auch ausziehen - sofern du es dir leisten kannst, finanziell unterstützt wirst du in deiner Situation wohl kaum, es besteht keine Notwendigkeit. Bei Auszug kannst du einen Abzweigungsantrag stellen, damit du das Kindergeld bekommst (knapp 200 Euro).

Antwort
von Nashota, 49

Es braucht sogenannte Härtefallvorkommnisse, um ausziehen zu können. Das mit deinem Zimmer ist schon mal kein Grund, auch wenn es sicherlich belastend ist.

Inwieweit die Auseinandersetzungen nun Grund sind, um gewissermaßen auf psychische Überbelastung zu gehen, müsste das zuständige Jugendamt entscheiden. Hast du irgendjemanden, der eure Familienverhältnisse bezeugen könnte und es auch tun würde?

Unterhaltsverpflichtet sind deine Eltern aber bis zur Beendigung einer Erstausbildung oder Erststudiums.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Das bedeutet aber nicht, dass sie einach so eine Wohnung finanzieren müssen - sie geben ihm ja die Möglichkeit kostenfrei zuhause zu wohnen.

Kommentar von Nashota ,

Ein Familienleben sollte sich eigentlich dadurch auszeichnen, dass dort eine Atmosphäre herrscht, die man allgemein als lebenswert bezeichnet. Sprich, man sollte das Gefühl haben, dort kein lästiger Störfaktor zu sein, sondern anerkannt und geliebt.

Es ist bekannt, dass das in vielen Familien eben nicht so ist. Nicht umsonst gibt es das Angebot des betreuten Wohnens oder im Extremfall der Pflegefamilien.

Wo nur Stress herrscht, fühlt sich keiner wohl. Und wo Handlungsbedarf besteht, sollte auch gehandelt werden.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Im betreuten Wohnen sind aber in der Regel ganz andere Fälle. Und mit 18 Jahren kommt auch niemand mehr in eine Pflegefamilie.

Sicher, wo Handlungsbedarf besteht - man muss solchen aber auch realistisch einschätzen und sehen, wo ein wirklicher Härtefall liegt und wo nicht.

Kommentar von Nashota ,

Ist schon klar, es war auch allgemein gehalten.

Fakt ist, dass es in Familien möglich sein sollte, seine Privatsphäre zu haben, einen ordentlichen Umgangston untereinander zu pflegen bzw. ordentliches Verhalten aller Beteiligten erwarten zu können.

Kommentar von wilees ,

Nur zur Info, ein betreutes Wohnen würde das Jugendamt ein Mehrfaches kosten, als die Unterbringung in einer Pflegefamilie. Und solche Voraussetzungen sind hier eindeutig nicht gegeben

Kommentar von ShooterStar ,

Erstmal möchte ich mich für die Antwort bedanken. Inwiefern wird denn jemand befähigt, Aussagen über die Geschehnisse zu machen? Anwesend ist außer den Beteiligten leider niemand.

Kommentar von Nashota ,

Nun, es gibt zum Beispiel andere Familienangehörige. Großeltern zum Beispiel, Tanten oder Onkels. Wer da nicht nach dem Motto lebt "Was bei denen abgeht, ist deren Sache.", könnte also schon eine Aussage treffen.

Es gibt auch Kinder, die sich ihren Lehrern oder Freunden anvertrauen. Gerade, wenn Freunde zu Besuch sind, bekommen die auch mal mit, wie die Verhältnisse so sind. Mitunter erzählen die das wieder ihren Eltern.

Und sind es laute Streitigkeiten, sind auch oft Nachbarn davon betroffen, dass auch die was sagen könnten.

Kommentar von ShooterStar ,

Nunja, ich habe bereits mit meiner Großmutter über die Situation geredet und auch schon bei ihr übernachtet, als es mir zu viel wurde. Ich habe bei ihr auch ein eigenes Zimmer und könnte darin wohnen. Freunde kommen eigentlich eher selten zu mir, weil sie meine Eltern nicht leiden können. Meinen engeren Freunden ist in letzter Zeit auch schon aufgefallen, dass ich sehr kaputt wirke und unter starkem Druck stehe, auch bevor ich mit ihnen drüber geredet habe. Mein bester Freund dachte sogar, ich wäre gar nicht der leibliche Sohn meines Vaters, nachdem ich ihm von unserem Verhältnis erzählt habe. Die ganze Situation überfordert mich so sehr, dass ich teilweise schon daran denke, mein Abitur abzubrechen, eine Ausbildung anzufangen und das Abitur dann an der Abendschule nachzuholen, um hier wegzukommen.

Direkte Nachbarn haben wir leider keine, das dichteste dauerhaft bewohnte Gebäude steht knapp 150 meter entfernt.

Kommentar von Nashota ,

Dann würde ich auch zu den Großeltern ziehen, wenn sie Platz haben und dir das anbieten würden.

Das Ganze sollte dann trotzdem übers Jugendamt laufen, damit auch bei dauerhaftem Wohnen das Kindergeld nicht mehr an deine Eltern ginge.

Lasst euch am besten beraten.

Und da du schon fast volljährig bist, kannst du auch etwas Geld mit einem kleinen Nebenjob verdienen.

Was dein Abi angeht: Wenn du allgemein überfordert bist, ist es auch keine Schande, eine normale Ausbildung anzufangen. Weiterbilden kann man sich ja immer.

Antwort
von Daisy337, 20

Hi, ehrlich gesagt habe ich mir die Streitigkeiten mit Deinen Eltern gar nicht durchgelesen, da diese in Deinem Fall unerheblich sind. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung: 

Ab 18 ist es Deine Entscheidung und vor allem Dein Recht, dort zu leben, wo auch immer Du willst. 

Deine Eltern sind Dir solange unterhaltspflichtig, bis Du eine Berufsausbildung abgeschlossen hast - auch wenn sie Dir die Möglichkeit bieten, bei ihnen zu wohnen. 

Du musst auch ab dem 18. Lebensjahr keine Gründe angeben, falls Du den Unterhalt einklagen musst. Wenn Deine Eltern allerdings nicht das Geld haben, hilft auch das Gesetz nichts, allerdings hättest Du dann gute Chancen auf Bafög und Wohngeld.

Antwort
von auchmama, 20

"Normale" Streitigkeiten und ein zu warmes Zimmer, sind vom Gesetz her keine Gründe, dass man mit 18 einfach ausziehen und von den Eltern Unterhalt beanspruchen kann!

In wie weit die familiären Auseinandersetzungen untragbar wären, kann nur mit Unterstützung vom Jugendamt geklärt werden.

Wenn es für Dich aber so unerträglich ist, steht es Dir natürlich frei, wenn Du ,statt noch weiter zur Schule zu gehen, jetzt eine Ausbildung anstrebst. Mit der Ausbildungsvergütung und dem Kindergeld, welches Du für Dich dann beanspruchen könntest, sofern Deine Eltern keinen Unterhalt in der Höhe des Kindergelds an Dich leisten, kannst Du Dir locker ein Zimmer in einer WG finanzieren!

Es muss sich nicht jeder bis zum Abi durch quälen. Wenn Du jetzt schon freiwillig ein Jahr wiederholen willst, sieht es ja mit den Noten wohl auch nicht so prickelnd aus. Und nach einer Ausbildung könntest Du immer noch Dein Abi nachholen. Sowas kann man auch in Abendschule ableisten und sich selbst finanzieren!

An Deiner Stelle für ich Nägel mit Köpfen machen und auf die "Missgunst" Deiner Eltern verzichten! Allerdings musst Du Dich dafür schon ein Stück weit "selbstständig" ins Zeug legen. Ist aber zu schaffen, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat!

Viel Erfolg dafür ;-)

Antwort
von Autoleiche, 38

Hi,
Da du noch zur Schule gehst und die Möglichkeit besteht, dass du bei deinen Eltern wohnen kannst, wird es eher schwer Geld vom amt zu bekommen. Du würdest höchstens die 190 Euro Kindergeld bekommen. Ich würde dir raten die schule fertig zu machen und erst mit Beginn einer Ausbildung auszuziehen. Wenn du mit deinen Eltern kein Kompromiss eingehen kannst, ein anderes zimmer eures Hauses zu besetzten, bleibt dir wohl nichts anderes übrig als dir einen Ventilator ans Bett zu stellen.

Antwort
von ShooterStar, 48

Ich möchte noch hinzufügen, dass meine Mutter des Öfteren in meine Privatssphäre eingreift, sie durchsucht teilweise mein ganzes Zimmer, wenn ich nicht zuhause bin. Das finde ich ungeheuerlich, aber es ist auch lächerlich, sein Zimmer abschließen zu müssen, wenn man mal 5 Minuten aus dem Haus geht.

Antwort
von Heidrun1962a, 21

Wo in Deutschland lebst du denn, dass 4-5 Monate im Jahr mehr als 25° erreicht werden. Schon alleine diese Äußerung legt die Vermutung nache, dass du auch bei deinen Eltern übertreibst. 

Deine Eltern sind dir bis zum Abschluss deiner ersten ausbildung zum Unterhalt verpflichtet. Dieses kann in Form von Barunterhalt geschehen, dass müssen sie aber nicht, wenn es dir zumutbar ist Zuhause zu leben. So wie es sich anhört, bekommst du keine Schläge. Von daher musst du wohl bis mindestens zum  Studium dort wohnen bleiben. 

Antwort
von Znorp, 33

Am besten mal zum Jugendamt, die Chance in eine Wohngemeinschaft zu kommen stehen nicht schlecht. Dein Zimmer ist aber kein wirklicher Grund auszuziehen. Mit 18 müsstest du eigentlich selber für dich sorgen, es sei denn du hast noch eine offene Ausbildung, in dem Fall haben deine Eltern deinen Unterhalt zu finanzieren. D.h. jedoch nicht das sie dir eine Wohnung zahlen müssen.

Antwort
von exxonvaldez, 21

Kurz und knapp: Mit 18 kannst ausziehen, aber dann wirst du für dich selber sorgen müssen.

Antwort
von rudelmoinmoin, 28

jeder der 18 J ist hat für sich selbst zu Sorgen, außer er ist in einer Ausbildung/Studium, dann sind die Eltern zuständig für Unterkunft/Verpflegung, dein Vorhaben ist zwecklos, Geld zu Auszug genauso 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community