Frage von weirdhuman, 148

Mit 16 Jahren ausziehen - empfehlenswert?

Ich bin derzeit 15 Jahre alt und werde im Mai 16. Ich habe seit 2013 Probleme damit in die Schule zu gehen. Ich bin ein Typ, der vor seinen Problemen davon läuft. So kam es dazu, dass ich mich ein halbes Jahr zuhause einschloss und mich von allen meinen Freunden trennte. Dann kam ein nicht freiwilliger Klinikaufenthalt. Bei mir wurde eine stark ausgeprägte Sozialphobie diagnostiziert. Danach habe ich es wieder für 1 1/2 Jahre in der Schule mit sehr viel Mühe und Not ausgehalten. Vor etwa einem halben Jahr wieder genau das gleiche. Wieder Klinikaufenthalt und davor sozial isoliert. Ich wurde in den Sommerferien entlassen und wollte nach den Ferien wieder in die Schule gehen. Tja, daraus wurde nichts. Derzeit lebe ich wieder isoliert und lasse niemanden an mich heran. Jede Art von Gespräch lehne ich ab.

Nun ist die Situation aber folgene: Die Behörden haben mich etwas "aufgegeben" und denken nicht, dass ein dritter Klinikaufenthalt Sinn macht. Sie sind alle ratlos. Warscheinlich lassen sie mich in Ruhe meine Zukunft ruinieren oder sie stecken mich in betreutes Wohnen. Mal sehen, aber darum geht es ja auch gerade gar nicht. Meine Zukunft ist eh gelaufen. Es geht nämlich um die Beziehung zu meiner Mutter. (Mein Vater starb 2005) Seit 2013 ist das Vertrauen weg und wir streiten uns nurnoch. Wir finden beide, dass eine eigene Wohnung für mich das Beste wär. Sie wäre bereit die Miete für mich zu zahlen.

Soll ich ausziehen? Dann wäre mit dem Streiten endlich Schluss und das Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir könnte sich erholen, wenn nicht meine Zukunft ständig Thema wäre.

Aber wie geht das praktisch? Ich wäre 16 und habe keine Zukunft - wäre ich überhaupt eine Wohnung bekommen? Habe ich Recht auf Geld von dem Staat?

Bitte verschont mich mit Kommentaren wie unfähig und undiszipliniert bin. Höre ich jeden Tag von meiner Mutter. Jeder mit extremer Angst, der Panikattacken bei dem Wort "Schule" bekommt versteht mich. Es ist echt nicht einfach. Ich habe mir nicht ausgesucht für immer Perspektivlos zu sein. Vor ein paar Jahren hatte ich sogar noch gute Noten auf dem Gymnasium... und viele Traumberufe. Naja, das ist Geschichte. Lebe ich halt irgendwann auf der Straße.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo weirdhuman,

Schau mal bitte hier:
Schule Recht

Antwort
von bashingzelda, 67

ich kenne deine Situation, ich denke aber die Situation mit deiner mutter wird sich mit der zeit legen, aber alleine wohnen würde ich dir nicht empfehlen... ich bin mit 16 ausgezogen und hatte sehr große Probleme mit der Wohnungssuche... meine mutter hat zwar die miete gezahlt (da ich eine Ausbildung gemacht habe habe ich ihr immer ein wenig von meinem lohn "überlassen" als danke für die Hilfe). inzwischen habe ich die Ausbildung abgeschlossen und bin 19, inzwischen bekomme ich das alleine wohnen gut hin, muss dazu sagen ich kann jeder zeit zu meiner Nachbarin wen etwas ist.

ich würde dir aber empfehlen im betreuten wohnen oder so mal anzurufen und nachzufragen wie es ist mit Isolation ob das berücksichtigt wird. Die Personen da sind immer nett und werden dir gerne Auskünfte geben... 

aber ich sag mal so... versuche langsam wieder mehr Kontakt zu Leuten zu bekommen, es ist enorm wichtig :) 

Antwort
von AntworterBasic, 66

Lieber weirdhuman

..Genau, denn da bin ich der zweite im Bunde, der dir sagen kann, dass du da durch musst und wieder was mit Anderen machen, egal wie schwer es für dich ist(und glaub mir, ich weiß genau, was schwer ist).
Du solltest dich jetzt auf jeden Fall nicht durch Nebensächlichkeiten vom eigentlichen Problem ablenken lassen und stark bleiben!
Und Versuch es doch bitte noch einmal, dich mit deiner Mutter zusammenzuraufen.

Viel Kraft und Vernunft für die nächste Zeit und für's Leben wünscht dir AntworterBasic

LG ~~^_^~~

Antwort
von Dahika, 12

Was willst du in einer Wohnung? Du bekommst dein Leben nicht in den Griff und kannst daher nicht alleine leben.

Was evetuell ginge, wäre betreutes Wohnen in einer Wohngemeinschaft. Du brauchst intensive Betreuung. Aber ganz bestimmt kein selbständiges Leben in einer eigenen Wohnung.

Antwort
von Apfel45, 44

Hi,

das ist ja alles wirklich nicht so dufte gelaufen. Du hast geschrieben, dass Du vor einiger Zeit noch Freunde hattest, Dich aber dann abgewandt hast. Das muss doch dann ein Auslöser gehabt haben für alles, oder? Kann es vielleicht ein Zusammenhang mit Deinem Vater geben?
An dem Auslöser würde ich (meiner Meinung nach) eher arbeiten. Denn früher hattest Du doch anscheinend nicht so die Probleme, oder?

Du hast geschrieben, dass Du Dir die Frage stellst, ob Du nicht alleine wohnen solltest und denkst wohl noch sehr darüber nach, bzw. hast hier diesbezüglich die Frage gestellt. Nun ja.. ich muss Dir sagen, dass das ein großer Schritt ist. Ein großer Schritt in Richtung Selbständigkeit und Verantwortung. Du musst Dich drum kümmern die Wäsche zu waschen, den Haushalt zu schmeißen, Einkäufe (Lebensmittel usw) selbst zu tätigen, zu kochen und alles was dazu gehört. Nun mach ich mir persönlich aber Sorgen, dass Du dann niemanden direkt hast, der ein bisschen auf Dich aufpasst, weißt Du. Du wirst jetzt denken: Wieso? Ich bin bereit dazu und kann das alles machen, kein Problem. Ja, kann schon sein - aber in Deiner derzeitigen psychischen Lage hat man denke ich auch Mal Tage, wo man auf nichts Lust hat - richtig?
Und wie stellst Du Dir das mit alleine wohnen dann vor bzw. mit dem Haushalt und alles andere. Also Du trägst da eine riesen Verantwortung mit Deinen jungen Jahren.

Und alles in allem sehe ich das alleinige-wohnen in Deinem Alter mit Deiner derzeitigen Situation nicht als "den richtigen Weg" an. Hast Du schon Mal daran gedacht eine Therapie zu machen mit Deiner Mutter zusammen? Um eher daran zu arbeiten, dass euer Verhältnis etwas besser wird? Ich würde es schade finden, wenn Du (wie Du selbst schon gesagt hast in Deiner Frage) jetzt nochmals von einem Problem "wegrennst". Das ist keine Lösung - zwischen euch muss das Verhältnis besser werden und glaub mir - da hilft keine Wohnung, wo Du dann selber klarkommen musst.

Also mein Rat: Eher eine Therapie mit der Mutter zusammen und nochmal in die Richtung ambulante Psychotherapie?

Liebe Grüße

Kommentar von weirdhuman ,

Ich weiß ehrlich gesagt wirklich nicht, was der Auslöser sein könnte. An den Tod meines Vater kann ich mich gar nicht mehr errinnern. Ich kann mich allgemein null an ihn errinnern. Nichts. Alles ausgelöscht.

Es ist so, dass ich schon immer am liebsten alles hinschmeißen würde und einfach nurnoch vergammeln würde. Ich hatte zwar Freunde, habe mich freundlich verhalten, aber habe mich kaum mit ihnen getroffen, weil ich allgemein den Kontakt zu Menschen hasse.

Ich kann mir vorstellen, dass es etwas mit dem Bild von mir selbst zutun hat. Ich kann mich selbst nicht im Spiegel ansehen und finde mich selbst abstoßend. Deswegen denke ich auch, dass andere mich auch abstoßend finden könnten.

Ambulante Psychotherapie sehe auch als hilfreich an, aber ich kann es einfach nicht. Schule sehe ich auch als gut an, aber ich kann da auch einfach nicht, verstehst du? Ich renne regelrecht weg, wenn es klingelt.

Meine Mutter hat mir allerdings versprochen, dass sie mich im Haushalt unterstützen würde und jede Woche kommen würde um zu schauen, ob alles gut ist. Bin ich mit einverstanden.

Den Haushalt schmeiße ich eigentlich jetzt auch schon, meine Mutter arbeitet den ganzen Tag. Das einzige, was ich im Haushalt nicht mache ist Fensterputzen (mich könnte jemand sehen) und Einkaufen.

Da fällt mir auf: Wie soll ich denn überhaupt Einkäufe tätigen, wenn ich meine Wohnung nicht verlasse? Online-Supermarkt? Auf Dauer?

Oh Mann... mal sehen, aber danke für deine Antwort :)

Kommentar von Apfel45 ,

Gerne, gerne.

das ist wirklich ein großes Problem. Ich denke, dass Du einfach jemanden brauchst - außerhalb des Internets - im echten Leben - der Dich an die Hand nimmt und Dir die schöne Welt zeigt. Mit Dir zusammen rausgeht, was unternimmt usw. usw.
Diese Leute lernst Du aber so gut wie immer nur drausen kennen, da sind wir wieder bei Deinem Problem, dass Du rausmusst.

Falls Du wirklich alleine wohnen solltest, dann solltest Du schon rausgehen. Allein auch wegen der Schule.. ich mein Du bist ja noch schulpflichtig und musst da durch.

Ich kann mir schon denken, dass das Rausgehen für Dich ein enorm großer Schritt ist. Aber Du kannst ja erstmal kleine Schritte machen. Jeden Tag etwas spazieren gehen, dann mal in einen kleinen Laden etwas einkaufen, später in ein großen Supermarkt einkaufen und so weiter. Das ist doch ein Versuch wert, oder?

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel, viel Erfolg und alles Gute! Auch wenn das alles für Dich jetzt zuviel erscheint und auch alles sehr schwer ist, darfst Du nicht aufgeben!

Liebe Grüße

Kommentar von weirdhuman ,

Ich werde mal probieren an mir zu arbeiten, habe ich zwar schon so oft, aber ich kann es ja einfach nochmal probieren. Vielleicht klappts ja, wer weiß?

Du hast mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebraucht, danke :)

Liebe Grüße

Kommentar von toomuchtrouble ,

https://www.sozcafe.de/index.php?board-list/

Hier dürftest Du kompetente Leute finden.

Schreiben ist also kein Problem?! Was ist mit telefonieren oder anderen Kommunikationsformen? Leider bist Du nicht einmal dumm, das würde es einfacher machen.

Niedrigschwellig, hinreichende Fluchtmöglichkeiten, Wahlmöglichkeiten, Wertschätzung sind eigentlich die wichtigsten Stichworte, wenn es um Behandlungs- oder zumindest Existenzmöglichkeiten geht. Außerdem wirst Du Dich irgendwann mit dem Thema Psychopharmaka auseinandersetzen müssen. Wenn Du mit niedergelassenen Psychos und Klinik nicht einmal ansatzweise Deine vollständige Isolation bekämpfen kannst, solltest Du diese Option prüfen. Trauerarbeit ist ebenfalls ein Thema, das ziemlichen Druck macht.

Ein Vorteil ist Dein junges Alter, es gibt mehr Möglichkeiten. Deine Mutter und Du tun sich aktuell wirklich nicht gut. Du bist auch noch mitten in der Pubertät, daher ist Deine Grundidee gar nicht 'mal so daneben. Allerdings kannst Du das Alleinwohnen knicken. Nicht nur das Einkaufen spricht dagegen. Eine Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer betreuten "Auswilderungsphase" meinetwegen in einer Wohneinrichtung für Jugendliche.

Pass auf Dich auf.

Aus dem Stand: Links zu Kliniken.

http://www.sopho-net.de/support/patients

Die Unikliniken im Forschungsverbund zu soz. Phobie dürften sowohl von der Ausstattung als auch vom Personal herausragend sein, bevor Du in irgendeiner Helios- oder Schönwald-Klinik verschimmelst.

Kommentar von KaeteK ,

http://www.awo-psychiatriezentrum.de/index.php?id=206

Vielleicht wäre das was für dich. Es gibt bestimmt noch andere, in anderen Bundesländern. lg

Antwort
von aloneisallweare, 37

Ich wette das würde deine Probleme verschlimmern und du ziehst dich nur noch mehr zurück. Bedenke dass du trotzdem noch schulpflichtig bist, selbst wenn du alleine leben würdest!

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