Frage von SL600, 126

Ich wurde mit 0,80 Atemalkohol angehalten, incl. Blutkontrolle. Worauf muß ich mich jetzt einstellen?

Hallo Leute,

habe am Wochenende ein bisschen Mist gebaut. Und habe mich aus reiner Faulheit zu laufen, hinters Steuer gesetzt nur wegen ca. 200-300m. Folgendes ist passiert: War in einer Disco bis ca. 04:45/05:15 und habe alk. konsumiert, um ca. 08:30 habe ich noch zwischendurch was gegessen. So und nun der Vorfall, bin hinters Steuer um das Auto auf den Hotelparkplatz zu bringen. Und zack, polizeikontrolle, Atemalkoholtest ergab 0,80. Somit sind wir gleich zum Krankenhaus und dort wurde eine Blutprobe entnommen um genau 09:30, wobei ich sagen muss zuerst vom linken Arm, da ist aber nicht viel Blut gekommen, dann wurde es vom rechten probiert. Bis was gekommen ist.

Worauf muss ich mich ungefähr einstellen? Ich bin für eure Antwort sehr dankbar. (Ich bin vorher, in keinster Weise, polizeilich Aufgefallen, nicht mit Alkohol oder sonstigem), ich weiß das es ein großer Fehler gewesen ist. Und möchte mich bei allen Entschuldigen.

Viele Grüße und allzeit gute Fahrt

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ginatilan, 126

Hallo

Atemalkoholtest ergab 0,80.

dann wird auch keine Blutentnahme durchgeführt

oder waren es mg/l?

bei 0,8‰ erwartest du 500€ Bußgeld, 28,50€ Gebühren plus die Kosten der Blutabnahme

1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte

das wars

Kommentar von SL600 ,

Ich weiß nicht was es war. Ob Promille oder mg/l. Ich war zu dem Zeitpunkt, viel zu verwirrt und aufgeregt. Hatte schon einiges zuvor getrunken, aber je später der Abend umso weniger, weil ich wusste das ich am nächsten Tag, nach Hause fahren musste. 

Kommentar von ginatilan ,

die BE sagt mir, dass es Promille waren, außer du hattest in diesen 200m Ausfallerscheinungen

Kommentar von SL600 ,

BE? Ich bin ins Auto auf die Straße und dann paar Meter gefahren und schon sind die freundlichen da gestanden. Habe mich auch ganz normal mit denen Unterhalten und da war nichts das ich iwelche Ausfallerscheinungen hatte. 

Kommentar von ginatilan ,

BE ist Blutentnahme

Kommentar von ginatilan ,

danke für den Stern

Antwort
von SL600, 125

Erstmal, vielen Dank für eure Antworten. Ja schweigen ist manchmal Gold, ich wollte nicht noch mehr schwierigkeiten mir aufdrängen. In diesem Fall, ist es natürlich unentschuldbar. Darüber bin ich mir im klaren. Manche lernen nur aus Fehler, natürlich wäre es mir wesentlich besser gegangen, ohne diesen Fehler. Trinke nie Alkohol wenn ich ein Fahrzeug führen muss, da ist mir das Leben von mir und von Anderen viel zu wichtig. Ich habe gehofft, es würde nichts passieren, nun ja, jetzt habe ich Pech gehabt. 

Vielen Dank

Antwort
von SpezialAntwort, 125

Wenn du raffinierter gewesen wärst, hättest du jegliche Kooperation (z.B. Atemalkoholmessung) verweigert. Über die Freiwilligkeit hätte dich die Polizei auch aufklären müssen. Dann hätte die Polizei einen richterlichen Beschluss besorgen müssen (ansonsten wäre eine Blutabnahme Körperverletzung, sofern du diese verweigerst). Mit etwas Glück hätte das bis zum nächsten Tag gedauert und du wärst nüchtern gewesen.

Vermutlich hast du dich auch um Kopf und Kragen geredet, anstatt zur Sache zu schweigen.

Auf der anderen Seite ist eine Alkoholfahrt (auch nur für 200-300 m) verantwortungslos. Wenn ich recht informiert bin, folgen 500.- € Bußgeld und 1 Monat Fahrverbot (2 Punkte in Flensburg). Bei der Geschichte hast du dir das alles selbst zuzurechnen. Vielleicht lernst du aber für die Zukunft daraus.

Kommentar von ginatilan ,

Dann hätte die Polizei einen richterlichen Beschluss besorgen müssen (ansonsten wäre eine Blutabnahme Körperverletzung, sofern du diese verweigerst)

falsch

schau mal in § 81a StPO

Kommentar von SpezialAntwort ,

Deine Antwort ist dann mindestens genauso falsch. Bei willkürlicher Umgehung des Richtervorbehalts (gerade bei körperlichen Untersuchungen) kann dies zu einem Beweisverwertungsverbot führen. Bei zulässiger polizeilicher Anordnung muss Gefahr im Verzuge sein. Erst wenn ein Richter dies angeordnet hat, sind die Karten neu gemischt.

http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr2976.php

Kommentar von ginatilan ,

wer sagt denn, dass die Anordnung willkürlich ist wenn kein Richter erreichbar ist? 

Kommentar von SpezialAntwort ,

Dann kann man den bereitschaftlichen Staatsanwalt noch fragen. Aber das muss dann auch wenigstens ernsthaft versucht worden sein. Sollte das dann scheitern, kommen hierarchisch die Polizisten langsam zum Zuge.

Kommentar von Crack ,

Mit etwas Glück hätte das bis zum nächsten Tag gedauert und du wärst nüchtern gewesen.

Ein Richter ist immer erreichbar. Sollte das mal nicht der Fall sein, die Blutentnahme aber nicht aufgeschoben werden kann dann darf das sogar ein Polizeibeamter anordnen.

Kommentar von SpezialAntwort ,

Aber nicht, ohne sich gebührlich um eine richterliche und ersatzweise staatsanwaltliche Anordnung bemüht zu haben und das wird sicherlich manchmal Zeit in Anspruch nehmen.

Dies setzt allerdings auch eine beharrliche und eindeutige Ablehnung solcher Maßnahmen seitens des Beschuldigten voraus, um daraus nicht eine stillschweigende Zustimmung zu deuten.

Sollte die Polizei zu eigenmächtig gehandelt haben, kann man sich noch um ein Beweisverwertungsverbot bemühen. Das führte schon das ein oder andere Mal zum Erfolg.

Sollte der Beschuldigte allerdings unkontrolliert torkeln und lallen oder sonstige alkoholbedingte Ausfallerscheinungen bieten, wird die Luft für den Beschuldigten immer dünner. Jemand, der nur leicht nach Alkohol riecht und sich nicht per Atemalkoholgerät prüfen lässt, kann nicht so einfach zur Blutabnahme gegen seinen Willen bewegt werden, da macht sich sonst auch der Polizist leicht straftbar. Der zuständige Richter möchte da doch Überzeugenderes hören.

Kommentar von Crack ,

Es geht nicht darum irgendwelche Eventualitäten zu konstruieren sondern darum das es rechtlich möglich ist.

Kommentar von SpezialAntwort ,

Das sind keine "irgendwelchen Eventualitäten". Allerdings wurden in dem oben beschriebenen Fall schon Fakten geschaffen. Fahren unter Alkoholeinfluss ist verantwortungslos. Allerdings ist man auch schön doof, wenn man sich den Staatsorganen so naiv und kooperativ ausliefert. Dazu ist man nicht verpflichtet.

Antwort
von SL600, 82

Naja jetzt, heißt es abwarten, ich werde euch Auskunft geben. Was rausgekommen ist. Letzte Frage noch, da ich ja B/BE und alle Lkw-Führerscheine habe. Sind dann alle fort und muss ich jeden neu machen? Falls es im schlimmsten Fall zur MPU kommt. 

Danke und viele Grüße 

Kommentar von ginatilan ,

du musst nur die Klassen beantragen die du hattest, beim LKW wird nur die MPU ein wenig umfassender:-)

Antwort
von amdros, 106

Ich bin vorher, in keinster Weise, polizeilich Aufgefallen, nicht mit Alkohol oder sonstigem

... das interessiert absolut niemanden und wenn es dir noch so leid tut.

Was dir mit den 0,8 passiert entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist allerdings, daß du für die Blutuntersuchung zahlen mußt und es könnten evtl. ca. 100 € dabei für dich anfallen!? Weiß es aus zweiter Hand, daß es soviel kosten könnte!

Antwort
von clemensw, 114

Bitte mal Infos: Wie viel hast Du getrunken? Bist Du sicher, daß der Tester in ‰ und nicht in mg/ml geeicht war?

Ich befürchte fast, das waren keine 0,80‰, sondern 0,80 mg/l = ~1,6‰

Kommentar von SL600 ,

Also ca. angaben kann ich machen. Es war ein Bier um ca. 22:30 danach folgten einige Short's teils mit Erfrischungsgetränken und teils auch pur. Trinkende war um ca. 04:45/05:15 wobei dazwischen auch Pausen eingelegt waren. Es war ja nicht so das ich die ganze Zeit durchgetrunken hatte. 

Kommentar von SL600 ,

In diesem Fall, muss ich somit mit dem Schlimmsten rechnen? 

Kommentar von clemensw ,

Sorry, "einige Shots" ist keine genaue Angabe. Eher 3 oder eher 15?

Wie bereits geschrieben: Die getroffenen Maßnahmen (Blutabnahme, Einbehalt des Führerscheins) deuten eher auf einen Meßwert von 0,8 mg/l, also 1,6‰ hin.

In diesem Fall: Strafverfahren wegen Trunkenheit am Steuer nach StGB §316.

Das genaue Strafmaß teilt dir dann der Richter mit, aber "das Übliche" sind Geldstrafe zwischen 30 und 50 Tagessätzen (1 Tagessatz = 1/30 deines Monatsnettoeinkommens), Entzug der Fahrerlaubnis und Sperrfrist für die Neuerteilung von ca. 12 Monaten.

Ab 1,6‰ ist vor der Neuerteilung auf jeden Fall eine MPU fällig. In einigen Bundesländern (Bayern, BW, Meck-Pomm, Berlin) sogar schon ab 1,1‰.

Kommentar von SL600 ,

Naja ich schätze auf die 6Std. verteilt waren es ca. 8-10 Shots. Habe gestern in dem Protokoll gelesen. VERDACHT auf Trunkenheit am Steuer. 

Kommentar von clemensw ,

Ja, Verdacht ist auch richtig - der BAK-Wert ist dann der Beweis, der den Verdacht bestätigt oder widerlegt. 

Kommentar von SL600 ,

Der Alkoholtester hatte an der Seite ein Röhrchen zum Pusten. Ich weiß aber nicht ob es Promille waren oder mg/l. Bei 1,6%o wäre ich ja richtig betrunken. Habe ja vorher schon im Auto ein wenig geschlafen, aber bei der Jahreszeit ist es nicht gerade das schöne. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten