Frage von itsgreat, 297

Missonierung an der Haustür?

Die Zeugen Jehovas hatten wir wohl schon alle mal vor der Tür. Ist das überhaupt legal, dass die mich in meiner Privatwohnung aufsuchen, um mich zu missionieren?

Und wenn es legal ist: was haltet ihr davon? Sollte das nicht verboten werden?

Antwort
von orashimen, 129

Nun ein Verbot halte ich für diskriminierend. Da wir in einem Land leben dürfen, wo man das Recht auf Religionsausübung hat.(bei den zj gehört der predigdienst zu ihren christlichen Aufgaben) Klar kann es für den einen oder anderen nervig sein. In dem Fall empfehle ich, dem zj klar zu machen, daß man keinen Kontakt wünscht. Dies sollen sie in ihren Notizbuch vermerken. 

Antwort
von Fantho, 103

Erstens: An der Haustüre klingeln ist nicht verboten, wenn man einen Gruind hat...

Zweitens: Wenn man an der Haustüre klingelt, befindet man sich noch lange nicht in einer Privatwohnung...

Drittens: Du brauchst sie ja nicht in Deine Privatwohnung einlassen und kannst sie höflich abweisen...

Víertens: Es sind in der Regel freundliche Menschen (ein ganz natürliches Vertreterverhalten) und man braucht keine Angst vor ihnen zu haben...

Fünftens: Es sind interessante Gespräche, die man mit ihnen führen kann. Man muss nur in seinem eigenen 'Glaubensbild', Weltbild gefestigt sein, damit man nicht 'über den Tisch geredet' wird...

Sechstens: Diese Verhaltensweise, welche du uns jetzt als Beispiel gibst, ist ein Ausdruck von Unsicherheit und Sorge, dass man gegen die ZJ nicht bestehen und von ihnen überredet werden könnte...

Gruß Fantho

Antwort
von Aleqasina, 187

Verboten ist es nicht. Wozu befindet sich sonst die Klingel an der Tür, wenn man nicht dort klingeln dürfte.

Wenn du nicht mit ihnen reden möchtest, sage das freundlich, aber bestimmt. Und zwar ohne Begründung, denn rechtfertigen brauchst du dich nicht.

Aber ich finde es spannend, mit denen zu reden, ihre Denke kennenzulernen und sie ganz freundlich aus dem Konzept ihrer einstudierten Fragen zu bringen. ;-)

Kommentar von stine2412 ,

Na Aleqasina, da wäre ich aber gern an deiner Tür gewesen! Natürlich studieren wir das Wort Gottes und je besser wir es kennen, umso gekonnter können wir natürlich antworten. Auch dir!

Kommentar von stefanbluemchen ,

Ich kläre mal auf.  UnsereFragen sind nicht einstudiert!  Und aus dem Konzept bringen? Ist es nicht eher so, dass du zu denen gehörst, die von Thema zu Thema springen und dann behaupten, wir würden das tun? 

Kommentar von Aleqasina ,

Ich hab da so meine eigenen Erfahrungen. ;-)

Antwort
von danhof, 130

Das ist nicht verboten. Wenn Du ihnen sagst, dass Du kein Interesse hast, gehen sie auch problemlos wieder.

Wir haben sie mal herein gebeten, ihnen was zu trinken angeboten und uns mit ihnen unterhalten. Allerdings haben wir ihnen auch gleich gesagt, dass sie uns nicht bekehren werden - wir sind schon Baptisten :-)

Kommentar von stine2412 ,

Oh danhof, eine Tante von mir war auch Baptistin. Als Kind fand ich das sehr spannend. Später, als wir uns ernsthafter über den christlichen Glauben unterhielten, meinte sie, sie könne mit meinem Bibelwissen nicht mithalten. Sie war übrigens nicht die Einzige, das hörte ich öfter, sogar von einer Grundschullehrerin meiner Kinder - sie meinte, sie hätte 2 Semester Theologie studiert.  Wahrscheinlich ist das der Grund, warum vor uns gewarnt wird?

Kommentar von danhof ,

ICH warne nicht vor den Zeugen Jehovas. Sie mögen sich in ihren Ansichten hier und da unterscheiden von anderen Ausprägungen, aber wer bin ich, das zu be- oder verurteilen.

So wie ich das sehe, stimmen wir in der Aussage überein, dass Jesus der einzige Weg zum Vater ist. Das ist doch schon mal was :-)

Antwort
von Roentgen101, 30

Im deutschsprachigen Raum gibt es ja die Religionsfreiheit. Damit wäre dies gedeckt.

Du musst ja keinen Kuchen backen und die herein beten...

Auch Jesu Jünger schüttelten sich im ersten Jahrhundert den Staub ab, wenn jemand an seiner Haustüre nicht interessiert war, die Wahrheit zu erfahren...

Antwort
von Rockuser, 170

Verboten ist das nicht. Jeder kann von Tür zu Tür ziehen und versuchen, jemanden in ein Gespräch zu verwickeln.

Mich stört das nicht sonderlich. Ich habe so meine Art, die Leute zu vergraulen und meistens noch Spaß dabei. :)

Verbieten finde ich Übertrieben.

Antwort
von Schweinsbraten4, 128

Einmal haben die Zeugen Jehovas bei meinem Opa geläutet. Er hat gerade die Türen im Haus ausgetauscht und repariert. Er hat ihnen gesagt, er hat keine Zeit, weil er am Arbeiten ist. Sie haben gefragt ob sie helfen können und haben ihm dann wirklich viel geholfen. Sie kommen immer wieder zu ihm, obwohl er sagt, er sei katholisch und damit zufrieden. Zumindest nach Außen sind die ZJ also ganz lieb. Mich stört das nicht, wenn sie vorbeikommen. Und den Wachtturm lese ich auch gerne. 

Antwort
von Philipp59, 61

Hallo itsgreat,

da die Frage nach der Legalität mehrmals beantwortet worden ist, möchte ich auf Deine erweiterte Frage eingehen, was wir davon halten und ob der Dienst der Zeugen Jehovas von Haus-zu-Haus verboten werden sollte.

Ich bin selbst ein Zeuge Jehovas und so erhältst Du Informationen aus erster Hand. Erst einmal möchte ich dazu grundsätzlich sagen, dass wir nicht den Eindruck erwecken wollen, irgendjemandem lästig zu sein. Wenn jemand seine ablehnende Haltung zum Ausdruck bringt und keine Unterhaltung wünscht, verabschieden wir uns schnell wieder. Auch respektieren wir die religiösen Anschauungen der anderen und versuchen in keiner Weise, ihnen die unsrigen aufzudrängen. Dass dennoch der Eindruck einer gewissen Hartnäckigkeit entsteht, liegt wohl daran, dass wir in gewissen Zeitabständen immer wieder kommen. Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Jehovas Zeugen (JZ) so viel Ausdauer besitzen? Warum lassen sie die Leute nicht einfach in Frieden?

Dahinter stecken in der Hauptsache zwei Gründe: Zum einen sind wir an jedem Einzelnen persönlich interessiert und zum anderen kommen wir damit einem wichtigen Auftrag nach, den Jesus Christus seinen Jüngern gegeben hat. Er sagte zu ihnen: "In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch hineingeht, da forscht nach, wer [es] darin verdient, und haltet euch dort auf, bis ihr weggeht. Wenn ihr in das Haus eintretet, so grüßt die Hausgenossen;   und wenn das Haus [es] verdient, so komme der Frieden darauf, den ihr ihm wünscht" (Matthäus 10:11-13). Wenn Jesus davon sprach, dass sie "danach forschen sollten", dann lässt das auf eine gewisse Gründlichkeit schließen. Mit der gleichen Gründlichkeit gehen auch JZ heute vor, wenn sie von Haus-zu-Haus gehen. Zwangsläufig stoßen sie dabei auf Menschen, die von der Botschaft, die sie ihnen überbringen wollen, absolut nichts wissen wollen. Das hält sie jedoch nicht davon ab, weiterhin nach Menschen zu suchen, die ernsthaft an der Bibel interessiert sind.

Dass der Dienst von Haus-zu-Haus biblisch ist und von den ersten Christen ebenfalls praktiziert wurde, zeigt auch folgende Aussage: "Und jeden Tag fuhren sie im Tempel und von Haus zu Haus ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkündigen (Apostelgeschichte 5:42). Ist es denn heutzutage überhaupt noch nötig, eine "gute Botschaft über den Christus" zu predigen, wenn doch Jesus schon so gut bekannt ist und viele an ihn glauben?

Es stimmt schon, Jesus ist für viele ein Begriff und viele erkennen ihn auch als den Sohn Gottes an. Doch frage Dich einmal: Schließt nicht echter christlicher Glaube mehr ein, als nur daran zu glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist und dass er für uns Menschen gestorben ist? Was sagte denn Jesus immer dann, wenn er einen neuen Jünger berief? Er sagte: "Komm, folge mir nach!". Es geht also um die echte Nachfolge Jesu. Jemand, der Jesus nachfolgt, bemüht sich im Grunde darum, ebenso wie Jesus, das Tun des Willens Gottes zum Mittelpunkt seines Lebens zu machen. Das schloss für ihn zum einen die Verkündigung der "Guten Botschaft" und zum anderen das echte Interesse am Wohl der Menschen ein. Der Apostel Petrus beschrieb einmal, wie wichtig es für einen Christen ist, Jesus genau nachzuahmen, als er schrieb: "  In der Tat, zu diesem [Lauf] wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt" (1. Petrus 2:21).

Wenn JZ also Besuche bei ihren Mitmenschen machen, dann dienen diese Besuche hauptsächlich zu dem Zweck, Menschen zu helfen zu verstehen, was die Nachfolge Jesu wirklich bedeutet und ihnen anhand des Wortes Gottes den Weg zu zeigen, ein echter Jünger Jesu Christi zu werden.

LG Philipp

Antwort
von FooBar1, 100

Rechtlich genau das gleiche wie Vertreter. Mag ich nicht aber legal.

Antwort
von DieterSchade, 63

Mir tun die einfach nur leid, vor allem die Kinder die in solchen Familien aufwachsen müssen. Aber noch mehr tun mir die muslimischen Kinder leid. 

Kommentar von kdd1945 ,

Dein Mitgefühl spricht für Dich.

Die Zeugen Jehovas kommen ja aus ähnlichen Motiven zu Dir:

Apg 2.37 (GNB) Dieses Wort traf die Zuhörer mitten ins Herz und sie fragten Petrus und die anderen Apostel: »Brüder, was sollen wir tun?« 38 Petrus antwortete: »Kehrt jetzt um15 und lasst euch taufen auf Jesus Christus; lasst seinen Namen über euch ausrufen und bekennt euch zu ihm – jeder und jede im Volk!16 Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben und euch seinen Heiligen Geist schenken.

39 Denn was Gott versprochen hat, ist für euch und eure Kinder bestimmt.

... 40 Noch mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte sie Petrus.

Und er sagte zu ihnen: »Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!«

41 Viele nahmen seine Botschaft an und ließen sich taufen. Etwa dreitausend Menschen wurden an diesem Tag zur Gemeinde hinzugefügt.

Grüße, kdd

Kommentar von DieterSchade ,

Und er sagte zu ihnen: »Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!«

Die Versprechungen die Petrus da macht, konnte er bekanntlich nicht halten. Im Gegenteil, das Strafgericht kam in Form der Christenverfolgung sogar über die Christen, anstatt über ihre Feinde. Gibt dir das denn nicht zu denken?

Kommentar von kdd1945 ,

Jesus, auf den sich Petrus bei seiner  Voraussage berief, hatte seine Jünger von Anfang an auf Verfolgung hingewiesen.

So auch in der Prophezeiung über das gewaltsame Ende der jüdischen Welt oder Weltordnung.

Zu dieser gehörten der Tempel in Jerusalem mit seinen Einrichtungen, seiner levitischen Priesterschaft.

All das behandelte Jesus in seiner Antwort auf eine Frage seiner Jünger:

Lk 21,5 (NGÜ) Einige unterhielten sich über den Tempel; ´sie bewunderten` die herrlichen Steine, mit denen er gebaut, und die Weihgaben, mit denen er geschmückt war. Da sagte Jesus: 6 »Es kommt eine Zeit, da wird von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

7 Sie fragten Jesus: »Meister, wann wird das denn geschehen, und an welchem Zeichen werden wir erkennen können, dass es soweit ist?«

12 »Aber noch bevor es zu dem allem kommt, wird man mit Gewalt gegen euch vorgehen und wird euch verfolgen. Man wird euch in den Synagogen vor Gericht stellen und wird euch ins Gefängnis werfen; man wird euch vor Könige und Machthaber führen. Das alles wird man euch um meines Namens willen antun, 13 und es wird für euch eine Gelegenheit sein, ´das Evangelium` zu bezeugen. 19 Seid standhaft, dann werdet ihr das Leben gewinnen.«

20 »Wenn ihr seht, dass Jerusalem von feindlichen Truppen eingeschlossen wird, könnt ihr sicher sein, dass die Zerstörung der Stadt bevorsteht. 21 Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. Wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in der Stadt Schutz suchen. 22 Denn dann sind die Tage des Gerichts da, und alles, was in der Schrift ´darüber` vorausgesagt ist, wird in Erfüllung gehen. 23 Wie schwer werden es die Frauen haben, die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! Denn es wird eine große Not im Land herrschen; der Zorn ´Gottes` wird über dieses Volk hereinbrechen. 24 Die Menschen werden mit dem Schwert getötet oder als Gefangene unter alle Völker verschleppt werden. Jerusalem wird von fremden Völkern niedergetreten werden, bis deren Zeit abgelaufen ist.

32 Ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.

Als nur etwa 37 Jahre später, nämlich 70 n.  Chr.,  die römische Weltmacht Jerusalem mitsamt Tempel,  Priesterschaft und Opferstätten vernichteten, war die Prophezeiung erfüllt.

Grüße, kdd

Kommentar von DieterSchade ,

Da hat Jesus von Nazareth wohl einige zutreffende Voraussagen gemacht. Vielleicht wurde ihm diese Aussagen aber auch erst nach den Ereignissen zugeschrieben. Man weiß es nicht, und dies kann dahin gestellt sein. Wichtig ist doch, dass Petrus in der von dir zuvor genannten Textstelle verspricht, die Taufe und Bekehrung könne einen Juden vor dem Strafgericht retten. Wir sind uns wohl einig, dass sich dieses Versprechen nicht auf ein jenseitiges Strafgericht bezog.

Haben denn die Römer bei ihrem Vorgehen gegen die Juden einen Unterschied gemacht, ob sie einen Pharisäer, Sadduzäer, Essener oder Christen vor sich hatten? Nein, das Christ-sein hat keinen geschützt! Die Christen wurden sogar noch schlimmer verfolgt, als die anderen Juden, und die Christen wurden zusätzlich von den anderen Juden verfolgt und das weit vor dem Jahr 70 n.Chr.

https://de.wikipedia.org/wiki/Christenverfolgungen_im_Römischen_Reich

Der erste Christ, der wegen seines Glaubens den Tod fand, war der Diakon Stephanus. Er wurde um 36, wohl wegen seiner tempelkritischen Mission in der jüdischen Diaspora, als Gotteslästerer und Gesetzesbrecher angeklagt, aber - ähnlich wie Jesus selbst - erst wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zum Menschensohnvom Sanhedrin verurteilt (Apg 6,8 - 7,60). Im Auftrag der Sadduzäer soll Paulus seine Steinigung beaufsichtigt und danach eine große Verfolgung der Jerusalemer Urchristen eingeleitet haben (vgl. Gal 1,13f/1. Kor 15,9). 

Und er sagte zu ihnen: »Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!«

Die Versprechungen die Petrus da macht, konnte er bekanntlich nicht halten. Im Gegenteil, das Strafgericht kam in Form der Christenverfolgung sogar über die Christen, anstatt über ihre Feinde. 

Gibt dir das denn nicht zu denken, dass dieser Gott an den du glaubst und an den Petrus geglaubt hat, leere Versprechungen macht? Wenn Petrus aber tatsächlich ein jenseitiges Strafgericht gemeint hätte, dann hätte er dies auch seinen Zuhörern sagen müssen, sonst wäre er ein Betrüger gewesen. 

Dein Glaube, lieber kdd, hat sich sogar nach den Heiligen Schriften auf die er sich gründet, als Irrtum herausgestellt. Wie du jetzt mit dem neuen Wissen umgehen solltest, weiß ich auch nicht, aber ich weiß dass die Kenntnis der Wahrheit niemals einen Nachteil verursacht. 

Kommentar von kdd1945 ,

Glaube an biblische Prophezeiungen rettet Leben

JESUS verlässt gerade den Tempel in Jerusalem, den er ein letztes Mal besucht hat, da ruft einer seiner Jünger aus: „Lehrer, schau, was für Steine und was für Bauten!“ Der Tempel ist der ganze Stolz der jüdischen Nation. Doch Jesus erwidert: „Siehst du diese großen Bauten? Bestimmt wird hier nicht ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird“ (Markus 13:1, 2).

Ernsthaft kann sich das niemand auch nur vorstellen! Einige Tempelsteine haben gewaltige Ausmaße. Außerdem läuft das, was Jesus über den Tempel sagt, darauf hinaus, dass ganz Jerusalem zerstört würde, ja womöglich sogar der jüdische Staat, dessen religiöses Zentrum der Tempel bildet. Deshalb bedrängen Jesu Jünger ihn mit der Frage: „Sag uns: Wann werden diese Dinge geschehen, und was wird das Zeichen sein, wann alle diese Dinge zu einem Abschluss kommen sollen?“ (Markus 13:3, 4).

Jesus mahnt zur Wachsamkeit — das Ende käme nicht sogleich. Zuerst würden die Jünger von Kriegen, Erdbeben, Lebensmittelknappheit und Seuchen an einem Ort nach dem anderen hören. Dann würde die jüdische Nation durch dramatische Ereignisse in eine Katastrophe von nie da gewesenem Ausmaß gestürzt, in eine „große Drangsal“. Doch Gott würde eingreifen, um „die Auserwählten“, treue Christen, zu retten. Aber wie? (Markus 13:7; Matthäus 24:7, 21, 22; Lukas 21:10, 11).

Auflehnung gegen Rom

Achtundzwanzig Jahre vergehen, und die Christen in Jerusalem warten noch immer auf das Ende. Das Römische Reich wird von Kriegen, Erdbeben, Hungersnöten und Seuchen heimgesucht (siehe Kasten auf Seite 9). Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Parteien und Volksgruppen machen Judäa zu einem Unruheherd. Dagegen herrscht hinter den sicheren Mauern Jerusalems relativer Friede. Die Menschen essen, arbeiten, heiraten und bekommen Kinder wie eh und je. Die eindrucksvolle Kulisse des Tempels, von der die Stadt beherrscht wird, erzeugt eine Aura der Stabilität und Unveränderlichkeit.

Um das Jahr 61 u. Z. erhalten die Christen in Jerusalem einen Brief von dem Apostel Paulus. Er lobt sie für ihr Ausharren, macht sich aber Sorgen, weil einige in der Versammlung anscheinend die Dringlichkeit der Zeit aus den Augen verloren haben. Eine ganze Anzahl von ihnen sind im Begriff abzugleiten oder lassen die nötige christliche Reife vermissen (Hebräer 2:1; 5:11, 12). Paulus ermahnt sie dringend: „Werft daher euren Freimut der Rede . . . nicht weg. . . . Denn noch ‚eine ganz kleine Weile‘, und ‚der Kommende wird eintreffen und wird nicht säumen‘. ‚Mein Gerechter aber wird zufolge des Glaubens leben‘, und ‚wenn er zurückweicht, so hat meine Seele kein Gefallen an ihm‘ “ (Hebräer 10:35-38). Wirklich guter Rat genau zur richtigen Zeit! Doch werden die Christen Glauben ausüben und wachsamen Auges die Erfüllung der Prophezeiung Jesu verfolgen? Und steht das Ende Jerusalems wirklich unmittelbar bevor?

Über die nächsten fünf Jahre hinweg verschlimmern sich die Zustände in Jerusalem immer weiter. Als dann der korrupte römische Statthalter Florus im Jahr 66 u. Z. 17 Talente Gold als „Steuerschuld“ aus dem heiligen Tempelschatz beschlagnahmt, kommt es unter den empörten Juden zu einem Aufstand. Zeloten, jüdische Rebellen, schwärmen nach Jerusalem und metzeln die dort stationierte römische Garnison nieder. Kühn erklären sie Judäa anschließend für unabhängig von Rom. Das ist eine offene Kampfansage!

Binnen drei Monaten marschiert Cestius Gallus, der römische Statthalter von Syrien, mit 30 000 Mann nach Süden, um den jüdischen Aufstand niederzuschlagen. Sein Heer erreicht Jerusalem während des Laubhüttenfests und nimmt schnell die äußeren Stadtteile ein. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Zeloten flüchten sich in die Tempelfestung. Römische Soldaten fangen schon bald an, die Tempelmauer zu untergraben. Die Juden packt das Entsetzen: Heidnische Soldaten entweihen die heiligste Stätte des Judentums! Die Christen in der Stadt aber erinnern sich an Jesu Worte: ‘Wenn ihr das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht, an heiliger Stätte stehen seht, dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen’ (Matthäus 24:15, 16). Werden sie Jesu prophetischen Worten glauben und entsprechend handeln? Wie sich am Ende herausstellen wird, hängt ihr Leben davon ab. Aber wie soll das gehen?

Plötzlich und ohne erkennbaren Grund zieht Cestius Gallus sein Heer ab und zieht sich in Richtung Küste zurück, die Zeloten dicht auf den Fersen. Erstaunlicherweise ist die Drangsal für die Stadt verkürzt worden! Im Glauben an Jesu prophetische Warnung fliehen die Christen aus Jerusalem nach Pella, einer neutralen Stadt in den Bergen jenseits des Jordan. Sie entkommen gerade rechtzeitig. Schnell kehren nämlich die Zeloten nach Jerusalem zurück und zwingen die übrig gebliebene Bevölkerung, sich ihrem Aufstand anzuschließen.* Unterdessen warten die Christen in ihrem sicheren Zufluchtsort Pella die weitere Entwicklung ab.

Anarchie und Chaos

Kommentar von kdd1945 ,

Glaube an biblische Prophezeiungen rettet Leben

Anarchie und Chaos

Wenige Monate später ist eine neu formierte römische Streitmacht im Anzug. General Vespasian und sein Sohn Titus setzen im Jahr 67 u. Z. ein riesiges Heer von 60 000 Mann in Marsch. Während der beiden folgenden Jahre rückt diese Militärmaschinerie unaufhaltsam in Richtung Jerusalem vor, alles niederwalzend, was sich ihr in den Weg stellt. Derweil liefern sich rivalisierende jüdische Gruppierungen in Jerusalem erbitterte Gefechte. Die Getreidevorräte der Stadt werden vernichtet, das Gelände um den Tempel herum wird in Schutt und Asche gelegt, und mehr als 20 000 Juden werden umgebracht. Vespasian zögert den Vormarsch auf Jerusalem hinaus und erklärt, Gott verstehe sich auf die Feldherrnkunst besser als er, da sich die Feinde der Römer gegenseitig zerfleischten.

Nach dem Tod des römischen Kaisers Nero begibt sich Vespasian nach Rom, um sich dessen Nachfolge zu sichern; den Feldzug in Judäa zu beenden überlässt er Titus. Dieser belagert zum Passahfest 70 u. Z. Jerusalem. Damit sitzen Bewohner und Festbesucher in der Falle. Das Umland Jerusalems wird entwaldet, um einen sieben Kilometer langen Belagerungswall aus Spitzpfählen um die Stadt zu errichten. Genau das hatte Jesus vorhergesagt: „Es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen“ (Lukas 19:43).

Schnell wird die Stadt von Hungersnot heimgesucht. Bewaffnete Banden plündern die Häuser der Toten und der Sterbenden. Mindestens eine Frau tötet in ihrer Verzweiflung ihren Säugling und isst ihn auf, wodurch sich die Vorhersage erfüllt: „Dann wirst du die Frucht deines Leibes essen müssen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, . . . wegen der Einengung und der Bedrängnis, mit der dein Feind dich einengen wird“ (5. Mose 28:53-57).

Nach fünfmonatiger Belagerung wird Jerusalem schließlich eingenommen. Die Stadt und ihr großartiger Tempel werden geplündert, niedergebrannt und dann Stein für Stein niedergerissen (Daniel 9:26). Rund 1,1 Millionen Menschen kommen um, 97 000 werden in die Sklaverei verkauft (5. Mose 28:68).* Kaum ein Jude bleibt in Judäa übrig. Es ist wirklich eine beispiellose nationale Katastrophe, ein Wendepunkt im politischen, religiösen und kulturellen Leben der Juden.*

Unterdessen danken die Christen in Pella ihrem Gott von Herzen für ihre Befreiung. Ihr Glaube an die biblischen Prophezeiungen hat ihnen das Leben gerettet!

Im Rückblick auf diese Ereignisse sollte sich jeder von uns fragen: „Reicht mein Glaube aus, mir in der bevorstehenden großen Drangsal das Leben zu retten? Gehöre ich zu ‚denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele‘?“ (Hebräer 10:39; Offenbarung 7:14).

[Fußnoten]

Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtet, dass die Zeloten den Römern sieben Tage lang nachjagten, bevor sie nach Jerusalem zurückkehrten.

Einer Schätzung zufolge wurde ein Siebtel aller im Römischen Reich lebenden Juden getötet.

Der jüdische Bibelgelehrte Alfred Edersheim schrieb, weder in der schrecklichen Zeit vor dieser Drangsal noch in den so blutigen Jahrhunderten danach sei Vergleichbares geschehen.

[Übersicht auf Seite 9]

Merkmale des Zeichens, die sich im ersten Jahrhundert erfüllten

KRIEGE:

Gallien (39—40 u. Z.)

Nordafrika (41 u. Z.)

Britannien (43, 60 u. Z.)

Armenien (58—62 u. Z.)

Konflikte zwischen Parteien und Volksgruppen in Judäa (50—66 u. Z.)

ERDBEBEN:

Rom (54 u. Z.)

Pompeji (62 u. Z.)

Kleinasien (53, 62 u. Z.)

Kreta (62 u. Z.)

LEBENSMITTELKNAPPHEIT:

Rom, Griechenland, Ägypten (ca. 42 u. Z.)

Judäa (ca. 46 u. Z.)

SEUCHEN:

Babylonien (40 u. Z.)

Rom (60, 65 u. Z.)

FALSCHE PROPHETEN:

Judäa (ca. 56 u. Z.)

[Karte/Bild auf Seite 10]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Römischer Feldzug in Palästina 67—70 u. Z.

Ptolemais

Galiläisches Meer

Pella

PERÄA

SAMARIA

Jerusalem

Salzmeer

JUDÄA

Cäsarea

[Bildnachweis]

Karte: Based on maps copyrighted by Pictorial Archive (Near Eastern History) Est. and Survey of Israel

[Bild auf Seite 11]

„Unsere Feinde zerfleischen sich gegenseitig“ (Vespasian)

[Bilder auf Seite 11]

Im Jahr 70 u. Z. zerstörten römische Heere Jerusalem

[Bildnachweis auf Seite 11]

Relief: Soprintendenza Archeologica di Roma; Vespasian: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Art Resource, NY

Kommentar von kdd1945 ,

Besser, Du liest mit dem Link, dann hast Du Zugriff auf  die angegebenen Quellen.

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2007242?q=cestius&p=par

Antwort
von Rex6969, 18

Hallo.

Nein, verboten kannst Du NIEMANDEN zu missionieren. Kein demokratisches Land darf das tun. Ansonsten müsste man auch Muslime und Mormonen verbieten zu missionieren und das wäre für die Image des Landes nicht so gut. Ob das gut oder schlecht ist, darüber kann man streiten-es ist aber so.

Wenn jemand vor der Türe unerwünscht ist, dann kannst Du es viel einfacher machen. Sag ihm „danke für die Belästigung, aber tun Sie es bitte nie wieder“, Türe zu und das wars. 

Antwort
von 666Phoenix, 95

Du musst sie ja nicht IN deine Wohnung reinlassen!

Wenn ein Staubsaugervertreter klingelt, sagt man doch auch einfach: "Nein danke, ich bin schön verblödet genug!" - und lässt ihn gar nicht rein!!

Antwort
von gottesanbeterin, 66

Schatzilein, du brauchst doch die lieben Jehovas nicht zu dir hinein lassen, wenn du sie dort nicht haben willst.

Antwort
von flooo123456, 122

Meine Antwort ist rechtlich nicht belegt, sondern nur eine Vermutung. Ich glaube, dass die Zeugen Jehovas schon bei dir anklingeln dürfen, jedoch auch sofort gehen müssen, wenn du sie darum bittest

Antwort
von Gruffalo, 44

Ich denke, dass es legal ist. Ich wüsste nicht gegen welches Gesetz sie verstoßen. Aber wenn sie dich besuchen kannst du ihnen ein Hausverbot erteilen, wenn sie dann noch mal wieder kommen, begehen sie ein Hausfriedensbruch und das ist dann eine Straftat,

Die Zeugen Jehovas sind zwar sehr gefährlich, aber ein Verbot würde nicht viel bringen. Besser ist mit Bildung und Aufklärung die Zeugen Jehovas zu bekämpfen.

Antwort
von Randler, 113

Ist legal, und warum sollte das verboten werden ??

Das sind ganz freundliche Menschen ( einige A-Löcher gibts immer die zu aufdringlich werden ) aber wenn du das nicht hören willst kannst du doch einfach die Tür zu machen und gut ist.

Antwort
von Omnivore10, 106

Ja das ist legal. Wenn es zu oft passiert, könnte man aber auf Nachstellung plädieren.

Die Zeugen sind mir egal. Ich diskutiere mit denen solange bis DIE sich umdrehen und freiwillig gehen! ^^ Das macht immer riesigen Spaß :-)

Antwort
von dompfeifer, 123

Da kann man nur die Tür zuknallen.

Kommentar von stine2412 ,

dompfeifer, das zeugt vielleicht von einer Erziehung!!!!

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