Frage von Seelentraum, 81

Missbrauch der Kontovollmacht meines Erbes?

Es geht um folgende Situation:

Ich habe 10.000€ von meinem Uropa geerbt, bei denen mir gesagt wurden, dass meine Mama bis zu meiner Volljährigkeit die Vollmacht über das Konto besitzt. Wahrscheinlich hätte ich mich danach irgendwann bei der Bank melden sollen, habe aber das Geld seitdem nie gebraucht. Jetzt bin ich 20 und mein Studium steht bevor, ergo wollte ich an das Geld dran, damit ich es zu einem Teil davon bezahlen kann (wäre mir auch nichts anderes übrig geblieben, da ich wegen des Geldes kein BAföG bekommen hätte).

Nachdem ich immer und immer wieder Druck auf meine Mama ausgeübt habe, dass ich doch jetzt endlich die Unterlagen brauche, weil davon alles abhängt (BAföG, Wohngeld etc.), hat sie mir jetzt endlich gestern gestanden, dass sie in gewissen Situationen immer mal wieder auf das Konto zugreifen musste und jetzt nichts mehr übrig ist von dem Geld. Ich war in diesen Situationen noch nicht volljährig.

Sie meinte, sie hätte danach ein anderes Konto eröffnet, auf dem sie versucht hat, immer wieder Geld einzuzahlen in der Hoffnung, es mir rechtzeitig zurückzahlen zu können. Da sind jetzt allerdings nur ca. 2.000€ bis 3.000€ Euro drauf (und ich muss da auch erst bei der Bank anrufen und in Erfahrung bringen, ob mir das Geld überhaupt zur freien Verfügung steht, auch wenn das Konto auf meinen Namen läuft).

Andere Erben gab es, nämlich einmal meine Oma und ihre Schwester und halt meine Mama, aber alle drei haben damals soweit ich weiß schon ihren Teil des Erbes bekommen. Falls das überhaupt relevant ist.

Jetzt meine Fragen: Eine Freundin, die eine Ausbildung zur Bankkauffrau macht, meinte, ich könne die Bank verklagen, da diese Abhebungen ohne mein Wissen und meine Zustimmung abliefen. Geht das überhaupt? Und hat sich meine Mutter damit strafbar gemacht? Schließlich war ich ja nicht volljährig und sie besaß die Vollmacht, allerdings hatte sie ja schon ihren Teil des Erbes bekommen (kann sich da also nicht auf ein Teilrecht beziehen).

Vielen Dank für die Hilfe!

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Antwort
von BieneSabine1, 33

Dafür kannst du ja jetzt wenigstens Bafög kriegen, was viel besser ist als 10.000 Euro erspartes. Ich hätte an deiner Stelle direkt auf Bafög gesetzt und versucht das Geld irgendwie los zu werden, wobei es Freibeträge gibt.

Deine Mama schuldet dir vielleicht was, aber Bafög ist viel mehr Geld als 10.000 Euro. Wenn du ein Studienfachwechsel machst, ins Ausland für ein Jahr gehst und dann noch Master machst, endest du bei über 50.000 Euro, wobei du lediglich 10.000 zurückzahlen musst über einen sehr langen Zeitraum.

Kommentar von Seelentraum ,

Der Gedanke kam mir auch schon.
Da muss ich mich aber nochmal explizit informieren, wie das jetzt mit dem Geld auf dem neuen Konto aussieht und ob ich BAföG bekomme, wenn es mir auch zur Verfügung steht oder nur (bzw. überhaupt), wenn es das nicht tut.
Danke für die Antwort!

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 9

Jetzt meine Fragen: Eine Freundin, die eine Ausbildung zur Bankkauffrau
macht, meinte, ich könne die Bank verklagen, da diese Abhebungen ohne
mein Wissen und meine Zustimmung abliefen.

Dem ist nicht so. Bis zu Ihrer Volljährigkeit war ihre Mutter der gesetzliche Vertreter. Sie kann damit gegenüber der Bank zu Ihren Lasten handeln. Die Vertretung endet mit der Volljährigkeit, danach kann ihre Mutter ohne explizite Vollmacht nicht mehr über Ihre Konten verfügen.

Und hat sich meine Mutter damit strafbar gemacht? Schließlich war ich ja
nicht volljährig und sie besaß die Vollmacht, allerdings hatte sie ja
schon ihren Teil des Erbes bekommen (kann sich da also nicht auf ein
Teilrecht beziehen).

Für die Auseinandersetzung bedarf es bei Minderjährigen der Zustimmung des Familiengerichts. Die Vermögenssorge ist natürlich im Sinne des Kindes auszuführen. Bis zu einer Höhe der Erbschaft von 15000€ muß der Sorgeberechtigte aber kein Inventar anlegen.

wäre mir auch nichts anderes übrig geblieben, da ich wegen des Geldes kein BAföG bekommen hätte

Naja, da das Geld ja jetzt nicht da ist, gibt es Bafög. Die Hälfte davon allerdings als Darlehen.

Soweit ich weiß hätte ich 7.500€ davon für mein Studium verwenden müssen, hätte also kein BAföG bekommen.

Umgekehrt, 7500€ sind die Vermögensfreigrenze, das was darüber ist ist für das Studium zu verwenden. Das Beantwortet auch die Frage nach den 3000€. Die sind nämlich egal, solange sie insgesammt nicht über 7500€ kommen.

Ich weiß nicht genau, in welchen Situationen genau sie auf das Konto
zugreifen musste, aber sie meinte dazu, dass sie teilweise sonst
wirklich ins Gefängnis gemusst hätte.
Hatte ergo also tatsächlich nichts mit mir zu tun.

Naja, hätte Ihre Mutter tatsächlich ins Gefängnis gemusst, wäre das Geld auch weg, denn dann wären in ein Heim oder eine Pflegefamilige gekommen, wobei sie die Kosten aus Ihrem Vermögen zu tragen gehabt hätten.

Antwort
von Othetaler, 34

Die Bank kannst du nicht verklagen. Deine Mutter war als Erziehungsberechtigte für dein Geld verantwortlich und die Bank geht es nichts an, wofür sie das Geld verwendet.

Da es sich ja um dein Geld gehandelt hat, ist deine Mutter in der Verantwortung. Sie durfte es nur für bestimmt Kosten, die mit dir zusammenhängen (dazu zählt nicht dein normales Leben und die Aufwendungen dafür) verwenden. Das hat sie nicht gemacht.

Damit hat sie im Grunde Unterschlagung begangen. Nun ist die Frage, ob du wirklich gerichtlich gegen deine Mutter vorgehen willst.

Wie das in Hinsicht auf Bafög aussieht, kann ich dir leider nicht sagen.

Kommentar von Seelentraum ,

Hätte mich auch gewundert, wenn das ginge.

Ich weiß nicht genau, in welchen Situationen genau sie auf das Konto zugreifen musste, aber sie meinte dazu, dass sie teilweise sonst wirklich ins Gefängnis gemusst hätte.
Hatte ergo also tatsächlich nichts mit mir zu tun.

Anzeigen will ich sie natürlich nicht, mir gehts da eher ums Prinzip. Dass das unter aller Sau war von ihr, muss glaub ich nicht extra festgehalten werden. Ich weiß jetzt aber nur nicht, wie ich damit umgehen und wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll.

Soweit ich weiß hätte ich 7.500€ davon für mein Studium verwenden müssen, hätte also kein BAföG bekommen. Davon war aber abhängig, ob ich Wohngeld bekomme und so weiter.
Jetzt hab ich ja quasi nur noch die 3.000€, aber da muss ich mich nochmal explizit drum kümmern, ob das beim BAföG berücksichtigt wird, wenn ich darüber nicht frei verfügen kann...

Danke übrigens für die schnelle Antwort!

Kommentar von Othetaler ,

Das Bafögamt wird die Kontostände zu verschiedenen Terminen wissen wollen. Wenn du Pech hast, behandeln die dich dann trotzdem so, als wenn du das Geld hättest. Kommt drauf an, wann deine Mutter das Geld abgehoben hat.

Ich will da aber den Teufel nicht an die Wand malen. Allerdings solltest du da keine falschen Angaben machen. Die verlangen eine Bankauskunft von dir. Und Falschangaben sind strafbar.

Antwort
von sassenach4u, 10

Deine Mutter hatte schon das Recht, Geld von deinem Erbe für dich zu verwenden, z.B. für Klassenfahrten, besondere Ausgaben wie neue Möbel etc., aber, wenn nötig auch für deinen Lebensunterhalt. 

Damit hatte sie schon die Verfügungsgewalt- muss es dir aber erklären. Seit du 18 Jahre alt warst, hättest du an das Konto, wenn es auf deinen Namen läuft, herangekonnt- und hat sie nach diesem Datum Geld abgehoben, dann könntest du die Bank im Regress nehmen, denn mit diesem Tag erlosch die kontovollmacht und nur du hättest ihr eine neue erteilen können. Wenn es ein anderes Konto auf deinen Namen gibt, dann hast du nun eben das, d.h. das andere ist blank, verstehe ich das richtig?

Über welchen Zeitraum hin hat sie es denn verwertet?

Wenn dein Vater allerdings z.B. Unterhalt für dich gezahlt hat und sie Kindergeld bekommen hat, dann bestand kein Grund, den "normalen" Lebensunterhalt vom Erbe deines Vaters zu bestreiten.

Beantrage BAföG und gib an, was du nun hast.

Kommentar von Seelentraum ,

Ich weiß von einer Situation, in der sie Geld abgehoben hat, wo ich zu dem Zeitpunkt ca. in der 9. Klasse gewesen sein müsste. Das heißt, dass sie das Geld vor meiner Volljährigkeit genommen hat, also ab Klasse 5. (ab da hatte sie die Vollmacht) bis mindestens zur 10. Klasse. Und ja, das Konto ist jetzt komplett blank.

Aber hier liegt das Problem: Ja, sie hat Kindergeld bekommen und Unterhalt von meinem Vater. Und diese Situationen, in denen sie das Geld gebraucht hat, waren definitiv nicht zu meinem Wohl (oder eher indirekt), denn sie wäre, das hat sie auch noch dazu gesagt, des öfteren schon im Gefängnis gelandet, weil sie gewisse Rechnungen nicht hätte bezahlen können. Da muss ich natürlich sagen, dass es besser ist, sie nimmt das Geld als dass sie im Gefängnis landet, aber es hätte andere Möglichkeiten für sie gegeben, wie etwa mich zu fragen, ob das in Ordnung wäre (was es gewesen wäre, wenn sie halt gefragt hätte), oder ihre Eltern um Hilfe zu bitten.
Und selbst wenn nicht, dann hätte sie mir noch immer früher was erzählen können und nicht erst dann, wenn sie keine andere Wahl mehr hat als es mir zu erzählen.

Ich würde meine Mutter natürlich auch nicht anzeigen, mir gehts hier ums Prinzip. Das Geld ist mir auch unwichtig, das war für mich sowieso nie wirklich real. Und Geld ist nunmal nur Geld.
Aber der Vertrauensbruch in diesem Fall ist einfach mal enorm. Alle Leute in meiner Umgebung haben mir immer und immer wieder gesagt, dass das Geld bestimmt weg sei und meine Mama das genommen hätte. Und ich bin jedes Mal einfach nur ausgerastet und richtig wütend geworden, habe meine Mama verteidigt. Und irgendwie immer in dem Wissen, dass alle Recht haben.
Aber dass sich das jetzt nochmal bestätigt hat, finde ich echt einfach nur heftig. Vor allem, dass sie erst bis zu dem Zeitpunkt gewartet hat, wo sie eigentlich keine Wahl mehr hatte, als die Wahrheit zu sagen.

Antwort
von xFitnessLife, 37

Ich weiß noch als ich meine Ausbildung machte und mein ganzer Gehalt an meine Eltern ging. 

Kommentar von Seelentraum ,

Was hat das mit dem Thema zu tun?

Antwort
von schelm1, 13

Die Ausbildung von Bankern ist auch nicht mehr das, was sie mal war!

Sofern Ihre Mutter verfügungsberechtigt war und glaubhaft versichert, dass dieses Geld Ihrem Unterhalt gedient hat, wäre das sehr zweckorientiert geschehen.

Ewig halten solche "stolzen" Summen auch nicht vor!

Die eigene Mutter verklagt man nicht.

Die Klage gegen die Bank wäre vollkommen sinnlos!

Kommentar von Seelentraum ,

Ich habe nicht gesagt, dass ich meine Mutter verklagen will. Aber generell sollte man mit einer solchen Aussage auch sehr vorsichtig sein, denn Außenstehende können nie auch nur ansatzweise beurteilen, was zwischen zwei Menschen vorgefallen ist, auch wenn es sich dabei um Mutter und Kind handelt.

Antwort
von sonders, 20

Moin.Bei Rechtsfragen ist zu empfehlen, ein/e Rechtsanwalt/in. In diesen Sinn sonders

Kommentar von Seelentraum ,

Mir geht es momentan eigentlich nur ums Prinzip, einen Anwalt dafür aufzusuchen ist mir dann doch zu viel Aufwand und vor allem zu teuer.
Ich würde meine Mutter ja nicht anklagen, aber dass das unter aller Sau von ihr war muss ich ja wohl nicht extra festhalten.

Kommentar von sonders ,

Moin.Du kannst dich mal fragen und die Antwort zum Vergleich setzen:Was, hat meine Mutter für mich schon alles getan???! In diesen Sinn sonders

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