Frage von Say9009, 41

Miserable Konzentration?

Hallo Leute,

Also ich möchte einfach nur wissen ob das normal ist, oder sich irgendetwas dahinter "verbirgt".

Ich kann mich nicht Konzentrieren, aufmerksam sein, kann mir keine Sachen merken und bin dauer erschöpft -überlastet. Puh. Also die Müdigkeit kann ich glaube ich, dem Eisenmangel zuschreiben. Er wird gerade behandelt und habe gerade eben vom Arzt mitgeteilt bekommen, dass die Tabletten nicht ausreichen, weiteres folgt.

Aber das mit der Konzentration/Aufmerksam sein, hab ich schon seit ich klein bin. In den Grundschulzeugnissen stehen auch Sachen wie: "[...] Auch wenn sie das zielgerichtete konzentrierte Arbeiten nicht immer durchhält" "[...] Denkt lange nach und verliert dann den Faden/kommt nicht mit der Arbeitszeit zurecht" Das alles war erstmal die 1. Klasse... 2.Klasse "[..] Das Erkennen von Sätzen bereitet *** große Mühe" "[...] Bei mehrschrittigen Aufgaben muss * weiter unterstützt werden" 3. Klasse: "* Mitarbeit im Unterricht erlag großen Schwankungen [...] Oft wirkte sie verträumt und schreckte auf [...]" 4. Klasse "[...] Hatte immer wieder Mühe Gedankengänge zu durchdringen[...]" "[...] Hatte Mühe Zusammenhänge zu erkennen [...] "Beim erfassen von neuen Inhalten brauchte sie viel Zeit" 6. Klasse "[...]Oft war sie nicht in der Lage sich länger zu konzentrieren"

Ja, das waren mal alle "Auszüge" der Klassen 1-6. Heute ist es eben so, dass wenn z.B. ein Lehrer redet, ich mit der Zeit nicht mehr mitkomme. Alles wird mir viel zu schnell, die Stimme tritt vollkommen automatisch in den Hintergrund. Es fühlt sich oft wie ein Schutzmechanismus meines Körpers an, so blöd es auch klingt. Wird es auch noch laut im Klassenzimmer, tun mir meine Ohren weh und ich höre alles dumpf, auch meine eigene Stimme (+kann das verursachen). Ich kann es auch gar nicht so gut in Worte fassen... Es ist einfach so. Auch wenn ich mit meiner Oma rede, wird es mir ab einer gewissen Zeit zu viel und ich kann nicht mehr. Das ist überall so, irgendwann fang ich automatisch an, nicht mehr zuzuhören. Weil ich's nicht mehr pack'.

Bin auch total verpeilt, und mein Kopf oft wie leer gefegt. Gestern Abend z.B. wollt' ich zu meinen Eltern ins Wohnzimmer und gute Nacht sagen. Was mach ich? Ich mach die Tür wie jeden Abend auf, und sag' "Guten Morgen!" Schon nach dem ich das aussprach, korrigierte ich mich. Keine Ahnung was da in mich gefahren ist. Zudem vergesse ich immer irgendwas +/nehme die Fernbedienung ausversehen mit auf die Toilette usw. "Normal Zustand" bei mir.

Heute brauch ich sehr viel Privatsphäre, meine Kindheit war... schlimm. Hab eigentlich nur in meiner Fantasie gelebt (Ein Grund für "Zustand"?). Leute strengen mich einfach an, die Unterhaltungen vorallem. Sobald jemand nicht klar und deutlich spricht, verstehe ich ihn nicht. Was ist mit mir los? "Ermahn dich immer wieder im inneren aufzupassen" bringt mir nichts. ("Mach" es zudem nicht aus Langeweile). Bitte um Rat...

Antwort
von tantra, 25

Das kann eine Reihe unterschiedlicher Ursachen haben. Bereits der Eisenmangel kann das meiste zwanglos erklären. Allerdings scheint das im Moment auch eine Modediagnose zu sein. Zu meiner Zeit war das auch Thema, aber eher Marketing für Rotbäckchen.

Hast Du mal einen Hörtest gemacht? Mir scheint es als müsstest Du Dich wahnsinnig konzentrieren, um einer normalen Unterhaltung zu folgen. Das ermüdet natürlich. Dieser Dauerstress erklärt dann auch ganz zwanglos die Müdigkeit und das Verpeilte.

Überhaupt ist Dauerstress oder Übermüdung - aus welchen Gründen auch immer - eine Erklärungsmöglichkeit. Allerdings sehe ich in Deiner Beschreibung bisher nicht, was den Stress auslösen sollte.

Dass Du als Kind viel in Deiner Fantasie gelebt hast, ist nicht ungewöhnlich oder problematisch; jedenfalls so lange es Dir immer möglich war Fantasie von Realität zu unterscheiden.

Und ein bisschen verpeilt sind wir alle manchmal. "Guten Morgen" statt "gute Nacht" oder die Fernbedienung auf der Toilette sind für sich gesehen nichts Kritisches. Die Häufigkeit macht hier den Unterschied.

Also: Hörtest, Stressfaktoren erkennen und ggf. ausschalten und dann mal sehen ob und was sich ändert. Eine gute Methode zum Stressabbau ist Bewegung an der frischen Luft. Das löst meist auch Beschwerden, die einem möglichen Eisenmangel zugeschrieben werden.

Ich würde jetzt noch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Es gibt schwerwiegendere Ursachen, aber die sind nunmal sehr viel seltener als die leichten.

Von Herz zu Herz,

lars.

Kommentar von Say9009 ,

Hallo Lars,

Das ich  "Guten Morgen anstatt "Gute Nacht" (Gn8 schien  mir kürzer, anstatt zu schreiben "Mama, Papa, bin jetzt im Bad und richte mich". Denn das wollte ich eigentlich sagen) hat nichts damit zutun,  ich die Wörter vertauscht habe. Mein Kopf war für ein paar wenige Sekunden wie leer gefegt und ich wusste gar nichts mehr. Warum bin ich hier? Was will ich hier? Wo will ich hin? All das war weg und so dachte ich eben an iwas und sagte eben guten Morgen, um irgendwas zu sagen.

Einen Hörtest hab ich mal mit ungefähr  10 gemacht, die Ärztin war ziemlich  verwundert, weil ich zu oft das hohe piepen gehört hab. Sprich: Der piep hallt ewig in meinem Kopf nach und ich weiß nicht ob es schon das nächste Signal ist.

Und das brachte mich jetzt zur Erkenntnis, dass mir hohe Töne, speziell Frauenstimme "schwer fallen" , weh tun und mich überanstrengen. Ich hab auch einfach so mal ein piepen/rauschen im Ohr. (Naja ich weiß nicht ob das zusammenhängen kann, aber meine Mutter hat ein sehr lautes Stimmorgan und hat mich schon früher oft angeschrien)

Was den Stress auslöst weiß ich nicht, wahrscheinlich einfach die hohe Konzentration die ein genaues zuhören bei mir benötigt. Aber nach einer ganz gewissen Zeit, rauscht halt alles an mir vorbei und wird zu einem "Bliblablub".  Auf dem Sportplatz demletzt hat ein Vater neben mir urplötzlich  was ins Feld gerufen und ich hab  "Dahinten scheint das Reh!" verstanden. Nachdem ich erstmal ein bisschen darüber nachdenken musste.

ich denke einfach dass mir hohe, dazu laute  Stimmen in den Ohren wehtun

Ich mich sehr anstrengen muss um konzentriert zu sein

Wenn jemand mit mir spricht, ich es erst verarbeiten muss und es so ähnlich ist als ob man einer Büro Frau einen riesen Stapel Papier auf den Tisch knallt, ein wirrwarr entsteht, ich verzweifle, und den kompletten Stapel einfach runterwerfe.

und diese Faktoren verursachen das vielleicht  bei mir.

Aber ich weiß nicht woher das alles kommt, wie ich das "beheben" kann, und vorallem wer mir dabei helfen kann.

(Vor 3 Monaten war ich aufgrund  eines schmerzhaften Pochen in meinem Ohr, beim HNO. Der schaute nur kurz, oberflächlich  rein und meinte es wär' alles gut.)

Kommentar von tantra ,

Das klingt doch alles sehr danach, dass mit Deiner Hörfähigkeit irgendwas nicht in Ordnung ist. Ob das im Ohr selbst, im Hörnerv, im auditiven Cortex, oder sonstwo begründet liegt kann man so nicht sagen und mit kurz ins Ohr gucken auch nicht beurteilen.

Da Ärzte für gründliche Diagnostik seit langem nicht mehr bezahlt werden, wirst Du einen fähigen Arzt mit sehr viel Idealismus finden müssen. Alternativ kannst Du Dich durch medizinische Basisliteratur kämpfen und einen Arzt Deines Vertrauens mit Deinen Hypothesen zur Abklärung nerven, bis er Dich zum Hypochonder stempelt. Falls Du einen Arzt findest, der sich mehr als 7 Minuten nimmt, um Deine Probleme in Gänze anzuhören, ist das schon ein Anfang.

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