Frage von lebensfragen9, 110

Mir wurde mit Zwangsmedikation gedroht, ist das moralisch vertretbar?

Die Situation war so : Ich war in einem isoliertem Zimmer, hinter mir stand eine Mannschaft von Pflegern und ein Polizist (securitas). Der Polizist und der Psychiater haben gesagt, wenn ich das Medikament nicht nehme, werde ich ans Bett gegurtet und mir werden Medikamente gespritzt. Der Grund war, das ich nicht einverstanden damit war, dass mich ein Pfleger mit Gewalt aus dem Schlaf riss und ich einen Anwalt angerufen hab.

MEINE FRAGE IST NUR OB DAS MORALISCH VERTRETBAR IST und nicht ob ihr so gehandelt hättet. DER ARZT WURDE SCHON VOM GERICHT ABGEHÖRT UND ES IST VERBOTEN GEWESEN, EIN KIND MIT ZWANGSMEDIKATION UND FREIHEITSENTZUG ZU ERPRESSEN

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Antwort
von Tasha, 38

Na ja, ich muss sagen, dass ich im Krankenhaus - nicht Psychiatrie - erlebt habe, wie einfach rabiat mit Patienten umgegangen wurde, ohne dass man ihnen vorher sagte, was man gleich machen würde und warum.

 Es wurde bspw. einem geistig Behinderten einfach an den Haaren der Kopf nach oben gerissen und eine Sauerstoffmaske übers Gesicht gestülpt, ohne dass dies kurz angekündigt und um seine Mitarbeit gebeten wurde (dann wäre das Reißen an den Haare nicht nötig gewesen). Davon gab es viele Vorfälle. So etwas kenne ich von früher, als ich als Kind im Krankenhaus war, gar nicht; damals wurde alles angekündigt und auch im Vorfeld erklärt (OP - was passiert vorher, währenddessen, nachher).

Die Pfleger im Krankenhaus heutzutage waren, jedenfalls in dem, das ich besuchte, heillos überfordert, in einem Fall wurde einer Patientin gesagt, der Arzt sei überhaupt nur kurz an einem Tag in der Woche auf der Station. Ich würde trotzdem eines empfehlen: Auch wenn Du in der Psychiatrie bist, hast Du Rechte und bist ein vollwertiger Mensch. Das muss betont werden, denn leider werden einige Mitarbeiter - Pfleger, Ärzte - betriebsblind. Ich habe das erlebt, als meine Großmutter im Krankenhaus war, und einfach als dement und schwerhörig behandelt wurde, "nur" weil sie auf der geriatrischen Station lag. Es wurde im Wortsinne über sie hinweg geredet und sie wurde "angeschrien" - als schwerhörig behnadelt - obwohl sie das nicht war.

Meine Empfehlung an Dich: Versuche, Dich ruhig mit den Ärzten und Pflegern zu verständigen. Sei freundlich, höflich, dankbar.

 Vermutlich haben sie schon öfter aufmüpfige Patienten erlebt oder solche, die sie versehentlich dafür halten, und schalten dann betriebsblind auf autoritär.

Frage ruhig nach, was Du für Medikamente bekommst, welche Wirkungen und Nebenwirkungen sie haben, ob es Alternativen gibt. Gib Deine Gründe für die Verweigerung eines Medikamentes an, teile Deine Sorgen darüber mit, frage nach Alternativen, frage, ob das zwingend nötig ist oder welche anderen Möglichkeiten es gibt.

Ich kenne Dein Alter nicht. Wenn Du unter Betreuung stehst von Eltern oder anderen, teile denen Deine Sorge mit, bitte sie, für Dich mit den Ärzten zu reden und nach Alternativen zu fragen.

Gib Dich möglichst kooperativ, mache alles freundlich und höflich mit, das Dir möglich ist. Dann hast Du schon mal Pluspunkte für Gespräche, wirst als vernünftig angesehen und man nimmt Dich eher ernst. Bitte darum, dass ein Arzt oder Pfleger Dir genau erklärt, welche Medikamente Du bekommst, warum genau, welche Wirkungen/ Nebenwirkungen sie haben, wie lange Du sie nehmen musst und welche Alternativen es gibt. Wenn es keine Alternativen gibt, nimm sie erst mal, teile aber Deine Bedenken mit.

Je kooperativer und gesprächsbereiter Du Dich zeigst, desto eher wirst Du ernstgenommen, und desto eher hast Du eine Chance auf ein echtes Gespräch, das möglicherweise auch eine Änderung bewirken kann.

Freundliches, höfliches, zurückhaltendes, dankbares Verhalten kommt viel positiver an als aufmüpfiges, "aggressives", (verzweifeltes), lautes, forderndes Verhalten. Dieses führt oft dazu, dass man ausgeblendet wird und vielleicht sogar nicht ernst genommen wird (bei Älteren wird gern gesagt, "der brabbelt da etwas vor sich hin", wenn sie nicht deutlich reden können, oder "der schreit immer so, der ist dement", wenn sie eben in ihrer Verzweiflung und evtl. Überforderung zu schreien anfangen. Man überlegt nicht "wie kann ich mich mit ihm verständigen" oder "warum schreit der, kann ich etwas tun, damit es ihm besser geht". Um mit dieser Umsicht behandelt zu werden, muss man leider oft den ersten Schritt tun und o.g. "höfliches" Verhalten zeigen.

Kommentar von lebensfragen9 ,

DANKE FÜR DIE ANTWORT 

Es ist schon einige Monate her, aber als Autist ist es extrem schwierig diesen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, die du unten im Text hinschreibst (trotz harten Trainings).

Kommentar von Tasha ,

Wenn Du Autist bist, wäre es vielleicht sinnvoll, Deine Bedenken und Überlegungen zur Medikation, auch Deine Fragen, schriftlich zu formulieren. 

Vielleicht kannst Du ein Heft bekommen, in das Du immer Deine Überlegungen und Fragen schreibst, und dieses den Ärzten/ Pflegern geben, mit der Bitte, mündlich darauf zu reagieren. Vielleicht fällt es Dir leichter, alleine für Dich etwas zu schreiben als direkt mündlich auf eine Situation zu reagieren. Bitte dann auch um Bedenkzeit, um zu reagieren, frage, ob Dir etwas Bedenkzeit eingeräumt wird, wenn Du ein bestimmtes Zeichen machst, so dass Du nicht unmittelbar auf eine neue Situation (neues Medikament, plötzliche Verabreichung/ fremde Leute, neue Situation) reagieren musst.

Ggf. könnte dies auch noch mal den Ärzten von Deinen Betreuern erklärt werden.

Antwort
von Schwoaze, 68

Moralisch vertretbar: JA, wenn das Kind nicht versteht, dass es schwer gefährdet ist und die Medikamente notwendig sind, um gesund zu werden.

Wenn es nicht um DEIN LEBEN ginge, kann ich mir so drastische Mittel gar nicht erklären.

Worum geht's denn bei Dir, verrätst Du es?

Kommentar von lebensfragen9 ,

Ich war noch nie fremd- oder selbstgefährdend, hat mir mein Anwalt erklärt. Danke für die Antwort. Tatsache ist das er rechtlich falsch gehandelt hat.

Antwort
von ErsterSchnee, 62

Ja, das ist moralisch vertretbar. Anscheinend bist du (zur Zeit) nicht in der Lage, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Kommentar von lebensfragen9 ,

Danke für die Antwort.

Antwort
von HolgerVerfue, 5

"VERBOTEN GEWESEN, EIN KIND MIT ZWANGSMEDIKATION UND FREIHEITSENTZUG ZU ERPRESSEN"

Erpressen können die immer, wenn keine Beweise für die Erpressung vorliegen (nur mündlich ausgesprochen z.B.). Sie sind Teil des Zwangsapparates. 

Als Kind ist das alles noch schwieriger, weil da die Erziehungsberechtigung und damit die (Nicht-)Zustimmung der Eltern eine wichtige Rolle spielt. 

Aber als Erwachsener (Volljährigkeit) ist es aber sehr wohl möglich, sich rechtswirksam gegen psychiatrischen Zwang abzusichern !

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Antwort
von FooBar1, 61

Wenn es das beste für die Person ist ja

Kommentar von lebensfragen9 ,

Danke für die Antwort

Antwort
von Deichgoettin, 22

Hört sich schlimm an. Aber ohne Hintergrundwissen kann man Dir darauf keine zufriedenstellende Antwort geben.

Kommentar von lebensfragen9 ,

ok

Antwort
von maja11111, 61

wenn du in der psychiatrie bist, wirst du natürlich auch ein handy haben. natürlich ist zwangsmedikation zu deinem wohl völlig vertretbar. gerade wenn du garnicht entscheidungen treffen kannst zu deinem wohl.

wenn mein kind derartig neben der spur läuft und in einer psychiatrie ist, willige ich ein das es alle medikamente bekommt die laut psychiater zu seinem wohl sind, auch und natürlich auch gegen den willen des kindes.

Kommentar von lebensfragen9 ,

Es war nicht wirklich zu meinem Wohl ,, gesundheitlich". Seit der Einnahme hatte ich Herzprobleme, Kreislaufprobleme und Atmungsprobleme. Mittlerweile bin ich von Medikamenten befreit, ABER DANKE FÜR DIE ANTWORT.

Kommentar von maja11111 ,

wenn du garnicht in der lage warst das zu entscheiden, dann war es zu deinem wohl - du selbst konntest es nicht einschätzen was überhaupt zu deinem wohl war. gerade wenn du minderjährig bist/warst. es klingt so, als wärest du noch immer nicht in der lage zu wissen oder zu entscheiden was zu deinem wohl ist. der wahn scheint also weiter zu gehen. herzprobleme, kreislaufprobleme und deine atmung stehen dabei ehr in zusammenhang mit deiner störung. hat dein betreuer dir erlaubt das internet zu benutzen?

Kommentar von lebensfragen9 ,

Mein Anwalt war da absolut anderer Meinung, er schickte mich zu einem IQ Test und beurteilte die Situation die ich ihm geschildert habe. Eine Antwort auf meinen Kommentar wäre nicht nötig gewesen, aber trotzdem DANKE für deine Antwort. Es war mir immer gestattet das Internet zu benutzen trotz meines ,, Wahns ".  Herzprobleme waren Folgeeffekt von der massiven Überdosierung, die ich erlitten hab und nicht von meiner ,, Störung". Ich denke einfach das du hier ziemlichen Unsinn vor dich hin brabbelst, aber damit musste ich rechnen (vorallem bei diesem Thema).

Kommentar von maja11111 ,

dein iq hat nichts mit der vorhergehenden störung zu tun die du erlitten hast. ein arzt hat dich behandelt, hat dir eine diagnose verpasst und dich behandelt. du warst ja nicht umsonst in einer psychiatrie. den zusammenhang zwischen diesen dingen solltest du schon mit einer grenzdibiltät verstehen können. im nachhinein wird sich an der abgelaufenen geschichte nichts ändern, außer das dein anwalt dich finanziel ausnimmt. wozu sonst schickt er dich zu einem sinnlosen test, der über deine psychische gesundheit keine auskunft gibt. die größten geister der geschichte waren unglaublich hoch im iq,deswegen nicht hoch schlau und oft genug wahnsinnig. wie gesagt, wenn du psychisch nicht gesund bist, wird dein betreuer festlegen was passiert. daran wird auch dein anwalt nichts mehr ändern.

Kommentar von lebensfragen9 ,

Die Institution meines Anwaltes ist auf Spenden angewiesen und wird vom Staat mitfinanziert. Es ging mir lediglich um Rat, ich will die Frage nicht in die Länge ziehen und auch nicht wissen ob du mich für einen Irren hälst und wenn was für einen Irren, da ich in 10 Minuten Schule hab.

Kommentar von maja11111 ,

dann liegst du eben der allgemeinheit wegen nichts auf der tasche. aber noch immer kann ein anwalt keine diagnosen aus der vergangenheit verändern. sie wurden von ärzten gegeben, von deinen eltern mit getragen und dafür bekommst du im nachhinein keine vergünstigungen oder entschädigungen. nimm die worte deiner psychologen an und suche dir hilfe für deine angeblichen probleme.

Antwort
von PrettyPotato, 45

Das klingt ja absurt. Wie alt bist du und warum haben die das alles gemacht? Klingt ja wie in einem Horrorfilm, das du gefangen bist o.o

Kommentar von lebensfragen9 ,

Klar ist es absurd und rechtlich falsch gewesen. Sie waren der Meinung das ich Psychose hatte, was von einem Anwalt aber ausgeschlossen werden konnte... DANKE FÜR DIE ANTWORT

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