Frage von Manuel129, 128

mir reicht es, was soll machen?

Also.. ganz kurz zu mir: ich habe jetzt 4 Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert, der eigentliche Grund, weshalb ich aufgehört habe, auch wenn ich mir wünschen würde es wäre ein anderer, ist der, dass ich zu faul war mir einen Grundpraktikumsplatz zu beschaffen. Naja okay das Studium hat mir ohnehin nicht viel Spaß gemacht aber trotzdem war das wohl der Grund.

Jetzt habe ich mich sehr lange mit mir selbst beschäftigt, um herauszufinden, was ich eigentlich will. Dabei kamen mir Studiengänge wie Mathematik, Physik, Philosophie in den Sinn und noch bis vor kurzem habe ich zwischen Physik und Philosophie sehr stark geschwankt. Aber immer öfters frage ich mich jetzt, was eigentlich aus mir geworden ist. Ich liebe es Menschen zu helfen, ich liebe Tiere, Kunst, Musik, das alles gefällt mir wirklich sehr. Auch wenn Mathematik ihren Reiz hat, ich musste noch nie vor Rührung weinen, wenn ich etwas neues verstanden habe.

Und doch verleugne ich alles Menschliche, Emotionale in mir, warum? Ich glaube ich möchte mir und anderen etwas beweisen, ja ich denke zuweilen es wäre eine Schande keinen "schweren" Studiengang zu absolvieren. Jetzt habe ich mich um eine Wohnung bemüht, habe einen Studienplatz und jetzt kommt mir, wie mir scheint viel zu spät, der Gedanke vielleicht vorerst 1 Jahr in einer sozialen Einrichtung zu arbeiten, bevor ich mich in einen neun Studiengang stürze, an dem ich in einem Jahr wieder kein Interesse mehr haben könnte. Aber dann würde ich wieder 1 Jahr verlieren..

Was würdet ihr an meiner Stelle tun? ich bin im Moment total verzweifelt und weiß nicht was ich machen soll.

Antwort
von Franz1957, 14

Und doch verleugne ich alles Menschliche, Emotionale in mir, warum?

Das ist eine wichtige Frage. Fachlich gesehen ist es eine psychologische Frage. Daß Du sie stellst, also Dich selbst besser kennen lernen willst, ist ein gutes Zeichen.

Ich glaube ich möchte mir und anderen etwas beweisen, ja ich denke
zuweilen es wäre eine Schande keinen "schweren" Studiengang zu
absolvieren.

Du könntest der Frage nachgehen, wo Du dieses Wertesystem und diese Begriffe erlernt hast, wer diese anderen eigentlich sind, und was dieses "etwas", das Du beweisen möchtest, genau ist.

Man kann schon auf eigene Faust einiges darüber herauszufinden versuchen, wie die eigene Persönlichkeit "tickt", und es gibt darüber gute Informationen.  Ich empfehle aber, daß Du Dir Unterstützung suchst. Schon deshalb, weil Selbstwahrnehmung gar nicht so einfach ist. Schließlich bekommen wir sie ja systematisch aberzogen. Groß und vernünftig werden bedeutet ja nicht zuletzt, daß wir Gefühle unterdrücken und funktionieren lernen sollen. Dabei lernen wir auch, einiges an uns selbst nicht mehr wahrzunehmen, doch andere merken es. Außerdem sind der Umgang mit psychologischen Fragen und der menschliche, emotionale Umgang mit uns selbst und den anderen Dinge, über die uns die Schule gar nichts und das Elternhaus meistens wenig und auch Falsches beibringt. Kein Wunder, daß man mit Fragen wie Deiner zunächst eher hilflos und als "Laie" dasteht.

An Deiner Universität wird es wahrscheinlich eine psychologische Beratungsstelle geben. Dort würde ich an Deiner Stelle um Unterstützung bitten.

Kommentar von Manuel129 ,

Danke, vielen Dank für den tollen Rat! werde ich mal versuchen =)

Antwort
von RheumaBaer, 20

Ich bin Krankenpfleger,und es ist ein harter,unterbezahlter und wenig angesehener Beruf,(obwohl Du vieles andere hörst,warte,wie sich die Menschen Dir gegenüber  verhalten,wenn Du Verantwortung hast-ohne Worte),der Grund,den Beruf zu machen,(lange schon..)?
Ein Helfersyndrom und die Überzeugung,daß es mein Beruf ist. Ich habe Empathie,kann das einsetzen,und natürlich kriegst Du auch ab und an mal tolle Sachen zurück. Ein kompliziertes Studium nur um des Erlebnis Willen,es zu schaffen..? Schwierig. Mache Praktika,vielleicht hörst Du einen Ruf. Und wichtig-wenn Du etwas machst,das in Augen anderer vielleicht nicht das Allertollste oder Komplizierte ist,aber Du machst es mehr als nur "so gut",mit Engagement und Würde,hast Du schon viele mit Papiertiteln überholt. Glaube mir,das ist ein sehr gutes Gefühl. Ich wünsche Dir nur das Beste! :)

Kommentar von Manuel129 ,

Danke =) Hm ja das konnte ich noch nie ganz nachvollziehen, wieso man manchen Menschen mit mehr Respekt begegnet.. es gibt wundervolle Menschen, die mehr Wertschätzung erfahren sollten als die größten Unternehmer, aber gut ich mag Krankenpfleger jedenfalls sehr =)

Kommentar von RheumaBaer ,

Hey,Danke dafür und Verzeihung,daß ich jetzt erst reagiere,als ob ich jeden Tag so unendlich viele Komplimente bekomme.. Also für den Beruf. Das Richtige zu tun,sich für etwas entschieden zu haben,daß man unterstützt und mit ganzem Herz ausübt,macht einen zuweilen fast arrogant,selbst Besserverdienern gegenüber. Aber man bekommt auch ordentlich auf den Hut.. Konntest Du schon in Dir eine Richtung,eine Überzeugung erkennen? Viel Glück auf Deinem Weg!

Expertenantwort
von Willibergi, Community-Experte für Mathe & Mathematik, 41

Wie alt bist du denn?

LG Willibergi 

Kommentar von Manuel129 ,

oh das hätte ich in die Frage schreiben sollen.. gerade 22 geworden

Kommentar von Willibergi ,

Dann bist ja nicht wirklich alt. Manche fangen in dem Alter erst an zu studieren.

Mach', was du möchtest. Wenn du zuerst ein Jahr Pause machen und arbeiten möchtest, mach' das! 

Das ist dann eben eine Orientierungsphase, in der du wirklich noch mal darüber nachdenkst, was du letztendlich studieren willst. ;-))

LG Willibergi 

Kommentar von Manuel129 ,

Danke für die aufmunternden Worte =)

Kommentar von Willibergi ,

Gerne doch. ;)

LG Willibergi 

Antwort
von platy13, 43

Kommt natürlich auch auf dein Alter an, aber mach das worauf du Lust hast. Man lebt nur einmal. Denk drann, dass du den Job noch dein lebenlang machen musst, egal was du dir jetzt aussuchst.

Antwort
von SerenaEvans, 41

Ich glaube du erwartest viel zu viel von deinem Studium. Ich studiere sehr gerne, trotzdem habe ich nicht jeden Tag wahnsinnige Lust was dafür zu tun. Dann muss man eben den Hintern hochbekommen und es trotzdem machen.

Zudem schließt weder ein Studium noch der spätere Job ein soziales Engagement aus. Nur weil du z.B. Physik studierst, bist du dadurch nicht unsozial.

Antwort
von Renereturn, 44

Hallo Manuel,

ich kann deine Lage gut verstehen da ich auch sowas hatte.

Ich habe dann einfach 1 Jahr lang in den verschiedenen Berufen ein Praktikum gemacht.

Es war sehr Hilfreich, jeweils waren es meisten 2 - 3 Wochen und insgesamt 5 Praktika, in der Zwischenzeit habe ich gearbeitet.

Aber ein Soziales Jahr ist auch eine Gute Möglichkeit über alles nachzudenken und das passende Studium zu finden. 

Solltest du dir dennoch unsicher sein, probiere es doch mal aus und spreche mit verschiedenen Studenten aus verschiedenen bereichen.

Die können dir bestimmt auch weiterhelfen.

Ich hoffe ich konnte dir helfen :)

Kommentar von Manuel129 ,

Danke, ja sehr =)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community