Frage von Emily4erdbeer, 356

Mir geht es psychisch nicht gut, weiß jemand was ich noch tun kann?

Ich (19, w) hatte eine nicht so schöne Kindheit und Jugend, was sich auf mein Leben ausgewirkt hat (Verhaltensauffälligkeiten, psychische Probleme). Ich bin seit meinem siebten Lebensjahr mit einer kurzen Pause in ambulanter Therapie, nun vor zwei Monaten vier Monate stationär in einer psychosomatischen Klinik, hauptsächlich wegen meiner Somatisierungsstörung (immer (!) krank) und Depression. Nun wo ich wieder zu Hause bin, bin ich wieder bei meiner alten Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, aber sehr unregelmäßig (jetzt schon wieder drei Wochen nicht mehr), weil ich das Gefühl habe, sie nimmt mich nicht sehr ernst und kann mir im Moment auch wenig weiter helfen. In der Klinik wurde mir ebenfalls empfohlen, dass ich eine Erwachsenentherapeutin suche, das geht aber so unglaublich schleppend voran aufgrund meiner Antriebslosigkeit und Angst vor dem Telefonieren. Nach zwei Monaten und zwei Telefonaten mit ihr, habe ich erfahren, dass die eine Therapeutin nur Vormittagstermine hat, was mir leider nicht möglich ist. Außerdem habe ich im Kontakt mit meiner Kliniktherapeutin eine psychosomatische Tagesklinik gesucht, wo ich aber erst im Februar einen Vorstellungstermin bekommen habe. Ich bekomme es irgendwie nicht auf die Reihe eine neue Therapeutin zu suchen und aufgrund meiner (Suizid-)Gedanken, meinem extrem seltsamen Verhalten zur Zeit und meiner körperlichen und seelischen Verfassung würde ich einen erneuten stationären Aufenthalt bevorzugen, was aber in meiner letzten Klinik bei mir verneint wurde (aber erst nachdem meine ambulante Therapeutin und meine Kliniktherapeutin beide stark dafür waren). Ich bräuchte eine Tagesklinik und mehr Bezug auf mein zu Hause und die Umgebung dort, hieß es da. Übermorgen fange ich meinen BFD ineiner Behindertenwerkstätte an und einerseits freue ich mich, andererseits habe ich aber auch unglaubliche Angst, dass es wieder mit so vielen krankheitsbedingten Fehltagen (Somatisierungsstörung), kommt, dass ich als unzuverlässig eingestuft werde und nicht mehr gemocht werde, wie es bei meinem FSJ der Fall war. Die Leiterin dort hat gesagt ich sei "eine größere Last, als Hilfe". Seit ich aus der Klinik zurück bin, habe ich auch gemerkt, dass ich eigentlich keine richtigen Freunde mehr habe, nur zwei Freundinnen, die aber beide weiter weg wohnen und aufgrund vom Studium und Haushalt (erste Wohnung) viel zu tun haben. Ich schaffe es kaum jemanden zu finden, der mit mir weggehen möchte, ständig kommen nur Absagen (wie auf meine Bewerbungen zur Ausbildung auch) und wenn ich unter Leuten war, geht es mir danach meist noch schlechter (z B. gestern auf dem Geburtstag einer "Freundin", die mit mir so umgegangen ist, als hätten wir uns gestern erst kennen gelernt, dabei kennen wir uns seit vielen Jahren, sind seit vielen Jahren befreundet, waren schon einige Male zusammen im Urlaub etc.), weil ich dann eben noch enttäuschter bin. Ich fühle mich allein gelassen ohne Freunde und Freund. Hat jemand einen Rat? (Sorry für den Roman)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RicVirchow, 263

Hey,

also erst mal echt RESPEKT. Du hast es bis hier hin geschafft, trotz der schlimmen Erlebnisse und das schaffen nicht viele. Du bist stark und mutig und ich denke die größte Angst hast du bereits überwunden.

Ich denke was dein Problem ist und auch meins, dass wir zu sehr in der Vergangenheit leben und nicht in der Gegenwart. Wir machen uns Vorwürfe über das, was passiert ist, weil wir denken, dass wir es hätten ändern können, weil wir alle Schuld auf diesen Moment schieben, warum wir heute so sind wie wir sind und wo wir sind, anstatt uns über das, was PASSIERT Sorgen zu machen. Also in der Gegenwart.

Ich hatte schon vor vielen Sachen Angst, aber ich habe sie trotzdem gemacht. Wie? Keine Ahnung, ich habe es einfach gemacht und das ist die einzige Lösung, wie man eine Angst überwindet. Man muss sich selber überwinden, man muss in die Kiste greifen, um zu sehen, was drin ist. Und wenn ich mich erst mal überwunden habe und gesehen habe, was die Belohnung dafür war, dann habe ich all meine Ängste vergessen.

Ich habe auch schon viele Freunde verloren, die ich sehr gut kannte und mit denen ich viel zu tuen hatte. Aber Freundschaft ist ein Wandel und man lernt von den Milliarden Menschen auf der Welt immer neue kennen. Manchmal bleiben sie für Jahre deine Freunde, manchmal nur für ein paar Monate. Aber irgendwann geht jeder seine Wege und versucht sein eigenes Leben aufzubauen und ich finde du solltest dich jetzt auch trauen das zu tun.

Hast du irgendein richtig coolen Traum oder ein richtig cooles Hobby, was du machen kannst? Z.B. Physik lernen in deiner Freizeit oder Chemie / Biologie, Astronomie? Kampfsport? Irgendwas, was du dir aneignen kannst? Wie wäre es mit Photoshop oder generell Grafik Design, Internetseiten Entwicklung und Design oder eigene Computerspiele und Programme entwickeln? Mein Bruder hat sich selbstständig Wissen angeeignet und jetzt macht er es professionell und verdient sein Geld damit. Mach doch auch sowas, ich bin mir sicher, du findest was, was dir Spaß macht und dann übst du es solange, bis du ein Profi darin wirst und auch einen Job findest, der dir Spaß macht.  Vielleicht denkst du dir jetzt: Hä, aber wie soll ich das schaffen, dass ist doch unmöglich. Und genau ab diesen Punkt können Träume sterben. Deswegen sage das nicht und stempel nichts als unmöglich ab . Alles ist möglich. Manche Menschen haben schon die unglaublichsten Sachen geschafft und du kannst deine Träume sicherlich erreichen. 

Ich habe auch schon von einigen gesagt bekommen, ich sei schlecht und zu nichts fähig. Hab schon viele Sprüche abgekriegt. So ist das Leben manchmal, hart. Aber egal, ich hab es einfach ignoriert und wollte mich nicht auf deren Niveau begeben und dann hat mich was die gesagt haben auch nicht mehr gestört.

Ich denke du kannst deine Persönlichkeit revolutionieren und aufstehen und dann wirst du nie wieder in eine Klinik müssen. Das ist kein Traum, das ist Wirklichkeit und du wirst es meistern.

Ernähre dich gesund und treibe Sport und sei offen für die Dinge. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann mach es nicht weiter und mach das, was DIR Spaß macht, denn es ist DEIN Leben!

Alles Gute!

Hier noch ein Motivationsvideo auf Englisch:

 

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich lebe zu sehr in der Vergangenheit, aber ich versuche das zu ändern. Das schaffe ich aber leider nicht, zumindest nicht allein.
Das einzige wozu ich mich motivieren kann sind Gedichte. Ich schreibe Gedichte und veröffentliche sie in meinem Blog. Physik ist eines der schlimmsten Schulfächer, die es gibt und für Biologie, Kampfsport etc. interessiere ich mich auch nicht so besonders.
Ich habe leider auch (fast) nur Träume die eigentlich unerreichbar sind und wenn, dann dauert es noch sehr sehr lange, bis ich sie verwirklichen kann.
Das mit dem ignorieren geht bei mir gar nicht. Ich nehme das immer sofort persönlich, falle wieder in ein Loch, ziehe mich zurück und weine. Sowas kann ich einfach (noch) nicht ab. Kritik ist ganz schlimm für mich.

Ernähre dich gesund und treibe Sport und sei offen für die Dinge. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann mach es nicht weiter und mach das, was DIR Spaß macht, denn es ist DEIN Leben!

Das ist echt schön gesagt und das ist eben auch das, was ich tagtäglich versuche. Aber nichtmal das essen bekomme ich richtig auf die Reihe, dann werde ich noch unmotivierter, meine Waage ist gemein zu mir und dann ist meine Laune noch schlechter. Das ist das, was ich in der Klinik gelernt habe zu tun, aber es einfach nicht umsetzen kann, weil ich so tief in einer Depression stecke. Ich versuche es aber trotzdem jeden Tag.

Kommentar von RicVirchow ,

Wie wäre es, wenn du dir einen Verein suchst? Sport, oder einfach nur Gesellschaftsverein, wo viele Mädchen / Frauen sind? Dann findest du Freundinnen und kannst du mit ihnen austauschen. Kritik und Belästigung, das sind beides Dinge, die mal jeder im Leben erleben wird. Ohne Belästigung, bzw. Offensive von anderen, kriegen wir kein dickes Fell und ohne Kritik lernen wir nicht weiter, bzw. entwickeln wir uns nicht weiter. Geh mal auf FlowFinder bei YouTube. Der Kanal hat sehr viele Videos über diese Themen. Hat mir sehr geholfen und besuch doch mal das Forum, das ich dir verlinkt habe. Ich bin da auch angemeldet. 

Ansonsten musst du einfach weiter versuchen. Dass du es versuchst, das ist besser, als es gar nicht erst zu machen und dafür Hut ab. 

Gute Ernährung ist nicht gleich alles Süße und Fettige von der Liste streichen. Nasche immer noch, aber bau in deinen Tagesplan mal ein paar Fruchtsalate oder Gemüsepfannen ein und vielleicht mal einen Fisch und wie wäre es, wenn du mal Rehabilitationssport anfängst? Das macht man mit vielen Leuten zusammen und das ist echt cool. Ich mache es selbst. Die Leute sind nett und man macht ein bisschen Sport in der Woche. Ansonsten wie wäre es mit langsamen Fahrradtouren ein Mal die Woche, vielleicht mit alten Freunden? Wieso nimmst du kein Haustier (Hund, Katze vielleicht) auf? Ich habe einen Kater und er muntert mich neben meiner Familie auch sehr auf. Versuche doch auch einen kürzeren Draht zu deiner Familie aufzubauen, vielleicht hilft es dir, dann kannst du auch mit ihnen über deine Probleme reden.

Die Beispiele oben, was du lernen könntest, das waren nur ein paar von vielen Möglichkeiten, was man machen kann. Hier eine Hobbyliste: http://www.hobbymap.de/ Du findest bestimmt was.

Bei Fragen oder wenn du einfach nur schreiben willst , melde dich.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich habe schon alle Nachbarorte durchgeklappert, ne dreiviertel Stunde von mir würde es einen Theaterverein geben, wo ich mich anmelden möchte, wenn es mir ein bisschen besser geht. Im Sportverein hier im Ort möchte ich mich auch im Dezember anmelden. Ich bin (eigentlich) auch Jugendleiterin in einem Verein, aber das schaffe ich gerade absolut nicht mehr. Ich habe es versucht, aber habe dann weinend, total überfordert mit Kopfschmerzen aufgegeben. Ich hoffe, dass ich auf den Seminaren von meinem BFD neue Leuete in meinem Alter kennen lerne :)

Ich hatte soweit ich denken kann vor Tieren Angst. Inzwischen habe ich es so weit überwunden, dass ich Hunde und Katzen streicheln kann, aber auf den Schoß/Arm nehmen geht noch gar nicht. Ich dürfte auch gar keine Haustiere haben.

Das mit meiner Familie habe ich in der Klinik schon in Familiengesprächen versucht, das Verhältnis ist einfach zu gestört, um da noch/wieder eine richtige Beziehung aufzubauen. Bei meinem Vater hat meine Therapeutin gesagt ich solle mich mit dem Gedanken anfreunden, dass er mir niemals wirklich zuhören können wird oder mir ein richtiger Vater sein kann.

Kommentar von RicVirchow ,

Wow du bist also eigentlich ziemlich aktiv, jedenfalls wenn du nicht in dieser Phase bist. Also sei doch stolz auf dich! Das schaffen nicht viele. Das mit dem Theaterverein ist doch ne super Idee und ich denke es ist perfekt dafür, um dein Selbstbewusstsein aufzubauen. Habt ihr sowas, wie eine Tanzschule? Tanzen und Theater ergänzt sich beides super. Wie wäre es außerdem mit kochen? Also jetzt nicht nur backen, sondern so richtig kochen? Mir macht das immer viel Spaß und so vertreib ich richtig viel Zeit (mehrere Stunden auf einmal) ohne es zu merken und man entwickelt eine Leidenschaft.

Wieso hast du vor Tieren Angst und wieso darfst du keine Haustiere haben? Es gibt zumindest bei Katzen nichts, wovor man Angst haben sollte. Mein Kater schmust mit hier fast jeden Tag und spielt manchmal auch mit mir. Aber kein Grund Angst zu haben. 

Das mit deinem Vater tut mir Leid ... generell, dass deine Familie wohl in einem ziemlich zerstrittenen Zustand ist. Aber ich meine im Grunde genommen ist es deine Familie und du solltest ihnen danken, wie auch jede anderen Söhne / Töchter auf dieser Welt. Sie sind die Einzigen, die du nicht verlieren wirst, wie z.B. Freunde. Also würde ich niemals aufgeben ein gutes Verhältnis zu ihnen aufzubauen und ich denke, wenn du und dein Vater erstmal ein besseres Verhältnis habt, dann wird er dir auch viel mehr zuhören. 

Und wenn es nicht geht, ich meine du hast hier viele mit den du schreiben kannst (ich z.B.) plus die Seite, die ich dir verlinkt habe. Da gibt es einen Live Chat, wo immer ca. 15 Leute on sind, mit denen man sich über Probleme austauschen kann. Dort hat jeder, der dort angemeldet ist, etwas mit Depressionen oder Ängsten zu tun. Ich bin dort auch angemeldet. Also traue dich und erstelle dir ein Account dort und führe ein Online Tagebuch. Damit machst du nichts falsch und es wird dir sicherlich helfen, glaub mir, mir hat es auch sehr geholfen.

Liebe Grüße!

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Mein Problem ist, dass ich zu viel denke und zu wenig tue. Wer weiß, wann ich mich tatsächlich in den Vereinen anmelde... Eigentlich wollte ich schon im November mit dem Sport anfangen. Darum ging es auch im letzten Nachgespräch mit meiner Kliniktherapeutin: Ich soll weniger denken und mehr machen. Aber das ist einfacher gesagt, als getan.

Zumba und Theater und Fahrschule und arbeiten reicht mir dann auch erstmal, da muss ich nicht noch kochen oder so ;) Kochen ist sowieso nichts für mich, habe ein etwas anderes Verhältnis zum Essen.

Ich weiß nicht woher die Angst von den Tieren kommt. Meistens ist es die Angst, dass sie sich in meiner Nähe übergeben könnten oder dass sie mich beißen/kratzen.

Antwort
von Wolfnight, 205

Lass dich nicht unterkriegen! Es ist nur eine schlechte Zeit und kein schlechtes Leben!

Wusstest du, dass negative Gedanken und Stress die Schwachstellen des Körpers attackieren? Also wenn es dir auf Dauer psychisch nicht besonders gut geht, wirkt sich das auch physisch aus. Dies könnte der Grund für deine immer wiederkehrenden Krankheiten sein. Ich weiß, das ist jetzt viel einfacher gesagt als getan. Aber du musst versuchen, deine Denkweise Schritt für Schritt zu verändern. Der Mensch ist allein durch Kraft seiner Gedanken zu viel mehr fähig, als die meisten vermuten. Statt dich immer nur fertig zu machen, musst du lernen, Stärke aus dir selbst zu schöpfen. Finde Mut und Glück in dir selbst wieder. Beide sind da. Du hast sie nur vergessen, wegen des vielen Schmerzes, der dir wiederfahren ist. Schmerz frisst Wunden in die Seele. Finde diese Wunden, die dich so quälen. Setz dich mit ihnen auseinander und sie werden allmählich zu Narben verheilen, die dich zwar geprägt haben, jedoch nicht mehr verletzen. Lass dich nicht mehr von Ängsten kontrollieren und fang an, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest. Es könnte auch sein, dass deine Psychologin bei dir nicht mehr weiterweiß, weil du die Hoffnung aufgegeben hast? Lass dir helfen, aufzustehen. Manchmal muss du die Hand nur noch erkennen, die nach dir greift, um dich hochzuziehen.

Ich wünsche dir ein schönes und erfülltes Leben. Wenn ein Regentag dich traurig macht, dann erinnere dich daran, dass sich hinter den Wolken die Sonne befindet.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Genau das, was du schreibst, versuche ich gerade. Aber ich merke, dass ich das allein nicht schaffe, sondern Hilfe brauche. Ich weiß nur leider (noch) nicht, wo ich diese Hilfe finden kann. Ich habe es in der Klinik auch tatsächlich schon geschafft einige Denkmuster zu verändern.

Kommentar von Wolfnight ,

Es ist gut, dass du das erkannt hast. Versuch noch, dich nicht immer als Last für andere zu sehen. Viele Menschen wollen dir wirklich helfen. Und sie warten nur darauf, dass du ihre Hand nimmst. Weiterhin viel Glück!

Kommentar von RicVirchow ,

Wow, schöne Antwort.

Antwort
von verquert, 154

Unterstützung finden ist in der Tat sehr schwer.

Welche Form von Unterstützung würdest Du denn finden?
Kennst Du das Gefühl, wenn Du etwas ganz viel möchtest, dass Du dann die Energie dazu hast? - Vielleicht magst Du aktuell auch gar keine Therapie mehr ambulant machen. Schließlich sind 12 Jahre auch eine enorm lange Zeit. fast 2/3 Deines Lebens hast Du ohne Therapie bewältigt. Wie könnte so eine Art "Selbstständigkeit" entstehen?

Bitte finde heraus, welche Strategien und Unterstungsformen Dir in der stationären Therapie geholfen haben. Woran Du ambulant anknüpfen kannst. Das ist enorm wichtig. Andernfalls wirst Du nicht als "Praktikantin" in einer WfbM arbeiten, sondern als "Besucherin" - wenn das überhaupt Deine Stabilisierung zulässt.

Kennst Du die Gründe bzw. Auslöser für die Soma*-Störungen? Das wäre wohl wichtig herauszufinden, damit an den Gründen gearbeitet werden kann. Eventuell somit Trigger/Auslöser finden.
Die Gegenseite ist: was tut Dir gut? Was sind Deine Bedürfnisse? Was gibt Dir Kraft/Energie? - Wenn Du Dich nicht mit den Themen auseinandersetzen magst, dann werden auch langfristig keine Tabletten helfen. Bitte sieh die Tabletten, insofern Du diese nehmen magst, eher als "Krücken" an. Weil sonst wirst Du auch keine Fortschritte erzielen können. Was gibt Dir Orientierung im Leben? - Wenn Du das nicht weißt, dann gilt es daran zu arbeiten. Damit Stabilität einkehren darf in Deinem Sein. Das ist enorm wichtig.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich habe im Moment so unregelmäßige und so schlechte ambulante Therapie, dass es fast ist wie keine. Ich glaube ich habe mich selbst eigentich schon fast aufgegeben und habe auch kaum noch Energie, aber mir bleiben eben nur diese beiden Möglichkeiten: Entweder Arbeiten oder Therapie. Wenn das arbeiten nicht klappt, muss ich ja in Therapie, da bleibt mir ja nichts anderes übrig, weil ich sonst (wieder) arbeitslos bin und das bringt mir kein Geld und eine Lücke im Lebenslauf. Um ehrlich zu sein, habe ich kaum Kraft für eine Therapie und ich würde mein Leben am Liebsten einfach schmerzfrei beenden. Das geht aber ebennicht und deshalb versuche ich das beste draus zu machen, was mit meinenganzen Beschwerden aber so unglaublich schwierig ist.

Ich kenne mich damit echt zu wenig aus, um wirklich sagen zu können, was mir geholfen hat. Ich habe einfach immer versucht das zu machen, was mir gesagt wurde, hatte drei Familiengespräche und nach dem Aufenthalt war ich schlauer, selbstbewusster, erfahrener und konnte echt viel mitnehmen, OBWOHL es mir danach noch schlechter ging.

Nein, Gründe kenne ich leider nicht. Es war einfach so, dass ich (fast) jeden Tag krank war und ich dann in der Klinik die Diagnose Somatisierungsstörung bekommen habe. Ich muss immer noch ständig Termine absagen, weil ich krank bin. Ich brauche Freunde und einen Freund, dann wäre ich schon überglücklich. Das würde mir gut tun. Ansonsten wenn ich merke, dass ich gebraucht, gemocht und akzeptiert werde.

Kommentar von verquert ,

Das sind aber alles Gründe von außen, die Dir gut tun. Du machst Dich von der Außenwelt abhängig.

Eventuell ist aber auch das ein guter Punkt zu wissen, weil genau dieser Dir auch Stabilität geben kann (quasi als "Medikament" angesehen werden kann. Schließlich sollen Medikamente auch nur durch die Krisen helfen, damit an sich gearbeitet werden kann.) Und eventuell sind auch auch die Kontakte in der Klinik gewesen, die Dir gut getan haben. Das könnte auch erklären, weswegen Du nicht sagen kannst, was genau an den Inhalten Dir gut getan hat, bzw. weswegen es Dir nach dem Aufenthalt massiv schlechter gegangen ist, obwohl Du den Aufenthalt als sinnvoll angesehen hast.

Wenn dem so ist, dann gäbe es 2 Möglichkeiten:

1.) Ein Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen, die aber auch dazu anhalten, die eigene Entwicklung zu fördern. Das ist nicht in jedem Betreuungskonzept enthalten.

2.) Ein BBW (Berufsbildungswerk) für ein Berufsvorbereitungsjahr. Wo Du in einem Internat untergebracht wärst. Einige BBW's bieten auch "berufsbegleitende Maßnahmen" an, wo Du Deine Stärken, Grenzen herausfinden kannst und andere Dinge über Dein Sein erfährst. Durch ausprobieren. Das wäre auch beides: ein Beruf und gleichzeitig arbeitest Du an Deinem Sein.

Ich kann Dir auch mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagen, was passieren wird, wenn Du "einfach so weiter machst, wie bisher". Denn wenn nicht lernst / lernen kannst, Dich selbst zu reflektieren, etwas über den Gründen Deiner Symptome herausfindest,... dann wirst Du wahrscheinlich nur noch mehr verzweifeln und irgendwann in die Arbeitsunfähigkeit stürzen. Was danach kommt, das liegt dann größtenteils an Dir.

Bitte versuche nun herauszufinden, was Dir Stabilität bringen kann. Es muss auch kein Wohnheim sein, sondern eine betreute WG oder ähnliches. Aber es liegt auch an Dir, dass Du verstehst, was und warum Du etwas tust. Also nicht nur das machen, was von Dir verlangt wird, sondern auch Dich hinterfragen, warum es sinnvoll ist. Das hat im übrigen auch nichts mit "zu wenig Erfahrung" zu tun - schließlich sollten 12 Jahre Therapie eine enorme Erfahrung voraussetzen. Bitte übernehme Verantwortung für Dein Sein. Unabhängig von anderen Menschen - innerhalb des Lebens. Es ist schwer und doch ist es möglich.

Antwort
von omapepa, 148

Mausl, es tat mir so weh das alles zu lesen. Ich weiß genau wie du dich fühlst.
Eine ambulante Therapie/Therapeuten zu finden ist sehr zermürbend und dauert eine nicht nur gefühlte Ewigkeit. Wie wäre es mit Selbsthilfegruppen zur Überbrückung der Wartezeit? Ich weiß das sind keine ausgebildeten Leute, aber mal ehrlich, sind Menschen mit gleichen o.ä. Problemen nicht mit die besten Ansprechpartner? Die verstehen dich, haben vll. auch praktische Tips und sind für dich da! Sonst kannst du auch wieder in deine Klinik, du musst nur "völlig fertig" dort in der Notfallambulanz auftauchen sodass die dich nicht mehr wegschicken dürfen. Wenn Du AKUT gefährdet bist wäre das unterlassene Hilfeleistung u.U. Wie gesagt, völlig aufgelöst und fertig auftreten, reiß dich nicht zusammen und versuche nicht gefasst zu wirken sonst schicken sie dich wieder heim. Und zum Thema Freunde, besonders die auf der letzten Party. Ich weiß, das tut verdammt weh aber sie weiß/wissen einfach mit dir mom nicht umzugehen, kennen dich in DER Phase deines lebens vll doch nicht so gut. Haben einfach Angst was zu sagen was dich noch mehr fertig macht, etwas falsches zu tun. Sie meint/meinen es bestimmt nicht böse, es ist einfach Unsicherheit!! Und wenn Du ehrlich bist; Du selbst weißt mom auch nicht wie dir geschieht, was dir geschieht und wie du dir selbst helfen kannst. wie sollen es denn dann deine freunde wissen? die nichtmal erfahrung haben bzgl. Dep.? Nimm es ihnen nicht übel. Einige Freundschaften werden diese Zeit überdauern, einige nicht.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Danke für deine Antwort :)
Über Selbsthilfegruppen habe ich mich informiert, aber da ich ein wenig abgelegen wohne und zusätzlich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, würde ich für eine Selsthilfegruppe-Stunde etwa 4h brauchen, dafür habe ich leider weder die Zeit noch die das Geld für die Fahrt.

Mir fällt es leider ziemlich schwer vor anderen Menschen zu weinen, ich habe es in meinen ganzen Therapien auch nie geschafft, obwohl mir danach war, ich ziehe mich dafür immer zurück. Ein erster Schritt war vor meinen Mitpatienten zu weinen, aber ansonsten habe ich immer den Drang mich zusammenreißen zu müssen und ich denke immer es gibt ja noch so viele andere, denen es noch schlechter geht.

Du hast recht, nur wird vielleicht eine Freundschaft diese Zeit überdauern. Die eine Freundin weiß, dass sie "ganz normal" mit mir umgehen darf, sie kennt das Thema Depression von ihrer Mutter. Humor und Lachen sind mir sehr wichtig und das weiß sie :) Aber leider wohnt sie weit weg und wir sehen uns nur selten :/

Kommentar von omapepa ,

Schade das du keine SHGruppe erreichen kannst. Wie sieht es mit online Hilfegruppen aus? gibt es auch einige z.B.

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/online-forum.php?gclid=Cj0KEQiA...

es gibt auch sozialpsychiatrische dienste die du in Anspruch nehmen kannst. Die haben sozialarbeiter die dich dabei unterstützen Telefonate zu führen, ja ehrlich, der sitzt daneben und drückt dir den Hörer in die Hand. sicherlich nicht die schönste methode aber wenn du es allein einfach nicht tust weil du es nicht schaffst ist es eine sinnvolle methode. Du brauchst dringend einen Therapeuten. Ebenso hilft er dir bei dem Thema Krankenkasse. Du hast ein RECHT darauf innerhalb von 3 Monaten einen Termin bei einem Thera zu bekommen. wenn du es nicht schaffst da "ausgebucht oder nur Privatversicherte, ..." ist die Kasse in der Pflicht dir einen zu besorgen. Er hilft dir zumindest schonmal in sämtlichen sozialfragen. Reha? Klinik? Ambulant? Arbeit? Zuschüsse vom Amt? Für das alles ist er da. Vll. hast du dann ein bißchen mehr ruhe um dich um dich selbst zu kümmern?!

Antwort
von howelljenkins, 127

ich greife ein paar punkte auf, die mich nachdenklich machen:

du bist seit deinem 7. lebensjahr in therapie ... und es hat offenbar NICHTS gebracht. meinst du nicht, da stimmt was mit dem ansatz nicht?

dass du eher eine last als eine hilfe in einem praktikum oder job bist, so wie es dir zurzeit geht, ist vermutlich wahr. 

und deine freunde haben sich vermutlich in der zeit, in der du vor allem mit deinen psychischen problemen zu kaempfen hatten, veraendert und ihr leben ist weiter gegangen. ihr seid vermutlich alle um die 20, da werden weichen fuer das weitere leben gestellt, dabei gehen auch fuer andere leute freundschaften kaputt.

du hast zwei moeglichkeiten. entweder du wurschtelst weiter rum mit methoden, die vorher auch schon nicht geholfen haben und versuchst nebenbei dein leben hinzukriegen. oder du machst einen radikalen schnitt, suchst dir einen platz in einer langzeitklinik und versuchst so gut wie moeglich die zeit zu ueberbruecken, bis du aufgenommen werden kannst.

ich bin selbst einige jahre in therapie gewesen und ich weiss, dass diese gespraechstherapie nach ein paar jahren ausgereizt ist. da passiert einfach nichts mehr. 

falls du keine medikamente nimmst, denk mal drueber nach, welche einsetzen zu lassen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Dass es NICHTS gebracht hat, stimmt so nicht. Ich habe meine Aggressionen, die ich als Kind hatte, unter Kontrolle und habe auch viele Tipps bekommen. Allerdings hat mir der viermonatige Klinikaufenthalt meiner Meinung nach wesentlich mehr gebracht (Erfahrungen, Selbstbewusstsein, Erlebnisse etc.) als die 12 Jahre ambulante Therapie. Deshalb möchte ich unbedingt die Therapeutin wechseln, weil ich jetzt weiß, dass sie nicht die richtige für mich ist, aber ich bekomme es irgendwie einfach nicht gebacken.

Ich muss zugeben, dass ich schon immer Probleme hatte Freunde zu finden und Freundschaften zu halten, aber jetzt bei unserer sechsköpfigen Clique "plötzlich" alle auf einmal zu verlieren tut weh. Vielleicht habe ich es auch einfach jetzt erst realisiert, ich weiß es nicht genau.

Was meinst du mit einer Langzeitklinik? Eine stationäre? Die vier Monate haben mir wirklich sehr viel gebracht, aber mir ging es danach körperlich leider genauso schlecht und psychisch noch schlechter. Warst du auch in so einer Langzeitklinik? Davon habe ich nie gehört.

Das mit den Medikamenten wurde mir von meiner Kliniktherapeutin tatsächlich empfohlen und ich hatte einen Termin beim Psychiater und wollte auch wirklich hin, aber habe verschlafen, weil ichs einfachnicht ausdem Bett geschafft habe :( Jetzt ist es mir zu unangenehm nochmal anzurufen, woich ja sowieso schon Schwierigkeiten mit dem telefonieren habe :/

Kommentar von howelljenkins ,

wenn du keine medikamente nimmst, waere das meiner ansicht nach jetzt der wichtigste punkt, um auf die fuesse zu kommen. auch wenn's schwerfaellt.

medikamente (ich bekomme welche wegen schizophrenie + andere wegen nebenwirkungen) helfen dir im besten fall, ein halbwegs normales leben zu fuehren und erst einmal ausbildung etc. auf die kette zu kriegen. 

was den "therapieerfolg" bei dir angeht ... sorry, aber es ist fuer mich kein erfolg, wenn du nach 4 monaten klinik hinterher koerperlich und seelisch kranker bist als vorher. da hattest du dann eher 4 monate "urlaub von der krankheit". verstehst du, was ich meine? 

therapie soll dir helfen, dein leben dahin gehend zu veraendern, dass es dir vor allem HINTERHER besser geht. ich erinnere mich an "blut, schweiss und traenen" waehrend einer gruppentherapie, aus der ich dann aber gestaerkt und auch veraendert herausgekommen bin.

das funktioniert natuerlich auch nicht immer, aber ich habe den eindruck, dass du therapie fuer eine art "beruhigung der symptome" haeltst. das hilft dir ja nichts auf lange sicht.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ja, das war Urlaub von der Krankheit und das wünsche ich mir jetzt wieder, obwohl ich eigentlich weiß, dass es das falsche für mich ist, aber aus Therapien kann man eigentlich immer etwas mitnehmen, nur in meiner ambulanten Therapie im Moment nicht wirklich.

Antwort
von Kleinlok, 97

Liebe Emily4erdbeer,

wenn du mit 19 Jahren seit deinem siebten Lebensjahr in ambulanter Therapie bist, dann mag es erst einmal sehr schwer erscheinen, dass du deine Probleme endlich grundlegend in den Griff bekommst. Ich möchte dir aber erst einmal eine große Anerkennung aussprechen, dafür dass du so lange durchgehalten hast und nicht aufgeben willst. Deine Fragestellug lässt erkennen, dass du die Kurve bekommen möchtest, trort all der Widrigkeiten- und das verdient unbedingten Respekt!

Was ich auch positiv sehe: die vier Monate stationären Aufenthalt  in einer psychosomatischen Klinik haben dich laut deinen Worten einiges gebracht, d.h. heißt in vergleichsweise (mit den 12 Jahren) kurzer Zeit war dir bzw. den mit therapierenden Personen einiges wervolles möglich?

Vielleicht gibt dir das Hoffnung- ich wünsche dir das sehr.

Es ist sehr schade dass du eine nicht so schöne Kindheit und Jugend hattest. So etwas kann sich nachhaltig auf das weitere Leben ausgewirken und massive Behinderungen mit sich bringen, sein Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Ich leide seit sehr langer Zeit an Kontrollzwängen, die es mir schwer machen, mein Leben selbstbestimmt zu führen. Genauso wie du gebe ich nicht auf und bitte denke daran, dass du mit 19 Jahren noch verdammt viel Leben vor dir hast, so dass du noch viele Chancen sicher wahrnehmen kannst.

Wichtig erscheint mir, dass du diesen Teufelskreis aus Antriebeslosigkeit und Angst überwindest. Versuche es in kleinen Schritten, z.B. könntest du dir für den Tag eine "to do"-Lieste machen, wenn du z.B. anrufen könntest, wo du dich beraten lassen kannst bzw. wo du dich nach Therapiemöglichkeiten erkundigst. So könntest du dir mind. 1 Anruf pro Tag als Art "Hausaufgabe" stellen, du kannst dir vorher eine Liste machen, was du fragen bzw. besprechen willst, dir auch überlegen, was da vielleicht für Antworten auf deine Fragen mägich sind und wie du da im Falle dieser oder jener Antwort mit umgehen könntest.

Maches es und sei nicht traurig oder gar enntäuscht von dir, wenn ds Gespräch nicht so klappt. Du hast es dann versucht und kannst allein darauf ein Stück weit stolz sein. Laut meiner Erfahrung muss man ziemlich hartnäckig sein, um einen Therapieplatz zu bekommen, allein deswegen solltest du dich nicht entmutige lassen.

Die Idee mit einer Selbsthilfegruppe , die jemnd anderes dir hier schon genannt hat, finde cih auch gut, es kann einem motiviren bzw aufbauen mit Leidensgenossen zusammenzukommen, besonders dann, wenn alle was gegen ihr Leiden machen wollen.

Leider haben Menschen ohne akute psychische Probleme leider bisweilen kein so wirkliches Vertsändnis für das Verhalten von psychisch angeschagenen Mitmenschen. Psychische Probeme sind leider immer noch weitgehend ein Tabuthema, wer darunter leidet kann sich wenig akzeptert oder gemocht fühlen, nicht mal wiel die Mitmenschen gefühlskalt oder abgestumpft sind, sondern weil es ihnen schwer fallen kann, mit solchen Verhatensuaffälligkeiten umzugehen. Vielleicht könnte dieser Umstand mit dem Verhalten deiner Freunde zu tun haben?  Auc wen dem so wäre, wäre das vermutlich nur ein schwacher Trost für dich (?), aber versuche es neutraler zu sehen: du brauchst dich nicht unwert oder ungeliebt fühlen. Versuche es nicht persönlich zu nehmen, zumindest nicht so sehr. Viellecht kann sich das noch mal bessern. Sympathie kann man nicht zwingen, denke aber daran, dass du wertvoll genug bist, dass du Sympathie verdient hast.Lieber wenige gute Freunde als viele oberflächliche- und gute Freunde kann man denke ich immer fiden. Du bestimmt auch.

Glaube an dich.

Liebe Grüße, Thomas

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort :)

Ich muss vielleicht dazu sagen, dass sich die Gründe, warum ich in Therapie bin, auch geändert haben. Früher waren es starke Verlustängste, Aggressionen und Verhaltensauffälligkeiten, hauptsächlich weil die Trennung meiner Eltern sehr negativ verlief. Heute sind es meine Gedanken und Probleme in die Gesellschaft einzugliedern. Ich denke oft an Selbstmord, also könnte ich nicht behaupten, dass ich nicht vorhabe aufzugeben.

Die stationäre Therapie hat mir insofern geholfen, dass ich mit vielen Leuten (Therapeuten, Patienten, Ärzten, Pflegemitarbeitern,...) sprechen konnte und dadurch viel erfahrenund verstanden habe und neue Sichtweisen kennen gelernt habe. Außerdem habe ich in den vier Monaten sehr viel erlebt, habe mich aufgehoben gefühlt, was sonst nie der Fall war und habe sehr viel gelernt, Selbstbewusstsein aufgebaut und bin ein ganzes Stück vorangekommen. Meine eigentlichen Probleme, weswegen ich dort war, also die Somatisierungsstörung und Depression waren dort sehr viel besser, aber als ich wieder nach Huase kam, schlimmer als zuvor. Inzwischen ist das auch schon wieder ein ganz kleines Bisschen besser.

Ich wünsche dir, dass du das mit deinen Kontrollzwängen auch in den Griff bekommst. Ich kann mir vorstellen wie einschränkend das sein kann. Ich kenne das von Zugfahren, wenn ich 15 Mal kontrollieren muss, ob ich wirklich mein Ticket eingepackt habe oder beim Einkaufen ob ich wirklich genug Geld dabei habe. Das hat sich seit der Klinik aber extrem verbessert, genau wie viele andere Dinge auch.

Das mit der To-Do-Liste funktioniert leider nicht, ich beschei** mich immer selbst und finde Ausreden und letztendlich funktioniert es dann doch nicht. Ich ersticke gerade an Dingen, die machen möchte/sollte, aber selbst einen geregelten Tagesablauf wie in der Klinik kann ich nicht einhalten. Meine Essstörung ist wieder fast so schlimm wie davor, meine Schlafsttörungen sind fast noch schlimmer und ich liege einfach fast den ganzen Tag nur im Bett. Heute habe ich mich für den Weihnachtsmarkt verabredet, um doch noch ein bisschen rauszukommen. Eigentlich wären andere Sachen wichtiger, aber stattdessen hänge ich wieder nur im Internet rum und stelle doofe Fragen :/

Ich wünsche mir auch gar nicht viele Freunde, eine gute Freundin, mit der ich immer wieder mal was machen kann, würde mir reichen.

Kommentar von Kleinlok ,

Liebe Emily4erdbeer,

vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

Auch wenn der so ein paar Dinge richtigstellt, das hier halte ich für gegeben:

Die Therapie scheint ein echter Erfolg für dich gewesen zu sein. So gut und wichtig das ist, das ist leider nicht selbstverständlich und deswegen ist es denke ich eine gute wenn nicht tolle Sache, dass du in deser Theraie so vile gutmachende Erfahrungen machen konntest.

Was ich als sehr vorteilhaft sehe: Du schreibst davon, dass du dort mit vielen Leuten sprechen konnte und dadurch viel erfahren, verstanden und neue Sichtweisen kennen gelernt hast.  Genau darauf zielt eine gute Therapie m.E. ab: Die Patienten stehen sich oft mit ihren bisherigen Erfahrungen und Sichtweisen selber und einem  selbstbestimmten Leben im Weg, so dass es oft Sinn macht, an diesen meist problematischen Einstellungen, Verhaltens- und Sichtweisen  zu arbeiten und wo das notwendig scheint, was zu ändern.Das scheit in deinem Fall gelaufen zu sein, weiterhin ist es super, dass du dort Selbstbewusstsein aufgebaut  hast und laut deinen Worten ein ganzes Stück vorangekommen bist.

Das es zu Hasue leider erst wieder schwieriger geworden ist, ist zwar tschade, aber kann schon den simplen Grund haben, dass du den geschützten Bereich der Klinik verlassen hast und dch nun erst mal wieder mit den rauheren Alltag auseinanersetzen musst.

Du schreibst aber mmerhin auch, dass das inzwischen auch schon wieder ein ganz kleines biisschen besser heworden ist. Das muss noch nicht viel bedeuten, aber vielleicht ist doch der Anfang zu einer größeren Eigenständigkeit gemacht, die aber noch etwas Zeit braucht sich zu entfalten?

Da wiederhole ich mich gern noch mal: Glaube an dich und deine Chancen, du bist auf dem Weg und der geht weiter. :-)

Liebe Grüße, Thomas

Antwort
von Schwanengesang, 109

Das ist wirklich alles sehr, sehr schlimm. Du bist ein Opfer deiner unglücklichen Umstände in der Kindheit. Ein Beispiel, wie wichtig es ist, mit Kindern behutsam umzugehen.

Mein Vorschlag, wir dir zu helfen wäre, wird dir nicht gefallen. Diese gegenwärtige Welt ist im Vergehen - da kannst du gar keine Hilfe mehr erwarten. Es steht eine neue menschliche Gesellschaft, die von Gott geführt wird, vor der Tür. Woher ich das weiß? google JW.org und surfe dort einmal unverbindlich herum.

Oder du suchst gleich "Was lehrt die Bibel wirklich"? Dort wird erklärt, weshalb wir diese schrecklich ungerechten Zustände und die Krankheiten und Hoffnungslosigkeit haben und daß das nicht für immer so bleiben muß.

Antwort
von bhdfhjl, 69

also zum Psychologen ich hatte auch das Gefühl nicht ernst genommen zu werden aber es ist bei mir und auch bekannten oft Einbildung muss nicht aber kommt ab und an mal vor

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