Frage von simon1440, 69

Minusstunden mit Urlaub ausgleichen?

Hallo Community,

da ich keine eindeutiges Gesetz zu meiner Lage gefunden habe, frage ich mal hier nach: Habe auf der Arbeit mittlerweile durch (zugegebenermaßen unnötiges) Frühergehen einiges an Minusstunden angehäuft. Habe aber gleichzeitig noch eine Menge Urlaub über, den ich für den Rest des Jahres nicht verplant habe. Steht es mir zu, pro 8,5 Fehlstunden einen Urlaubstag "einzutauschen"? Die Regelung besagt ja, dass der Urlaub zur Erholung genutzt werden soll. Bin ja quasi früher gegangen, um mich zu erholen von der Arbeit. Ist das ein gültiges Argument oder muss ich die Minusstunden durch Überstunden wieder ausgleichen?

simon1440

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 44

Im Gesetz wirst Du nichts finden, das eine "Verrechnung" des Urlaubs mit Minusstunden betrifft.

Ich vermute mal es gibt ein Zeitkonto mit erlaubten Plus-/Minusstunden. Normalerweise arbeitet man bei Minusstunden etwas länger um diese wieder auszugleichen, genau so wie man bei Plusstunden einen Freizeitausgleich macht.

Wenn Dein AG und Du damit einverstanden seid, Urlaubstage mit Minusstunden zu verrechnen, wird sich wohl niemand darüber aufregen solange es sich um Urlaub handelt der den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub übersteigt.

Der Mindesturlaub von vier Wochen/Jahr darf für solche Aktionen nicht benutzt werden. Er dient der Erholung und soll ja sogar, falls möglich, am Stück genommen werden.

Was machst Du eigentlich, wenn der Urlaub verrechnet wurde und Du immer noch Minusstunden "einfährst", weil dies Deiner täglichen Erholung dient?

Kommentar von simon1440 ,

Das ist doch mal ne Antwort, mit der man etwas anfangen kann, danke. Also ich habe 25 Urlaubstage pro Jahr, bei einer Fünftage-Woche. Als dualer Student bin ich aber pro Woche drei Tage an der Fachhochschule. Diese drei Tage werden aber als Arbeitstage mit 8,5h in unsere Zeiterfassung eingetragen. Bin im Moment bei ~-4h, also genau ein halber Arbeits-/Urlaubstag. Die Menge an Minusstunden kam daher, dass ich damals in einer anderen Abteilung war, in der es zum einen nicht wirklich Spaß gemacht hat und zum anderen ziemlich anstrengend war. Dachte mir dann, ich könnte das ja in der nächste Abteilung ausgleichen. Mir wäre es jedoch deutlich lieber, einfach einen halben Tag Urlaub zu "opfern" dafür.

Kommentar von Hexle2 ,

"Halbe Urlaubstage" kennt der Gesetzgeber zwar nicht, es gibt aber viele Firmen, die halbe Tage genehmigen.

Wie gesagt, wenn der AG "mitspielt", dürfte das kein großes Problem sein wenn das eine einmalige Sache ist. Ich würde das aber dann nicht an die große Glocke hängen und vor allem darauf schauen, dass Du Deine Stunden arbeitest oder ggf. durch Mehrarbeit ausgleichst.

Antwort
von blackforestlady, 50

Du hast doch Dein Arbeitspensum der vorgeschriebenen Arbeitsstunden zu erfüllen. Danach darfst Du Deine Arbeit beenden und Feierabend machen. Du kannst froh sein, dass Du noch nicht gekündigt worden bist. Rede mit dem Chef und gelobe Besserung.

Antwort
von SiViHa72, 45

Erstmal: eigenmächtig eher gehen ist nicht gestattet, nur in absprache! Das kann spnst lustige Probleme bei einem Unfall z.B. geben.

und dann: Urlaub gegen Muiínusstunden.. eigentlich so nicht gedacht, müsstest Du wenn einvernehmlich mit Chef klären.

Sagt der nein, hast Du die Minusstunden reinzuarbeiten.

Kommentar von Familiengerd ,

Das kann sonst lustige Probleme bei einem Unfall z.B. geben.

Und welche sollten das dann wohl sein können?

Kommentar von SiViHa72 ,

Falls man offiziell noch auf Arbeit war, aber dann Wegeunfall hat, gibts viel Spass mit BG. Hatte Kollegin, nicht zu empfehlen. Zumal der AG sich doch wunderte, wie sie um 15.30 einen Wegeunfall haben konnte,w enn sie bis 16.00 zu arbeiten hatte.

Kommentar von Familiengerd ,

Erstens ist in der Frage nirgendwo die Rede davon, dass der Fragesteller unerlaubt früher die Arbeit beendet; schließlich ist in solch einem Fall auch eine Gleitzeitregelung mit Möglichkeit zum Aufbau und Abbau von Minus- und Plusstunden annehmbar.

Zweitens spielt es für den Versicherungsschutz  bei einem Wegeunfall keine Rolle, wann und warum der Arbeitnehmer seine Arbeitsstelle verlässt, solange er sich dabei auf dem (in der Regel direkten) direkten Heimweg befunden hat.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community