Frage von delphin2201,

Minijob und Privatversicherung. Geht das?

Bei einem Midijob ist man ja gesetzlich versichert, wie ist das bei einem Minijob? Kurz zum Hintergrund: Da mein Mann privat versichert ist, bin ich nicht bei ihm mitversichert wenn ich nicht arbeiten würde. Momentan arbeite ich auf Midijob-Basis, mein Chef reduziert nun auf 450-Euro-Basis. Muss ich mich dann privat versichern? Das wäre ganz schön teuer.

Ja, ich rufe morgen bei meiner Krankenkasse an. Also bitte keine Antworten in dieser Richtung. :/

Freue mich auf Feedback ;)

Antwort von Rentenfreak,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo delphin2201, Minijobs sind auch 2014 größtenteils sozialversicherungsFREI, nur in der Rentenversicherung besteht seit 1.1.13 Rentenversicherungspflicht, Du wärest also beim 450-Euro-Job nicht krankenversichert, bei 451 Euro Lohn schon. Du könntest, wenn Dein Arbeitgeber soz. das TZ-Arbeitsverhältnis kündigt, Dich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden, falls Du schon 1 Jahr im Midijob gearbeitet hättest. Nebenjob würde teilweise auf Alg I angerechnet. Oder Du versicherst Dich bei Deiner ges. Krankenkasse freiwillig, kostet aber auch und Einkommen vom Mann würde teilweise als Einkommen bei Dir angerechnet.

Antwort von RHWWW,

Hallo,

wenn man in den letzten 24 Monaten mindestens 12 volle Monate Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt hat, besteht bei der Arbeitsagentur Anspruch auf Arbeitslosengeld (Alg). Andere Einnahmen und Vermögen und die finanzielle Situation des Partners spielen dabei keine Rolle.

Nach dem Ende des Arbeitslosengeldes sind bei der Wahlmöglichkeit zwischen PKV und GKV viele Punkte zu beachten.

In der GKV wird der Beitrag nach § 240 SGB V (letzter Absatz) nach der Hälfte des Ehegatteneinkommens berechnet. Der Beitrag liegt aktuell zwischen 156 und 348 Euro monatlich (= halbe Beitragsbemessungsrenze). Der Minijob zählt nicht als Einnahme. Für Kinder werden Freibeträge abgezogen.

In der PKV sind (fast) immer Gesundheitsfragen zu beantworten.

Man sollte alle gefragten Punkte im PKV-Antrag zu 100% beantworten. Migräne können z.B. auch Hinweise auf schwerwiegende Erkrankungen sein, die erst später erkannt werden. Vielleicht ist dieser Link hilfreich:

.test.de/versicherungen/tests/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

Wer seit Jahren ein "Gesundheitstagebuch" führt, ist im Vorteil. Vergessene Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Husten etc. können fatal sein (z.B. auch bei Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen)

Wenn man sich für die PKV entscheidet, kann man nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen wieder in die GKV zurückkehren (diese Möglichkeiten wurden in den letzten 20 Jahren immer weiter eingeschränkt).

Entscheidend ist daher nicht, wo es im Moment am günstigsten ist, sondern wie man am besten lebenslang versichert ist. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung/Vergrößerung der Familie" und Verringerung/Wegfall der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Erwerbsminderung, Altersrentenbezug, Studium, Hausfrau auf Dauer, -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Bei einer Scheidung (mit Wegfall des Beihilfeanspruchs) steigen die PKV-Beiträge deutlich an, wenn der Ehemann Beamter ist.

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden Leistungen, soweit sie das medizinisch notwendige Maß nicht übersteigen, erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessante Links (3x "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Online-Vergleichsportale haben oft ihre Tücken:

http://www.wiwo.de/finanzen/kroetenwanderung-versicherungen-die-fiesen-tricks-de...

Man kann PKV-Experten auch eine Testfrage stellen: "Kann man nach einer Scheidung als Arbeitslose wieder in die GKV zurück?" Wenn die Antwort "ja" lautet, hat der "Experte" noch den Stand von 2008. Seit 1.1.2009 gilt folgende Regelung:

.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__5.html-> Absatz 5a

Die Entscheidung hat u.U. lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

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