Frage von roxorloops, 97

Minijob (ohne Vertrag, aber Angemeldet) Urlaubsentgelt Anspruch fällt an?

Hallo Leute :)

Also ich arbeite bei einem Lieferdienst für Essen. Ich Arbeite dort bereits über 1 Jahr. Einen Vertrag haben wir nicht erhalten. Jedoch ist der Minijob gemeldet. Ich habe gelesen das mir Urlaubsentgelt nach dem Grundgesetz zusteht. Nun ist für mich die Frage für wann bekomme ich das Entgelt?

Ich Arbeite Regelmäßig zu meinen Festschichten 2 mal pro Woche

Sprich 2x24/6 = 8 Urlaubstage

Werden mir diese 8 Tage dann normal als Urlaubsentgelt bezahlt oder gibt es dann nur eine Fälligkeit der Zahlung wenn ich an dem Tag wirklich Arbeite?

Als Beispiel

Ich arbeite immer am Dienstag und Donnerstag, nehme alle 8 Tage vom Dienstag bis Dienstag der Woche darauf. Nun habe ich alle 8 Tage weg. Aber ich hätte nur am Di, Do und Di wirklich gearbeitet, was gilt hier nun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 74

Urlaubstage musst Du nur für die Tage einsetzen an denen Du auch regelmäßig arbeitest.

Du hast, wie alle AN, einen Mindestanspruch von vier Wochen Urlaub. Wenn Du in der Woche nur zwei Tage arbeitest, musst Du auch nur zwei Tage für eine Urlaubswoche einsetzen.

Der Urlaub steht Dir übrigens nicht nach dem Grundgesetz sondern nach dem Bundesurlaubsgesetz zu  ;-))))

Kommentar von roxorloops ,

Vielen Dank für deine Antwort :)
Na ich hoffe mal das ich das ohne große Probleme dann umsetzen kann!

Kommentar von Hexle2 ,

Der Mindesturlaub ist gesetzlich vorgeschrieben, er muss zwingend mindestens vier Wochen betragen. Wenn sich der AG nicht daran hält, kannst Du den Urlaub auch einklagen.

Das kann sich der AG nicht aussuchen, er ist verpflichtet Urlaub zu gewähren und entsprechen das Entgelt zu bezahlen.

Kommentar von roxorloops ,

Alles klar :)

mir ist vorerst nur wichtig das ich für 4 meiner anfallenden Schichten frei bekomme damit ich meine Reise antreten kann.

Im Falle es würde zu Problemen kommen. Ist das einklagen ein Kostenfaktor den ich berücksichtigen muss? Und wie lange würde es zu einem Beschluss zeit brauchen (in etwa)?

Kommentar von Hexle2 ,

Der § 7 Bundesurlaubsgesetz sagt im Absatz 1 dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswünsche des AN zu berücksichtigen sind, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer AN, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

Das bedeutet, der AG darf Dir den Urlaub zum gewünschten Zeitpunkt nur dann verweigern wenn dort z.B. Kollegen von Dir die evtl. schulpflichtige Kinder haben (falls zu dem Datum Schulferien sind) oder der Partner nur dort Betriebsurlaub machen kann auch Urlaub angemeldet haben.

"Dringende betriebliche Belange" bedeutet dass z.B. gerade ein großer Auftrag gekommen ist der ohne Deine Mitarbeit nicht fertig wird, Betriebsurlaub oder auch dass durch Deinen Urlaubswunsch Arbeitsplätze gefährdet wären. Kranke Kollegen sind aber keine dringenden betrieblichen Belange (es sei denn, es ist eine Epidemie) die den AG berechtigen den Urlaub zu verwehren.

Wenn der AG den Urlaub nicht geben will, kann man beim Arbeitsgericht eine Leistungsklage auf Gewährung des Urlaubs erheben.

Meist ist die Zeit aber zu knapp um das rechtskräftig zu entscheiden, dann kann auch ein "Erlass einer einstweiligen Verfügung, gerichtet auf die Urlaubsgewährung zu einem bestimmten Termin" beantragt werden.

Wenn dieser Erlass der einstweiligen Verfügung zugestellt ist, hast Du die Urlaubsgewährung, gerichtlich wird die Rechtmäßigkeit dann später geklärt.

Wie lange das dauert kann ich Dir leider nicht sagen, ich habe das noch nie gemacht und bei uns im Betrieb war das auch für andere AN noch nie notwendig.

Kommentar von roxorloops ,

Müsste ich dann mit Kosten rechnen die auf mich zukommen?

Vielen lieben Dank für die tollen Antworten :)

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast und auch kein Gewerkschaftsmitglied bist, so dass ein Anwalt das machen würde, kannst Du auch alleine zum Arbeitsgericht gehen.

Dort gehst Du zur Rechtsantragstelle und die hilft Dir bei der Formulierung Deines Antrags. Das ist kostenlos, beachte aber dass es dort keine Rechtsberatung gibt. Ein Anwalt ist auch nicht vorgeschrieben.

Ich hoffe aber, Dein AG gibt Dir den gewünschten Urlaub wenn Du ihm dann evtl. mit der Gesetzeslage kommst. Beantrage den Urlaub aber bitte so schnell wie möglich, sonst hast Du evtl. doch Pech und andere waren schneller.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Kommentar von spung ,

Falls du deinen Urlaubsentgeldanspruch einklagen musst, ist das beim Arbeitsgericht für Arbeitnehmer kostenlos.

Antwort
von wilees, 66

Also stehen Dir nach dem Bundesurlaubsgesetz 4 (Kalender-) Wochen Urlaub zu.

Als Beispiel: 

Du hättest vom ( Freitag ) 10.6. bis einschließlich ( Montag ) 20.6.d.J. Urlaub gehabt, dann hättest Du nur eine Woche Deines Urlaubsanspruchs verbraucht.

Folgend kannst Du noch drei Mal so Urlaub machen.

Kommentar von roxorloops ,

Da muss ich dich leider Korrigieren!
Mir stehen nur 8 Tage zu!

Berechnet daran wie viele Tage ich pro Woche Arbeite, dies sind 2 Tage sprich 8 Tage Urlaub!

Nicht 4 Wochen!

Kommentar von wilees ,

Nach dem Du aber nur an 2 Tagen pro Woche arbeitest, ergeben diese  8 Urlaubs-/Arbeitstage wieder "4 Wochen" .

Kommentar von wilees ,

Da Du nur an 2 Wochentagen arbeitest, mußt Du auch nur 2 Wochentage  je Urlaubswoche anrechnen, also 4 Wochen Urlaub im Jahr.

Kommentar von roxorloops ,

Ok, das ist wiederum korrekt :-)

Antwort
von Alsterstern, 48

Das ist doch alles sehr speziell. Du könntest mal bei der Minijobzentrale anrufen und fragen:

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/node.html

Kommentar von Hexle2 ,

Das ist doch alles sehr speziell.

Was findest Du hier "speziell"? Das ist doch im Bundesurlaubsgesetz eindeutig geregelt.

Kein Mensch braucht für Tage an denen er nicht arbeitet Urlaub beantragen. Umgekehrt bekommt z.B. ein AN auch nur für die Tage Entgeltfortzahlung bei Krankheit an denen er auch gearbeitet hätte.

Kommentar von Alsterstern ,

Von Krankheit hat er doch gar nichts geschrieben. Die Frage war doch, ob er Urlaubsgeld bekommt.

Kommentar von Hexle2 ,

Von Krankheit hat er doch gar nichts geschrieben. Die Frage war doch, ob er Urlaubsgeld bekommt

Das war ein Beispiel, das ist nämlich auch nicht "speziell" sondern genau so klar wie der Urlaub geregelt.

Antwort
von Griesuh, 45

Als erstes solltest du und die anderen Kollegen auf einen Arbeitsvertrag drängen.

Zum anderen Urlaubsgeldanspruch besteht nicht gesetzlich.

Urlaubsgeld ist in Tarifverträgen geregelt bzw. ist es eine freiwillige Leistung des Arbeitsgebers und ist in den Arbeitsverträgen festgehalten.

Ich denke einmal was du meinst ist die Lohnfortzahlung bei Urlaub.

Ja, auch Minijobern steht  wie allen anderen Arbeitnehmern der gestzl. mind. Urlaub von jährlich 24 Tagen zu, genauso wie die Lohnfortzahlung bei Urlaub.

Die Lohnfortzahlung bei Urlaub wird errechnet über deine durchschnittlich gearbeiteten wöchentlichen Stunden.

Minijober haben auch Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bis zu 6 Wochen. Danach geht der MInijober leer aus, da keine Krankenversicherung besteht.

Weiterhin stehen Minijobern auch alle Sonderzahlungen und Zulagen zu, die tariflich oder gesetzl.geregelt sind und allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigen regelmäßig gezahlt werden.


nach zu lesen unter

www.minijob-zentrale.de


Kommentar von roxorloops ,

Ich habe ja auch nach Urlaubsentgelt gefragt :-)
Das mit dem  Urlaubsgeld ist mir klar!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community