Frage von WalterNeufeld, 38

Minijob gekündigt wegen vertretungsabsage?

Hallo, ich wurde von meinem 450,- Basisjob gekündigt. Meine Chefin hat mich am Donnerstag angerufen um mich in den Plan für Freitag (11:00-15:00) einzutragen. Dem habe ich zugestimmt. Freitag früh hat sie mich nochmal angerufen und gesagt das ich für eine andere Kollegin. (15:00-20:00) einspringen soll, ich aber zu der Zeit nicht konnte aufgrund von privaten Gründern. Am Freitag um 12:00 rief sie nochmal an und sagte ich soll in eine andere Filiale um (18:00-24:00) ansonsten bekomme ich die Kündigung.Obwohl ich an dem Tag nicht konnte..was ich ihr gesagt habe. Dann habe ich die Kündigung deswegen bekommen mit dem Grund "Arbeits Verweigerung " ist das so richtig ? Darf sie das ? Obwohl ich ihr zu der Zeit (11:00-15:00) zugesagt habe ?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Kündigung, 15

Die Kündigung ist nicht rechtmäßig.

Was Du getan hast ist keine "Arbeitsverweigerung" sondern Dein gutes Recht.

Wenn Arbeitseinsätze schon so kurzfristig bekannt gegeben werden und Du dem genannten Einsatz zugestimmt hast, kann Deine Chefin diese Zeiten und selbstverständlich auch den Einsatzort nicht eigenmächtig und dazu noch am Tag an dem Du arbeiten musst ändern. Du müsstest nicht einmal am Folgetag arbeiten, wenn Du den Arbeitsplan so kurzfristig bekommst.

Nach § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz müssen Arbeitseinsätze mindestens vier Tage im Voraus bekannt gegeben werden. Der Tag der Bekanntgabe zählt nicht zu den vier Tagen.

Kommentar von ZuumZuum ,

Korrekt, die Kündigung ist unwirksam, Du mußt ihr das auch unmißverständlich SCHRIFTLICH in einem Widerspruch darlegen. (siehe § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz)

§ 12
Arbeit auf Abruf

(1) Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der
Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen.

(2) Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt.

(3) Durch Tarifvertrag kann von den Absätzen 1 und 2 auch zuungunstendes Arbeitnehmers abgewichen werden, wenn der Tarifvertrag Regelungen über die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit und die Vorankündigungsfrist vorsieht. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Arbeit auf Abruf vereinbaren.

Kommentar von Familiengerd ,

@ ZuumZuum:

Du mußt ihr das auch unmißverständlich SCHRIFTLICH in einem Widerspruch darlegen.

Das ist unsinnig!

Ein Widerspruch gegenüber dem Arbeitgeber gegen eine von ihm ausgesprochene Kündigung ist rechtlich völlig belanglos und wirkungslos!

Das einzige Rechtsmittel gegen eine Kündigung ist die Klage vor dem Arbeitsgericht innerhalb von 3 Wochen nach Zugang; ansonsten wird auch eine unrechtmäßige Kündigung rechtswirksam.

Allenfalls kann der Arbeitnehmer den Arbeitgeber auf eine drohende Kündigung hinweisen, damit er die Kündigung vor Ablauf der Klagefrist schriftlich zurück nimmt - wenn er die Unrechtmäßigkeit einsieht.

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