Frage von SaintSinner, 65

Mini-Mischpult um gut zu Pfuschen?

Frage an die (mehr oder weniger) Tontechniker unter euch.

Ich möchte mir ein Mini-Mischpult zulegen, um meinen Computer/CDplayer/Schallplattenspieler/USB-Stick/+X zusammen zu schließen und dass dann auf meine 5.1 sr. Anlage zu schicken.

Unnötig? Ja! :D

aber ich finde/hoffe es sieht "nett" aus und ich muss nichts/wenig umstecken.

Also es soll der Größe nach angemessen sein, oder knapp darunter sein und es soll bitte die Tonqualität halten können. (Billig-Amaz- Variante war nach 2 Stunden hinüber) :P

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dalko, Community-Experte für HiFi, 40

Hallo SaintSinner,

Ich fasse mal zusammen, was ich deiner Frage entnehmen kann und welche Info noch fehlt:

Line-Eingänge benötigst du demnach für

  1. Computer
  2. CD-Player

Welchen Ausgang hat dein Plattenspieler?

  • Das Ausgangssignal des Magnet-Tonabnehmers?
  • oder das bereits durch einen Entzerrer-Vorverstärker auf Line-Pegel verstärkte Signal?
  • oder einen USB-Ausgang, an dem bereits ein A/D-gewandeltes Signal ansteht?

USB-Stick?

  • Das würde bedeuten, dass das Mischpult einen internen DAC haben müsste, um den USB-Stick lesen zu können
  • bzw. einen integrierten MP3-Player.

+ X...meinst du damit

  • weitere Eingänge mit Line-Empfindlichkeit? Wie viel?
  • oder zusätzliche Mikrofoneingänge?
  • eventuell noch mit Phantomspeisung?

Bitte beantworte meine Fragen, denn so, wie du deine Frage formuliert hast, bleibt zu viel im Unklaren.

hoffe es sieht "nett" aus und ich muss nichts/wenig umstecken.

Wenn du alles richtig angibst, sollte nichts umgesteckt werden müssen, das ist ja u.a. der Sinn eines Mischpultes....und nett aussehen, wenn du rosa oder blaue Schleifchen meinst, da musst du dich schon selbst drum kümmern, ich bin nur für gute Technik zuständig ;-)

Grüße, Dalko

Kommentar von hoermirzu ,

Seit 40 Jahren haben auch Plattenspieler entzerrte Ausgänge, wenn nicht, sollte man sich einen solchen unbedingt einbauen, Kosten dafür sind ? höchstens € 20,-?

Kommentar von dalko ,

Hallo hoermirzu,

Danke für diesen eigentlich überflüssigen Kommentar. Es steht nicht zur Diskussion, seit wann es Entzerrervorverstärker gibt (ich betreibe das HiFi-Geschäft seit mehr als 45 Jahren und habe diese Teile auch konstruiert), sondern ob der Fragesteller in seinem Plattenspieler einen hat...oder eben nicht, was ich durch meine Nachfrage genau ausgedrückt habe. Also bitte genau lesen und dann sinnvoll kommentieren.

Meine Aufgabe ist, ein optimales Mischpult passend zu seiner Ausrüstung vorzuschlagen, was ich im nächsten Schritt auch tun werde, sobald ich die fehlende Info erhalten habe.

Grüße, Dalko

Kommentar von SaintSinner ,

Zuerst danke das du dir so viel mühe gibst (:

Also der Pltsp. hat augenscheinlich den gleichen AUX-Ausgang, wie ein/der CD-Player.

Es kann, wenn es praktischer ist auf den USB-Stick verzichtet werden, da sowieso der Computer dranhängt.

Die Variable X beschreibt einfach einen freien Eingang, für potentielle Zukünftige Anschaffungen, welche ich dazu klemmen will. (:

Kommentar von dalko ,

Mischpulte lassen sich in verschiedene Gruppen einordnen:

  1. Analoge Mischpulte, die keinen internen A/D-Wandler haben. Du schließt die verschiedenen Audioquellen an, kannst jede Quelle im Pegel und auch anderen Parametern einstellen, wenn du möchtest einen Summenmix machen und das Audiosignal analog weiergeben zu einem Verstärker oder zum Audio-Eingang eines PC. Die Diditalisierung findet also im PC, genauer in der Soundkarte oder im Onboard Soundchip statt (deren Qualität meistens schlecht )ist.
  2. Mischpulte mit integriertem A/D-Wandler, quasi einer ausgelagerten Soundkarte. Dieser A/D-Wandler ist meistens von besserer Qualität, außerdem kann sich die Qualität des Audiosignals, wenn es analog zum PC geleitet wird, deutlich verschlechtern, wohingegen die Digitalisierung außerhalb eines PC grundsätzlich der innerhalb eines PC immer vorhandenen Störstrahlung aus dem Weg geht.

Dann gibt es noch einen weiteren Punkt, der zu berücksichtigen ist:

  • Die Signalverbindungen in der professionellen Tontechnik sind immer symmetrisch/balanced, wohingegen bei HiFi-Geräten und auch bei den Ein-und Ausgängen am PC immer unsymmetrische Signalverarbeitung verwendet wird.
  • Symmetrisch ist unempfindlich gegen Störeinstrahlung
  • Unsymmetrisch kann sehr schnell zu Brummen und anderen Störgeräuschen führen, muss aber nicht.

Die von mir vorgeschlagenen Mischpulte haben in der Regel sxmmetrische Ein-und Ausgänge, häufig findest du beide Techniken. Symmetrische Signalführungen können ohne Probleme in unsymmetrische gewandelt werden, falls notwendig.

das billigste Mischpult hat Drehregler, kommt von Behringer und stellt den untersten Einstieg dar:

http://www.thomann.de/de/behringer_micromix_mx400.htm

Es hat 4 Line-Eingänge und wird mit einem 12V-Steckernetzteil betrieben. Da es sich um Mono-Eingänge handelt, musst du also für ein übliches Stereo-Musiksignal 2 Eingänge verwenden!!
Demnach reicht das Teil gerade für CD-Player, Plattenspieler oder PC aus, wäre also zu knapp ausgelegt.

Dieses Gerät sieht schon mehr nach Mischpult aus:

http://www.thomann.de/de/the_tmix_mix_502.htm

Es hat 2 Stereo-Line-Eingänge mit Klang und Balance Regelung und einen empfindlichen Mikrophoneingang, hat außerdem einen weiteren Line-Cinch-Eingang, der aber weniger kann als die beiden anderen. Also auch noch nicht ideal.

Jetzt sind wir bei 70 Euro angelangt, es gibt noch einige Mischpulte, die preiswerter sind, aber nicht 100%ig deinen Wünschen entsprechen.

Dieses Berhringer hat 4 Line-Stereo-Eingänge und würde demnach ausreichen. Die Mikrofoneingänge sind vorhanden...ohne wird sowas leider nicht angeboten:

http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_1002.htm

Dieses Mischpult ist soweit identisch, hat aber einen USB-Ausgang zum Anschluss an einen PC...hat also einen integrierten A/D-Wandler wie oben beschrieben. Selbstverständlich hat es aber auch einen analogen Ausgang, ist also komplett ausgestattet und überall anzuschließen:

http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_q1002_usb.htm

Abschließend ein Mischpult, dass unsymmetrisch über Cinch-Buchsen in HiFi-Anlagen problemlos integriert werden kann:

http://www.thomann.de/de/rolls_mx_42.htm

Es hat 4 Stereo-Line-Eingänge und würde optimal zu deinen Vorstellungen passen. Klanglich sehr gut, ohne überflüssigen Schnickschnack, aber selbst mit einem Schleifchen gibt das Teil optisch nicht viel her...Grins.

Eine Alternative mit 3 Stereo-Eingängen und ein paar zusätzlichen Möglichkeiten ist dieses:

http://www.thomann.de/de/art_powermix_iii.htm

Aber es hat Klinkenbuchsen (wei die meisten anderen Mischpulte, du musst also immer noch Kabeladapter von Klinke auf das was du benötigst, also Cinch oder Mini-Klinke anschaffen).

Ich habe so ausführlich geantwortet, um eine Diskussions-Grundlage zu schaffen. Lese die Daten und melde dich anschließend, damit ich sehe, wohin deine Vorliebe geht und deinem Geschmack entspricht.
Danach kann man dann noch optimieren und wirklich das optimale Gerät finden, denn es gibt noch viele andere Möglichkeiten...und nenne bitte dein Budget.

 

Kommentar von SaintSinner ,

Danke nochmal (:

2 Gegenfragen hätte ich aber.

1. Vielleicht habe ich damals die falsche Person getroffen, aber ich konnte mir einen Vortrag anhören/durchlesen warum Behringer so schlecht ist/sein sollte :D
Stimmt das, bzw. inwiefern 

2. Wenn ich einen Adapter von Cinch auf Klinke verwende, "prügel" ich damit nicht die Qualität runter? Ist nicht weniger umstechen besser?

http://www.thomann.de/de/the\_sssnake\_1861\_yadapter.htm

Weist du ob es sowas auch in einer nicht so steifen Kabel Variante gibt?


Ich würde sagen bist 200€ ist angemessen, da ich ja kein 20-Line Eventmischpult brauche ;D

Kommentar von dalko ,

Hallo SaintSinner,

ich versuche mal, deine Fragen so objektiv wie möglich zu beantworten:

1. Vielleicht habe ich damals die falsche Person getroffen, aber ich konnte mir einen Vortrag anhören/durchlesen warum Behringer so schlecht ist/sein sollte :D
Stimmt das, bzw. inwiefern 

Diese Äußerung stimmt so nicht bzw. nur eingeschränkt. Wenn du Produkte von Behringer mit anderen, ähnlichen Produkten vergleichst und dann Bewertungen liest, kannst du folgendes feststellen:

  • Behringer wird häufiger bewertet, da auch häufiger verkauft
  • Produkte von Behringer sind billiger bzw. preiswerter, der Unterschied ist dir bekannt?

Preiswert ist ein Gerät, bei dem Qualität und Preis in einem guten Verhältnis zueinander stehen.
Billig bedeutet, dass alle Funktionen eines teureren Gerätes ebenfalls angeboten werden, aber mit qualitativen Einschränkungen, die man bereit ist, in Kauf zu nehmen und den Gebrauch nur minimal einschränken.

Behringer produziert Geräte, die manchmal an der Grenze von preiswert zu billig liegen, seltener diese Grenze auch etwas überschreiten. Die meisten User sind bereit, das in Kauf zu nehmen und sind mit einem Gerät von Behringer auch glücklich und sie würden einen Unterschied nur im direkten Vergleich feststellen können...und manchmal überhaupt nicht. Und sie hätten auch die Kohle nicht, ein viel teureres und besseres Markenprodukt zu kaufen, so gesehen ermöglicht Behringer einer großen Gruppe finanziell nicht so potenter User einen qualitativ ordentlichen Einstieg in die Welt der Musik-Elektronik.

Ein Fachmann, der sich nur mit Top-Qualität zufrieden gibt und diesen hohen Qualitätsanspruch konsequent umsetzt und auch umsetzten muss, lasst meistens die Finger von Behringer, seltener sagt er auch,...wow, das hätte ich nicht gedacht, das zu diesem Preis so viel Qualität rauskommt, wie machen die das bloß??.

Du siehst, es ist eine Frage der Perspektive, der Ansprüche und der Kohle...

Behringer baut definitiv keinen Schrott, wer das behauptet, liegt falsch.

2. Wenn ich einen Adapter von Cinch auf Klinke verwende, "prügel" ich
damit nicht die Qualität runter? Ist nicht weniger umstechen besser?

Gute Adapter verschlechtern die Signalqualität nicht. Adapter sind aber immer eine weitere mögliche Störquelle, da es sich ja um mechanische Kontakte handelt, die je nach Qualität auch oxidieren können mit entsprechenden Problemen.

Bei Line-Pegel-Signalen ist der Pegel aber so groß, dass es in der Regel nicht zu Problemen kommen kann. Auch ist die Anschlussimpedanz niedrig genug, damit der Einsatz von Adaptern gut funktioniert.

Ansonsten gilt natürlich die Regel "weniger Umstecken ist besser".

Ich als erfahrener Elektroniker konfektioniere die entsprechenden Verbindungskabel selbst und erspare mir dadurch meistens das Adaptieren.

the sssnake 1861 Y-Adapter

Weist du ob es sowas auch in einer nicht so steifen Kabel Variante gibt?

Ja, gibt es. Diese Art von Adapter belastet Klinkenbuchsen extrem durch seitlich wirkende Kräfte, deshalb rate ich ab, sie zu benutzen.

http://www.ebay.de/itm/AUDIO-ADAPTER-CINCH-BUCHSE-6-35mm-KLINKE-STEREO-STECKER-/...

musst nur etwas suchen, es gibt noch andere, qualitativ hochwertigere Kabel-Adapter....oder selber löten, ist doch nicht schwer.

Ich würde sagen bist 200€ ist angemessen, da ich ja kein 20-Line Eventmischpult brauche ;D

Ein 20-Line Eventmischpult habe ich dir noch nicht vorgestellt, habe ich auch nicht vor.

Kannst du bitte etwas zu meinen Vorschlägen sagen, würde mich sehr freuen. Ich weiß immer noch nicht, ob meine Vorschläge deinen Vorstellungen entsprechen. War da etwas brauchbares dabei?
Die 200€-Grenze habe ich noch nicht ausgeschöpft, hatte ich aber auch nicht vor, denn es müsste auch preiswerter gehen.

Grüße, Dalko

Kommentar von SaintSinner ,

Auch wenn ich die Rolls MX 42 witzig (positiv) finde, tendiere ich eher zum Behringer Xenyx Q1002 USB.

Warum?

1. Mehr ist besser?
2. Mehr Blinklichter, mehr (Schiebe-)Regler
(Du musst dir einen 20 jährigen Jungen vorstellen, der technisch verspielt ist :P  )

Nur nochmal um nix zu verwechseln, die harten Adapter findest du wegen der Belastung schlechter, ja?

Da du ja langjährige Erfahrung hast, freue ich mich auch sehr über deine subjektive Ansicht(en) und Vorschläge. Du schreibst so schön ausgeglichen und neutral.

Danke,
mfg Gerald

Kommentar von dalko ,

ich stimme dir voll und ganz zu. Ich hätte in deinem Alter auch nie das Rolls MX 42 genommen, denn es wäre mir zu einfach und unscheinbar, also total popelig vorgekommen. Das Behringer ist ein sehr gut ausgestattetes Mischpult, dass einfach viel mehr ermöglicht, was du damit alles machen kannst, wird sich dir erst erschließen, wenn du es einige Zeit bedient hast und und auch die Anleitung gelesen hast. Und die LEDs sind tatsächlich alle hilfreich.

Ich hatte schon einige Produkte von Behringer im Test, das Mischpult gehörte auch dazu.

Im direkten Vergleich mit einem deutlich teureren Mischpult konnte ich folgendes feststellen:

Der Mikrofoneingang mit angeschlossenem hochwertigen Kondensatormikrofon hat minimal mehr gerauscht, was nur beim professionellen Abmischen eine Rolle spielen würde. Sobald ein Signal anliegt, hörst du das sehr, sehr leise Rauschen nicht mehr.

In Studio-Mischpulten sind viel teurere Fader eingebaut, die ein besseres Gefühl vermitteln beim verschieben....du siehst, es sind Kleinigkeiten.

Der eingebaute DAC erlaubt keine so hohen Sampel-Raten, ist aber besser als das, was eine Stereo-CD zu bieten hat, also absolut tauglich. Nur wenn man behaupten würde, dass der Klang einer Audio-CD generell schlecht ist, könnte man ähnliches über den verbauten DAC sagen...aber das sagen nur Highend-HiFi-Freaks, die nur für einen DAC weit mehr als 1000€ ausgeben, die gesamte Anlage kostet dann ab einem Mittelklasse-PKW aufwärts, die Grenze nach oben offen...!

Und so könnte ich weiter machen. Außerdem kannst du bei Thomann ein Gerät anschaffen, es austesten und zurückschicken, wenn es dir nicht gefallen sollte. Ich empfehle heute immer, direkt mindestens 2 Auswahlkandidaten anzuschaffen, zu testen und dass bessere zu behalten. Das Internet macht es möglich.

Nachdem ich jetzt genau weiß, womit du dich anfreunden kannst, werde ich passend zu dem Behringer noch Alternativen vorschlagen, die noch etwas besser sein sollen und auch genau erklären, worin der Unterschied besteht.

Bevor ich es vergesse, ich habe gerade den roten Stern gesehen, vielen Dank dafür.

Antwort
von hoermirzu, 24

Ein Mischpult ist nie verkehrt. Muss kein teures sein, unbedingt aber eines, das Dir erspart, jedes Mal hinter die Geräte in den Kabelsalat einzutauchen.

Schau Dich um ein flaches, das nur Drehregler hat und unter/ober einem der angeschlossenen Geräten Platz findet.

verschiedene Endverstärker, haben an der Front einen Umschalter für verschiedene Eingänge auf der Rückseite. das wäre ein Ersatz für ein Mischpult, wie Du Dir das vorstellst. 

Kommentar von hoermirzu ,

Adapter sind nur sinnvoll für temporäre Lösungen, wenn die Konstellation festgelegt ist, solltest Du gute Kabel mit passenden Steckern versehen.

Von Dalko gibt es ja ausführliche (von mir nicht komplett gelesene), hoffentlich hilfreiche Infos.

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