Indy72 am 19.06.2007 um 15:40 Uhr
Als Wirtschaftsfachmann habe ich gelernt, dass ein Mindestlohn prinzipiell schlacht sei, weil er die Leistungen mit niedriger Wertschöpfung verteuert und die Marktkräfte außer Kraft setzt. Allerdings hatte selbst die CDU anerkennen müssen, dass vielerorts Lohndumping betrieben auf Kosten der Steuerzahler wird, weil wenn man von seiner Arbeit nicht leben kann, dann springt der Staat mit seinen Sozialleistungen ein. Andererseits sind geade die Schwächsten der Gesellschaft verpflichtet, jede Arbeit anzunehmen, egal wie schlecht sie bezahlt wird. Hilft denn die Beschlossene Ausweitung des Entsendegesetzes weiter?

Ich traue da unseren Wirtschaftsweisen mehr Sachverstand zu als unseren unwissenden Politikern und die sind der Meinung kein Mindestlohn. Aber den Parteien geht es nicht um uns sondern um die Macht der Partei. Insgeheim machen sie jetz schon, was Die Linke fordert. Ich findes es zum k....

Hallo Indy72,
Du beantwortest fast alle Fragen und bist recht aktiv.
Mache Dich bitte sachkundig und beantworte auch meine Frage bezueglich des Importes von Mikro-Brauereien aus China.
Dafuer danke ich Dir und gruesse Dich aus China.
Eine wirtschaftstheoretische Lehre, die alles einer heilsamen Selbstregelung des "Marktes" überlassen will und alles andere grundsätzlich ablehnt, könnte auch ein zweifelhaftes Dogma sein, wenn die "Marktkräfte" bei der Herstellung gedeihlicher Verhältnisse in der Wirklichkeit deutlich bemerkbar versagen.
Die Beschlüsse helfen höchstens geringfügig. Einige weitere Branchen sollen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen werden. Eine verbindliche Festschreibung wird nicht einfach sein, weil eine Vereinbarung durch die Tarifparteien erforderlich sein wird und die Arbeitgeber dabei blockieren können.

Beide Festlegungen müssen überarbeitet werden, nur dass hilft uns weiter. So wie es ist kann es nicht bleiben. Manche arbeiten für ein Hungerlohn!
Silmoo am 22. August 2007 16:45 VIELE arbeiten für ein "Apfel u. ein Ei".
Ein ganz fauler Kompromiss. Dieses seltsame Entsendegesetz dient ja eigentlich nur dazu, billigen Arbeitskräften aus Osteuropa das Geschäft zu versauen. Also gilt es für den Bau, Gebäudereinigung und Ähnliches. Da es aber keine mobilen polnischen Kaufhäuser gibt, die Karstadt Konkurrenz machen, hat diese Regelung im Einzelhandel keine Begründung. Damit sind die VerkäuferInnen dort angeschmiert.
Und irgend wann schwadroniert dann ein berufsmäßiger Schönfärber wieder über 'soziale Gerechtigkeit'. Ich kann gar nicht so viel k0tzen, wie ich möchte.
Am besten, sie hätten gar nichts beschlossen! Denn das Ergebnis ist nicht greifbar, wie so vieles bei der Großen Koalition. Die SPD hat damit ihr Wahlkampfthema: Mindeslohn!, gerettet, die CDU hat den Mindestlohn vorläufig verhindert! Man soll sich nicht wundern, dass bei diesem Kuhhandel, die kleinen Parteien profitieren!
Indy72 am 19. Juni 2007 15:57 Im Prinzip wurde ja auch nichts neues beschlossen, sondern nur das Aus dem Baugewerbe bekannte Entsendegesetz für weitere Branchen (auf Antrag) geöffnet. Einige Branchen (z.B. Postdienste) wurden direkt aufgenommen. Allerdings ist selbst hier der Begriff "ortsüblicher Tariflohn" durch Scheintarifverträge (wie z.B. bei SIEMENS) ohne Weiteres aushebelbar ind die Sittenwidrigkeit der Lohnhöhe auch auch eher ein Papierschwert.