Frage von noname68, 65

Mindestlohn bei Mini-Job, wie hoch?

Ich diskutiere mit einem Bekannten über den Mindestlohn in einem Mini-Job ("Geringfügige Beschäftigung") Anders als bei normalen, sozialversicherungspflichten Beschäftigten bekommt der Mini-Jobber (mit Ausnahme der freiwilligen Aufstockung des Rentenversicherungsbetrages) seinen Lohn "Brutto für Netto".

Bekäme er also 8,50 € in seinem Minijob, wäre er gegenüber einem "normalen" Beschäftigten gewaltig im Vorteil, da dieser je nach Steuerklasse ca. 30% Abzüge hinnehmen muss.

Als Umkehrschluss vertrete ich daher die Meinung, dass bei einem "Mini-Jobber" mit einem Lohn von mind. 6,00 € (ca. 70% von 8,50) der Grundsatz der Gleichbehandlung erfüllt wäre; sprich: die Bedingung "Mindestlohn" ist für seine Arbeit erfüllt.

Liege ich da falsch? Wer kennt sich aus? Bitte weniger Meinung und möglichst Fakten, danke!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo noname68,

Schau mal bitte hier:
Arbeitsrecht Minijob

Antwort
von ellaluise, 35

Du berücksichtigst nicht, das es auch für den normalen Arbeitnehmer einen Steuerfreibetrag gibt. Lohnsteuer fällt bei Steuerklasse 1 erst so ab ca. 950€ brutto an.

Sozialversicherungsabgaben steht ja auch eine Leistung bzw. Ansprüche gegenüber, die ein Minijober nicht hat.

Kein Anspruch in der Arbeitslosenversicherung. Krankenversicherung/Pflegeversicherung?

Im Minijob-Bereich trägt vor allen Dingen der Arbeitgeber die Belastung.

Kommentar von noname68 ,

ok, alles bekannte faktoren. von ausnahmen abgesehen, finden minijobs aber immer im bereich neben- oder zusatzbeschäftigung statt, sprich sie sind bei den meisten nie alleiniges einkommen zum lebensunterhalt, bei hartz4 leuten wird sogar bis auf 100€ alles gekürzt.

daher sind solche vergleiche über vesicherungssschutz oder nicht wie der vergleich äpfel mit birnen, sorry.

es geht mir bei meiner frage ausschließlich um das prinzip der gleichbehadlung oder gleichstellung. oder sogar um die frage, ob mit einem lohn für einen minijober von z.b. 6,50 € (netto) das thema "mindestlohn" erfüllt ist oder nicht. das konnte bisher noch niemand beantworten!

Kommentar von ellaluise ,

Hi, Gleichbehandlung: Gleiche Arbeit, gleicher Bruttolohn, egal ob als Minijober oder als sozialversicherungspflichtiger Angestellter/Lohnempfänger.

Ich persönlich bin gegen Minijobs außer für Schüler von allgemeinbildenen Schulen. Meiner Meinung nach sollte jeder Sozialabgaben zahlen und wenn es nur 7,50 sind und dafür Ansprüche in den Sozialkassen haben. Dann gibt es eben keine familienversicherten Minijober mehr.

Antwort
von Eichbaum1963, 28

Legitim ist es allemal und auch richtig so.

Denn: bei deinen 30 % an Abgaben (bei einem AN, Vollzeit, 8,50 €/Std., Steuerklasse 1, Kinderlos, Kirchensteuer, sinds genau 26,66 %) sind darin ja auch noch die Sozialabgaben enthalten.

D. h: der Vollzeit-AN ist sowohl kranken-, renten- und arbeitslosenversichert, der Minijobber aber nicht. 

Und die Steuer alleine macht davon gerade einmal 5,89 % aus.

Dein Vergleich hinkt also gewaltig. Vor allem aber: würde es so gemacht wie du meinst, werden etliche Vollzeitjobs wieder in Minijobs umgewandelt.

Sicher nicht im Sinne des Erfinders. ;)

Kommentar von noname68 ,

du vergißt aber, dass minijob nur bis max. 450 € mtl. geht. und bei einem vollzeitjob ca. 40 std./wo. würde das entweder den vollzeitjob oder den status minijob sprengen, da in diesem fall der lohnsatz bei ca. 2,80€/std. liegen würde (450/173). 

und du vergißt auch, dass der minijobber den rv-beitrag aufstockt (kann man sich befreien lassen), in diesem punkt ist er gleichgestellt.

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Einfach mal logisch denken: aus einem Vollzeitjob werden dann 4 Minijobs. ;)

Kommentar von noname68 ,

absurde idee. das lohnt sich weder für den arbeitgeber, der in beiden fällen rd. 30% abgaben zahlt und wohl kaum qualifizierte vollzeitjobs durch lauter minderqualifizierte minijobber ersetzen wird; bzw. wenn man einen ingenieur mit 25 € stdlohn als minijob knapp 20 std. im monat beschäftigen würde. wer muss wohl mal nachdenken?

Kommentar von Eichbaum1963 ,

wer muss wohl mal nachdenken?

Du!^^ Denn bei deinen 6 € die Stunde dürfte (eher müsste) ein Minijobber 75 Std. im Monat arbeiten um auf seine 450 € zu kommen.

Da reichen ja schon fast 2 Minijobber für einen Job. ;) Und höher Qualifizierte stehen ja gar nicht zur Debatte - die würden auch sicher nicht in einem Minijob für 6 oder 8,50 arbeiten. ;)

Und: durch Einführung des Mindestlohns sank die Zahl der Minijobs - aber nur deshalb, weil viele in SV-pflichtige Teilzeitjobs umgewandelt wurden. 

Antwort
von anti45, 45

Selbstverständlich gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € brutto je
Zeitstunde auch im 450 Euro Job. Zeitgleich darf bei einer geringfügig
entlohnten Beschäftigung die Entgeltgrenze von monatlich 450 Euro
allerdings nicht überschritten werden.

Kommentar von noname68 ,

danke, das sind bekannte fakten. mir geht es aber um den grundsatz, ob dieser netto-vergleich (bei einem minijobber) legitim ist, sprich arbeitsrechtlich einwandfrei.

konkret: zwei menschen bekommen 6,00 € netto pro stunde, der eine als minijobber (brutto=netto) und der andere im normalen job (70% von 8,50)

Kommentar von anti45 ,

wenn dir das bekannt ist, warum fragst du dann noch ?

Kommentar von noname68 ,

ich habe das nochmal konkretisiert, worum es mir geht

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