Frage von chachachan, 43

Minderjährigkeit = Nachteil bei Klage?

Mein Problem liegt bei einem Privatverkauf, der so ausgegangen ist, dass das Päckchen nicht angekommen ist, ich aber weder Quittung noch Nachweis habe. Jetzt will mich der Kunde wegen Betrug verklagen. Ich habe Zeugen, die bestätigen, dass ich es abgeschickt habe. Ist meine Minderjährigkeit (17) im Fall einer wirklichen Klage ein Nachteil, weil ich keine schriftliche (aber mündliche) Einverständnis meiner Eltern habe? Kann der Kunde wirklich das Geld der Ware (30€) + Anwaltskosten usw. bei der Klage gewinnen? Oder sollte ich einfach das Geld zurückerstatten, weil meine Situation auswegslos ist?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Strafrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von RobertLiebling, 27

Wenn Du Zeugen hast, sieht die Sache sehr gut aus.

Voraussetzung: Es war unversicherter Versand vereinbart. Dann lohnt § 447 BGB einen näheren Blick.

Antwort
von Xipolis, 21

Jetzt will mich der Kunde wegen Betrug verklagen

Was bitte meinst Du denn mit "Kunde"??

Eine Privatklage gegen zur Tatzeit jugendliche Personen ist nicht möglich (§ 80 I JGG).

Der Käufer kann also maximal Strafantrag gegen Dich stellen.

Mein Problem liegt bei einem Privatverkauf, der so ausgegangen ist, dass das Päckchen nicht angekommen ist, (...) Ich habe Zeugen, die bestätigen, dass ich es abgeschickt habe.

Solange Du die Ware so versendet hast, wie es vereinbart war, liegt die Gefahr des Unterganges beim Käufer (§ 447 BGB).

Du solltest an den Käufer aber etwaige Ansprüche, die Du gegen den Paketdienstleister haben könntest, abtreten. Dies kann sich aus den vertraglichen Nebenverpflichtungen ergeben.

Ist meine Minderjährigkeit (17) im Fall einer wirklichen Klage ein Nachteil,

Nein - in dem Fall wirst Du von Deinen gesetzlichen Vertreter, also Deinen Eltern, vertreten.

Kommentar von chachachan ,

Ja ich meine mit Kunde natürlich Käufer. Könntest du bitte das mit den Ansprüchen nochmal genauer erklären? Wir hatten bezüglich des Versandes nichts direkt ausgemacht und der Käufer hat auch nicht nach versichertem Versand gefragt.

Kommentar von Xipolis ,

Ja ich meine mit Kunde natürlich Käufer.

OK

Könntest du bitte das mit den Ansprüchen nochmal genauer erklären?

Für Dich als Verkäufer ergeben sich aus dem Kaufvertrag mehrere Nebenverpflichtungen. Im konkreten Fall bist Du - zumindest wenn der Käufer dies von Dir verlangt - meines Erachtens verpflichtet, Deinen Anspruch gegen das Transportunternehmen an den Käufer abzutreten.

Wir hatten bezüglich des Versandes nichts direkt ausgemacht und der Käufer hat auch nicht nach versichertem Versand gefragt.

War denn ein Versand überhaupt vorgesehen? Oder hast Du die Ware einfach ins Blaue hinein verschickt, weil Du dachtest, dass der Käufer die Ware zugeschickt bekommen will?

Kommentar von chachachan ,

Der Käufer wollte es nicht persönlich abholen und hat auch den Versand bezahlt, ohne wegen versichertem Versand nachzufragen. 

Kommentar von Xipolis ,

Dann haben wir einen Versendungskauf. Wichtig für Dich ist, dass Du die Ware genauso, wie es vereinbart war, versendet hast. Durch die Zeugen kannst Du ja belegen, dass Du die Sendung dem Paketdienst übergeben hast.

Kommentar von Xipolis ,

Ergänzung

Und das solltest Du dem Käufer auch erklären: Die Ware wurde am Datum mit xyz als Päckchen ordnungsgemäß verpackt und wie vereinbart versendet und Du deshalb Deine Pflichten erfüllt hast. Etwaige Ansprüche gegen xyz trittst Du an den Käufer ab.

Antwort
von AterNex, 9

Wenn kein versicherter Versand ausgemacht war, dann muss der Käufer mit dem Risiko leben, dass das Paket abhanden kommen kann. Mit dem Sendungsbeleg kannst du jetzt einen Antrag auf Nachforschung zum Verbleibe in Auftrag geben. 

Haftbar gemacht werden kannst du deswegen nicht.

Bei einem so geringen Streitwert wird es nicht zu einem Gerichtsverfahren kommen. 

Warte ab was da noch so kommt. Wahrscheinlich nichts. Zahl nichts! Wenn du nett sein willst kannst du dem Käufer noch mitteilen, dass es jemand  bezeugen kann, dass das Paket abgeschickt wurde. Eventuell hast du ja eine Paketnummer die du noch übermitteln kannst.

Kommentar von chachachan ,

Wie erwähnt habe ich leider keine Quittung oder sonstiges dazu bekommen, was mir die größte Sorge machte. Jedoch ist der Käufe sehr unseriös und hat sich deit mehreren Tagen nicht mehr gemeldet. Ich hoffe, dass ich endlich in Ruhe gelassen werde... Danke für die Antwort :)

Antwort
von AntwortMarkus, 22

Zahle die 30 Euro als Lehrgeld. Alles andere macht keinen Sinn.

Hebe das nächste Mal den Sendungsbeleg auf.

Kommentar von chachachan ,

Das Problem ist halt, dass ich vermute, dass die mich betrügt und nur lügt, um mir Angst einzujagen. Z.B.: Sie hatte gesagt, dass wir uns vor Gericht sehen, 1 Woche danach, dass die Anzeige läuft und erst 4 Tage danach zum ersten mal wegen der Rückerstattung des Geldes gefragt. Könntest du bitte mal genauer erklären, warum alles andere sinnlos wäre? Ich hänge sehr zwischen dem Zahlen und dem Ignorieren.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community