Frage von hallowgd, 146

Minderjährige schwester bucht Flug und die wollen das Geld haben?

Hey leute, Meine kleine Schwester (14)hat sich auf einem reiseportal ein paar reisen angeguckt und hat ausversehen einen Flug gebucht .Aus lauter panick hat sie sich als meine Mutter ausgegeben und den Leuten dort ne Mail geschrieben das sie doch kein Urlaub bekommen hätte.die schrieben zurück das der Flug jetzt gebucht ist und eine Rechnung von 1500 Euro nun fällig sei und diese zu uns nach Hause schicken. Müssen wir die Rechnung zahlen?Ich glaube nicht oder ,weil ja meine Schwester minderjährig ist und wir es den Leuten dort auch geschrieben haben aber die uns nicht glauben.was sollen wir tun ???

Antwort
von Cab09, 64

Aus Versehen ein Flug buchen, indem man sich ein paar Reisdaten im Internet anklickt? Bei einer Reisebuchung müssen korrekte Adressdaten/Ausweisdaten auch Bankdaten ggf. Kreditkartennummer/Sicherheitsabfragen angegeben und bestätigt werden. Das schafft man nicht einfach aus Versehen. Da hier Absicht hinter steckt, werdet ihr wohl schlechte Karten haben. Ich denke ein klärendes Telefonat und Storno der Reise wird erst einmal unumgänglich sein. Die weitere Vorgehensweise werdet ihr dann erfahren. Viel Erfolg!

Antwort
von Repwf, 55

Ich glaube nicht das die sich ohne Anwalt überzeugen lassen das es nicht deine Mutter selber war...

Oder war sie vielleicht zu dem Zeitpunkt nachweislich nicht zuhause? ZB arbeiten? 

Kommentar von hallowgd ,

Meine mutter war nicht da

Kommentar von Repwf ,

War sie denn irgendwo was sie beweisen könnte? 

Kommentar von john4711 ,

Ich glaube nicht das die sich ohne Anwalt überzeugen lassen das es nicht deine Mutter selber war...

Sie müssen sich auch nicht überzeugen lassen. Sie haben ja auch noch kein Geld bekommen, wenn ich den Sachverhalt richtig interpretiere.

Oder war sie vielleicht zu dem Zeitpunkt nachweislich nicht zuhause? ZB arbeiten?

Auch wenn die Mutter zu Hause gewesen sein sollte, würde das noch lange nicht heißen, dass sie auch den Flug gebucht hat.

Kommentar von Repwf ,

Ist halt die Frage ob die Gesellschaft da in der Pflicht gewesen wäre die Personalien zu überprüfen?

Kommentar von john4711 ,

Ist halt die Frage ob die Gesellschaft da in der Pflicht gewesen wäre die Personalien zu überprüfen?

Nein, verpflichtet ist der Veranstalter sicherlich nicht. Er muss dann halt damit leben, im Streitfall nicht beweisen zu können, wer den Vertrag am Ende wirklich abgeschlossen hat.

Kommentar von Repwf ,

Also läge die beweispflicht beim Veranstalter, es reicht nicht das es "ihr" PC war?

Kommentar von john4711 ,

Also läge die beweispflicht beim Veranstalter, es reicht nicht das es "ihr" PC war?

Genau, der PC kann ja keinen Vertrag schließen. Bei einem schriftlichen Vertrag ist ja auch Vertragspartner, wer unterschrieben hat, und nicht, wessen Kugelschreiber benutzt wurde.

Kommentar von Repwf ,

Na, ich hätte jetzt eher im Hinterkopf so Sachen wie: wenn sich einer bei dir "einsurft" (vergessen wie es heißt) und dann zB illegale Seiten besucht, dann bist du ja auch der Angesch... weil es dein PC Anschluss war. Weißte was ich meine?

Kommentar von john4711 ,

wenn sich einer bei dir "einsurft" (vergessen wie es heißt) und dann zB illegale Seiten besucht, dann bist du ja auch der Angesch... weil es dein PC Anschluss war. Weißte was ich meine?

Ja, Du meinst die Störerhaftung. Aber auch da muss man nicht für das geradestehen, was andere verbockt haben, sondern nur dafür, dass man ihnen die Möglichkeit gegeben hat, indem man seinen Anschluss nicht gut genug gesichert hat – um es mal salopp auszudrücken.

Vereinfacht kann man sagen, dass man im deutschen Recht grundsätzlich nicht für das einzustehen hat, was andere verschuldet haben, sondern immer nur dafür, was man selbst (unter Umständen auch mittelbar) verschuldet hat.

Für Verträge steht sowieso nur der ein, der sie auch eingegangen ist. Das wäre hier die Tochter. Aber die kann man rauspauken, weil der Vertrag eben schwebend unwirksam ist.

Jetzt kann man sich fragen, ob entweder Mutter oder Tochter durch ihr Verhalten einen Schaden verursacht haben, für den sie haften müssen. Dazu müsste dem Reiseveranstalter überhaupt erst mal ein Schaden entstanden sein, was hier zwar möglich, aber wenigstens nicht offensichtlich ist. Er bekommt zwar kein Geld für den Flug, aber das hätte er auch nicht bekommen, wenn die Tochter den Mist erst gar nicht gebaut hätte.

Aber angenommen, es gäbe einen Schaden. Dann kann man bei der Tochter fragen, ob sie einsichtig genug ist, um für diesen Schaden verantwortlich zu sein. Nur dann müsste sie ihn auch begleichen.

Bei der Mutter gilt dasselbe: Auch hier müsste man sich fragen, ob sie selbst etwas falsch gemacht hat, indem sie beispielsweise ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Nur dann würde sie für einen eventuellen Schaden haften.

Kurzum muss man (fast) immer fragen, was derjenige, den man belangen will, denn selbst falsch gemacht hat.

Antwort
von Ronox, 73

Nein, natürlich nicht. Deine Schwester konnte diese Verträge nicht wirksam abschließen. Deine Mutter soll den Sachverhalt erläutern und die Zahlung verweigern.

Antwort
von DerUniKuchen, 65

Also, Käufe von Minderjährigen zählen als "Schwebend unwirksam". Das bedeutet die Eltern können im Nachhinein entscheiden ob es gültig ist oder nicht (Es sei denn es wurde mit ihrem Taschengeld bezahlt, was ich aber stark bezweifle unter Anderem wegen einer Rechnung). 

Also entweder ihr schildert ihnen eure Situation oder ihr müsst zum Anwalt. 

Kommentar von blackforestlady ,

Eltern haben dafür zu sorgen, dass so etwas nicht passieren darf. Aufsichtspflichtverletzung der Eltern.

Kommentar von DerUniKuchen ,

Ja und? Hat nix damit zu tun. Es ging darum ob man jetzt zahlen muss oder nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht zur Aufsichtspflicht gehört. 

Kommentar von john4711 ,

In § 108 BGB steht nichts von einer Aufsichtspflicht…

Kommentar von john4711 ,

Also, Käufe von Minderjährigen zählen als "Schwebend unwirksam". Das bedeutet die Eltern können im Nachhinein entscheiden ob es gültig ist oder nicht (Es sei denn es wurde mit ihrem Taschengeld bezahlt, was ich aber stark bezweifle unter Anderem wegen einer Rechnung).

Der Vertrag wäre auch dann schwebend unwirksam, wenn er mit dem Taschengeld bezahlt worden wäre.

Kommentar von DerUniKuchen ,

Echt? In der Schule hieß es bei mir, wenn ein Minderjähriger mit seinem Taschengeld etwas kauft, dann ist es ein gültiger Kaufvertrag. Oder liegt es an dem Geldbetrag?

Kommentar von john4711 ,

Echt? In der Schule hieß es bei mir, wenn ein Minderjähriger mit seinem Taschengeld etwas kauft, dann ist es ein gültiger Kaufvertrag. Oder liegt es an dem Geldbetrag?

Es hängt daran, dass auch die eingekaufte Leistung bewirkt worden sein muss. Wenn ein Minderjähriger also eine CD kauft, muss ihm die CD auch übereignet worden sein, damit der Kaufvertrag wirksam ist. Hier ist der Vertrag wenigstens so lange unwirksam, wie die Schwester nicht auch tatsächlich geflogen ist.

Der Geldbetrag ist – entgegen landläufiger Auffassung – irrelevant.

Kommentar von AntoniaW ,

Sofern hier als John kein Rechtsanwalt für Reiserecht Auskunft gegeben hat, zweifle ich diese Antwort stark an, sehr stark. Bei eine Flugbuchung ist die Buchung selbst schon die Übereignung, die Plätze werde ja namentlich ergasst. Deswegen kennt das Reiserecht ja auch keinen Widerruf.

Antwort
von KatjaundPeter, 35

Theoretisch könnte es sein das deine Mutter die Aufsichtspflicht vernachlässigt hat und für Ihren Internetanschluss haftet. Am besten schnell mit deiner / eurer Mutter reden und die Sache aus der Welt bringen.

Kommentar von john4711 ,

Theoretisch könnte es sein das deine Mutter die Aufsichtspflicht vernachlässigt hat und für Ihren Internetanschluss haftet.

Das wäre aber frühestens dann relevant, wenn der Veranstalter Schadensersatz fordert. So weit sind wir hier aber noch gar nicht.

Antwort
von frodobeutlin100, 7

Wie kann man aus "Versehen " einen Flug buchen .. ich kan verstehen, dass der Betreiber diese "Story" nicht glauben möchte .. auf fast allen Portalen muss man sich erst mal einloggen und dann für die Flugbuchung alles möglich eingeben .. aus "Versehen" geht das eigentlichgar nicht .. so von wegen "verklickt und schon gebucht"

Kommentar von hallowgd ,

Ich weiß selber nicht ob es gebucht oder reserviert war und anstatt hier rum zu trollen könnte man auch einfach nachfragen falls fragen offen sind oder wenn du keine Ahnung von dem ganzen hast ,es einfach ignorieren.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Ich weiß selber nicht ob es gebucht oder reserviert war ...

na und deswegen musst du mich nicht anmachen ...

ich kann jedenfalls den Vetragpartner verstehen, dass er die Story nicht so einfach glauben möchte ...

Kommentar von hallowgd ,

Das mag schön für dich sein.natürlich freust du dich bestimmt wenn ich sage das ich und meine Familie den Prozess gewonnen haben.schönen tag dir noch :)

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Zitat: freust du dich bestimmt wenn ich sage das ich und meine Familie den Prozess gewonnen haben.schönen tag dir noch :)

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die Frage ist am 11.07.2016 gestellt worden ... und am 15.07.2016 hat man schon den Prozess gewonnen .... war wohl ein "Schnellgericht" ... es wird immer unglaubwürdiger ....

Antwort
von blackforestlady, 49

Das wird Deine Mutter bezahlen müssen, da Deine Schwester ohne Aufsicht gewesen ist. Erst Mist bauen und dann herum jammern, Internetzugang sperren bis zur Volljährigkeit dann passiert  so etwas auch nicht. 

Kommentar von john4711 ,

Das wird Deine Mutter bezahlen müssen, da Deine Schwester ohne Aufsicht gewesen ist.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der Vertrag ist schwebend unwirksam, bis die Eltern ihn genehmigen oder die Genehmigung versagen.

Erst Mist bauen und dann herum jammern, Internetzugang sperren bis zur Volljährigkeit dann passiert so etwas auch nicht.

Am besten nicht nur den Internetzugang – man kann auch offline dumme Sachen machen. Wenn man sichergehen will, darf man die Kinder auch nicht mehr aus dem Haus lassen.

Kommentar von TheGrow ,

Hallo blackforestlady,

Deine Antwort entbehrt nicht nur jeglicher Rechtsgrundlage, sondern sie ist zudem völlig realitätsfremd.

Die Mutter ist doch nicht schadensersatzpflichtig, nur weil die 14jährige Tochter ohne Aufsicht gewesen ist.

Die Mutter wäre nur dann schadensersatzpflichtig, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hätte.

Aber wenn Du jetzt glaubst, dass die Mutter verpflichtet ist ihre Tochter 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr zu beaufsichtigen irrst Du Dich gewaltig. Je älter ein Kind ist, je weniger muss es beaufsichtigt werden. Bei einem 2jährigen Kind ist der Grad der notwendigen Beaufsichtigung doch ganz anders als bei einem 6 jährigen und erst recht ganz anders als bei einer 14jährigen.

Im Gegenteil, eine 14jährige hat ein Anrecht da drauf, nicht rund um die Uhr beaufsichtigt zu werden, denn eine vollständige Überwachung würde die geistige Entwicklung unzulässiger Weise behindern.

Und den Internetzugang bis zur Volljährigkeit zu sperren ist doch völlig realitätsfremd. Wer seinem Kind den Zugang zu Internet verwehrt macht das Kind nicht nur zum Außenseiter, sondern mindert später seine beruflichen Chancen erheblich.

Deshalb wird von den meisten Schulen schon von den Schülern verlangt, dass sie die verschiedensten internetgebunden Hausaufgaben erfüllen müssen. Und später wird von vielen Firmen verlangt, dass sich ihre zukünftigen Mitarbeiter online bewerben.

Ein Kind / Jugendlicher der nicht einmal in der Lage ist eine Mail zu verfassen oder routiniert eine Abfrage per Google zu tätigen, wird es im späteren Berufsleben schwer haben.

Antwort
von Fabo0909, 9

sagt es euren eltern und die können einfach nicht dort auftauchen und die zahlung verweigern weil die es ja nicht gebucht haben

Antwort
von TotallyHD, 79

Da anrufen und das sachlich erklären, außerdem gibt es so etwas wie eine Resie-rücktritts versicherung.

Kommentar von john4711 ,

außerdem gibt es so etwas wie eine Resie-rücktritts versicherung.

Die springt aber üblicherweise nicht bei versehentlichen Buchungen ein.

Antwort
von AmarenaBelly, 63

Man kann den Flug stonieren redet am besten mit einem Eltern teil darüber ärger wird es so oder so geben


Kommentar von hallowgd ,

Die Eltern wissen ja Bescheid ...

Kommentar von Rubezahl2000 ,

@AmarenaBelly: Ein 14-tägiges kostenloses Widerrufsrecht wie beim Online-Shoppen gibt's bei Reisebuchungen NICHT!
Stornierung ist - auch direkt nach der Buchung - immer mit hohen Stornokosten verbunden, im Extremfall bis zu 90% des Reisepreises.

Antwort
von Marlboro21, 81

Zum Anwalt gehen wenns ganz schlimm wird

Antwort
von SweetieBot, 48

Das zu beweisen wird schwer. Am besten ruft ihr mal dort an und redet mit den Leuten dort. Versucht es Ihnen zu erklären. Aber wie zum Geier bucht man aus versehen einen Flug, das muss man doch xmal bestätigen.

Kommentar von hallowgd ,

Ja frag mich nicht ,bin genau so ratlos

Kommentar von john4711 ,

Das zu beweisen wird schwer.

Der Veranstalter will doch Geld haben! Also muss er auch beweisen, dass die Mutter den Flug gebucht hat.

Kommentar von SweetieBot ,



"Aus lauter panick hat sie sich als meine Mutter ausgegeben"

Ich glaube da hat der Veranstalter keine großen Schwierigkeiten

Kommentar von john4711 ,

"Aus lauter panick hat sie sich als meine Mutter ausgegeben"

Ich glaube da hat der Veranstalter keine großen Schwierigkeiten

Und wenn ich mich jetzt als die Bundeskanzlerin ausgebe? Muss sie dann auch bezahlen, was ich verzapfe?

Im Internet kann sich doch jeder als alles Mögliche ausgeben. Daraus jetzt einen Beweis zu konstruieren, halte ich für sehr weit hergeholt.

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