Frage von Iangestrasse315, 118

Milde Strafe sexueller Missbrauch neue Gerichtsverhandlung nach 10 Jahren?

Hallo

Ich wurde vor 10 jahren von meinem stiefopa sexuell missbraucht. Damals war ich 6 jahre alt. Er wurde damals in insgesamt 4 fällen angeklagt 3x sexueller missbrauch an kindern und 1x schwerer sexueller missbrauch an kindern. Er hat 2 jahre freiheitsstrafe bekommen die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das war dann eine gesamt strafe von 3 jahren auf bewährung. Keiner versteht wieso diese strafe so milde ausgefallen ist da ich sogar ärztliche Gutachten die Verletzungen in der scheide bestätigen vorlegen konnte. Diese 4 fälle waren außerdem nicht die einzigen da ich auch als 3 jährige sehr oft blasenentzündung und rötungen im Intimbereich (ich war deswegen auch in ärztlicher behandlung allerdings hat keiner einen missbrauch vermutet) hatte die sehr wahrscheinlich von missbrauch in dem zeitraum stammen. Damals habe ich nur die 4 fälle angegeben weil ich mich nur daran erinnern konnte und diese in einem kurzen zeitraum als letztes hintereinander waren.

Meine Therapeutin meint nun das diese strafe sehr milde ist und hat jetzt eine anwältig gefragt ob man die strafe nach fast 11 jahren neu verhandeln könnte. (Da die antwort darauf jetzt 4 wochen dauert frage ich euch) ich bin aber der meinung das man keine strafe für eine tat bekommen kann wenn man schonmal verurteilt wurde also das es nur zu einer erneuten verhandlung kommen kann wenn neue beweise vorliegen.

  1. stimmt meine Vermutung das es nicht nochmal sondern nur mit neuen beweisen zu einer erneuten verhandlung kommen kann?
  2. können die ärztlichen untersuchungen wegen blasenentzündung und rötungen als beweis vor gericht benutzt werden auch wenn der arzt keinen missbrauchsverdacht hatte?
  3. können erinnerungen von mir die ich damals nicht gesagt habe jetzt trotzdem vor Gericht verwendet werden?
  4. denkt ihr das es überhaupt sinn macht nochmal vor gericht zu gehen wenn neue "beweise" vorliegen

Danke im voraus für eure antworten:)

Antwort
von MAB82, 94

denkt ihr das es überhaupt sinn macht nochmal vor gericht zu gehen wenn neue "beweise" vorliegen

Neue Beweise für das gleiche Vergehen sind belanglos, da es ein rechtskräftiges Urteil gab.

Neue Beweise zu einer neuen Straftat wären relevant.

Es gibt soviele juristische Feinheiten und Winkelzüge dass ein Gespräch mit einem Fachanwalt die einzig sinnvolle Lösung ist.

Antwort
von kevin1905, 65

stimmt meine Vermutung das es nicht nochmal sondern nur mit neuen beweisen zu einer erneuten verhandlung kommen kann?

Auch dann nicht. Es gab ein rechtskräftiges Urteil und damit sind die angeklagten Straftaten endgültig abgehandelt.

Daher spare ich mir die Antworten auf die anderen Fragen.

Kommentar von NEONBLAUPINK99 ,

Nein sie meint das mit den beweisen neue straftaten zu anklage gebracht werden können

Kommentar von kevin1905 ,

Dann wäre die Frage nach der Verfolgungsverjährung gegeben. Die beträgt hier 10 Jahre, nach Eintritt des Taterfolgs.

Kommentar von AalFred2 ,

Das stimmt in diesem Falle nicht, da die Verjährung bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs des Opfer ruht.

https://dejure.org/gesetze/StGB/78b.html

Kommentar von spmuc ,

Allerdings musst du hier auf die mildere Form achten, welche zum Tatzeitpunkt gegolten hat: http://lexetius.com/StGB/78b,6

Ist die Tat zwischen 2005 und 2009 begangen worden, so beginnt die Verjährung mit dem 18. Lebensjahr.

Kommentar von AalFred2 ,

Wo du recht hast, hast du recht.

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