Milchstraße fotographieren?

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4 Antworten

Mit dem Auge siehst Du das natürlich nicht so, durch die langen Belichtungszeiten kann der Kamerasensor da einfach mehr Licht aufnehmen.

Das Foto ist schon verdammt gut, ich vermute mal, dass das mit einer Kamera mit sehr guter ISO Performance gemacht wurde, z.B. eine Sony aus der a7 Reihe, evtl. a7s oder oder a7s II. Im Sommer kann man auch bei uns ganz gute Bilder der Milchstraße hinbekommen. Solltest Du aber in einer Gegend machen, wo keine großen Städte in der Nähe sind.

Außerdem brauchst Du dafür ein lichtstarkes Ultraweitwinkelobjektiv und wenn möglich eine Kamera mit Vollformatsensor (wegen der besseren ISO Performance). Bei APS-C Kameras würde man höchstens evtl. mit einer Pentax K3 ii mit Pixel Shift Sensor und Astrotracer Funktion ähnliche Ergebnisse erreichen können.

Ich bin eigentlich kein Astrofotograf, sondern beschäftige mich hauptsächlich Natur- und Landschaftsfotografie, aber ab und zu mache ich auch mal Sternenfotos. Dafür verwende ich eine Vollformatkamera (Canon EOS 6D) und ein Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM Ultraweitwinkelobjektiv.

Umso weitwinkliger das Objektiv ist, umso länger kannst Du belichten, ohne dass die Sterne zu Streifen werden. Außerdem ist ein Objektiv mit möglichst großer Offenblende erforderlich, da man solche Bilder nur in Nächten machen kann, in denen kein Mond scheint, ist es schon sehr dunkel, daher ist man auf die langen Belichtungszeiten und die große Offenblende angewiesen, damit genügend Licht auf den Sensor der Kamera kommt.

Bei 16mm verwende ich meistens eine Belichtungszeit zwischen 20 und 25 Sekunden (bei mehr als 25 Sekunden werden die Sterne, bei 16mm, langsam zu Streifen). Blende f/3.2 oder f/2.8 und ISO zwischen 4000 und 6400.

Schreib doch mal, welche Kamera und welche Objektive hast, dann kann ich Dir genaueres sagen, ob man damit Sternen- / Milchstraßenfotos hinbekommt. Falls Du nur ein 18-55mm Kitobjektiv hast, das taugt leider nichts für solche Fotos, denn es ist zu lichtschwach und auch nicht weitwinklig genug.

Ich hänge mal ein paar Sternenfotos ran, die ich diesen Sommer bei uns in der Gegend gemacht habe. Die meisten sind Nachts an der Elbe entstanden, bei uns im Wendland (Niedersachsen) und auf der anderen Seite der Elbe, im Landkreis Prignitz (Brandenburg). Mit der Bildqualität, des Bildes, das Du gepostet hast, können meine nicht ganz mithalten, obwohl die 6D schon eine verdammt gute ISO Performance hat, aber sony a7s oder a7s II sind darin halt noch besser. Die aktuellen Sensoren von Sony sind den Canon Sensoren auch überlegen.

Eine andere (aufwendige) Möglichkeit solche Fotos zu erreichen, wäre die Sternenfotos aus sehr vielen Einzelaufnahmen am PC zu stitchen, oder einen Stativkopf mit motorisierter Nachführung zu verwenden. Hab ich bisher beides noch nicht selbst gemacht, aber werde mich mit dem Thema in nächster Zeit auch noch mehr beschäftigen. Man lernt ja nie aus. 😉

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Kommentar von TobiasAnonym
23.10.2016, 08:24

Das sind wirklich sehr schöne Fotos. Danke für die ausführliche Antwort.

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Das Bild wirst Du hier kaum hinbekommen, da die Milchstraße von hier aus nicht so zu sehen ist. Des Weiteren steht es mit der Lichtverschmutzung hier fast überall nicht zum Besten, vielleicht noch irgendwo in einer mondlosen Nacht und einem stillen Tal in der Eifel oder sonstwo in der Pampa. Darüberhinaus brauchst Du ein astronomisches Stativ mit siderischer Nachführung, da ansonsten bei den erforderlichen Belichtungszeiten Bewegungsunschärfen auftreten, die die Sterne als Streifen erscheinen lassen.

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Hier das Bild, hat beim Anhängen ein Problem gegen (Danke für die Info).

http://fotoschule.fotocommunity.de/wp-content/uploads/2015/09/sternefotografieren-41.jpg

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Kommentar von migebuff
17.10.2016, 19:01

Hier in Deutschland wirst du die Milchstraße so kaum zu sehen bekommen, außer in den Alpen oder einigen äußerst abgelegenen Gebieten ohne Lichtverschmutzung.

Auf Sardinien an der Südküste war sie mit bloßem Auge schon sehr klar und deutlich erkennbar. Nicht so extrem wie auf dem Foto, aber man konnte den Verlauf, das Zentrum und die hellen/dunklen Regionen unterscheiden.

Dabei entstand auch dieses Foto: https://www.flickr.com/photos/migebuff/27370351641/

Umgerechnet auf ISO 200 wäre allerdings eine Belichtungszeit von 32 Minuten erforderlich gewesen. Bei ISO 12.800 waren es nur 30 Sekunden.

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Das sieht wohl wirklich so aus. Allerdings sieht das menschliche Auge nicht alles. Und dann ist es bei uns zu hell.

Das beste: Du wartest bis es wieder Juli bis September ist. Dann sind auf der Nordhalbkugel auch recht spektakuläre Fotos möglich.

Dann irgendwohin, wo es echt dunkel ist. Also auf die Insel Fehmarn oder Helgoland.

Und dann Kamera auf Stativ. Möglichst kurze Brennweite. An APS-C maximal 17mm, an Vollformat maximal 24mm. Eher weniger. Offenblende Minimum 2.8, besser 1.4 und dann, je nach Brennweite 20-25 Sekunden belichten.

Den Rest machst du mit Lightroom.

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Kommentar von torfmauke
18.10.2016, 20:20

Ein 17mm Objektiv oder weniger bzw. ein 24 mm Objektiv oder weniger mit einer Lichtstärke von f/1,4 dürfte für einen Hobbyfotografen wohl nur als Erbe eines reichen Verwandten oder als Großverdiener eine Option sein! Da wäre wohl ein Stativ mit siderischer Nachführung die preisgünstigere Alternative.

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