Frage von Kotzi75, 68

Mietwohnung wird verkauft muss ich Ausziehen obwohl ich über 8 Jahre dort wohne und aus gesundheitlichen Gründen es nicht schaffe?

Hallo , ich hätte da mal eine frage in der Sache Mietrecht, ich wohne seid 8 Jahre in meiner Wohnung die nun verkauft werden soll, möchte nicht ausziehen und kann es auch nicht ( hatte Herzinfakt ). Der evtl. neue Eigentümer will Sie wohl als Eigenbedarf nehmen und bot mir an, eine neue Wohnung zu finden bzw. behilflich zu seien und sogar Geld. Welche Möglichkeiten bestehen für mich diese Wohnung zu behalten ? Bin über jeden ernst gemeinten Tipp dankbar

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 36

Antwort zu Deiner Frage: Du kannst Dich gegen die Eigenbedarfskündigung wehren und hoffen, dass Deine Erkrankung als Härtefall anerkannt wird. Womöglich wird man das aber nicht auf Dauer tun, sondern immer wieder verlangen, dass Du beweist, dass sich Dein Gesundheitszustand nicht verbessert hat. Du kannst also allenfalls Zeit gewinnen.

Wenn es dumm läuft, wir man Dich trotzdem zur Räumung verurteilen und der Vermieter muss Dir auch keine Unterstützung leisten.

Der Eigentümer bietet Dir an:

1. Hilfe bei der Wohnungssuche

2. Hilfe beim Umzug

3. Finanzielle Unterstützung

Da der Ausgang eines Räumungsprozesses, auf den es bei Deiner Weigerung wohl hinaus laufen würde, für Dich sehr unsicher ist und Du dann womöglich nichts mehr vom neuen Eigentümer bekommen würdest, empfehle ich Dir, das mit der Hilfe gut zu überlegen.

Vielleicht ergibt sich daraus sogar nochmal die Chance für ein besseres Leben.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 44

Wenn du bereits länger als 8 Jahre Mieter bist, gilt vermieterseitig eine KF von 9 Monaten. Seine Kündigung wäre erst zulässig, wenn er im Grundbuch eingetragen ist. Und ob seine Eigenbedarfskündigung Bestand haben wird, ist erst nach Ihrer Ausführung zu bewerten. Einmal aus formalen Gründen, zum Anderen sehe ich hier einen Härtefall. Deine Gesundheit ist nicht zum Besten, es droht bei Umzug eine rapide Verschlechterung, selbst wenn der V. dir bei der Beschaffung einer anderen Wohnung behilflich sein will. Solch Umzug bringt vielerlei Aufregungen und Erschwernisse mit sich, die schon einen gesunden Menschen erheblich belasten können. Es wäre also zu gegebener Zeit die formale Wirksamkeit zu prüfen und durch ein evtl. ärztliches Attest die Unzumutbarkeit bzw. Unverträglichkeit des Umzuges zu bescheinigen. Schon wegen aus dieser für dich erheblichen Härte wäre der EBK zu widersprechen.

Vermutlich bräuchtest du einen versierten Rechtsanwalt. Evtl. bekommst du Prozesskostenhilfe bei geringem Einkommen, so dass die finanzielle Belastung keine Rolle spielen würde.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 37

Mietwohnung wird verkauft muss ich Ausziehen obwohl ich über 8 Jahre dort wohne und aus gesundheitlichen Gründen es nicht schaffe?

Man muss bei verkauf einer Immobilie erst mal nicht ausziehen.

Gibt es berechtigten wirksamen Eigenbedarf, dann kann man mit den gesetzlichen Fristen gekündigt werden.

Der Mieter kann der Kündigung bei bestimmten Bedingen widersprechen aber in der Regel gibt es nur einen  zeitlichen Aufschub.

Hier mal sehr wichtige Infos zu Eigenbedarf und Widerspruch:

http://www.mietrecht.org/eigenbedarf/eigenbedarfskuendigung-rechte-mieter/

MfG

Antwort
von Fliegereule, 68

Grundsätzlich gilt auch bei Eigentümerwechsel weiter der bestehende Mietvertrag. 

Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist natürlich immer möglich. 

Aber auch da ist die Kündigungsfrist einzuhalten. 

Bei einer Mietdauer von 8 Jahren sind das immerhin schon 6 Monate, evtl sogar 9 Monate, wenn es über 8 Jahre sind.

Antwort
von TrudiMeier, 48

Der neue Eigentümer kann dir natürlich wegen Eigenbedarfes kündigigen, aber erst, wenn er im Grundbuch eingetragen ist. Nach mehr als 8 Jahren Mietzeit besteht für dich eine Kündigungsfrist von 9 Monaten. Ob in deinem Fall die Härtefallklausel greift, bezweifle ich , weil der Eigentümer dir Hilfe zugesagt hat.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nicht, weil der Eigentümer Hilfe zugesagt hat, ist das Problem, sondern der grundgesetzliche Schutz des Eigentums geht doch sehr weit und wieso sollte es da ein Härtefall sein, wenn jemand einen Herzinfarkt hatte, der offenbar überstanden ist.

Der Mieter bekommt sowieso schon eine wesentlich längere Kündigungsfrist, die er nutzen kann, um nicht nur eine neue Wohnung zu finden, sondern auch alles zu organisieren, damit der Umzug möglichst schonend für ihn stattfindet.

Kommentar von TrudiMeier ,

Ich geb dir in allem recht. Es gibt natürlich diesen Härtefallumstand, aber der greift hier nicht.  Aber viele ausziehunwillige Mieter beziehen sich gern darauf, wenn sie nicht ausziehen wollen und ihnen ein Pups quersitzt. (Womit ich einen Herzinfarkt ganz sicher nicht bagatellisieren will!) Und hier hat, neben der langen Kündigungsfrist, der neue Eigentümer Hilfe zugesagt.

Antwort
von Sonnenstern811, 54

Du kannst es nur verzögern, aber leider kaum verhindern. Hast du einen Grad de Schwerbehinderung? Sollte nach herzinfarkt ja der Fall sein.

Antwort
von DrMaHinz, 37

Hallo,

schau mal hier vorbei: www.immobilien-einblick.de/kuendigungg

Grüße

Antwort
von KaeteK, 28

Du kannst es drehen und wenden wie du willst - Raus mußt du! Nimm die Hilfe des neuen Eigentümers an und sei froh, dass er dir so entgegen kommt.

http://www.finanztip.de/kuendigung-mietvertrag/


lg

Kommentar von albatros ,

Keineswegs!

Kommentar von bwhoch2 ,

Ach, albatros! Rate nur, sich gegen die Kündigung und Räumung zu wehren. Am Ende wird er verurteilt, dass er ausziehen muss und dass der neue Eigentümer keine Unterstützung zahlen muss. Was hat er dann davon, ausser dass er etwas Zeit gewonnen hat?

Kommentar von KaeteK ,

Unwohnlicher kann man nicht leben...Möchtest du so leben? lg

Antwort
von dafee01, 55

Wenn der neue Eigentümer Eigenbedarf anmeldet, wird er dich notfalls rausklagen! Nimm also seine Hilfe an und ziehe um!

Kommentar von albatros ,

Klagen kann er, wird aber u. U. verlieren

Kommentar von bwhoch2 ,

Ach, albatros. Du schränkst selbst ein: "unter Umständen". Was ist, wenn ein Richter die Umstände anders sieht und ihn dennoch zum Räumen verurteilt?

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