Frage von ressaw, 64

Gehört das zu meinen Aufgaben, einen Nachmieter zu finden, wenn ich meine Mietwohnung kündigen will?

Ich möchte mein Mietverhältnis kündigen und würde auch die kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten. Nur passt das meinem Vermieter nicht, da wir ausgemacht haben dass ich 2 Jahre in der Wohnung bleibe. Vorhin habe ich ihn angerufen und mitgeteilt dass ich bis ende Juni ausziehen würde... Er will von mir, dass ich ihm einen Nachmieter finde, der deutsch ist und Monatlich über 1,7 verdient. Gehört dass zu meiner aufgabe?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ressaw,

Schau mal bitte hier:
Wohnung Mietrecht

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Mietvertrag, Vermieter, ..., 38

Die Parteien verzichten wechselseitig auf die Dauer von 36 Monaten ab Vertragsbeginn auf ihr Recht zur ordentlichen Kündigung.

Das ist ein wirksamere gegenseitiger Kündigungsverzicht.

Vorhin habe ich ihn angerufen und mitgeteilt dass ich bis ende Juni ausziehen würde... Er will von mir, dass ich ihm einen Nachmieter finde, der deutsch ist und Monatlich über 1,7 verdient. Gehört dass zu meiner aufgabe?

Ausziehen kannst Du jederzeit doch Deine Pflichten musst Du erfüllen. 

Du bist vertraglich gebunden und es ist nett vom Vermieter wenn er Dich vorzeitig aus dem Mietvertrag lässt.

Antwort
von Nemisis2010, 34

Die Parteien verzichten wechselseitig auf die Dauer von 36 Monaten ab Vertragsbeginn auf ihr Recht zur ordentlichen Kündigung.

Mit der Unterschrift unter den Mietvertrag hast Du Dich mit dieser Vertragsklausel einverstanden erklärt. Der BGH hat schon vor längerer Zeit entschieden, daß ein gegenseitiger ordentlicher Kündigungsverzicht für 48 Mon. ab Vertragsbeginn wirksam und rechtens ist.

Eine Kündigung ist erstmals nach Ablauf des Zeitraums von 36 Monaten
mit der gesetzlichen Frist zulässig. Von dem Verzicht bleibt das Recht
zur Fristlosen Kündigung und zur außerordentlichen Kündigung mit
gesetzlicher Frist unberührt.

Somit beträgt Dein Kündigungsverzicht 36 Mon., also 3 Jahre - wenn Du noch die 3 Mon. Kündigungsfrist dazurechnest, dann würde Deine ordentliche Kündigung frühestens nach 39 Mon. ab Vertragsbeginn wirksam.

Er will von mir, dass ich ihm einen Nachmieter finde, der deutsch ist
und Monatlich über 1,7 verdient. Gehört dass zu meiner aufgabe?

das ist die Bedingung des Vermieters das er Dich vorzeitig aus dem Mietvertrag läßt. Auf eine vorzeitige Kündigung oder Mietvertragsentlassung hast Du nämlich keinen gesetzlichen Anspruch.

Ebenso besteht keinerlei gesetzliche Verpflichtung, daß er einen Nachmieter akzeptieren muß oder hat Dein Mietvertrag eine Nachmieterklausel? Falls ja kommt es aber noch darauf an, ob es sich um eine "echte" oder "unechte" Nachmieterklausel handelt.

Antwort
von imager761, 18

Du kannst mit einem vereinbarten Kündigungsverzicht garnicht vor Ablauf von 36 Monaten "aus privaten Gründen" kündigen, es sei denn, der Kündigung lägen berechtigte Interessen zugrunde, etwa Jobangebot in unzumutbarer Pendlerdistanz nach arbeitgeberseitiger Kündigung, Pflegefall in der Familie, den du allein pflegen musst oder möchtest usw.

Es liegt daher in deinem Interesse, durch Nachmieterstellung eine vorfristige Nachvermietung zu ermöglichen, womit dir einvernehmlich ein  Aufhebunbgsvertrag angeboten werden könnte bzw. mit dessen Mietbeginn dein MV erlöschen würde :-)

Ohne den darf der Vermieter - auch um Mahnbescheidskosten erhöht oder durch Lohnpfändung vollstreckt - allmonatlich insges. mindestens 39 Monatsmieten seit Mietbebinn verlangen sowie alle Mietvertragspflichten einfordern, selbst wenn du Ende Juni ausziehst :-O

Was genau war dir an dieser Vereinbarung denn unklar, als du sie unterschrieben hast? Gilt schon nicht, wenn sie mir aus privaten Gründen ncht mehr passt?

G imager761

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 60

Nur passt das meinem Vermieter nicht, da wir ausgemacht haben dass ich 2 Jahre in der Wohnung bleibe.

Wie ausgemacht? Vertraglich, beim Bierchen oder was?

Kommentar von anitari ,

Es wurde ein gegenseitiger Kündigungsverzicht von 36 Monaten (3 Jahren) ab Mietbeginn vereinbart. Das ist zulässig, also wirksam.

Eine Vorzeitige Beendigung solcher Verträge ist nur sehr schwer bis gar nicht Möglich, von außerordentlicher Kündigung mal abgesehen.

Einzige Chance einen Nachmieter finden mit dem der Vermieter einverstanden ist.

Ich geh mal davon aus das es keine Nachmieterklausel im Vertrag gibt.

Antwort
von Hexe121967, 56

wenn ihr ausgemacht habt das du 2 jahre wohnen bleibst, müsste das ja in deinem vertrag stehen. da kommst du dann nur raus indem du einen nachmieter findest.  wenn im vertrag nichts dergleichen steht, kannst du ganz normal kündigen - zur sicherheit schriftlich!

Antwort
von Messkreisfehler, 48

Wenn Du einen Mietvertrag über eine Dauer von 2 Jahren mit dem Vermieter abgeschlossen hast, dann muss er dich vorher aus dem Vertrag nicht rauslassen.

Wenn er dir anbietet, dass Du ihm einen Nachmieter suchst und dich somit aus dem Vertrag lässt ist das m.E. vollkommen in Ordnung. Das MUSST du natürlich nicht machen, gleichzeitig MUSS dich der Vermieter vorher auch nicht aus dem Vertrag lassen.

Antwort
von Bestie10, 64

vermute mal das ist schriftlich fixiert das mit den 2 Jahren

sonst hast du Glück gehabt ... bist nur ein unehrlicher Mieter wenn du ausziehst

was würdest du im umgekehrten Fall tun

wenn er dich entgegen der Vereinbarung nach 3 Monaten rausschmeißt - wäre das in Ordnung ?

Kommentar von ressaw ,

Leider muss ich aus privaten Gründen ausziehen. 

Im Vertrag steht: 

Die Parteien verzichten wechselseitig auf die Dauer von 36 Monaten ab Vertragsbeginn auf ihr Recht zur ordentlichen Kündigung.

Eine Kündigung ist erstmals nach Ablauf des Zeitraums von 36 Monaten mit der gesetzlichen Frist zulässig. Von dem Verzicht bleibt das Recht zur Fristlosen Kündigung und zur außerordentlichen Kündigung mit gesetzlicher Frist unberührt. 

Naja dann doch 3 Jahre. Telefonisch waren es 2! 

meine frage: auch wenn ich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten würde, muss er mich nicht aus dem Vertrag rauslassen? Muss ich ihm einen Nachmieter finden den er akzeptiert? in dem Fall deutsch und ein Gehalt von über 1,7?

Kommentar von martinzuhause ,

"Die Parteien verzichten wechselseitig auf die Dauer von 36 Monaten ab Vertragsbeginn auf ihr Recht zur ordentlichen Kündigung."

das wurde schon vor jahren als unrechtmässig eingestuft und ist daher nicht mehr bindend.

kündige einfach fristgerecht mit 3 monaten kündigungsfrist und dann kann der vermieter da gerne gegen argumentieren.

Kommentar von anitari ,

das wurde schon vor jahren als unrechtmässig eingestuft und ist daher nicht mehr bindend. 

Falsch. Ein wechselseitiger Kündigungsverzicht ist laut BGH zulässig. Bis zu 45 Monate ab Vertragsabschluß.

kündige einfach fristgerecht mit 3 monaten kündigungsfrist und dann kann der vermieter da gerne gegen argumentieren. 

Ganz sicher. Mit dem entsprechenden BGH-Urteil.

Kommentar von DarthMario72 ,

"Die Parteien verzichten wechselseitig auf die Dauer von 36 Monaten ab Vertragsbeginn auf ihr Recht zur ordentlichen Kündigung."

das wurde schon vor jahren als unrechtmässig eingestuft und ist daher nicht mehr bindend.

Na da bin ich aber mal auf deine Quelle gespannt.

Kommentar von Bestie10 ,

deutlicher kann es doch im Vertrag nicht stehen

36 Monate Mindestmietzeit

der braucht einer Kündigung überhaupt nicht zustimmen

dazu mehr der § 575 Absatz 1 BGB.

einen "deutschen" Mieter zu fordern ist aber rechtswidrig und dämlich dazu - das noch so zu fordern - das geht auch eleganter

Kommentar von anitari ,

dazu mehr der § 575 Absatz 1 BGB. 

Der hat damit, dem Kündigungsverzicht, nichts zu tun.

Antwort
von martinzuhause, 48

das gehört natürlich nicht zu deinen aufgaben. kündige die wohnung schriftlich mit nachweis beim vermeiter und dann muss er sich damit abfinden

Kommentar von Messkreisfehler ,

Bei einem Mietvertrag mit fester Laufzeit muss sich der Vermieter eben nicht drauf einlassen.

Kommentar von martinzuhause ,

dann kommt es auch drauf an wie und warum das vereinbart wurde wenn es denn schriftlich festgehalten wurden. ansnsten gilt:

(1) Ein Mietverhältnis kann auf bestimmte Zeit eingegangen werden, wenn der Vermieter nach Ablauf der Mietzeit

1. die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts nutzen will,

2. in zulässiger Weise die Räume beseitigen oder so wesentlich
verändern oder instand setzen will, dass die Maßnahmen durch eine
Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würden, oder

3. die Räume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten will

und er dem Mieter
den Grund der Befristung bei Vertragsschluss schriftlich mitteilt.
Anderenfalls gilt das Mietverhältnis als auf unbestimmte Zeit
abgeschlossen

Ist keiner der oben genannten Gründe SCHRIFTLICH im Vertrag oder

sonst mitgeteilt worden, so gilt das Mietverhältnis als auf unbestimmte

Zeit abgeschlossen und ist mit den gesetzlichen Kündigungsfristen

kündbar.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Was Du da beschreibst ist ein Zeitmietvertrag; hier geht es um wechselseitigen Kündigungsverzicht!

Kommentar von anitari ,

Neben echten Zeitmietverträgen (§575 BGB) ist auch ein gegenseitiger Kündigungsverzicht möglich. Zulässig bis 45 Monate ab Vertragsabschluß.

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