Frage von PasiHH123, 88

Mietvertrag,Kündigung,Baby,Wohnraumwechsel?

Moinsen!

Bei meiner Freundin und mir steht in wenigen Monaten Nachwuchs an. Wir wohnen in einer 2 Zi. Wohnung und haben vor ca 7 Monaten einen Mietvertrag mit einer 2-jähirgen Bindung unterschrieben, Da jetzt aber bald ein Baby kommt, wird es hier vom Platz auf keinen Fall mehr ausreichen. Dazu kommt noch, dass in unserem Haus größtenteils junge Menschen leben. Demnach ist es hier täglich laut. Der/Die Nachbarn unter uns beschallen täglich das komplette Haus. Direkt neben uns wohnen zwei Hunde, die am dauer bellen sind. Es ist zu klein und zu laut. Meine Freundin guckt regelmäßig nach Wohnungen. Haben uns letzten eine größere angesehen und könnten diese auch bekommen.

Meine eigentliche Frage ist: Was können wir jetzt machen, um aus dem Mietvertag zu kommen?

Wir haben uns natürlich auch schon bei google etwas erkundigt, haben aber nichts konkretes gefunden bzw. wollen wir es mal richtig hören. Laut google bzw anderen Menschen: Sobald Nachwuchs ansteht, oder man gezwungener Maßen durch den Beruf umziehen muss, kann man auch mit der Bindung kündigen?

Ich hoffe, dass sich hier jemand mit solchen Sachen auskennt und uns gute Antworten geben kann.

Dumme Kommentare könnt ihr euch sparen, sonst freue ich mich über eure Antworten!

Greetz

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 32

Handelt es sich um eine Einzimmer-Wohnung? Dann könnte es durchaus sein, dass die Wohnung tatsächlich zu klein ist und sich eine Situation ergibt, die Euch den früheren Auszug ermöglicht. Hängt letztlich von der Wohnfläche ab. 25 m² wären eindeutig zu klein. 35 m² aufwärts sicher ausreichend.

Allerdings gehe ich eher davon aus, dass ihr eine 2-Zimmer-Wohnung habt. Dann wäre der Platz auf jeden Fall ausreichend, bzw. wäre der Platz kein Grund für eine vorzeitige Auflösung des Mietverhältnisses.

Macht Euch mal bei der Lautstärke keine Sorgen. Sobald Euer Kindchen Schall warhnehmen kann, also auch schon im Mutterleib, wird es mit den Umgebungsgeräuschen vertraut gemacht. Wenn es dann auf der Welt ist und in der Wohnung, in der ihr jetzt seid, kennt es alle möglichen Geräusche bereits jetzt und wird dabei wunderbar schlafen. Darüber macht Euch mal keine Sorgen.

Beispiel: Baby auf einem Bauernhof. Bauer fährt den ganzen Tag mit seinen Traktoren auf dem Hof umher. Mal lauter mal leiser verbunden mit unterschiedlichsten Nebengeräuschen. Dann bellt der Hofhund zwichendurch. Autos kommen und fahren weg und vielleicht gackern sogar noch irgendwo die Hühner. Das Baby wird trotzdem sehr gut schlafen. Kannst Dich mal dort umhören, wo kleine Kinder auf einem Hof sind.

Was ihr natürlich immer noch machen könnt, ist das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Allerdings darfst Du nicht allzusehr auf Verständnis hoffen. Und natürlich könnt ihr Eure jungen Mitbewohner beizeiten auf Euer kommendes Elternglück aufmerksam machen und gehe ruhig davon aus, dass es gerade unter jungen Leuten oft sehr viel Verständnis gibt, sodass man sich entsprechend ruhiger verhalten wird, wenn das Baby da ist.

Antwort
von ShinyShadow, 59

Vielleicht hilft auch schon ein freundliches Gespräch mit dem Vermieter? Manchmal reicht es, wenn man die Lage schildert :) Eventuell könnt ihr ihm ja anbieten, dass ihr dabei helft, einen Nachmieter zu finden, sodass er nicht so viel Arbeit damit hat.

Das ist meiner Meinung nach besser als wenn man sich da gerichtlich irgendwie raus klagt.

Für nähere Infos müsstest du uns den Vertrag zitieren, die Stelle mit den 2 Jahren.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 53

einen Mietvertrag mit einer 2-jähirgen Bindung unterschrieben,

Heißt was genau heißt das? Bitte den exakten Wortlaut wie er im Vertrag steht!

Sobald Nachwuchs ansteht, oder man gezwungener Maßen durch den Beruf umziehen muss, kann man auch mit der Bindung kündigen?

Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Kommentar von PasiHH123 ,

1. Das Mietverhältnis läfut auf unbestimmste Zeit und endet mit Ablauf des Monats, zu dem der Vermieter oder der Mieter die Kündigung unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten ausspricht.

Die ordentliche Kündigung ist jedoch für beide Parteien frühstens um 01.01.2018 zulässig.

Die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung bleibt unberührt.

(Die ordentliche Kündigung kann höchstens für den Zeitraum von 4 Jahren ausgeschlossen werden. Maßgebend für die Berechnung der Frist ist das Datum des Vertragsabschlusses und nicht der Mietbeginn)

Für die Rechtzeitigkeit der Kündigung kommt es auf den Zugang des Kündigungsschreibens an. Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form.

Erfolgt die Kündigung bis zum 3. Werktag des Kalendermonats, wird dieser  Monat auf die Kündigungsfrist angerechnet,

Hinsichtlich des Kündigungsrechts des Vermieters gelten im Übrigen die gesetzlichen Bestimmungen.

Der Mieter kann vom Vermieter frühstens vier Monate vor Ablauf der Befristung verlangen,  dass dieser ihm binnen eines Monats mitteilt, ob der Befristungsgrund noch besteht. Erfolgt die Mitteilung später, so kann der Mieter eine Verlängerung des Mietverhältnisses um den Zeitraum der Verspätung verlangen.

Tritt der Grund der Befristung erst später ein, so kann der Mieter eine Verlängerung des Mietverhältnisses um einen entsprechenden Zeitraum verlangen. Entfällt der Grund, so kann der Mieter eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit verlangen.

3. setzt der Mieter den Gebrauch der Mietsache nach Ablauf fort, so gilt das Mietverhältnis nicht als verlängert.

§ 545 BGB findet somit keine Anwendung. Fortsetzung oder Erneuerung des Mietverhältnisses nach Ablauf müssen vereinbart werden.

§ 3 Außerordentlichen Kündigungsrecht

Hinsichtlich des außerordentlichen Kündigungsrecht des Vermieters und Mieters gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

Kommentar von anitari ,

Die ordentliche Kündigung ist jedoch für beide Parteien frühstens um 01.01.2018 zulässig.

Das ist ein zulässiger, wirksamer Kündigungsverzicht. Heißt Ihr könnt frühestens zum 31. Dezember 2017 kündigen.

Oder steht da
frühstens am 01.01.2018 zulässig?

Dann wäre eine eine Kündigung erstmals zum 31. März 2018 möglich.

Lies hier

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/n1/nachmieter.htm

unter den Punkten

Ausnahmen: mietrechtliche Härtefälle bei langfristigen Verträgenund

Wann liegt ein berechtigtes Interesse des Mieters vor?

Dort heißt es u. a.

...
auch Familienzuwachs (Wohnung zu eng, Urteil des LG Landshut WM 96, 542) ) anerkannt.

Wohnung zu eng ist ja ein dehnbarer Begriff.

Eine z. B. 60 m² große 2-Zimmerwohnung kann die ersten 1 - 1,5 Jahre für 2 Erwachsene und ein Baby/Kleinkind durch nicht zu eng sein.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 23

mit einer 2-jähirgen Bindung unterschrieben

Was genau soll das heißen? Bitte den exakten Vertragstext.

Wie groß ist die Wohnung (Wohnfläche)? Es könnte sein. dass nach der Geburt eine Überbelegung besteht, auf Grund derer der Vermieter kündigen dürfte. Je Person sind 10m² und fürs Baby 6 ausreichend. Die Wohnfläche müsste also mind. 26 m² betragen.

Antwort
von shannaragm, 8

Hallo, 

wie wurde denn die 2 Jahresbindung vereinbart? Hat der Vermieter mit euch darüber gesprochen oder hat er das einfach in den Vertrag aufgenommen? Die Klausel könnte nichtig sein. Aber dafür bräuchte ich nähere Informationen.

LG 

Antwort
von maulmau, 44

Nein, ihr kommt aus dem Vertrag nicht raus. Sprecht trotzdem den Vermieter an, vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung, z. B. dass ihr eine Entschädigung zahlt oder ähnliches, damit ihr früher rauskommt.

Antwort
von DerHans, 55

Dass ihr ein Kind bekommen könntet, wusstet ihr doch, als ihr diesen Mietvertrag unterschrieben habt.

Einem Baby macht es überhaupt nichts aus, das erste Jahr mit im Elternschlafzimmer zu schlafen.

Ihr habt also Zeit genug, euch fristgerecht eine andere Wohnung zu suchen.

Auch Umweltgeräusche nimmt ein Kind ohne weiteres wahr, ohne dass es dadurch gestört wird.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Dass ihr ein Kind bekommen könntet, wusstet ihr doch, als ihr diesen Mietvertrag unterschrieben habt.

Ja? Wieso?

Da steht doch:

vor ca 7 Monaten einen Mietvertrag mit einer 2-jähirgen Bindung unterschrieben, Da jetzt aber bald ein Baby kommt, wird es hier vom Platz auf keinen Fall mehr ausreichen. 

Bald kann auch noch ein paar Monate sein, z.B. 4 Monate und dann hätte man es nicht gewusst und ich denke, es war auch so.

Bitte Fragen richtig lesen und dann antworten.

Kommentar von DerHans ,

Deswegen steht da ja auch KÖNNTET. Das ist bei Paaren nun mal der Fall. Dann darf ich eben keine Wohnung mieten die einen Kündigungsausschluss hat. Jedenfalls ergibt sich daraus kein BESONDERER Grund

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 28

Dumme Kommentare könnt ihr euch sparen, sonst freue ich mich über eure Antworten!

Meinst Du damit Antworten, die Dir nicht in den Kram passen?

Genausom wie Du das Recht hast, hier nahezu beliebige Fragen zu stellen, musst Du auch den Antwortern das Recht dazu einräumen, solange nicht die Regeln von gf verletzt werden.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Mietvertrag, Vermieter, ..., 41
Dumme Kommentare kann un sollte man beanstanden. Dazu geht man auf die drei Punkte unter entsprechender Antwort und dann auf melden

Bitte mal wörtlich die Klausel aus dem Mietvertrag zur Bindung hier reinsetzen; es kommt auf die Formulierung an, ob sie wirksam ist.
Gehe dazu auf Kommentieren unter einer Antwort.

Meine eigentliche Frage ist: Was können wir jetzt machen, um aus dem Mietvertag zu kommen?

Du möchtest eine gute Antwort? Gerne. Aber leider wird sie Dir nicht gefallen.

Nachwuchs ist kein Grund um frühzeitig aus einen Mietvertrag mit gegenseitigem Kündigungsverzicht zu kommen.

Du kannst nur versuchen mit dem Vermieter zu reden und hoffen, dass er Euch aus dem Vertrag lässt, wenn es einen geeigneten Nachmieter gibt.

LG

johnnymcmuff

Kommentar von johnnymcmuff ,

Oh, hat dam Jemandem meine Antwort missfallen? Lol

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community