Frage von StrangerTyp, 100

Mietvertrag auserordentlich Kündigen?

Hallo, ich wohne nun seit einiger Zeit mit einer Wohngemeinschaft zusammen in einer hübschen kleinen Wohnung. Nun wollen wir da aber heraus - Problem ist allerdings, dass unser Mietvertrag eine Mindestmietdauer von 3 Jahren vorsieht. Dies ist nach Aussagen der Anwälte des Mieterschutzverbundes meiner Heimatstadt absolut legitim und in keinster weise Rechtswidrig. Nun endet meine Ausbildung in etwa in ein paar Monate, meine Frage wäre nun wie es sich mit dem Mietvertrag verhält, kann ich den Mietvertrag aufgrund von veränderter beruflicher Situation außerordentlich Kündigen?

Ich würde ohnehin nochmal mit einem Anwalt sprechen bevor ich eine Kündigung versende, da in diesem Fall höchstwahrscheinlich sowieso ein Zettelkrieg ausbricht.

Würde mich trotzdem über eine kurzfristige Antwort freuen, die vielleicht sogar von jemand stammt, der schon mal ein Semester Jura studiert hat :D...

Vielen Dank und LG

Der Strange Typ

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht & Mietvertrag, 7

Problem ist allerdings, dass unser Mietvertrag eine Mindestmietdauer von 3 Jahren vorsieht. Dies ist nach Aussagen der Anwälte des Mieterschutzverbundes meiner Heimatstadt absolut legitim und in keinster weise Rechtswidrig.

Sofern es ein gegenseitiger Kündigungsverzicht ist, ist das legitim. 

Entweder mit dem Vermieter einen Aufhebungsvertrag machen, wenn alle Parteien einverstanden sind oder Du suchst Untermieter für Dich.

Antwort
von Arya87, 2

Ein Vertrag mit Kündigungsverzicht ist i.d.R. gültig. Der Verzicht bzw. die Mindestvertragslaufzeit wurde von allen Seiten anerkannt. 

Schlag dem Vermieter am besten folgende Lösung vor: du suchst passende Nachmieter und ihr unterzeichnet einen Aufhebungsvertrag. WICHTIG: Der Vermieter kann das machen, wenn er nett ist und dir entgegenkommt. Er muss aber nicht. Also sehr nett sein, Tränendrüse, Situation erklären... und hoffen, dass er sich darauf einlässt.

Alles Gute!

Antwort
von Lumpazi77, 39

Da gibt es nur eine Lösung: Rede mit dem Vermieter und versuche eine Vereinbarung zu treffen. Rechtlich kommst Du da nicht raus.

Antwort
von Essensausgabe, 47

Wenn die Klausel NUR den Mieter betrifft ist sie unwirksam. Verzichtet aber gleichzeitig auch der Vermieter auf das Recht der ordentlichen Kündigung für den Zeitraum von drei Jahren greift sie. Sprich mit dem Vermieter. Wahrscheinlich verlangt er von dir dass du einen Nachmieter für ihn findest.

Kommentar von TrudiMeier ,

Vielleicht verlangt er das auch nicht und besteht auf Einhaltung des Vertrages. Schließlich braucht er keinen der gestellten Nachmieter zu akzeptieren.

Kommentar von Essensausgabe ,

Aus diesem Grund habe ich ja auch das relativierende Adjektiv ,,wahrscheinlich'' hinzugefügt. Ob die Klausel überhaupt greift ist ja die viel spannendere Frage.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 24

Problem ist allerdings, dass unser Mietvertrag eine Mindestmietdauer von 3 Jahren vorsieht.

Bitte mal den exakten Wortlaut wie er im Vertrag steht.

Ich würde ohnehin nochmal mit einem Anwalt sprechen bevor ich eine Kündigung versende,

Wenn ich das recht verstehe hab Ihr einen gemeinsamen Mietvertrag über die gesamte Wohnung.

Dann kannst Du allein gar nicht kündigen bzw. wäre Deine Teilkündigung unwirksam.

Veränderte berufliche Situation berechtigt nicht zur außerordentlichen (fristlosen) Kündigung.

Antwort
von Welfenfee, 32

Warum redest Du nicht einfach erst einmal mit Deinem Vermieter? Meistens ist das besser, wenn man eben seine Gründe schildert und nicht gleich zu einem Anwalt rennt. Vielleicht kannst Du Dich ja auch um einen Nachmieter kümmern. Wie lange wohnst Du denn dort?

Antwort
von DarthMario72, 30

Problem ist allerdings, dass unser Mietvertrag eine Mindestmietdauer von 3 Jahren vorsieht

Sowas nennt man gegenseitigen Kündigungsverzicht.

Dies ist nach Aussagen der Anwälte des Mieterschutzverbundes meiner Heimatstadt absolut legitim 

So ist es.

kann ich den Mietvertrag aufgrund von veränderter beruflicher Situation außerordentlich Kündigen?

Nein. Du kannst mit dem Vermieter reden und versuchen, dich mit ihm auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen.

Falls er sich darauf nicht einlassen will, fordert von ihm die Zustimmung zur Untervermietung. Die darf er nur aus wichtigem Grund verweigern.

Antwort
von LiselotteHerz, 47

Ich kann dazu nur folgendes beitragen: Eine Bekannte von mir war mal in einer ähnlichen Situation und musste sich dann selbst um einen Nachmieter kümmern. Der Vermieter war dann damit zufrieden. lg Lilo

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 28

Seit einiger Zeit? Wie lange schon und demzufolge wie lange noch?

Mindestmietdauer habt ihr von Anfang an akzeptiert. Zumindest Du wusstest doch, wie lange Deine Ausbildung dauert.

Die Anwälte haben recht.

Dass die Ausbildung endet, ist kein Grund. Häufig werden Azubis vom Betrieb nahtlos übernommen und warum solltest Du deswegen dann umziehen müssen.

Deine dann vielleicht durch Arbeitsplatzwechsel eingetretene Änderung Deiner Situation ist schon deswegen kein Grund für eine außerordentliche Kündigung, weil es da noch mindestens einen weiteren Bewohner der WG gibt, auf den/die das vermutlich nicht zutrifft.

Die Kündigung kannst du Dir wirklich sparen. Ein Anwalt kann Dir da auch gar nicht helfen. Und der Zettelkrieg entwickelt sich sehr schnell zu einem finanziellen Fiasko.

Um Deine Frage zu beantworten, genügt der gesunde Menschenverstand: Verträge sind zu halten. Da braucht man nicht Jura zu studieren.

Für Dich bedeutet das: Du bist als Hauptmieter im Mietvertrag so lange voll haftbar, so lange der Mietvertrag nicht beendet bzw. im Einvernehmen mit allen Vertragspartnern geändert wurde. Verhandeln ist also angesagt.

Wenn alle Personen der WG zu einem bestimmten Zeitpunkt aus der Wohnung raus wollen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder der Vermieter akzeptiert einen Aufhebungsvertrag, z. B. weil ihr passende Nachmieter für ihn findet und mit einem gewissen Abstandsbetrag einverstanden seid oder

ihr lasst Euch die Erlaubnis geben, die Wohnung unter zu vermieten, bis das Ende des MIndestmietzeitraums abgelaufen ist.

Wenn beides nicht akzeptiert wird, müsst ihr eben noch so lange weiter zahlen, bis die Mindestmietdauer erreicht ist. Es kommt also auf Euer Verhandlungsgeschick an und die Bereitschaft des Vermieters, mit sich reden zu lassen.

Antwort
von martinzuhause, 46

"kann ich den Mietvertrag aufgrund von veränderter beruflicher Situation außerordentlich Kündigen?"

du wusstest doich vorher auch wie lange deine ausbildung geht. das ist da siocher klein grund für eine ausserordentliche kündigung

Antwort
von TrudiMeier, 23

ich wohne nun seit einiger Zeit

Was bedeutet seit einiger Zeit?

Nun endet meine Ausbildung in etwa in ein paar Monate,

Wenn man von vornherein weiß, dass man nach Ende der Ausbildung sowieso wieder auszieht, warum unterschreibt man dann einen Mietvertrag mit Kündigungsverzicht.

kann ich den Mietvertrag aufgrund von veränderter beruflicher Situation außerordentlich Kündigen?

Nein, denn die Änderung deiner beruflichen Situation (Ausbildungsabschluss) war durchaus vorhersehbar und stellt keinen besondern Grund dar.  Fändest du es in Ordnung, wenn dem Vermieter vor Ende deiner Ausbildung auf einmal einfällt, dass er den Kündigungsverzicht aus irgendeinem Grund nicht einhalten müsse und euch auf die Straße setzt?

Ich gehe davon aus, dass es sich um einen gegenseitigen Kündigungsverzicht handelt. Betrifft es ausschließlich den Mieter, wäre dieses unwirksam und ihr könnt jederzeit mit einer Frist von 3 Monaten kündigen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Wenn man von vornherein weiß, dass man nach Ende der Ausbildung sowieso wieder auszieht, warum unterschreibt man dann einen Mietvertrag mit Kündigungsverzicht.

Das habe ich mich auch gefragt. Verträge sollte man eben nicht nur schnell überfliegen, sondern genau durchlesen und bei Unklarheiten nachfragen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Es sei denn man geht blauäugig davon aus, dass man den Vertrag nicht einhalten will/ kann/ braucht/ muss....und der Vermieter wird entweder so lieb oder halt doof genug sein, nicht darauf zu bestehen, weil Stress mit Mietern so anstrengend ist.  Das wäre dann ein Fall von "dumm gelaufen"!

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 3

dass unser Mietvertrag eine Mindestmietdauer von 3 Jahren vorsieht. 

Wie ist diese im Mietvertrag definiert? Als Befristung oder Kündigungsverzicht? Bitte den exakten Vertragstext dazu, erst dann gibt's eine korrekte Antwort von mir.

MfG vom albatros

Antwort
von karryfarry, 44

Hallo StrangerTyp,

laut § 543 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/543.html) kannst du nur aus einem wichtigen Grund kündigen. 

Deine berufliche Karriere fällt allerdings eher nicht in den Bereich des wichtigen Grunds.

Eine Möglichkeit dir ihr habt, wäre mit eurem Vermieter zu sprechen und ein Untermietverhältnis auszuhandeln. Dabei könntet ihr Mieter bleiben und die Wohnung lediglich untervermieten. Oder ihr schafft es, dass die neuen "Untermieter" als geeignete Nachmieter fungieren und ihr dadurch aus dem Mietvertrag könnt.

Ich an deiner Stelle würde ein ruhiges Gespräch mit dem Vermieter führen, bevor du versuchst das über Anwalt oder ähnliches zu machen.

Vielleicht hat er Verständnis und ihr könnt eig irgendwie einigen

Antwort
von meini77, 12

Dein Mietvertrag hat mit Deinem Ausbildungsvertrag überhaupt nichts zu tun, oder?

Deshalb stellt Deine Situation auch keinen Grund zu einer außerordentlichen Kündigung dar. Der Vermieter kann ja nichts dafür, daß Du jetzt doch woanders hinziehen willst.

Was Du tun kannst: sprich mit dem Vermieter und erläutere ihm Deine Situation. Bitte ihn, für Ihn potentielle Nachmieter suchen zu dürfen, damit er Dich früher aus dem Vertrag entlässt. Darauf eingehen muss er aber nicht.

Jura muss man für diese Einschätzung übrigens nicht studiert haben: Du hast einen Vertrag geschlossen. Dieser gilt.

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