Frage von Mischrainbow, 14

Mietrecht Wg , hilfe?

Guten Abend.

Mein Freund und Ich leben seit kurzem in einer Wg mit einem gemeinsamen Freund. Nun haben wir Folgendes Problem. Unser Mitbewohner hat sich als totale Katastrophe entpuppt. Er beteiligt sich überhaupt nicht am Haushalt, hortet (unser) Geschier samt essensresten in seinem Zimmer, alles muss man ihm hinterher schleppen, und auch Menschlich fahren wir überhaupt nicht auf einer Schiene.

Seit Beginn der Planung der Wg bestehen einige Regeln für das zusammenleben. Eine die uns am Wichtigsten war, war die Regelung bezüglich des Rauchens. Wir sind alle 3 Raucher. Dennoch war es uns wichtig eine Wohnung mit Balkon bzw. Terasse zu finden um draußen rauchen zu können. Diese Terasse haben wir nun, und trozdem raucht unser Mitbewohner in seinem Zimmer. Sein Zimmer liegt direkt um Eingangsbereich. Wäre es nur Zigaretten Rauch wäre das ja irgendwo noch zu verkraften. Doch auch nach mehrmaligem bitten dies zu unterlassen , Wird in diesem Zimmer Regelmäßig gekifft. Unseren Gästen schlägt somit jedes mal eine Wolke aus Bongmief ins Gesicht, wenn sie die Wohnung betreten, und mittlerweile mag ich niemanden mehr einladen. Ein weiteres Problem ist das, das Fenster direkt zur Hauptstraße liegt. Wenn sich unser Mitbewohner also mal!!! dazu bequemt sein Zimmer zu lüften, liegt der ganze Mief gut riechbar auf den gehwegen. Ich persönlich habe keine Lust eines Tages mal die Polizei vor der Tür stehen zu haben.

Nun habe ich mich in einigen Foren eingelesen und mal geschaut wie es andere mit unliebsamen Mitbewohnern Hand haben. Irgendwie wird dem Hilfesuchenden immer geraten, selbst die Koffer zu packen. Gibt es wirklich keine Möglichkeiten unseren Mitbewohner irgendwie wieder aus dem Mietvertrag raus zu bekommen,vorzugsweise ohne die Polizei selbst einzuschalten ?

Die Wohnung ist nämlich ein echter Traum und genau das wonach mein Freund und ich fast zwei Jahre lang gesucht haben. Aber unter solchen umständen fällt es uns schwer uns hier richtig ein leben zu können. Es kann doch nicht sein das sich dort jemand absolut daneben benimmt, und man nicht einmal etwas dagegen unternehmen kann.

Denn mietvertrag haben wir übrigens alle zu dritt unterschrieben, eigentlich extra dafür damit niemand benachteiligt wird.

Für jeden Rat bin ich dankbar LG M.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Mietvertrag, Vermieter, ..., 11

Denn mietvertrag haben wir übrigens alle zu dritt unterschrieben, eigentlich extra dafür damit niemand benachteiligt wird.

Ein gemeinsamer Mietvertrag ist nur für ei ne Partei gut, der Partei Vermieter, der hat dann drei Schuldnert und kann sich aussuchen von wem er etwas fordert.

Mieter haben nur Nachteile.

Gibt es wirklich keine Möglichkeiten unseren Mitbewohner irgendwie wieder aus dem Mietvertrag raus zu bekommen,vorzugsweise ohne die Polizei selbst einzuschalten ?

Nur wenn  die Partei Mieter( ihr drei) und die Partei Vermieter zu einem Aufhebungsvertrag bereit sind, ansonsten kann man nur gemeinsam kündigen.

Beschweren sich Nachbarn und es kommt zur Abmahnung und Kündigung, dann müsst ihr alle ausziehen, auch wenn  nur einer Mist gemacht hat.

Die Kündigung kann nur an alle drei gerichtet werden.



Die Polizei war darauf bezogen, das der Handel und der Besitz von cannabis noch immer Illegal ist und zumindest strafrechtlich verfolgt werden könnte.

Das ändert aber nichts an der vertraglichen Situation.

Nehmen wir an die Person kommt ins Gefängnis und zahlt die Miete nicht, bzw. kann sie nicht zahlen, dann hat der Vermieter die anderen beiden Mieter von denen er die  Miete fordern kann.

Das nennt man gsamtschuldnerische Haftung.

Das beste ist, gemeinsam kündigen. Wenn einer sich wehrt muss man auf Zustimmung klagen.

Die Situation dem Vermieter vielleicht erklären und hoffen, das mit Dir und dem anderen Mieter einen neuen Vertrag macht, wenn gekündigt wurde.



Kommentar von Mischrainbow ,

Herzlichen Dank für diese Ausführliche Antwort. 

Es ist meine erste richtige Wohnung und kenne mich mit dem Mietrecht so überhaupt nicht aus.Hört sich momentan ja auch nicht wirklich gut für uns an :/

Ich hoffe dennoch dieses Problem bald irgendwie gelöst zu bekommen, da ich mich unter diesen Umständen niemals richtig Zuhause fühlen werde.

Aber eins habe ich für die Zukunft schon mal dazu gelernt...Nie wieder WG :D

Kommentar von johnnymcmuff ,

Eine WG ist nicht verkehrt aber sie birgt auch Schwierigkeiten und man muss eben einiges beachten.

Man lernt nie aus. Hier noch etwas:

Immer bei Umzug das Schloss (den Zylinder) der Wohnungstür tauschen.

Antwort
von DerHans, 13

Rein rechtlich ist eure WG eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Ihr haftet gemeinschaftlich und könnt auch nur gemeinschaftlich den Vertrag lösen.

Solche Probleme muss man im Vorfeld bedenken

Antwort
von Nemisis2010, 11

Gibt es wirklich keine Möglichkeiten unseren Mitbewohner irgendwie
wieder aus dem Mietvertrag raus zu bekommen,vorzugsweise ohne die
Polizei selbst einzuschalten ?

Was soll denn die Polizei machen? Euer Mitbewohner hat einen wirksamen Mietvertrag, somit kann man ihn nicht aus der Wohnung weisen. 

Durch euren gemeinsamen Mietvertrag seid ihre alle 3 gleichberechtigte Hauptmieter. Euren Mitbewohner könnt ihr nur loswerden, wenn ihr gemeinsam (also alle 3) den Mietvertrag kündigt. Eine alleinige Kündigung von Euch beiden wäre im übrigen unwirksam, denn gegenüber dem Vermieter bildet ihr 3 eine Mieterpartei. Möglich wäre auch eine ausdrückliche Entlassung aus dem Mietvertrag, wenn alle Beteiligten (also die 3 Hauptmieter und Vermieter) zustimmen.

Irgendwie wird dem Hilfesuchenden immer geraten, selbst die Koffer zu packen.

Der Auszug beendet jedoch keine mietvertraglichen Verpflichtungen - ihr würdet weiter bis zum Beendigung des Mietverhältnisses gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter haften. Ich würde Euch raten zunächst mit dem Mitbewohner ein ernstes Gespräch zu führen und wenn dies nichts fruchtet, dann doch schlußendlich eine andere Wohnung nur für Euch beide zu suchen und dann den Mietvertrag gemeinsam zu kündigen. Wenn der Mitbewohner nicht mit kündigen will, kann er im Rahmen einer Zustimmungsklage dazu gezwungen werden.

Kommentar von Mischrainbow ,

Vielen dank für die Antwort. Die Polizei war darauf bezogen, das der Handel und der Besitz von cannabis noch immer Illegal ist und zumindest strafrechtlich verfolgt werden könnte.

Antwort
von HOXOH, 10

Zuerst das freundliche Gespräch suchen. Keine Vorwürfe, aber das eigene Empfinden klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Bitte um Verhaltensänderung.

Wenn das nicht fruchtet, nörgeln.

Dann nerven, zuletzt rausmobben. Zur Beschleunigung eine neue Wohnung für ihn finden. 

Wenn ihr gute Menschen sein wollt, dann müsst ihr Tolerant sein, euch integrieren und euch anpassen.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Wenn das nicht fruchtet, nörgeln.

Das dürfte einem  der kifft egal sein.

Dann nerven, zuletzt rausmobben. Zur Beschleunigung eine neue Wohnung für ihn finden. 

Du weißt schon, das bei einem Mietvertrag nur gemeinsam gekündigt werden kann oder gemeinsam miet dem Vermieter ein Aufhebungsvertrag gemacht werden kann?

Wenn ihr gute Menschen sein wollt, dann müsst ihr Tolerant sein, euch integrieren und euch anpassen.

Was hat das mit gute Menschen zu schaffen.

Man ist also ein guter Mensch, wenn man duldet dass die Wohnung nach Cannabis riecht?

Klar, sie rauchen gemeinsam und haben sich dann angepasst?

OMG



Kommentar von Mischrainbow ,

Woran soll ich mich anpassen ?

An jemanden der nach dem Abendessen sein Geschier stehen lässt und auf den Hinweis hin das wir nicht seine Bediensteten sind, mir ins Gesicht lacht sagt er warte darauf das neues essen wächst, sich umdreht und geht ?

An jemanden der nach dem 30 mal nett und freundlich über eine Illegale Tätigkeit sprechen, versucht mich für blöd zu verkaufen in dem er mir sagt er hätte nicht konsumiert.

Ich mache eine Ausbildung im Sozial-medizinischen Bereich, da kommt eine Anzeige wegen Mittäterschaft im Bereich des Betäubungsmittel Schutz gesetzes nicht besonders prickelnd. Und so lange wie ich es für eine Gefahr betrachte  werde ich mich nicht daran anpassen.

WARUM SOLL ICH EINER STRAFTAT GEGENÜBER TOLERANT SEIN ?

Vor allem dann wenn sie uns alle gefährdet ?

Wir haben versucht eine Lösung zu finden, anfangs waren wir sogar damit einverstanden das er dies im zimmer betreibt, die einzige Bedingung war das er nicht die ganze Hütte dicht macht.(Was durch weniger exesiven Konsum und Regelmäßigem lüften durch aus möglich wäre)

Mittlerweile ist er der Meinung uns für blöd verkaufen zu können, er hat nicht im Haus geraucht "der Rauch und auch der Geruch ist noch von vorgestern"

Okay und wenn ich all diese Dinge nicht Tolerieren und mich nicht daran anpassen kann, bin ich also ein Schlechter Mensch. Was ist er dann ?

Kommentar von HOXOH ,

Hallo Mischrainbow,

Meine Aussage zur
Toleranz gegenüber eurem Mitbewohner war purer Zynismus. Unsere
Medien fordern schließlich Toleranz bis zur totalen Selbstaufgabe
und Verleugnung der eigenen Werte, hier bekommt ihr einen kleinen und hautnahen Vorgeschmack wie so etwas aussehen kann.

Doch zurück zum Thema:

Mich würde so ein Verhalten auch extrem nerven, denn ich liebe (m)eine effizente und saubere Ordnung. Sie ermöglicht mir nämlich Übersicht und gezieltes Faulsein. (Wer Ordnung macht ist bekanntlich zu faul zu suchen.)

Die Sache mit dem Kiffen sehe ich anders. Eine Mittäterschaft gibt es da zum Glück nicht, - außerdem ist Kiffen kein Verbrechen, sondern eine Ordnungswidrigkeit / Verstoß gegen das BTM. Dieses Verbot gehört längst abgeschafft, denn es ist menschenunwürdig und verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht.

Aber auch das ist eine andere Baustelle, also lassen wir auch das.

Euer Kiffer ist eine Zecke, ein nerviger Typ der euer spießiges, organisiertes und planbares Leben stark beeinträchtigt, dazu ist er noch anmaßend und frech. Einsicht könnt ihr scheinbar nicht erwarten, also bleibt nur das rausekeln/ rausschmeißen.

Unschön aber notwendig. (Heidenei, - wie kann man nur? Das ist aber UNSOZIAL! - (erneuter Zynismus))

Darum nochmals  mein Vorschlag:

Sagt ihm klipp- und
klar, dass ihr ihn loswerden wollt. Sprecht völlig unaufgeregt und agressionslos aber deutlich, dass ihr ihn mit seinen Allüren nicht ertragen wollt und könnt, und dass ihr ALLES unternehmen werdet, ihn loszuwerden.

Droht mal mit einer Anzeige wegen seiner Kifferei (Ist zwar echt uncool, aber es wird Wirkung zeigen – ihr sollt es ja nicht machen.) Da er in seinem vertrahlten Zustand kaum fähig sein wird, sich selbst eine Wohnung oder WG zu suchen, übernehmt das für ihn. Seine Willenskraft ist dank Gras eh nicht so doll. Bereitet den Austritt auch formal vor, er muss also seine Mitmieterschaft in eurem Mietvertrag kündigen.

Ansonsten gilt:

Schaltet das Fernsehprogramm das er guckt um, kocht für ihn nicht mit, räumt sein dreckiges Geschirr in sein Zimmer, macht laute Musik die er hasst, und bietet ihm immer wieder den selig machenden Umzug in eine Wohnung mit Gleichgesinnten an.

Ich glaube das geht am schnellsten. In drei Wochen habt ihr ihn los.

Viel Glück.

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