Mietrecht: Trotz Vertrag und mündlicher Zusage,Wohnung an jemand anderes vermietet.Geht das so einfach?

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6 Antworten

Ich sehe das wie Furino: Die mündliche Zusage war zunächst nur die Entscheidung, an dich vermieten zu wollen, wenn der schriftliche Vertrag unterschrieben wird. Oder habt ihr euch bereits mündlich auf alle Details geeinigt? (Miethöhe, Nebenkosten, Kleinreparaturklausel, Renovierungen um nur ein paar Dinge zu nennen). Der schriftliche Vertrag kam, aus welchen Gründen auch immer, dann nicht zustande. Vielleicht, weil die Rücksendung zu lange gedauert hat? Wie auch immer: Ich sehe keinerlei Chance auf Übernahme von Kosten für neues Mobiliar und schon gar nicht für die Erstattung von Kosten für die Fahrt zur Wohnungsbesichtigung - die hättest du nämlich auch gehabt, wenn du die Wohnung von Anfang an nicht in Aussicht gestellt bekommen hättest.

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Solange der Mietvertrag nicht von beiden Seiten unterschrieben wurde, kann die Vermieterin auch anderweitig vermieten. Die Vermieterin hat dir die Wohnung zwar zugesagt, wobei du aber das Angebot nicht angenommen hast. Das ist hier der Kasus Knaxus. DU wolltest erst Rücksprache halten, somit hat die Vermieterin sich anderweitig entschieden. Ein Anrecht auf die Wohnung hast du nicht.

Würdest du das genauso sehen, wenn du eine bessere Wohnung gefunden hättest und nicht einziehen wolltest, die Vermieterin aber aufgrund des Schriftverkehrs darauf bestehen würde? Würdest du nicht sagen, dass doch gar kein Mietvertrag zustande gekommen ist?

Was du mit der Vormieterin ausgemacht hast, hat mit deinem Mietvertrag nichts zu tun und ist davon unabhängig. Die Ablöse für diverse Dinge ist nicht abhängig vom Mietvertrag. Du kannst hier versuchen dir das Geld von der Vormieterin zurückzuholen. Die Vermieterin hat damit nichts zu tun. Niemand hat dich gezwungen, die Dinge der Vormieterin abzukaufen.

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Ein Mündlicher Mietvertrag ist nicht zustandegekommen. Es wurde ein
schriftlicher Vertrag vorgesehen und kann nicht einfach als mündlicher
Vertrag angesehen werden.

Der Ihnen zugesandte Mietvertrag wäre nur dann rechtens, wenn dieser von beiden Partnernunterschrieben ist. Offensichtlich ist er es nicht. Da nützt Ihre Unterschrift allein nichts.

Nun die verlorenen 1000€ für das Mobiliar der Vormieterin können Sie
zwar zurückfordern. Die Vormieterin hat Ihnen das in futen Glauben
verkauft und es ist Ihr Eigentum. Da mache ich Ihnen keinerlei Hoffnung
auf Rückabwicklung.

Aber es kommt noch besser: Der Vermieter wid Sie über kurz oder lang
auffordern, da Mobiliar, welches nun das Ihre ist, aus der Wohnung zu
entfernen.

So sieht es rechtlich aus. Ich kann Ihnen nichts Besseres anbieten.

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Kommentar von Padri
25.08.2016, 11:32

Richtige Antwort!

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mündlicher vertrag,der von der vormieterin bezeugt werden kann

Ob die das dann wirklich tun würde?

Danach wurde mir auch schon der mietvertrag zugesendet. Da ich noch
einige Frage zu dem hatte und auch einen übergabetermin haben wollte,bat ich um ein Gespräch zur Aufklärung.

Was bedeutet, dass es lediglich eine Zusage gab, Dir einen Mietvertrag zu schicken, also kam auch noch kein mündlicher Vertrag zustande, denn es war von Anfang an Absicht, einen Vertrag nur schriftlich zu machen.

Hinterher habe ich rausgefunden,dass sie die besagte wohnung zum 01.09.2016 gewerblich vermietet haben.

Da hast Du Pech gehabt.

Gibt es chancen sich in die wohnung einzuklagen?

Allenfalls sehr minimale. Das Risiko, einen solchen Prozess zu verlieren, ist zu hoch.

Meiner meinung nach,ist dieser vertrag rechtsgültig

Es gab aber keinen Vertrag. Das wird zumindest die Gegenseite meinen.

Der Satz "besten Dank für die Anmietung" kann nur so verstanden werden, dass man davon ausging, dass Du den Vertrag so unterschreiben wirst, wie er vorgelegt wurde, was dann aber nicht der Fall war.

Des Weiteren habe ich der vormieterin schon einen Abstand von 1000€ bezahlt,für wohnungsinventar und gartengeräte.

Da warst Du etwas voreilig. Sieh zu, wie Du das Zeug jetzt los wirst oder den Vertrag rückgängig machen kannst, was aber die Vormieterin kaum mehr interessieren dürfte.

Gibt es da chancen sich das geld gerichtlich zurück zu holen?

Nein, gekauft ist gekauft.

Muss ich das so hinnehmen?

Ja und Deine Verzweiflung kann ich verstehen, aber Du warst wohl etwas zu voreilig.

Aber eigentlich bin ich doch im Recht,einfach vom rein logischen her.

Eben nicht - rein vom logischen her.

Stell Dir mal vor, es wäre andersrum: Du sagst einem Vermieter, der seit längerem verzweifelt einen Mieter für seine Bruchbude sucht, zu, dass Du die Wohnung ganz sicher anmieten wirst. Er stellt den Mietvertrag aus, unterschreibt ihn gleich und schickt ihn Dir zu. Anderen Interessenten, die dann doch noch kamen, hat er bereits abgesagt. Mit Dir besprochene Um. und Einbauten hat er sofort in die Wege geleitet. Und nun läßt Du ihn drei bis vier Wochen warten und teilst ihm dann mit, dass Du jetzt schon was anderes gefunden hast. Wie würdest Du das empfinden und wie sollte sich der Vermieter in so einem Fall fühlen?

Kann ich jetzt den mietvertrag einfach unterschrieben ganz dreist zurücksenden( per einschreiben) und um einen wohnungsübergabe termin bitten?

Kannst Du, aber es wird Dir nichts nützen. Dir fehlt die Unterschrift der Vermieterin auf dem Vertrag.

Wäre es clever die kaution und sowas einfach zu überweisen,so als ob nichts gewesen wäre?

1000 € hast Du schon bezahlt und jetzt willst Du nochmal 2500 € riskieren? Wer weiß, wann Du die wieder zurück bekommen würdest.

Mein Vorschlag, sieh zu, dass Du möglichst viel von den 1000 € retten kannst. Entweder, dass die Vormieterin versucht, die Sachen dem echten neuen Mieter anzudienen oder Du versuchst das. Ansonsten hol Dir die Sachen und verkaufe bestmöglich, wofür Du keine Verwendung hast.

Mach ansonsten einen Haken drunter und such Dir was anderes. Spar Dir Geld für aussichtlose Korrespondenz oder Prozesse.

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Kommentar von asdundab
25.08.2016, 12:45

Er meint wohl, dass der Vermieter ihm den Vertrag bereits unterschrieben zugesendet hat.

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Hier ist weder ein mündlicher, noch ein schriftlicher Mietvertrag zustande gekommen. Da die Vermieterin einen schriftlichen Mietvertrag zugesendet hat, wurde signalisiert, dass nur ein schriftlicher Vertrag gilt. Dieser gilt wiederum nur bei beidseitiger Unterschrift mit Doppelausfertigung des Mietvertrages. Hier handelte es sich höchstwahrscheinlich nur um die Versendung eines Mustermietvertrages.

Sie haben keinerlei Ansprüche, denn ein Vertrag ist nicht zustande gekommen.

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