Mietrecht/ Kaution - Vermieter will 1600Euro obwohl die Wohnung in Ordnung war?

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9 Antworten

Sie hat für ihre kleine knapp 40m² Wohnung eine Rechnung von 1673 Euro für Malerarbeiten bekommen. Was kann man da jetzt tun? Weil das einfach richtig unfair ist.

Wenn die Vermieterin die Mängel vorher nicht angezeigt hat und unter Fristsetzung aufgefordert hat sie zu beheben, dann bleibt die Vermieterin auf den Kosten sitzen.

Fordere schriftlich per Einwurfeinschreiben unter genauer Fristsetzung die Auszahlung der gesamten Kaution und widerspreche dem Einbehalt für die Renovierungen mit der Begründung, dass man Dir keine Gelegenheit gegeben die Mängel zu beheben oder beheben zu lassen wozu Du laut BGB das Recht gehabt hast.

Allerdings darf die Vermieterin noch das 3-5 fache einer NK-Vorauszahlung für die zu erwartende NK-Abrechnung einbehalten.

Falls die Vermieterin nicht einlenkt kann man Mahnbescheid erstellen lassen oder Anwalt einschalten.

LG

johnnymcmuff

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Kommentar von bwhoch2
25.08.2016, 09:39

Das ist die einzig 100-Prozent richtige Antwort auf die Frage.

Es gab kein Übernahmeprotokoll. Der wohl erfahrene Hausmeister hat die Übernahme gemacht und hätte er was zu protokollieren gehabt, hätte er das sicher getan.

Wenn im Nachhinein die Vermieterin feststellt, dass die Wohnung neu gestrichen werden muss, hätte sie nicht einfach einen Maler bestellen dürfen. Die Mieterin samt Freund hätte das locker auch hinbekommen.

Also bleibt sie auf ihren Kosten sitzen. Wer sich so unvernünftig und dumm verhält, muss auch die Konsequenzen tragen.

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Fraglich ist, ob überhaupt Schönheitsreparaturen durch den Mieter wirksam vereinbart waren. Dazu käme dann noch, dass zunächst der Mieter in die Lage versetzt werden muss, selbst (tatsächliche Mängel, die er zu verantworten hat) abzustellen. Der Vermieter hat ihm dafür keine Frist eingeräumt und hat die Wohnung auf Kosten des Mieters in einen quasi Neuzustand zur sofortigen Wiedervermietung versetzt. Es kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass in einem Jahr Mietzeit bei vertragsgemäßem Gebrauch keine Renovierung erforderlich wurde. Was steht denn in der Rechnung wofür gezahlt werden soll?

Fazit:  Bei gegenwärtiger Sachkenntnis ist festzustellen, dass die Wohnung lediglich besenrein zurückzugeben war. Als Bevollmächtigter der Vermieterin durfte der HM die Rücknahme durchführen und hat das ohne Beanstandungen getan. Da alles i. O. war, käme er u.U. als Zeuge vor Gericht in Frage.

Die Kaution darf die Vermieterin bis zu 6 Monate nach Mietende zurückbehalten. Es wäre also verfrüht, bereits jetzt nach zwei Monaten mit Kanonen zu schießen. Trotzdem rate ich, gegen die vorliegende Forderung in Widerspruch zu gehen und die Herausgabe der Kaution nach Ablauf der Prüfungsfrist, bis auf einen Teil bezüglich offener BK-Abrechnung, wegen ungerechtfertigter Bereicherung nach § 812 BGB zu fordern.

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Du schreibst in deinen Kommentaren, dass es kein Übergabeprotokoll gibt. Das ist schlecht, damit hätte man so einen Ärger vermeiden können. Selbst wenn die Vermieterin der Ansicht war, dass die Wohnung sich in "einem nicht annehmbaren Zustand" befand, hätte sie deine Freundin informieren und eine Frist zur Beseitigung der angeblichen Mängel geben müssen.

Was genau (bitte wörtlich zitieren) ist den zum Thema "Schönheitsreparaturen" im Mietvertrag geregelt?

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Kommentar von johnnymcmuff
24.08.2016, 13:01

Das ist schlecht, damit hätte man so einen Ärger vermeiden können. 

Den richtigen Ärger hat die Vermieterin, sie bleibt auf den Kosten sitzen.

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Hier solltes man einen Anwalt einschalten, klingt schon etwas übertrieben. Ich hoffe Sie hat beim Auszug Fotos von der Wohnung gemacht, die als Beweis des guten Zustand dienen können. Idealerweise auch Fotos vom Einzug ;-) ...

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Wie ist das mit dem Renovieren im MV geregelt?
Was wurde im Rücknahmeprotokoll darüber vereinbart?

Warum hat sie nicht selber gestrichen?

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Kommentar von DaniAKK
24.08.2016, 12:54

na der hausmeister hat gesagt die wohnung ist in ordnung. da war von nichts die rede. erst viel später kam die vermieterin auf einmal damit. sonst hätten wir natürlich selbst gestrichen.

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Kommentar von troublemaker200
24.08.2016, 18:08

Hausmeister ist uninteressant. Ihr habt einen Vertrag mit dem Vermieter und nicht mit dem Hausmeister. Hat der Hausmeister euch das schriftlich gegeben? Sicher nicht.
Wer hat denn das rückgabeprotokoll mit euch abgenommen?

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Gibt es ein Übergabeprotokoll oder hat die Vermieterin in anderer Weise die Mängel reklamiert?

Was steht im Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen?

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Kommentar von DaniAKK
24.08.2016, 12:16

da zu dem übergabetermin nur der hausmeister kam, wurde nichts schriftlich festgehalten. aber er gab sein okay.

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Was wurde im Übergabeprotokoll bei Rückgabe festgehalten?

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Kommentar von DaniAKK
24.08.2016, 12:15

Die Vermieterin ist nicht gekommen, sondern der Hausmeister und der hat gesagt das alles okay ist.

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Da bleibt Deiner Freundin wohl nur der Klageweg. Vielleicht reicht auch schon ein Schreiben eines Anwaltes, der mit einer Klage droht.

Normalerweise sollte man beim Auszug eine Übergabe an den Vermieter machen. Da können dann Mängel angesprochen werden - oder eben die Bestätigung eingeholt werden, dass es keine Mängel gibt.

Wenn Du in einem Prozess als Zeuge aussagst, dass die Wohnung in gutem Zustand war, hat Deine Freundin eine Chance. Entscheiden wird schließlich das Gericht. Wenn sie verliert, hat sie aber die Prozesskosten (und Kosten des gegnerischen Anwalts) am Hals - es sei denn, sie ist rechtschutzversichert.

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Das wird schwer werden. Du bist als Zeuge sicherlich wenig relevant, weil Du ja eine nahe Beziehung zu ihr hast. Ich persönlich würde mich in diesem Fall mal mit einem Rechtsanwalt besprechen. Ohne wird man da nichts ausrichten können. 

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Kommentar von MaexSi
24.08.2016, 12:07

Vorher vielleicht nochmal mit dem Vermieter telefonieren und versuchen das freundlich zu klären. Vielleicht gab es ja auch eine Verwechslung, weil er mehrere Wohnungen hat oder so. 

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Kommentar von Gerhart
24.08.2016, 13:25

 "Du bist als Zeuge sicherlich wenig relevant, weil Du ja eine nahe Beziehung zu ihr hast."

Dieser Satz deines Kommentares trifft nicht zu, selbst nahe Verwandte können glaubhaft vor Gericht als Zeugen aussagen.

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