Frage von skyfly71,

Mietkaution von der Ex wiederholen?

Hey Leute, ich hab ein etwas kompliziertes Problem und brauche nen Schlachtplan.

Hab mit meiner Ex ne Wohnung angemietet. Bevor wird da eingezogen sind, kam es zur Trennung. Die Kaution wurde von beiden zu 50% auf ein Sparbuch eingezahlt. Kontoinhaber bin ich, meine Ex hat keine Vollmacht. Sie hat keinen Nachweis darüber, daß die Hälfte von dem Geld ihr gehört. Das Sparbuch wurde als Kautionssparbuch beim Vermieter abgegeben.

Als wir uns getrennt hatten, habe ich (war sehr doof, ich weiß) nur beim Vermieter angerufen und ihn gebeten, mich aus dem Mietvertrag zu entlassen. Hat er auch mündlich zugesagt. Sie ist dann da alleine eingezogen.

Das ist alles 2 1/2 Jahre her. Seitdem habe ich von meiner Ex nix mehr gehört und vom Vermieter auch nicht. Jetzt würde ich gerne noch an mein Geld kommen - sind immerhin 625,-€ und ich will nicht warten, bis sie da irgendwann wieder auszieht. Es lebt wohl auch nen neuer Kerl bei ihr.

Auf meine Mails hat sie nicht reagiert und als Hartz IV-Empfängerin wird sie mir die Kohle auch kaum bar auf den Tisch legen können. Auf der anderen Seite hat sie aber Angst vor Gericht und Schufa und so und wird am Ende vermutlich ein Interesse daran haben, die Sache aus der Welt zu schaffen.

Gibt es einen Weg, die Forderung zu titulieren? Und wenn ich klagen würde, wie müßte die Klage dann aussehen, damit ich zu meiner Kohle komme? Kämen die Ex und der Vermieter überhaupt an das Geld, ohne mich?

Hilfreichste Antwort von heimwerker,
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Sie werden das Geld nicht bekommen. Wie Sie bereits richtig erkannt haben, stehen Sie noch im MV und somit auch in der Haftung. Worauf soll also eine Klage beruhen? Wo Sie sich doch so gut in rechtl. Dingen auskennen, warum haben Sie denn alles falsch gemacht? Einziger Trost, das Sparbuch ist auf Ihren Namen angelegt, somit hat auch die Ex keine Möglichkeit an dieses Geld zu kommen. Der Vermieter aber sehrwohl, wenn das Vertragsverhältnis beendet wird und noch Forderungen ausstehen. Womit wir wieder bei Ihrer Haftung wären, wenn die Kaution dann nicht ausreicht. Immer davon ausgehend, dass beide Vertragspartner sind. MfG

Kommentar von skyfly71,

Na, Danke erst mal für die Antwort. Aber mal gesetzt den Fall, alle Beteiligten gehen tatsächlich davon aus, daß ich nicht mehr Mieter bin. Wie sieht es denn dann aus? (und das ist keine völlig hypthetische Frage, ich gehe erst mal davon aus, daß das so ist)

Kommentar von heimwerker,

Letztendlich zählt nur das schriftl. niedergelegte. Der Vermieter jedenfalls wird das Sparbuch nicht rausgeben. Ich an Ihrer Stelle würde mir mehr Sorgen darum machen, ob Sie tatsächlich aus dem Vertrag entlassen wurden. Das Geld läuft Ihnen noch nicht weg. Eine Entlassung aus dem Vertrag bedeutet, dass alle Vertragspartner zustimmen, also auch die Ex. Ansonsten bleibt nur die Klage auf Zustimmung. Dann sind die Fronten geklärt. An das Geld mommen Sie erst heran, wenn das Mietverhältnis beendet ist. Und genau das sollten Sie anstreben. Der Vermieter sollte einen neuen Vertrag mit der Ex abschließen. Ob er das macht, ist fraglich. Ich würde dazu raten sich Rechtsbeistand zu holen. MfG

Antwort von BS3BM,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich frage mich, ob du als Mieter noch im MV stehst, denn die mündliche Zusage vor 2 1/2 Jahren dürfte wohl kaum beweisbar sein. Wenn du noch im MV stehst, wird dir der Vermieter das Kautionssparbuch wohl kaum rausgeben. Wenn du nicht im MV stehst und das Kautionssparbuch lautet auf deinen Namen, hast du Anspruch gegenüber dem Vermieter, dir dieses Sparbuch rauszugeben und er muss sich die Kaution von deiner Ex holen. Dann wird sich deine Ex an dich wenden wegen der 50 %, die sie seinerzeit einbezahlt hat (und hoffentlich kann sie dies auch nachweisen). Wenn das Kautionssparbuch verpfändet ist (davon gehe ich aus) kann ohne deine Zustimmung der Vermieter nicht an das Geld und deine Ex schon gleich gar nicht, da es nicht auf ihren Namen lautet!

Kommentar von skyfly71,

Ich gehe mal davon aus, daß ich noch auf dem Mietvertrag stehe. Allerdings machte der Vermieter auf mich einen äußerst fairen und menschlichen Eindruck. Deshalb hab ich mich auch auf die mündliche Zusage verlassen.

Daß er das Sparbuch so einfach raus gibt, halte ich aber für unwahrscheinlich. Dann stünde er ja ohne Kaution da, meine Ex würde aber fröhlich weiter dort wohnen. Welcher Vermieter wird DAS schon machen.

Kommentar von XtraDry,

Wenn du nicht im MV stehst und das Kautionssparbuch lautet auf deinen Namen, hast du Anspruch gegenüber dem Vermieter, dir dieses Sparbuch rauszugeben und er muss sich die Kaution von deiner Ex holen.

Das ist falsch, das Sparbuch wurde für das Mietverhältnis als Kaution verpfändet solange das Mietverhältnis läuft, was es nach Stand der Fragestellung noch tut, egal ob mit dem Fragesteller selbst oder nicht. Es ist dafür völlig irrelevant, ob der Kontoinhaber selbst Mieter ist...

Kommentar von skyfly71,

Aber einen Anspruch auf notfalls Kündigung des Mietverhältnisses sollte ich doch haben, oder?

Kommentar von XtraDry,

Eine Wohnung kann nur von allen Beteiligten einer Mietpartei gemeinsam gekündigt werden. In Deiner Lage wirst Du zwar einen Rechtsanspruch auf Zustimmung Deiner Ex zu Deiner Entlassung aus dem Vertrag oder alternativ einer Kündigung des Mietvertrags haben, sie muss aber dennoch ausdrücklich zustimmen. Wenn sie dies nicht tut, kann nur ein Gericht ihre Zustimmung ersetzen bzw. sie zur Zustimmung verurteilen...

Antwort von strandkind,

wenn ich das richtig verstehe hast du ein sparbuch was auf deinen namen läuft dem vermieter gegeben.und was will es damit ?kommt ja nicht ran an die kohle.ich würde durch fristsetzung das buch zurück fordern.gibt noch einen trick den kann ich hier nicht so schreiben.

Antwort von ALinkToThePast,

1.: Du musst den Nachweis erbringen können, dass du die Hälfte des Geldes auch dort eingezahlt hast. Dies würde ich so durch Ausdrucke und Kopien zusammenheften, dass jeder Außenstehende das nachvollziehen kann.

2.: Auf E-Mails würde ich auch nicht reagieren, da diese im Zweifel nicht zugegangen sind. Erstelle einen Brief mit deiner Forderung und versende diesen per Einschreiben mit Rückschein (Kosten ca. 5 - 6 € bei der Post) und setze ihr für die Ausgleichung der Forderung eine Frist von 6 Wochen. Du kannst die Frist auch kürzer setzen, aber bei dem langen Zeitraum ist das nur fair. Nimm dabei trotzdem Bezug auf deine E-Mails und drohe weiterhin mit rechtlichen Konsequenzen

4.: Reagiert sie nicht oder bleibt die Zahlung gänzlich aus, hast du zwei Möglichkeiten:

A: Gehe zum Anwalt und der macht alles weitere.

B: Gehe in die Buchhandlung und kaufe dir einen gerichtlichen Mahnbescheid. Wie du das machen musst kannst du googlen. Dieser Weg ist der schnellste und zieht in den meisten Fällen. Klappt das nicht bleibt dir nur der Gang zum Anwalt oder ein Verzicht auf das Geld.

Kommentar von skyfly71,

Danke für die Antworten. Eigentlich kenn ich mich in rechtlichen Dingen sehr gut aus. Brauchst das also nicht für doofe erklären ;-) An wen geht denn der Mahnbescheid und warum?

Gerade WEIL ich mich in rechtlichen Dingen gut auskenne, werde ich mir den Anwalt hier sparen und notfalls auch ohne Anwalt Klage einreichen^^

Kommentar von ALinkToThePast,

Der Mahnbescheid geht an deine Ex. Nach einer Trennung (auch bei normalen Beziehungen), hat jeder das Recht auf die Rückgewähr seiner persönlichen Besitztümer. Das Geld für die Kaution zählt auch hierzu. Verlangst du dieses unter Fristsetzung zurück, setzt du sie in Verzug. Reagiert sie nicht, ermöglicht dies einen Mahnbescheid.

Eine ganz wichtige Sache noch, die ich gestern überlesen habe:

Im § 568 BGB (Form und Inhalt der Kündigung) steht: "(1) Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form."

Dadurch ist deine mündliche Kündigung nichtig (§ 125 S. 1 BGB). Ich bin zwar kein Jurist, aber gegebenenfalls könnte dieser Formverstoß dadurch geheilt worden sein, dass das Rechtsgeschäft (hier der Auszug) ohne Sanktionen des Vermieters vollzogen wurde und somit ein konkludenter Verzicht auf die Vertragsfortführung ausgeübt wurde. Ähnlich ist das beim § 766 BGB (Bürgschaften). Fehlt hier die Schriftform, der Bürge kommt jedoch auf, so ist der Formverstoß geheilt. In Bezug auf Mietverhältnisse gibt es ein BGH Urteil, welches Verträge auch konkludent entstehen lässt. Gegebenenfalls greift hier der Umkehrschluss.

Andernfalls kannst du die Kündigung aber auch schriftlich nachholen, da der Vermieter kulant zu seien scheint.

Gegebenenfalls würde ich hier gegenüber deiner Ex auch "keine schlafenden Hunde wecken", sondern die Forderung trotzdem stellen. Ich gehe davon auch, dass sie sich dieser Problematik nicht bewusst ist., denn schließlich steht dir dein bezahlter Geldbetrag zu.

Antwort von outfreyn,

Kontoinhaber bin ich, meine Ex hat keine Vollmacht.

Dann kommt im Normalfall auch niemand anderes an das Guthaben. Ist das ein normales Sparbuch oder ein spezielles für Mietkautionen?

Kommentar von skyfly71,

Das ist speziell für Mietkautionen. Wir mußten damals ein FOrmular ausfüllen bei der Bank, in das der Vermieter auch eingetragen werden mußte

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