Frage von JaDerPeter, 160

Mietfrei im Haus des besten Freundes Wohnen und an Betriebskosten beteiligen?

Hallo Liebe Community,

mein bester langjähriger Freund hat von seiner Oma ein Haus geschenkt bekommen. Er hat mir angeboten dort mietfrei zu Wohnen. Wir haben ausgemacht das ich mich an den Betriebskosten beteilige (Strom, Öl, Wasser). Er hat somit Unterstützung bei der Unterhaltung des Hauses und ich freue mich natürlich in einem Haus Wohnen zu dürfen.

Jetzt meine Frage/n

Ist das alles Rechtens? Muss man sich beim Finanzamt melden? Wie sieht es aus falls man in Zukunft vielleicht ins Hartz 4 rutscht? Würde die Arbeitsagentur meine Betriebskosten übernehmen? Falls nicht, könnte ich meinen Freund nicht mehr bezahlen und müsste wahrscheinlich ausziehen. Ich gehe nicht davon aus ins Hartz 4 zu rutschen, aber man muss ja alle Eventualitäten abwägen. Ob die Arbeitsagentur mir nun für 400€ eine kleine Wohnung stellen würde oder die gleiche Summe der Betriebskosten übernehmen würde, kommt letztendlich auf das gleiche.

Kennt sich da jemand aus?

Ich wäre über jede Information dankbar. Ich will mich keinesfalls Strafbar machen oder dafür Verantwortlich sein, dass mein Freund irgendwelche Nachteile daraus zieht.

Mit freundlichen Grüßen Peter

Antwort
von Nemisis2010, 104

Da ihr lediglich die Betriebskosten zahlt wäre es rechtlich gesehen allerdings kein Mietvertrag, sondern ein Leihvertrag.

Das ist ein nicht unerheblicher Unterschied: So hättet ihr keinen mietrechtlichen Kündigungsschutz, d.h. Vermieter könnte Euch z.B. bei (jetzt nicht vorhersehbaren) Differenzen oder Streitigkeiten auffordern die Leihsache (Wohnung) unverzüglich zurückgeben. (vorausgesetzt die Dauer der Leihe wäre nicht schriftlich vereinbart worden). Er müßte diese Aufforderung auch nicht begründen und keine Kündigungsfrist beachten.

Außerdem wäre es auch nicht möglich eine Mietminderung bei eventuell später auftretenden Mängeln durchzuführen, da ja ein Leih- und kein Mietvertrag vorliegt.

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/l1/leihe.htm

Mein Tipp: Macht einen Mietvertrag mit einer verbilligten Kaltmiete und vereinbart bezüglich der Betriebskosten einen monatlichen Vorauszahlungsbetrag.

Dann wärt ihr mietrechtlich abgesichert und Euer Freund müßte z.B. bei einer Kündigung mind. eine 3 mon. Kündigungsfrist beachten und dann diese Kündigung auch mit einem berechtigten Kündigungsgrund begründen. (§ 573 c BGB.)

Falls es sich um ein 2 Familienhaus handelt und Euer Freund selbst in einer Wohnung dieses Hauses wohnt, hätte er noch ein erleichtertes Kündigungsrecht gem. § 573 a BGB.

Antwort
von EstherNele, 79

Du kannst doch - bester Freund hin oder her - mit ihm einen Mietvertrag abschließen.

Die Miete, wie klein er sie auch immer wählt, kann doch von ihm für die Betriebskosten verwendet werden, niemand hindert ihn daran.

Und solange keiner von euch beiden Hartz IV beziehen muss, will auch niemand von ihm wissen, OB er Miete von dir haben will.

Das wird nur interessant, wenn er ALG II beantragt - dann würde man nämlich seine Betriebskosten nur hälftig als Kosten der Unterkunft beachten, da du das Haus ja mitbewohnst.

Solltest du allerdings ALG II beantragen müssen, dann würdest du den Betrag deiner Miete ja vom Amt bekommen (Angemessenheit vorausgesetzt.) Da sähe es schon blöd aus, wenn der Vertrag gerade erst zustande gekommen ist.

Beim Finanzamt muss sich dein Freund melden - immerhin ist er jetzt Besitzer einer Immobilie und zu Grundsteuer veranlagt. Außerdem muss er sich für das Gebäude ja ins Grundbuch eintragen lassen.

Aber da eine Schenkung solchen Ausmaßes ohnehin durch einen Notar beglaubigt werden muss, wird dieser dem neuen Eigentümer schon sagen, wohin er noch alles muss.

Aber das betrifft alles ausschließlich den neuen Eigentum.

Für dich hat das keine Bedeutung - du bist entweder Untermieter mietfrei bei deinem besten Freund oder genießt unbefristetes Gastrecht.

Antwort
von schelm1, 72

Solche "Lullivereinbargungen" ziehen in aller regel Seit und Ärger nach sich.

Treffen Sie eine klare Mietvereinbarung, die sowohl Sie, wie auch den "Gönner" absichert!

Antwort
von Kreidler51, 73

Du mußt nur deinen Erstwohnsitz Ummelden mehr ist nicht erforderlich.

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